Friseurkamm und Schere: Bedeutung und Geschichte eines Handwerks

Der Friseurberuf hat eine lange und traditionsreiche Geschichte. Von den ersten Formen der Haarpflege in der Steinzeit bis zu den modernen Salons von heute hat sich viel verändert. Doch die grundlegenden Werkzeuge - Kamm und Schere - sind geblieben. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung dieser Werkzeuge, die Geschichte des Friseurberufs und die Entwicklung des Handwerks im Laufe der Zeit.

Die Geschichte des Friseurberufs

Archäologische Funde legen nahe, dass bereits unsere frühen Ahnen in der Steinzeit erste Formen der Haarpflege betrieben. Zum Kürzen der Haare benutzten sie kleine Klingen aus Feuerstein. Der Friseurberuf hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt. Hier ein kurzer Überblick über die Entwicklung:

  • Der Friseur im 16. Jahrhundert
  • Der Friseur im 17. Jahrhundert
  • Der Friseur im 18. Jahrhundert
  • Der Friseur im 19. Jahrhundert
  • Der Friseur im 20. Jahrhundert

Ausbildung zum Friseur

Friseur ist ein 3-jähriger anerkannter handwerklicher Ausbildungsberuf. Die Ausbildung erfolgt im dualen System, d.h. im Wechsel zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Bei besonders guten Ausbildungsergebnissen besteht in Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, die Lehrzeit um ein halbes Jahr zu verkürzen. Um einen eigenen Friseursalon zu eröffnen, ist eine Meisterprüfung erforderlich.

Anforderungen an den Friseur

Der angehende Herrenfriseur lernt zunächst das Einseifen und das sichere und saubere Rasieren, dann das Haarwaschen und das Kinderhaarschneiden, die verschiedenen Formen der Haarschnitte (die auch mehr und mehr der Mode unterworfen sind). Weiter muss er sich dem Schneiden von Schnurrbärten widmen, Wasser- und Föhnwellen legen, Kompressen und Frictions ausführen, dann aber auch sich in der Haar- und Gesichtspflege auskennen.

Eine leichte und sichere Hand, geschmeidige und flinke Bewegungen, gesunde Füße und Beine, im weiteren höfliches Benehmen und Taktgefühl und Freude am Umgang mit Menschen sind die grundlegenden Anforderungen, die an den Friseur gestellt werden. Speziell für den Damenfriseur (zum Teil auch für den Herrenfriseur) sind Schönheitssinn, Geschmack und Gefühl für Formen und das Zusammenwirken von Farben, Frisuren und Gesichtern sehr wichtig.

Schnitttechniken und Scherentypen - Wie Du was erreichst

Die Bedeutung der Schere

Die Schere ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Friseurs. Doch welche Schere ist die richtige? Keine Frage wird öfter gestellt, keine Frage ist schwieriger zu beantworten... Die Ansprüche jeden einzelnen Friseurs sind unterschiedlich. Dazu sind die entscheidenden Qualitätskriterien einer Haarschere (Schärfe, Langlebigkeit, Justierung der Klingen) nicht in eindeutigen Maßeinheiten messbar. Hinzu kommt das Problem, dass für einen Friseur zum Zeitpunkt des Kaufes, die Langlebigkeit einer Haarschere (wie lange bleibt eine Schere scharf) nicht ersichtlich ist.

Das Preisspektrum für Haarscheren ist extrem weit, die billigsten Scheren sind ab ca. Typ 1: Anfänger (in den ersten beiden Lehrjahren) Empfehlung einer Schere im Wert zwischen € 50,- und € 100,-. Typ 2: Fortgeschrittener (ab dem 3.

Qualitätsmerkmale einer Haarschere

  • Material: Die Joewell Edelstahlscheren haben einen Rockwell-Wert von ca. 62-63. Bei Cobalt Scheren liegt der Wert bei ca.
  • Schliff: Alle Joewell und e-kwip Scheren sind ungezahnt und geeignet zum Slicen. Allerdings kann man mit gezahnten Scheren nicht slicen.
  • Justierung: Das neben Material und Schliff entscheidende Kriterium für die Qualität einer Schere ist deren Verarbeitung bzw. (sonst schiebt eine Schere oder knickt das Haar ab).
  • Ergonomie: Die ergonomische Griffstellung ermöglicht eine wesentlich entspanntere Handhaltung. Erwiesenermaßen werden Gelenke und Muskulatur geschont.

Der Semi-Offset-Griff zeichnet sich durch nur leicht versetzte Scherenaugen aus. Die Schneiden werden geschont und bleiben noch länger scharf. gleichzeitig besserer Kraftübertragung. Muskulatur und Sehnen schont. weil sie jahrelang bestens damit zurechtgekommen sind. Der natürliche Bewegungablauf des Daumens wird durch den beweglichen Daumenring unterstützt.

Umgang mit der Schere

Oftmals reklamiert der Friseur, dass eine Modellierschere "reißt". geschlossenen Zustand im falschen Winkel aus dem Haar gezogen wird. Bei Modellierscheren ist darauf zu achten, dass die individuell regulierbaren Schrauben nicht zu locker eingestellt werden. verkanten (insbesondere dann, wenn der Friseur großen Druck auf die Klingen ausübt). Konturen, gerade um das Ohr herum, lassen sich angenehm leicht schneiden. Die gebogene Form der Schere erleichtert dem Handgelenk die Slicing-Bewegung. Man kann mit der Schere nun gerade ins Haar hinein gehen. Die neue Allround-Technik! Pointen, Slicen, Fransen oder Graduieren! einem Werkzeug.

Pflege der Schere

  • In der Regel muss die Schraube nur einige Millimeter gedreht werden.
  • Die Schere sollte nicht gelockert werden.
  • Die Scherenblätter sind nicht gerade, sondern etwas konvex.
  • Die Scheren dürfen nicht fallen gelassen werden.
## Das Friseurhandwerk heute

Während der Friseurberuf ursprünglich von Männern geprägt und ausgeübt wurde, entwickelte er sich im 20. Jahrhundert zu einer klassischen Frauendomäne. Der Frauenanteil hinsichtlich Ausbildung und Berufsausübung lag 2010 in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei ˜93%. Wohl deshalb war - wie bei Frauenberufen leider lange üblich - die Entlohnung entsprechend gering (z.B. noch 2007 in Sachsen nur 4 bis 6 Euro / Stunde).

Ein Friseurbesuch bedeutet der weiblichen Psyche viel. Denn Haare stehen für Vitalität und Weiblichkeit und haben von jeher eine große Wirkung auf das männliche Geschlecht: Wo Loreley auf dem Felsen am Rhein einst singend mit goldnem Kamme ihr goldnes Haar kämmte, zog sie die Schiffer ins Verderben. Haare fallen auf und können in Form von Frisuren am leichtesten gestaltet und verändert werden. Und während der Friseur sein Handwerk fachkundig mit Schere, Kamm, Glätteisen und Fön ausübt, plaudert er mit seinen Kundinnen über dies und das, nicht selten über das Wetter.

Soziale Verantwortung

Um so wichtiger sind Menschen, die sich die Zeit nehmen, anderen ehrenamtlich zu helfen. Das machen zum Beispiel die Barber Angels, die als Mitglieder des freiwilligen Vereins Barber Angels Brotherhood e. V. europaweit im Einsatz sind und obdachlosen, sowie bedürftigen Menschen einen kostenlosen Haarschnitt schenken. Der Gang zum Friseur mag für viele Menschen selbstverständlich sein, aber für viele andere bedeutet diese Geste viel mehr.

Die Gruppe an Friseuren und freiwilligen Helfern gibt ihnen ein neues Aussehen, Würde und die Kraft, ein neues Leben zu beginnen, wie Mike uns erklärt hat. Er ist einer der vielen Bedürftigen, die auch dank der Unterstützung der Barber Angels versuchen, ihren Weg zurück ins Leben zu finden.

## Redewendungen rund um Kamm und Schere

Wer alle oder alles über einen Kamm schert, der wirft quasi alles und jeden in einen Topf und kümmert sich nicht um irgendwelche Unterschiede. Dabei ist es doch gerade die bunte Vielfalt, die das Leben oft so reizvoll macht!

In früheren Zeiten galt: Wer mit geschorenem Kopf daherkam, war ein Verbrecher! Denn der Kopf wurde geschoren, um die Schande des Übeltäters für die ganze Welt sichtbar zu machen. Und wenn jemand einfach nur an Haarausfall litt, war klar, dass auch dieser arme Tropf etwas Schlimmes begangen haben musste und er wurde - oft zu Unrecht - ebenfalls als Verbrecher abgestempelt.

Doch auch die Barbiere, die früheren Herrenfriseure, trugen zu dieser Redewendung bei, wenn sie der Haarpracht den Garaus machten. Denn oft wurde dabei Haupt- und Barthaar über ein und denselben Kamm geschoren - was wohl zu unerfreulichen Ergebnissen führte. Schließlich möchte seidenes Kopfhaar ganz anders behandelt werden als grobe Bartstoppeln. Zum Glück geht man da heute differenzierter vor!

tags: #friseur #kamm #und #schere #bedeutung

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