Die Geschichte der Obermühle in Oberfrohna ist eng mit der Besiedlung und der Nutzung der Wasserkraft in der Region verbunden. Archäologische Funde und historische Dokumente geben Einblicke in die Entwicklung dieser bedeutenden Anlage.
Eine historische Wassermühle.
Beim Bau eines Spielplatzes wurde eine längliche Grube aus Granulit freigelegt. Diese Grube befand sich im östlichen Teil, schräg von der Straße des Friedens her. Darin sah man eine gewölbte Öffnung, ebenfalls aus Steinplatten, die zu einem überdeckten Ziegelgewölbe führte. Diese Grube war die Radstube der ehemaligen Obermühle.
Das Natursteinmauerwerk der Radstube deutet auf eine frühe Bauzeit hin, möglicherweise aus der Besiedlungszeit. Wasserräder wurden bereits seit über 2000 Jahren als Maschinenantrieb genutzt, und dieses Wissen ging auch nach der Römerzeit nicht verloren.
Wasserkraftnutzung galt als Regal der Landesherrschaft, die über die Zuteilung des Standortes entschied und einen jährlichen Wasserzins erhob. Friedrich I. (Barbarossa) festigte 1158 den Mühlenbann oder -zwang, der der Gemeindeherrschaft den Bau einer Mühle gestattete. Die Bauern der Umgebung mussten ihr Getreide ausschließlich in dieser Mühle mahlen lassen und zahlten dafür in Naturprodukten.
Die Mühle war eine wichtige Einrichtung, die nahe dem Ort positioniert wurde, um geringe Transportwege zu gewährleisten. Die Obermühle wurde 1670 als Mahl-, Öl- und Schneidemühle bezeichnet und besaß nur einen Mahlgang. Die anderen Gewerke dürften im 16. Jahrhundert hinzugekommen sein.
Die Radstube ermöglichte einen Wasserraddurchmesser von bis zu 4,5 Metern bei einer Breite von etwa 0,9 Metern. Die Wasserkraft eines Rades beruht auf dem Füllen der Kammern im äußeren Umfang. Ein größerer Raddurchmesser und eine schnelle Füllung der Kammern erhöhen die Kraft der Wirkung. Oberschlächtige Wasserräder boten die beste Energieeffizienz.
Die Wasserentnahme erfolgte leicht oberhalb der späteren Bergstraße. Der Graben zur Obermühle verlief zwischen Bach und der heutigen Frohnbachstraße. Der Verlauf entlang des Hanges des Bachtales führte zu einem Standort, der für eine Mühle günstig war.
Der Frohnbach lieferte ausreichend Wasser für die Mühle. Schutzteiche dienten dazu, Wasser zu sammeln, da nachts, sonn- und feiertags Betriebsruhe herrschte. Die Mühlen im Frohnbachtal nutzten das Wasser aus dem großen Teich des Gasthofs Rautenkranz.
Die Obermühle und die Käfersteinmühle besaßen zusätzlich einen Schutzteich neben ihren Betrieben. Das Mühlengut umfasste Wirtschaftsland, und ablaufende Niederschläge wurden durch Hanggräben gesammelt und einem weiteren Teich zugeführt.
Handschuhfabrikant Rätzer erwarb den Standort wegen der Wasserkraft. Ein eisernes Wasserrad trieb den werkseigenen Stromgenerator und Maschinen für die Handschuhfertigung an. Ablaufendes Wasser floss in einer Röhre zurück zum Frohnbach.
Der Schutzteich wurde von Heinrich Rätzer massiv ausgebaut und hatte eine Fläche von etwa 1800 m². Die Firma Rätzer ersetzte den Oblauf zur Fabrik durch eine Zementrohrschleuse.
Die Firma benötigte sauberes Wasser für die Heizung und Waschgelegenheiten. Zur Stabilität des Energiebedarfs besaß die Firma noch eine kleinere Dampfmaschine. Das Oberfrohnaer Gemeindewasserwerk gab es noch nicht, daher musste die Firma Rätzer eigene Möglichkeiten der Wassergewinnung finden.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Radstube | Fundament der ehemaligen Obermühle |
| Wasserraddurchmesser | Bis zu 4,5 Meter |
| Nutzung | Mahl-, Öl- und Schneidemühle, später Handschuhfabrik |
| Schutzteich Fläche | Etwa 1800 m² |
Karte der Region Chemnitz, in der Oberfrohna liegt.
In Oberfrohna gab es verschiedene Innungen, darunter die Friseur-Innung. Archivalien belegen die Existenz von Statuten und Satzungen der Freien Friseur-Innung aus den Jahren 1925 und 1929.
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