Natürliche Haarfärbung mit Henna: Anwendung, Vorteile und Tipps

Die ersten grauen Haare werden von den meisten Frauen gelassen hingenommen - zumindest solange sie nur vereinzelt auftreten. Zeigt sich jedoch erst einmal ein grauer Ansatz, greifen viele zur Haarfärbung. Hier erfahren Sie alles über die natürliche Alternative mit Henna und Pflanzenhaarfarben.

Was ist Henna?

Henna ist ein natürliches Färbemittel, das seit Jahrhunderten für die Haarfärbung und Körperkunst verwendet wird. Es wird aus den getrockneten und gemahlenen Blättern der Henna-Pflanze (Lawsonia inermis) gewonnen und hat in vielen Kulturen eine lange Tradition. Henna hat seine Wurzeln in den alten Zivilisationen Nordafrikas, des Nahen Ostens und Südasiens. Es wurde sowohl für kosmetische als auch für religiöse Zwecke verwendet. In vielen Kulturen, besonders in Indien und dem Nahen Osten, spielt Henna eine bedeutende Rolle bei Feierlichkeiten und Ritualen.

Wie funktioniert Henna?

Henna enthält einen natürlichen Farbstoff namens Lawsone, der sich an die Proteine im Haar bindet und so eine permanente Färbung ermöglicht.

Anwendung von Henna

  1. Mischen des Pulvers: Henna-Pulver wird mit einer sauren Flüssigkeit wie Zitronensaft oder Essig gemischt, um die Freisetzung des Farbstoffs zu fördern.
  2. Vorbereitung des Haares: Das Haar sollte sauber und trocken sein. Shampoos und Haarwäschen mit Silikonen legen sich wie eine Schicht um dein Haar und verhindern, dass das Henna die Haare färbt. Bevor du also vorhast, deine Haare mit Henna zu färben, verzichte bereits mehrere Wochen vorher auf derartige Shampoos und Conditioner.
  3. Anwendung: Die Henna-Paste wird großzügig auf das Haar aufgetragen, beginnend an den Wurzeln und bis zu den Spitzen.
  4. Einwirkzeit: Henna sollte mindestens 2 bis 4 Stunden einwirken, je nach gewünschter Farbintensität.
  5. Auswaschen: Die Henna-Paste wird gründlich mit Wasser ausgewaschen, bis das Wasser klar ist. Danach wäschst du deine Haare mit einem Conditioner (silikonfrei), spülst erneut mit klarem, kalten Wasser nach und verwendest zum Auswringen am besten ein altes Handtuch, da deine Haare noch etwas färben könnten. Eine richtige Haarwäsche mit Shampoo kannst du ab dem darauffolgenden Tag durchführen.

Tipp: Damit die Paste warm bleibt, kannst du die Schüssel mit dem angerührten Henna in ein heißes Wasserbad stellen.

Vorteile von Henna

  • Henna bietet eine natürliche Alternative zu chemischen Haarfärbemitteln.
  • Henna hat pflegende Eigenschaften, die das Haar stärken und ihm Glanz verleihen.
  • Henna liefert eine lang anhaltende Farbe, die nicht so leicht verblasst wie viele chemische Farbstoffe.
  • Henna ist vegan.

Nachteile von Henna

  • Henna bietet hauptsächlich rotbraune Töne und ist nicht geeignet, um dramatische Farbänderungen wie Blondierung oder sehr dunkle Töne zu erreichen.
  • Die Anwendung von Henna kann zeitaufwändig und unordentlich sein.
  • Je nach Haartyp und -struktur können die Ergebnisse variieren.
  • Henna kann das Haar austrocknen, daher ist es wichtig, das Haar regelmäßig zu befeuchten.

Pflanzenhaarfarben als Alternative

Eine Lösung für dieses Problem hat die Waschbär-Online-Marketing-Managerin Sandra für sich entdeckt: Pflanzenhaarfarben. Sie hat sich vor rund sieben Jahren entschieden, noch nicht mit grauen Haaren zu leben und färbt ihr Haar alle ein bis zwei Wochen zu Hause. Bei der Erfahrung kennt sie die entscheidenden Tricks, auf die es bei der Anwendung von Pflanzenhaarfarben für ein gelungenes Ergebnis ankommt.

Für die Naturhaarfarbe habe ich mich entschieden, weil ich eine sehr empfindliche Kopfhaut habe. Anfangs habe ich chemische Haarfarben eingesetzt, aber die haben zu Hautreizungen geführt. Ich nehme inzwischen Pflanzenhaarfarbe in Dunkelbraun. Das Farbergebnis ist einfach überzeugend und meiner natürlichen Haarfarbe sehr ähnlich. Es deckt meine grauen Ansätze sehr gut ab. Meine Kopfhaut ist in keiner Weise gereizt, denn die Pflanzenhaarfarben kommen ganz ohne Konservierungsmittel und Peroxide oder andere Zusätze aus.

Ich habe einige Versuche mit Naturhaarfarben gemacht, bis ich das Richtige für mich gefunden habe. Bei vielen Pflanzenhaarfarben ist die Grauabdeckung leider nicht so gut oder die Haare werden vor allem Rot. Ganz generell empfehle ich bei der Anwendung von Pflanzenhaarfarben, nach Anleitung des Herstellers vorzugehen.

Sandras Tipps für die Anwendung von Pflanzenhaarfarben

  1. Schwarztee zum Anrühren: Wenn ich meine Haare färbe, koche ich einen sehr starken Schwarztee zum Anrühren der Farbe. In der Zeit, in der ich meine Haare mit silikonfreiem Shampoo wasche, kann der Tee ziehen und abkühlen. Diese Rezeptur hat mich überzeugt, weil ich damit ein intensives Farbergebnis bekomme.
  2. Metallfreies Zubehör: Ich rühre das Pulver mit dem Tee in einem kleinen Kunststoffbehälter mit dem Färbepinsel an. Die Masse kann auch mit einem metallfreien „Schneebesen“ angerührt werden, damit lässt sich das Pulver leicht und klümpchenfrei verrühren. Einfach der Anleitung folgen, dann gelingt es auch.
  3. Warme Umgebungstemperatur: Wichtig ist, dass die Farbe weder im Gefäß noch auf dem Kopf vollständig abkühlt. Also immer auf eine warme Umgebungstemperatur achten und zügig auftragen.
  4. Kopfhautmassage: Gute Erfahrung habe ich damit gemacht, nach dem Auftragen der Farbe, die Kopfhaut zu massieren.
  5. Gleichmäßige Verteilung: Um sicher zu sein, dass alles gleichmäßig verteilt ist, arbeite ich mit den Fingern nach. Da ich beim Färben immer die mitgelieferten Handschuhe trage, ist das Verteilen mit den Fingern kein Problem.
  6. Wärme während der Einwirkzeit: In dieser Zeitspanne muss man darauf achten, die Haare so zu verpacken, dass es darunter schön warm bleibt. Nur dann kann die Farbe optimal einwirken. Längere Einwirkzeiten machen keinen Sinn.
  7. Nach dem Färben: Nach dem Färben nur mit Wasser, damit die Farbpigmente noch einwirken können. Ja, leider und die Farbe wäscht sich auch schneller raus. Allerdings gibt es dadurch sanftere Übergänge.

Ich färbe meinen Haaransatz alle 1 bis 2 Wochen, das ist für mich zur Routine geworden. Die Vorteile von Pflanzenhaarfarben überwiegen für mich deutlich.

7 Fakten über Henna / Pflanzenhaarfarbe

Weitere Tipps und Informationen

  • Allergien: Auch beim Umgang mit Pflanzenhaarfarben kann es zu Allergien und Unverträglichkeiten kommen.
  • Vorbehandlung: Solltest Du mit einer Nuance gefärbt haben, die Indigo enthält, sollte das Haar nicht chemisch aufgehellt werden, da es zu dauerhaften Verfärbungen kommen kann.
  • Nachbehandlung: Möchtest Du Dein Haar nach der Anwendung von Pflanzenhaarfarbe chemisch in der gleichen Farbtiefe oder dunkler färben, musst Du nichts weiter beachten.

Welche Farbtöne sind möglich?

Radikale Typveränderungen - etwa von schwarzhaarig zu blondem Vamp - sind auf natürlichem Weg nicht zu machen. Auch dunkle Töne von Dunkelbraun bis Schwarz sind mit Bio-Haarfarbe möglich.

Lässt sich chemisch gefärbtes Haar noch natürlich färben?

Ja. "Wenn das nicht möglich wäre, hätten wir so gut wie keine Kundinnen", lacht Naturfriseurin Elvira Hermenau. Denn die meisten ihrer Neukundinnen hätten bislang nur Erfahrung mit synthetischen Haarfarben gemacht. Möglicherweise hält die Pflanzenfarbe anfangs nicht so lange. Daher rät Elvira Hermenau zu zwei bis drei Nachbehandlungen innerhalb einiger Wochen.

Wie oft muss ich nachfärben?

Das kommt auf das jeweilige Haar, den Farbton und die Pflegegewohnheiten an. Je häufiger man mit Pflanzenhaarfarben färbt, desto höher ist die Haltbarkeit. Pflanzenfarben verbinden sich sehr stabil mit dem Haar und sind einige Wochen bis Monate haltbar.

Kosten für das Färben beim Naturfriseur

Beispiel: Bei 'Just Nature' zahlen Kundinnen für die Erstbehandlung mit Pflanzenfarbe mindestens 99 Euro, danach für Haar bis Schulterlänge je 55 bis 75 Euro, bei längerem Haar 65 bis 150 Euro. Zum Vergleich: Konventionelle Friseure in Innenstadtlagen größerer Städte liegen beim Färben mit Oxidationshaarfarben je nach Haarlänge zwischen 40 und 75 Euro; Strähnen werden in der Regel pro Folie berechnet: meist zwischen 2 und 2,50 Euro.

Mit Pflanzenhaarfarben verbinden viele noch immer Öko-Muff und grelles Henna, und graue Haare lassen sich mit natürlichen Pigmenten erst recht nicht abdecken. Oder vielleicht doch? Pflanzenhaarfarben sind wesentlich vielseitiger und modischer als ihr Ruf. "Natürlich gibt es gewisse Limits bei Naturfarben", räumt Elvira Hermenau, Chefin von vier 'Just Nature'-Friseursalons, ein.

Weitere natürliche Pflanzen für Haarfärbemittel

Eine der bekanntesten und meistgenutzten Pflanzen für Haarfärbemittel ist Henna. Darüber hinaus gibt es jedoch noch viele weitere Pflanzen, die in der westlichen Welt für die Herstellung von natürlichen Haarfärbemitteln verwendet werden. Dazu gehören unter anderem Indigo, Kamille, Lote, Sadr, Salbei, Rhabarberwurzel und Vashma.

Tabelle: Vor- und Nachteile von Henna im Vergleich zu chemischen Haarfarben

Merkmal Henna Chemische Haarfarben
Natürlichkeit Natürlich, aus Pflanzen gewonnen Synthetisch, enthält Chemikalien
Haarpflege Pflegend, stärkt das Haar Kann das Haar schädigen
Farbpalette Hauptsächlich rotbraune Töne Breite Farbpalette
Anwendung Zeitaufwändig, kann unordentlich sein Schneller, einfacher
Haltbarkeit Lang anhaltend Variabel

tags: #friseur #henna #farben #anwendung

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen