Friseurscheren: Arten, Merkmale und Anwendungen

Haarschneidescheren sind das wichtigste Werkzeug des Friseurs. Mit ihnen kreieren Stylisten Fransen, Stufen, Volumen oder dünneres Haar. Die Haarschneideschere ist ein Tool für höchste Präzision, das High-End optimiert ist.

Heutzutage sind Scheren wahre High-Tech-Produkte: Rostfreier (meist japanischer) Stahl, rasiermesserscharfe Klingen, ergonomische Formen für eine schonende Handhabung, Handfertigung und mehr als 100 Produktionsschritte. All das macht die moderne Friseurschere zu einem Werkzeug der Extraklasse.

Doch was macht eine gute Haarschneideschere aus und welche Haarschneideschere ist die beste? Welche Friseurscheren gibt es? Friseur*innen verwenden für ihr kunstvolles Handwerk natürlich nicht irgendeine Schere. Je nach gewünschtem Style und Effekt hat der Profi Werkzeug parat.

Hier ist ein Überblick über die verschiedenen Arten von Friseurscheren und ihre spezifischen Eigenschaften.

Arten von Haarschneidescheren

Neben der klassischen Haarschneideschere unterscheidet man zwischen Effilier-, Modellier- und Slice-Scheren.

Grundsätzlich unterscheidet man vier Arten: Friseurscheren mit Mikroverzahnung, Slice-Scheren, Modellierscheren und Effilierscheren.

Links: Effilierschere. Rechts: Klassische Haarschneideschere

Klassische Haarschneideschere

Die klassische Haarschneideschere findet sich in jedem Salon. Die Friseurschere hat glatte, scharfkantige Scherenklingen, die einen „glatten Schnitt“ vollbringen.

Für Anfänger*innen sowie für den Privatgebrauch eignet sich am besten eine verzahnte Haarschere. Dabei sind die Schneiden zwar extrem scharf, besitzen aber eine sogenannte Mikroverzahnung. Dabei handelt es sich um winzige Einkerbungen, durch die die Haarsträhne gehalten wird und somit beim Schneiden nicht verrutscht. Es gibt sowohl einseitige als auch beidseitig verzahnte Scheren.

Effilierschere

Die Effilierschere kommt beim Ausdünnen zum Einsatz. Sie hat eine unterbrochene Schneidefläche (Zähne), mit der sie nicht alle Haare erfasst (in etwa 1/3). Beim Effilieren (oder auch Ausdünnen genannt) bleibt die Haarlänge unverändert, es werden nur einzelne Strähnen gekürzt. Dadurch werden einzelne Partien betont und das Haar „ausgedünnt".

Effilierscheren kommen bei sehr dicken und voluminösen Haaren zum Einsatz, um der Frisur mehr Form zu verleihen oder gewünschte Partien zu betonen.

Effilierscheren ähneln vom Gebrauch her der Modellierschere. Statt einer einseitigen Verzahnung findet man die Zähne aber auf beiden Klingen. Dadurch werden mit der Effilierschere noch weniger Haare (nur etwa ein Drittel) erfasst, womit sich hervorragend Stufenschnitte zaubern lassen. Dünnem Haar wird durch die Effilierschere mehr Volumen gegeben, während volles Haar leichter erscheint.

Diese Schere hat auf beiden Seiten gezahnte Klingen. Sie dient dazu, das Haar zu verdünnen und Textur hinzuzufügen, indem sie etwa 10-30% der Haare pro Schnitt entfernt. Beide Scheren sind ideal für verschiedene Schnitttechniken und Textur-Effekte.

Modellierschere

Die Modellierschere ist der Effilierschere sehr ähnlich. Jedoch ist nur ein Schneideblatt gezahnt. Diese Schere erfasst daher mehr Haare als die Effilierschere, in etwa die Hälfte. Der Stylist verwendet die Modellierschere gleich wie die Effilierschere, um entweder Volumen zu mindern oder einzelne Strähnen besser zu betonen.

Wie der Name vermuten lässt, eignet sich die Modellierschere zum Modellieren der Haare. Durch eine einseitige, grobe Zahnung wird nur etwa die Hälfte der Haare einer Strähne erfasst. Dadurch ist diese Variante auch zum Ausdünnen dicker Haare und für das Schneiden von Übergängen geeignet. Der Gebrauch einer Modellierschere erfordert jedoch Übung, weshalb sie für den Haarschnitt zuhause eher ungeeignet ist.

Diese Friseurschere hat auf einer Klinge Zähne und auf der anderen eine glatte Klinge. Sie wird verwendet, um Volumen zu reduzieren und weiche Übergänge zu schaffen, indem sie etwa 40-50% der Haare pro Schnitt entfernt. Sie sind ideal, um fließende und natürliche Übergänge im Haar zu erzielen.

Modellierscheren haben normalerweise Zähne oder Kerben auf einer Seite, während die andere Seite eine glatte Klinge hat. Sie eignen sich hervorragend für die Texturierung und verleihen dem Haar mehr Volumen.

FAQ Modellierscheren: Der Unterschied zwischen einer Modellierschere und einer Effilierschere liegt in ihrer Funktionsweise und Anwendung:

Slice Schere

Slice Scheren sind hohl geschliffen und daher besonders scharf. Sie kommen beim Slicen zum Einsatz. Bei dieser Haarschneidetechnik wird das Haar nicht mit den Schneidblättern geschnitten, sondern die Schneidefläche an den Haaren heruntergezogen. Damit die Haare nicht abgerissen werden, benötigt die Slice Schere eben einen sehr scharfen Schliff.

Profis nutzen zum Schneiden gern eine Slice-Schere. Sie besitzt polierte, glatte Klingen ohne Verzahnung. Diese Friseurschere wird zum Gleitschneiden verwendet, also für den Slice Cut. Dabei wird die Schere nicht wie üblich auf und zu gemacht, sondern leicht geöffnet durch das Haar gezogen. Damit sind sehr genaue Kanten möglich. Jedoch birgt die Slice-Schere auch die Gefahr, dass die Haare auf den glatten Klingen verrutschen.

Materialien und Technologien

Die Qualität des Materials und die angewandten Technologien spielen eine entscheidende Rolle für die Leistung und Langlebigkeit einer Friseurschere. Hier sind einige wichtige Aspekte:

  • Nano Powder Metal®: Dieser Stahl wird aus einem feinen Pulver auf Nanoebene hergestellt und bei extrem hoher Temperatur und hohem Druck gehärtet.
  • DAMA® (Powder Damascus Alloy): Wird aus zwei verschiedenen Arten von feinen Pulvern hergestellt und in eine Form mit sehr hoher Dichte gegossen.
  • EXTRAMARISE®: Eine patentierte Wärmebehandlung, die die besonderen Qualitäten der seltenen Metalle maximiert.
  • Hohlschliff: Eine spezielle Schleiftechnik, die eine konkave Form auf der Innenseite der Scherenklinge erzeugt, um die Haare sicher zu halten und den Widerstand zu reduzieren.

Weitere wichtige Merkmale

Neben den verschiedenen Arten und Materialien gibt es weitere Merkmale, die eine gute Friseurschere ausmachen:

  • Form: Classic, Chiro, Offset und Crane.
  • Schneideblätter: Konvex oder konkav, mit feiner Zahnung, glattem Blatt oder Tulip Form.
  • Schliff: Hamaguri, europäischer Standardschliff, Konvexschliff, Mikroverzahnungsschliff, Semi-Convex Schliff.
  • Scherenauge: Fixes oder bewegliches Scherenauge.
  • Fingerhaken: Fixe oder abnehmbare Fingerhaken.
  • Schraubsystem: Individuell und leicht einstellbar.

Pflege der Friseurschere

Damit die Schere lange gute Arbeit leisten kann, ist die richtige Pflege wichtig:

  • Regelmäßiges Reinigen, Trocknen und Ölen
  • Prüfung der Spannung
  • Vermeidung von Kontakt mit Desinfektionsmitteln, Dauerwell- und Färbeflüssigkeiten

Schritt 7: Stelle die Schraube nach Ihrem Geschmack ein.Schritt 9: Gebe einen Tropfen des Öls unter und über die Einstellschraube. Das war’s!

Die Friseurschere ist ein handgefertigtes Meisterstück, das regelmäßig gereinigt, getrocknet und geölt werden muss. Einmal täglich sollte die Spannung geprüft werden und einmal pro Monat die Schärfe. Man sollte nur sauberes Haar schneiden und den Kontakt mit Desinfektionsmitteln, Dauerwell- und Färbeflüssigkeiten vermeiden. Die Schere soll locker gehalten werden und der Daumen wird nicht komplett durch das Daumenauge gesteckt. Zeige- und Mittelfinger werden leicht auf das Griffteil des oberen Becks gelegt. Der kleine Finger wird auf den Fingerhaken gelegt. Bewegt wird die Schere nur mit dem Daumen, alle anderen Finger bewegen sich nicht.

Nach der Verwendung reicht es, die Schere kurz unter lauwarmem Wasser zu reinigen. Trockne sie mit einem Tuch ab und lass sie in geöffnetem Zustand weitertrocknen.

Einstellen der Haarschere - So einfach geht´s!

Bekannte Marken

Viele Friseure greifen auf hochwertige Profi-Scheren zurück, die perfekt in der Hand liegen, aus rostfreiem Stahl sind und präzise Arbeit durch rasiermesserscharfe Klingen ermöglichen. Zu den beliebtesten und am meisten gekauften Friseurscheren gehören:

  • Jaguar Scheren: Gefertigt in Solingen, bekannt für langanhaltende Schärfe und wunderschönes Design.
  • Tondeo Scheren: Von günstigen Modellen für Anfänger bis hin zu edlen Scheren für Top-Stylisten.
  • Olivia Garden Scheren: Handgefertigt aus japanischem Stahl, zeichnen sie sich durch robuste und langlebige Klingen aus.
  • Nikarma Scheren: Werden aus japanischem Stahl gefertigt und einem enormen Härte- und Schärfeverfahren unterzogen.
  • Hinshitsu Scheren: Aus japanischem Stahl, haben einen konvexen Schliff und sind scharf wie Rasierklingen.

tags: #friseur #schere #arten

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