Friseur Ausbildung: Voraussetzungen und Inhalte

Nach einem Friseurbesuch fühlen sich viele Leute direkt wie neugeboren. Friseurinnen und Friseure zaubern dir nämlich nicht nur deine Wunschfrisur, sondern schaffen auch ein Wohlfühlerlebnis. Der Friseurberuf ist spannend und vielseitig.

Kundenbetreuung, Beratung, Schnitt, Styling, Form- und Farbveränderung, Make-up, pflegende Kosmetik, Nageldesign, Rasur und Bartpflege sind Inhalte der Berufsausbildung.

Ausbildung zum/zur Friseur/in | Digitaler Berufsinfomarkt 2021

Es erwartet dich ein Beruf mit festen Arbeitszeiten, die du mit verschiedenen, abwechslungsreichen Aufgaben verbringst. Dein Gehalt kannst du im Laufe deiner Ausbildung und deines beruflichen Werdegangs auf verschiedene Arten steigern - denn es gibt gute Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten.

Styling, Trends und Mode sind Deine Leidenschaft? Kreativität ist Dein zweiter Vorname und reden kannst du auch? Na dann ist doch klar, dass dieser Beruf der Richtige für Dich ist!

Du lernst diverse Haarschnitte, Umform- und Färbetechniken kennen, erfährst alles über die unterschiedlichsten Stylingtricks und welche Formen und Farben zu welchem Typ passen.

Neben der optischen Veränderung sorgen Sie auch dafür, dass der Friseurbesuch zum Erlebnis wird und Entspannung bringt. Mit handwerklichem Geschick, Wissen um modische Trends und unter Berücksichtigung der individuellen Kundenwünsche erschaffen Friseure als Experten für „Colour, Cut and Style“ den perfekten Look.

Voraussetzungen für die Friseur Ausbildung

Grundsätzlich kannst du die Ausbildung zum Friseur mit jedem Schulabschluss machen. Die meisten Bewerberinnen und Bewerber haben aber einen Hauptschulabschluss - es gibt sogar Azubis, die keinen Schulabschluss haben und trotzdem eine Friseur-Ausbildung beginnen.

Es gibt keine rechtlichen Vorgaben als Voraussetzung für die Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses im Friseurberuf.

Für eine Ausbildung zum Friseur oder zur Friseurin solltest du vor allem kreativ und handwerklich geschickt sein. Da du täglich mit Kunden arbeitest, sind Freundlichkeit, Kommunikationsfähigkeiten und Geduld besonders wichtig.

Du solltest außerdem ein gutes Gespür für aktuelle Trends und modische Entwicklungen haben, um deine Kunden typgerecht beraten zu können. Auch körperliche Ausdauer ist von Vorteil, da du oft lange im Stehen arbeitest.

Friseure beraten ihre Kundinnen und Kunden individuell und achten dabei genau auf den Typ, das Alter und die Gesichtsform.

Neben handwerklichem Geschick solltest du als Friseurin oder Friseur kreativ sein und ein Gespür für Mode und Stil haben.

Außer dem Fachwissen muss auch Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Belange der Kunden mitgebracht werden.

Wer gern mit Menschen umgeht, Kreativität und Fingerspitzengefühl besitzt, hat gute Chancen als erfolgreicher Friseur zu arbeiten oder den Meistertitel zu erwerben und einen eigenen Salon zu eröffnen.

Am wichtigsten ist, dass du die passenden Stärken mitbringst. Angehende Friseure sollten kreativ sein und gestalterische Fähigkeiten haben. Genauso wichtig ist es, dass du deine Arbeit zielstrebig durchführst, auch wenn sie mal beschwerlich ist.

Besonders gute Chancen auf eine freie Stelle hast du mit guten Noten in den Fächern Deutsch, Kunst und Chemie. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss.

Hier sind einige Schulfächer und die Gründe, warum gute Kenntnisse darin nützlich sind:

  • Deutsch: Beim Umgang mit dem Kunden sind ein guter Ausdruck und Sicherheit in der deutschen Sprache sehr wichtig.
  • Chemie: Friseure sollten chemische Prozesse verstehen können, denn sie müssen Färbe- und Tönungsmittel anmischen und anwenden.
  • Künstler: Du bist kreativ und hast Spaß an Styling und Make-up.

Ablauf und Inhalte der Friseur Ausbildung

Die Ausbildung zum Friseur dauert drei Jahre. Die Ausbildung zum Friseur oder zur Friseurin verläuft dual. Auszubildende besuchen - wie für duale Ausbildungen typisch - an festen Tagen in der Woche oder im Block die Berufsschule.

Deine Ausbildung als Friseur/in ist auf drei Jahre ausgelegt. Du absolvierst sie dual, das heißt, dass du zum einen praktische Erfahrungen in dem Friseurbetrieb deiner Wahl machst, zum anderen theoretisches Wissen rund um deinen Traumberuf an einer Berufsschule sammelst.

Der theoretische Teil der Ausbildung findet in der Berufsschule statt. Dort lernen sie etwa verschiedene Schnitttechniken oder auch kaufmännische Aspekte der Buchhaltung, um zu erfahren, wie man einen eigenen Laden führt.

Im Ausbildungsbetrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Friseur und übernimmst konkrete Aufgaben.

Im Betrieb lernst du Haare mit unterschiedlichen Techniken zu schneiden, Dauerwellen zu legen, Frisuren zu gestalten oder Haarteile einzuarbeiten. Zusätzlich erhältst du Grundwissen, um kosmetische Hautbehandlungen und Nagelpflege durchzuführen.

Konkret lernst du neben der Auswahl und richtigen Handhabung von Werkzeugen wie Schere, Kamm und Föhn auch, wie du auf Kundenwünsche eingehst und sie entsprechend ihrer Vorstellungen berätst.

Viele Kunden wissen oft nicht, was für eine Frisur sie wollen, und vertrauen hier auf dein geschultes und stilsicheres Auge.

Bei deiner Ausbildung als Friseur/in hantierst du fast täglich mit chemischen Stoffen zum Blondieren und Färben von Haaren oder Haarteilen. Da der direkte Kontakt zur Haut schädlich sein kann, lernst du zudem wie du richtig mit diesen Substanzen umgehst.

Der Friseurberuf ist sehr vielseitig, deshalb lernen Auszubildende in der Berufsschule das grundlegende Know-how für die kreative Arbeit im Friseurhandwerk - von Haar- und Kopfhautpflege über Stilberatung bis hin zur betrieblichen Organisation.

Im ersten Abschnitt der dualen Ausbildung - also dem ersten bis 18. Monat - lernen die Auszubildenden im praktischen Teil vor allem das Kundenmanagement und die klassischen Friseurdienstleistungen kennen. Dabei setzen sie das theoretische Wissen aus der Berufsschule direkt in die Praxis um. Außerdem erhalten sie bereits erste Einblicke in die Organisation des Betriebes.

Der zweite Ausbildungsabschnitt dient dazu, die Kenntnisse und Abläufe aus dem ersten Ausbildungsjahr zu vertiefen und zu festigen. Außerdem erfährst du etwas über das Marketing - wie du den Friseursalon am besten nach außen präsentierst und besonders viele Kunden anlockst.

Hinzu kommen die Inhalte der gewählten Spezialisierung, wie zum Beispiel die Nagelmodellage oder die Kosmetik.

Der Schutz der Haut und der Atemwege sowie die Einhaltung von Hygienestandards sind für die Gesundheit und Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern von größter Bedeutung. Die Auszubildenden werden in Qualitätssicherung und Hygienemaßnahmen geschult.

Das Arbeiten im Team und der Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen sind weitere wichtige Aspekte der Ausbildung. Die Auszubildenden lernen, effektiv mit Kollegen zu kommunizieren und moderne Technologien für die Terminplanung und Kundenverwaltung zu nutzen.

Marketing, Werbung, Präsentation und Preisgestaltung sind entscheidend, um Kunden anzuziehen und zu halten. Die Auszubildenden entwickeln Fähigkeiten in der Kundenbindung und lernen, wie man effektive Marketingstrategien anwendet.

Schließlich erhalten die Auszubildenden auch Einblicke in globale Wirtschaftstrends und deren Auswirkungen auf persönliche Finanzen, was ihnen hilft, den größeren wirtschaftlichen Kontext ihres Berufs zu verstehen.

Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen.

Im zweiten Ausbildungsjahr legst du den ersten Teil deiner Gesellenprüfung ab. Am Ende der Ausbildung wartet Teil 2 der Gesellenprüfung auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Friseur bzw.

Inhalte der Ausbildung im Überblick

Die Ausbildung zum Friseur umfasst ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Wissen, das für die professionelle Haar- und Schönheitspflege erforderlich ist.

Ein wesentlicher Teil der Ausbildung ist das Kundenmanagement, einschließlich des kunden- und dienstleistungsorientierten Handelns. Die Auszubildenden lernen, Kunden zu betreuen, zu beraten und Produkte zu verkaufen, was eine Grundlage für den Erfolg in diesem Beruf ist.

Die praktischen Friseur-Dienstleistungen wie das Pflegen des Haares und der Kopfhaut, das Haarschneiden und das Gestalten von Frisuren sind Kernkompetenzen der Ausbildung. Die Auszubildenden erlernen verschiedene Techniken und Stile, um den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden.

Das dauerhafte Umformen und farbverändernde Haarbehandlungen sind weitere wichtige Fähigkeiten, die den Auszubildenden vermittelt werden. Sie lernen, wie man verschiedene chemische Behandlungen sicher und effektiv durchführt, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Die dekorative Kosmetik und Maniküre erweitern das Dienstleistungsangebot eines Friseursalons. Die Auszubildenden lernen, wie man Make-up professionell aufträgt und wie man eine grundlegende Maniküre durchführt, um das Gesamterscheinungsbild der Kunden zu vervollständigen.

Die Betriebsorganisation sowie die Betriebs- und Arbeitsabläufe sind entscheidend für den reibungslosen Betrieb eines Friseursalons.

Hier ist eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Ausbildungsinhalte:

Ausbildungsinhalt Beschreibung
Kundenmanagement Betreuung, Beratung und Verkauf
Haarpflege Pflege von Haar und Kopfhaut
Haarschnitt Verschiedene Schnitttechniken
Frisurgestaltung Styling und Kreation von Frisuren
Haarumformung Dauerhafte Umformungstechniken
Farbveränderung Färben und Tönen von Haaren
Dekorative Kosmetik Make-up und Maniküre
Betriebsorganisation Abläufe im Salon
Hygienestandards Sicherheitsmaßnahmen und Hygiene
Teamarbeit Kommunikation und Zusammenarbeit
Marketing Werbung und Kundenbindung

Verkürzung und Teilzeit-Ausbildung

Machst du dich in deiner Ausbildung als Friseur/in besonders gut, besteht in Absprache mit deinem Ausbildungsbetrieb die Möglichkeit, deine Lehre um ein halbes Jahr zu verkürzen.

Du kannst die Ausbildung aber auch verkürzen, z. B. bei sehr guten Leistungen. Auch eine Teilzeit-Ausbildung ist möglich.

Ja, in bestimmten Fällen ist eine Teilzeitausbildung möglich - z. B. bei familiären Verpflichtungen oder gesundheitlichen Gründen.

Arbeitszeiten

In der Regel werktags. Viele Friseursalons haben montags geschlossen, öffnen dafür aber meist auch am Samstag. Bei besonderen Terminen wie zum Beispiel Hochzeiten kann auch mal ein Sonntag zum Arbeitstag werden.

Gehalt während und nach der Ausbildung

Während der Ausbildung zum Friseur variiert das Gehalt je nach Lehrjahr. Im ersten Ausbildungsjahr verdient man bis zu 665 €, im zweiten Jahr steigt das Einkommen auf bis zu 785 € und im dritten Jahr auf bis zu 900 €.

Nach Abschluss der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt eines Friseurs bei mindestens 1.680 € brutto monatlich. Im Durchschnitt kann man jedoch mit einem Verdienst von etwa 2.052 € rechnen. Mit Berufserfahrung und je nach Arbeitgeber oder Standort kann das Gehalt weiter ansteigen, sodass ein Maximaleinkommen von bis zu 2.296 € brutto im Monat möglich ist.

Faktoren wie die Größe des Salons, die regionale Lage oder zusätzliche Qualifikationen können das Gehalt zusätzlich beeinflussen.

Wo kann ich als Friseur arbeiten?

Die meisten Friseure arbeiten in Fachbetrieben des Friseurhandwerks, also in klassischen Friseur- oder Kosmetiksalons. Friseurinnen sind nicht nur in klassischen Friseursalons anzutreffen, sondern arbeiten auch oft in kosmetischen Abteilungen von Hotels oder bei Film- und Theaterproduktionen - es gibt also verschiedenste Einsatzorte und dementsprechend gute Aussichten, eine Stelle zu finden.

Als Friseur bzw. Friseurin ist deine Arbeitsumgebung in der Regel der Laden bzw. das Geschäft, zum Beispiel bei einer Anstellung in einem Friseursalon. Daher ist der Kontakt mit Menschen auch der Normalfall.

Aber Friseur ist nicht gleich Friseur. Deine Arbeitsbedingungen können auch ganz anders aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist.

In einem Friseurstudio hast du viel mit Kunden zu tun und arbeitest wahrscheinlich mit wenigen Kollegen zusammen. Arbeitest du bei Fernseh-, Film- und Theaterproduktionen mit und frisierst die Darsteller, hast du einen ganz anderen Tagesablauf und bist auch viel unterwegs.

Aufstiegsmöglichkeiten nach der Ausbildung

Nach erfolgreicher Gesellenprüfung können die Berufseinsteiger zusätzlich eine Meisterprüfung ablegen. Diese dauert dann nochmal zwischen drei Monaten und zwei Jahren - je nachdem, ob die Weiterbildung in Teilzeit neben der Arbeit oder in Vollzeit erfolgt.

Mit der Meisterprüfung in der Tasche bist Du einem Bachelor-Abschluss gleichgestellt. Du kannst Dich selbstständig machen oder „Studieren“.

Wenn es für dich fachlich höher hinaus gehen soll, kannst du den Meisterbrief (Bachelor Professional) erwerben und als Meisterin oder Meister im Friseur-Handwerk die Leitung eines Betriebs übernehmen und Lehrlinge ausbilden.

Engagierte Berufsschullehrer werden immer gesucht.

Nach Abschluss deiner Ausbildung zur Friseurin hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Friseurmeister oder Fachwirt für Kosmetik und Wellness. Eine Aufstiegsfortbildung hilft dir dabei, Karriere zu machen und beruflich aufzusteigen. Möglich ist hier die Meisterweiterbildung zum Friseurmeister.

Eine weitere Möglichkeit ist der Weg über ein Studium.

Es gibt verschiedene Arten, dich während oder nach der Ausbildung zu spezialisieren: zum Beispiel als Stylist, Colorist, Hair Dresser oder Artist. Damit kannst du besonders gut bei Film, Fernsehen und Theater arbeiten, da das Styling in diesem Bereich oft spezieller oder ausgefallener ist als bei Alltagsfrisuren.

Du kannst dich also auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren und bereits während der Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben - so verbesserst du auch deine Berufschancen und dein Gehalt.

Hier sind einige Aufstiegschancen nach der Ausbildung:

  • Friseurmeister/in
  • Friseurkosmetiker/in
  • Maskenbildner/in
  • Betriebswirt/in - Handwerk

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