Die Friseurkette Klinck hat ein Happy End erlebt: Das Unternehmen konnte durch einen Insolvenzplan erfolgreich saniert werden. Die Gläubiger der insolventen Friseurkette Klinck haben in einer Gläubigerversammlung dem vom Insolvenzverwalter Dr. Jens-Sören Schröder vorgelegten Insolvenzplan einstimmig zugestimmt. Noch in der Sitzung hat das Insolvenzgericht den Insolvenzplan bestätigt.
Nach Ablauf der Rechtsmittelfristen kann das Insolvenzverfahren nun in wenigen Wochen aufgehoben und der Betrieb des Kieler Traditionsunternehmens mit 530 Beschäftigen in 66 Salons in sieben Bundesländern fortgesetzt werden.
Die Geschäftsführung hatte am 28.11.2018 beim Amtsgericht Kiel Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Hintergrund für den Insolvenzantrag waren Liquiditätsengpässe wegen Umsatzrückgängen in den Jahren 2017 und 2018. Am 01.02.2019 eröffnete das Amtsgericht Kiel das Insolvenzverfahren und bestellte Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder zum Insolvenzverwalter.
Im Zuge des im Februar 2019 eröffneten Insolvenzverfahrens waren zuvor in Zusammenarbeit mit dem Branchenprofi Dieter Bonk umfangreiche operative Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden. So wurden die etwa 30 Prozent nicht rentablen Salons geschlossen und die Verwaltungskosten deutlich reduziert. Dadurch und ein Bündel weiterer Maßnahmen gelang der Turnaround.
Nun seien die rechtlichen Voraussetzungen gegeben, dass die Friseurkette sich von unrentablen Salons trennen könne. „Die Restrukturierung des Filialnetzes ist ein wesentliches Element der geplanten Sanierung.“ Die Mitarbeiter betroffener Salons sollen so weit wie möglich die Teams anderer Salons verstärken. Zudem gebe es für eine Reihe von Standorten Übernahmeinteresse von anderen Friseuren.
Dieter Bonk wird ab dem 1. März 2020 alleiniger vertretungsberechtigter Geschäftsführer. Interimsmanager Dieter Bonk zur gelungenen Sanierung und zur Zukunft: „Die Friseur Klinck GmbH ist für die Zukunft gut aufgestellt. Wir haben viele tolle und treue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen wir es geschafft haben, die Insolvenz zu bewältigen. Jetzt geht es mit voller Kraft voraus. Wir werden mit vielen neuen Ideen die Kunden überraschen und hoffentlich auch begeistern. Der Relaunch der Hauptmarke „Klinck Dein Friseur“ ist schon in der Umsetzung. Ich danke dem Insolvenzverwalter Dr.
Laut Insolvenzverwalter Dr. Schröder war die Sanierung in dem schwierigen Branchenumfeld nicht einfach. „Umso schöner ist das Ergebnis.
Dieter Bonk, Geschäftsführer der Friseurkette Klinck
Erst musste die Friseurkette Klinck das Insolvenzverfahren überstehen, dann kam der erste Lockdown und jetzt der zweite. Die Hilfen vom Staat sind noch nicht geflossen. Doch Geschäftsführer Dieter Bonk versucht optimistisch zu bleiben. Anfang 2020 sah alles nach einem guten Jahr für das traditionsreiche Familienunternehmen Klinck aus.
TOP HAIR: Wie geht es Ihnen heute und wie geht es dem Unternehmen? Dieter Bonk: Mir persönlich geht es den Umständen entsprechend gut. Persönlich hat mich der Verlust von Wolf-Dieter Klinck sehr getroffen. Der Austausch mit ihm war immer sehr bereichernd. Corona hat sehr viel verändert. Auch wir mussten Kurzarbeit anmelden. Das belastet mich. Unsere Friseure haben durch die Kurzarbeit riesige finanzielle Herausforderungen zu bestehen. Aus unternehmerischer Sicht dürfen wir allerdings nicht nochmals in Schieflage geraten. Die Krise kostet uns sehr viel Geld und wir erhalten keinerlei Unterstützung in Form von Zuschüssen, da wir ja gerade erst aus der Insolvenz kommen. So müssen wir uns mit eigenen Mitteln über Wasser halten. Ohne den Familienverbund Klinck und deren Bürgschaften wären wir nach der Insolvenz nicht über die Runden gekommen.
TOP HAIR: Wie sieht das heute, nach dem Shutdown, aber immer noch unter Corona-Einschränkungen aus? Müssen weitere Standorte geschlossen werden, um den Erfolg von 2019 nicht zu gefährden? Dieter Bonk: Ein klares Nein! Die Standorte, die wir haben, bleiben erhalten. Da haben wir ein bisschen Glück im Unglück: Durch die Insolvenz haben wir keine Leichen mehr im Keller, wacklige Standorte habe ich gar nicht. Ich erhalte derzeit sogar Angebote, Geschäfte zu übernehmen. Und ich fange ernsthaft an zu überlegen, diese Option den Eigentümern vorzustellen. Das Schöne ist, dass Klinck ein solides Familienunternehmen ist.
Der Betrieb kann mit 530 Beschäftigten in 66 Salons in sieben Bundesländern fortgesetzt werden. Umgesetzt wurde das Restrukturierungskonzept mit dem Branchenkenner Dieter Bonk. Mit ihm seien seit Februar 2019 umfangreiche operative Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden. So wurden etwa 30 Prozent nicht rentable Salons geschlossen und Verwaltungskosten reduziert.
„Die Friseur Klinck GmbH ist für die Zukunft gut aufgestellt. Wir haben viele tolle und treue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit denen wir es geschafft haben, die Insolvenz zu bewältigen. Jetzt geht es mit voller Kraft voraus. Wir werden mit vielen neuen Ideen die Kunden überraschen und hoffentlich auch begeistern. Der Relaunch der Hauptmarke „Klinck Dein Friseur“ ist schon in der Umsetzung.
Der Grundstein für die heutige Friseur Klinck GmbH wurde 1928 vom Friseurmeister Wilhelm Klinck mit der Eröffnung des ersten Salons in Kiel gelegt. Sein Sohn Wolf-Dieter Klinck und seine Ehefrau Bärbel haben Friseur Klinck über viele Jahre auf- und ausgebaut. Heute wird der Betrieb von ihren Töchtern Monika und Susanne Klinck als Geschäftsführerinnen geleitet.
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Daten zur Insolvenz und Sanierung von Friseur Klinck zusammenfasst:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 28.11.2018 | Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens |
| 01.02.2019 | Eröffnung des Insolvenzverfahrens |
| Februar 2019 | Dieter Bonk verstärkt die Geschäftsleitung |
| 01.03.2020 | Dieter Bonk wird alleiniger Geschäftsführer |
tags: #Friseur #Klinck #Insolvenzverfahren
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