Glatzenbildung bei Frauen: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ist Haarausfall bei Frauen überhaupt ein Thema? Auch wenn Haarverlust bei Männern deutlich bekannter ist, leiden auch fast 50 Prozent aller Frauen unter Haarausfall. Weil eine volle Haarpracht insbesondere beim weiblichen Geschlecht als Zeichen von Eleganz, Attraktivität und Schönheit gilt, leiden Frauen besonders stark unter auftretendem Haarverlust.

Im Folgenden klären wir auf: Welche Ursachen hinter dem Haarausfall bei Frauen liegen, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlungen wirklich helfen. Die Arten des Haarverlusts sind grundsätzlich ähnlich wie bei Männern, jedoch sind hormonelle Ursachen deutlich häufiger vertreten. Bei Frauen ist meist ein generalisiertes Ausdünnen des Haars zu beobachten, das sich vor allem durch einen lichten und breiter werdenden Mittelscheitel äußert.

Ursachen für Haarausfall bei Frauen

Haarausfall bei Frauen ist ein sehr komplexes Thema und kann unterschiedliche und mehrere Ursachen haben: Genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Mangel an bestimmten Nährstoffen, Stress, Krankheiten und andere Faktoren.

Die Gründe für Haarausfall bei Frauen lassen sich in einige Hauptbereiche einteilen. Einige Ursachen sind auf den Lebensstil zurückzuführen, andere sind hormonell bedingt, und wieder andere sind medizinisch bedingt. Jede Frau kann unterschiedlich betroffen sein; auch die genetische Veranlagung beeinflusst, wie der Körper auf Veränderungen reagiert. Nicht alle Veränderungen am Haar sind dauerhaft.

Wenn die Haarfollikel nicht geschädigt sind und der Haarausfall nicht auf ein internes medizinisches Problem zurückzuführen ist (z. B. eine Autoimmunerkrankung wie Alopecia areata), kann das Haar gesund nachwachsen, sobald das Ungleichgewicht behoben ist. Einige Ursachen sind auf den Lebensstil zurückzuführen, andere sind hormonell bedingt, und wieder andere sind medizinisch bedingt.

Häufige Ursachen

  • Erbliche Veranlagung: Auch bei Frauen ist die mit Abstand häufigste Ursache für Haarausfall der erblich bedingte Haarverlust - in 90 Prozent der Fälle. Der anlagebedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist bei den meisten Frauen die Ursache für übermäßigen Haarverlust. Sichtbar wird der Haarausfall meistens nach den Wechseljahren.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen schwankt der Spiegel der Geschlechtshormone deutlich mehr als bei Männern. Grundsätzlich sorgt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen dafür, dass die Haare lang wachsen und gesund aussehen. Insbesondere in Phasen eines verminderten oder abfallenden Östrogenspiegels kann es daher zu Haarausfall bei Frauen kommen. Nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille kommt vermehrter Haarausfall häufiger vor. Ähnlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft. Später in den Wechseljahren nimmt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab.
  • Autoimmunerkrankungen: Frauen leiden deutlich häufiger als Männer unter Autoimmunerkrankungen, die mit Haarverlust einhergehen (wie der Alopecia areata). Wesentlich seltener, bei etwa einem Prozent der Frauen, kommt der kreisrunde Haarausfall vor.
  • Diffuse Alopezie: Gründe für eine weitere Form, den diffusen Haarausfall, gibt es viele - von Nährstoffmangel über Stress bis zu hormonellen Störungen.
  • Weitere Ursachen: Medikamente, Mangelernährung oder Essstörungen, Schilddrüsenerkrankungen, äußere Einflüsse (Trichotillomanie, Traktionsalopezie, Styling-Fehler).

Detaillierte Betrachtung einiger Ursachen

Hormonelle Störungen

Neben dem lokalen Überschuss männlicher Geschlechtshormone an den Haarfollikeln gibt es auch hormonelle Störungen, die im gesamten Körper für ein Übermaß an Androgenen sorgen. Beim adrenogenitalen Syndrom handelt es sich um einen Enzymdefekt in der Nebennierenrinde. Das PCO-Syndrom steht für Polyzystisches-Ovar-Syndrom. Neben ausgeprägter Zystenbildung in den Eierstöcken kommt es zu einem Überschuss männlicher Hormone. Durch beide Erkrankungen kann der erblich bedingte Haarausfall bei Frauen deutlich verstärkt werden.

Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall)

Dadurch werden die Haarwurzeln zerstört und es kommt zu Haarausfall. Es entstehen einzelne komplett kahle, runde Stellen auf der Kopfhaut. Die Stellen sind nicht gerötet oder schuppig und nicht schmerzhaft. Es kann eine komplette Glatze, im Extremfall auch ein Verlust der gesamten Körperbehaarung entstehen. Diese Form ist besonders belastend für betroffene Frauen. Denn häufig wird man bei Verlust von Kopfhaar, Wimpern und Augenbrauen von Fremden für krebskrank gehalten.

Meist heilt die Erkrankungen innerhalb mehrerer Monate von selbst aus, kann jedoch im Laufe des Lebens immer wieder auftreten. Eine Therapie, die die Erkrankung ursächlich heilen kann, wurde noch nicht gefunden. Auch die bisher bekannten Therapien zeichnen sich durch eine eher mäßige Wirksamkeit und eine hohe Rückfallquote aus.

Diffuser Haarausfall

Bei diffusem Haarausfall gibt es kein charakteristisches Muster des Haarausfalls wie bei der androgenetischen Alopezie oder der Alopecia areata. Das Haar wird insgesamt dünner und lichter. Teilweise wird auch nur die Haarqualität schlechter, was sich in mattem, glanzlosem, sprödem Haar zeigt, das zu Spliss und Haarbruch neigt.

Äußere Einflüsse

Zusätzlich zu den organisch bedingten Formen des Haarausfalls gibt es Gründe für Haarverlust, die durch äußere Einflüsse entstehen. Bei der Trichotillomanie reißen sich Betroffene selbst die Haare aus. Dadurch entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen auf dem Kopf. Wer von Trichotemnomanie betroffen ist, schneidet sich einzelne Haarsträhnen selbst ab, wodurch Stellen mit kurzen Haarstoppeln entstehen.

Gerade bei Frauen mit langen Haaren ist die sogenannte Traktionsalopezie eine nicht zu unterschätzende Ursache für Haarverlust. Ursächlich ist eine längerfristige Zugbelastung des Haars. So schön ein Dutt oder ein fest geflochtener Zopf beim Sport, in der Schule oder auf der Arbeit sind - auf Dauer sind sie eine hohe mechanische Belastung für das Haar. Die Traktionsalopezie beginnt oft damit, dass Haare abbrechen und sich viele kurze Haare aus der Frisur lösen und vom Kopf abstehen. Im Verlauf fallen die Haare an besonders stark beanspruchten Stellen aus - meist am Haaransatz.

Viele weitere Styling-Fehler können ebenfalls für Haarausfall sorgen. Eine starke Hitzeeinwirkung beim Föhnen, Glätten oder einer Dauerwelle macht das Haar trocken und spröde. Neben festen Frisuren können auch andere Arten von Zugbelastung dem Haar schaden, zum Beispiel die Befestigung von Extensions am Haaransatz, Dreadlocks, Cornrows, Lockenwickler oder starkes Ziehen beim Kämmen. Insbesondere Extensions können irreversible Schäden der Haarwurzel verursachen.

Gerade bei Frauen mit dünnem Haar ist die Haarwurzel das verhältnismäßig hohe Gewicht der Extensions nicht gewohnt, das Haar kann abbrechen oder komplett ausfallen.

Diagnose von Haarausfall bei Frauen

Vor der Therapie eines Haarausfalls steht die richtige Diagnose. Um diese herauszufinden, gehört neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Blutentnahme dazu, um beispielsweise eine Blutarmut oder hormonelle Schwankungen nachzuweisen. In manchen Fällen wird auch eine Biopsie der Kopfhaut entnommen, um eine Entzündung oder eine infektiöse Erkrankung (zum Beispiel einen Pilzbefall) auszuschließen.

Wer unter diffusem Haarausfall leidet, sollte sich zunächst zur Basisdiagnostik an seinen Hausarzt oder Dermatologen wenden. Neben einer genauen Anamnese inklusive Familienanamnese gehört eine ausführliche körperliche Untersuchung dazu. Auch die aktuelle Dauermedikation des Patienten sollte kritisch überprüft werden, um einen Haarausfall als Medikamentennebenwirkung zu erkennen. Zusätzlich wird eine Blutentnahme durchgeführt, um sowohl Hormonspiegel zu bestimmen als auch Vitamin- oder Nährstoffmangelzustände erkennen zu können.

Weitere Untersuchungen dienen der Quantifizierung des Haarausfalls.

  • Zupftest: Der Untersucher schlingt sich eine aus etwa 60 Haaren bestehende Haarsträhne um den Finger und zupft vorsichtig.
  • Phototrichogramm und Trichoscan: Es wird ein kleines Areal der Kopfhaut rasiert.
  • Mikroskopische Untersuchungen: Eine komplette Haarsträhne samt Haarwurzeln wird unter dem Mikroskop begutachtet.

Behandlungsmöglichkeiten für Haarausfall bei Frauen

Die Behandlungsoptionen hängen von der Ursache des Haarverlusts ab. Es macht wenig Sinn, ohne Kenntnis der Ursache irgendein Medikament oder Haarwuchsmittel auszuprobieren. Auf Basis der gefundenen Ursache kommen verschiedene Behandlungsansätze infrage. Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die Frauen helfen können, den Haarausfall zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

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Medikamentöse Behandlungen

Gegen erblich bedingten Haarausfall hat sich der Wirkstoff Minoxidil bewährt. Das Medikament ist eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen, kann aber lokal als Lösung oder Shampoo (unter dem Namen Regaine) auf der Kopfhaut angewandt einem Haarverlust entgegenwirken. Das bei Männern teilweise angewandte Medikament Finasterid gegen androgenetisch bedingten Haarausfall ist bei Frauen immer noch sehr umstritten. Die Studienlage ist nicht eindeutig und auch die Nebenwirkungen sind bei Frauen nicht vollständig erforscht. Sollte das Medikament für Frauen genutzt werden, dann primär nach der Menopause.

Um systemische Nebenwirkungen zu reduzieren, gibt es auch topische Lösungen mit Finasterid, die allerdings in Deutschland nicht erhältlich sind. Die Wirksamkeit ist stark schwankend, kann aber durch eine zusätzliche Lokaltherapie mit Minoxidil gesteigert werden. Infrage zur Behandlung einer Alopecia areata kommen eine lokale Therapie mit Cortison, gegebenenfalls auch eine systemische Therapie mit Tabletten. Auch eine Lokaltherapie mit Dithranol ist möglich. In Fällen mit größeren kahlen Stellen auf dem Kopf kommt eine topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon in Betracht.

Diffuser Haarausfall bessert sich in der Regel, wenn die zugrunde liegende Erkrankung oder der Mangel behandelt wird. Medikamente können, müssen aber nicht Teil des Behandlungsplans sein. Oft genügt es, einen Nährstoffmangel durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (z.B.

Hausmittel und Shampoos

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die Frauen bei der Behandlung von Haarausfall helfen können. Henna: Natürliches Henna-Pulver enthält Gerbstoffe, die die Kopfhaut straffen, das Haar kräftigen und Haarausfall reduzieren können. Basilikum: Basilikumblätter haben antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften.

Hausmittel können bei bestimmten Ursachen von Haarausfall wie Nährstoffmangel oder trockener Kopfhaut durchaus hilfreich sein. Sie können die Kopfhaut pflegen, die Durchblutung fördern und wichtige Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum liefern. Ist der Haarausfall jedoch, wie bereits erwähnt, auf genetische Faktoren, hormonelle Veränderungen oder gar Krankheiten zurückzuführen, reichen Hausmittel allein nicht aus, um den Haarausfall zu stoppen. Hausmittel helfen nur dann, wenn sie auch die Ursache des Haarausfalls bekämpfen.

Shampoos können bei der Behandlung von Haarausfall bei Frauen helfen. Entscheidend ist, dass die Inhaltsstoffe des Shampoos auf die Ursache des Haarausfalls abgestimmt sind. Einige Shampoos enthalten spezifische Wirkstoffe, die bei der Behandlung von Haarausfall helfen können. Beispiele hierfür sind Minoxidil, Koffein, Ketoconazol und Biotin. Die Wirksamkeit eines Shampoos hängt stark von der Ursache des Haarausfalls ab. Ist der Haarausfall beispielsweise auf eine Grunderkrankung oder einen Nährstoffmangel zurückzuführen, reicht ein Shampoo allein nicht aus, um das Problem zu lösen.

Weitere Tipps und Behandlungen

  • Milde Haarpflegeprodukte: Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegespülungen, die speziell auf die Bedürfnisse Ihres Haars abgestimmt sind.
  • Vorsicht bei Hitze und Styling: Vermeiden Sie übermäßige Hitzeeinwirkung durch Föhnen, Glätten oder Lockenstäbe.
  • Regelmäßige Kopfhautmassage: Massieren Sie Ihre Kopfhaut regelmäßig sanft, um die Durchblutung anzuregen und die Haarfollikel zu stimulieren.
  • Umgang mit Stress: Auch Stress kann zu Haarausfall beitragen.
  • Gehen Sie behutsam mit Ihrem Haar um: Vermeiden Sie Zugbelastungen durch feste Frisuren, Haarverlängerungen oder Haarteile.

Nebenwirkungen von Medikamenten

Jedes Medikament kann verschiedene Nebenwirkungen haben. Sie müssen nicht auftreten und jeder Mensch reagiert anders.

  • Minoxidil: Bei topischer Anwendung von Minoxidil können Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Kopfhautjucken, Hautrötungen oder trockene Haut auftreten. In seltenen Fällen kann es zu systemischen Nebenwirkungen wie Herzrasen, Schwindel oder unerwünschtem Haarwuchs an anderen Körperstellen kommen.
  • Finasterid: Finasterid wird in aller Regel oral eingenommen und kann bei Frauen Nebenwirkungen wie sexuelle Funktionsstörungen, Veränderungen des Menstruationszyklus, Brustschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Depressionen verursachen.

Bitte besprechen Sie dieses Thema unbedingt auch mit dem behandelnden Arzt, in Bezug auf Ihre Situation. Die Art der Einnahme: Bei der topischen Anwendung werden die Medikamente direkt auf die Kopfhaut aufgetragen, so dass die Nebenwirkungen in der Regel geringer sind und meist nur lokal auftreten. Bei der oralen Anwendung werden die Medikamente in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen und über den Blutkreislauf im Körper verteilt, unter anderem bis zu den Haarwurzeln.

Die Dosierung des Wirkstoffs ist ebenfalls wichtig, da eine zu hohe Dosierung das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann. Außerdem muss eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Dabei sind das Alter, d...

Vorbeugung von Haarausfall

Um das Haar natürlich zu stärken, helfen einfache Tipps. Einige haben wir hier für Sie zusammengetragen:

  • Gesund ernähren: Die Vitamine A, C und D spielen eine wichtige Rolle für gesunde und schöne Haare. Auch Nährstoffe wie Biotin, Eisen, Zink und Folsäure fördern das Wachstum der Haare.
  • Stress reduzieren: Das Stresshormon Cortisol hemmt das Haarwachstum. Bei länger anhaltendem negativen Stress schädigen zudem ausgeschüttete Botenstoffe und Neurotransmittel die Haarfollikel. Entspannen Sie sich öfters vom Alltag mit Hilfe von progressiver Muskelrelaxation oder Yoga und achten Sie darauf, sich regelmäßig eine Auszeit zu nehmen.
  • Richtig pflegen: Waschen Sie Ihre Haare nur alle zwei bis drei Tage. Vermeiden Sie zudem übermäßige Hitze beim Stylen - das schädigt die Haarstruktur.
  • Natürliches Wachstum: Kräuter wie Brennnessel, Salbei oder Rosmarin werden in Form von Spülungen genutzt. Sie aktivieren die Haarwurzeln für einen schnelleren Haarwuchs.

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