Frauen mit Schnurrbärten: Ursachen und Hintergründe

Die Frage, warum manche Frauen einen Schnurrbart haben oder warum dieses Phänomen in bestimmten Kontexten auftaucht, ist vielschichtig. Es reicht von biologischen Ursachen über kulturelle und historische Hintergründe bis hin zu modernen politischen Kampagnen, die mit Geschlechterrollen spielen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieses Themas.

Frida Kahlo, eine Ikone, die sich über konventionelle Schönheitsideale hinwegsetzte.

Biologische Ursachen und hormonelle Einflüsse

Während der Pubertät eines Mannes beginnen die Haarfollikel in seinem Gesicht mit der Produktion von (Bart-)Haaren. Dies hat mit einer erhöhten Menge an Testosteron im Körper zu tun. Barthaare profitieren von einer höheren Menge an Testosteron. Je mehr Testosteron, desto mehr werden die Barthaare zum Wachsen angeregt. Das Ausmaß des Bartwuchses ist, wie das Kopfhaar, genetisch bedingt.

Bei Frauen kann ein verstärkter Haarwuchs im Gesicht, einschließlich des Schnurrbereichs, verschiedene Ursachen haben. Eine erhöhte Produktion von Androgenen (männlichen Geschlechtshormonen) kann dazu führen, dass vermehrt Haare im Gesicht wachsen. Dies kann durch hormonelle Störungen wie das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente verursacht werden. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen, da die Neigung zu stärkerem Haarwuchs oft familiär bedingt ist.

Historische und kulturelle Perspektiven

Bärte waren historisch ein Machtsymbol. Denken Sie an Henry III. mit seinem gewaltigen Bart. Oder die Schnurrbärte in der britischen Armee.

In der Kunst und Kulturgeschichte finden sich immer wieder Darstellungen von Frauen mit Gesichtsbehaarung, die oft mit Stärke, Unabhängigkeit oder auch Exotik assoziiert werden. Ein bekanntes Beispiel ist die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo, die ihren leichten Damenbart selbstbewusst zur Schau stellte und damit traditionelle Schönheitsideale in Frage stellte. Auch in der Literatur und im Theater gibt es zahlreiche Beispiele von Frauenfiguren mit Bart, die entweder als Kuriositäten dargestellt werden oder eine subversive Rolle einnehmen.

Moderne Kampagnen und politische Statements

Ein interessantes Beispiel für die Auseinandersetzung mit dem Thema "Frauen und Schnurrbart" sind politische Kampagnen, wie sie beispielsweise in der Türkei durchgeführt wurden. Im Vorfeld der Wahlen 2007 startete die Frauenorganisation „Kader" eine Kampagne, bei der Frauen mit aufgeklebten Osmanen-Schnurrbärten auf Plakaten zu sehen waren. Die Botschaft lautete: Braucht man wirklich einen Schnauzer, um ins Parlament zu kommen?

Diese Kampagne schlug ein wie eine Bombe. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reagierte mit markantem Nicht-Verstehen auf die Forderung nach einer Frauenquote von 33 Prozent: „Quoten kennen wir eher aus der Textilbranche“, sagte er. „Sind Frauen eine Ware, dass sie Quoten wollen?“

Die Kampagne ist auf sieben Monate angelegt, bis zu den Parlamentswahlen also. Nach dem spektakulären Startschuss mit den Schnurrbärten kommt in einer zweiten Phase ein inhaltliches Programm mit "politischen Lösungsansätzen für die dringendsten Probleme der Frauen". Und zum Schluss sollen „Straßenaktionen“ die Medien auf Trab halten.

Solche Aktionen machen auf die Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik aufmerksam und stellen auf humorvolle Weise die Frage, ob traditionell männliche Attribute wie ein Schnurrbart notwendig sind, um politische Macht auszuüben. Sie zeigen, dass der Schnurrbart nicht nur ein körperliches Merkmal, sondern auch ein Symbol für Geschlechterrollen und Machtverhältnisse sein kann.

Bartpflege: Tipps für deine tägliche Bartpflege und Hilfe an einem Bad Beard Day | blackbeards

Bartpflege und Styling

Unabhängig von den Gründen für das Vorhandensein eines Schnurrbarts ist die richtige Pflege entscheidend. Hier sind einige Tipps für eine optimale Bartpflege:

  • Regelmäßiges Trimmen: Ein feiner Kamm und eine Babynagelschere mit abgerundeten Klingen helfen, den Schnurrbart in Form zu halten, ohne die Lippen zu verletzen.
  • Verwendung eines Bartschneiders: Ein hochwertiger Bartschneider, wie beispielsweise von der amerikanischen Marke Wahl, sorgt für präzise Ergebnisse.
  • Konturpflege: Einklingige Billigrasierer sind ausreichend, um die Konturen sauber zu halten.
  • Stufiges Stutzen: Die oberen Haare sollten etwas länger sein, damit sich der Schnurrbart nicht nach vorne sträubt.

Zusätzlich können Bartwuchsöle und -seren verwendet werden, um das Wachstum anzuregen und die Haut zu pflegen. Diese Produkte enthalten pflegende Öle, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und die Haarfollikel nähren. Bei der Anwendung von Bartwuchsseren kann ein Dermaroller die Wirksamkeit verbessern, indem er die Aufnahme der Wirkstoffe in die Haut fördert.

Verschiedene Bartstile und ihre jeweilige Pflege.

Die Renaissance des Schnurrbarts

In den letzten Jahren erlebt der Schnurrbart eine Renaissance. Wie die Meerschaumpfeife oder die extraweite Hose erlebte er in den letzten Jahren eine Reihe von angedeuteten Comebacks, an deren Durchschlagskraft man zweifeln durfte: zu ironisch, zu dilettantisch, zu witzig.

Selbst wenn Brad Pitt und Jude Law vielleicht behaupten, dass ihre Schnurrbärte wichtig für ihre Arbeit sind, würde ich darauf wetten, dass sie an ihnen auch ziemlich Spaß haben. Unabhängig von den Gründen für ihre Gesichtsbehaarung haben die Stars einen Trend gefördert und dazu beigetragen, dass der Schnurrbart wieder salonfähig ist.

Movember - Schnurrbart für Männergesundheit

Its Movember! Warum sich im November Männer einen Schnurrbart wachsen lassen und was das mit Männergesundheit zu tun hat.

Der Movember soll auf die Bedeutung der mentalen Gesundheit bei Männern aufmerksam machen und auch körperliche (männerspezifische) Erkrankungen wie Prostatakrebs oder Hodenkrebs in das Bewusstsein rücken. Was 2003 in einer Bar in Melbourne begann, hat sich zu einer weltweiten Bewegung mit über sechs Millionen Anhängern entwickelt.

Teilnehmende am Movember, die sog. Mo Bros, rasieren sich am 1. November ihr Gesicht komplett glatt. Den gesamten November über wird dann nur der Schnurrbart (englisch mustache) wachsen gelassen. Den Schnurrbart als Gesprächseinstieg verwenden, um auf das Thema Männergesundheit aufmerksam zu machen.

Bärte in der Wissenschaft

Der Evolutionspsychologe Barnaby J. Dixson von der University of Queensland im australischen Brisbane veröffentlichte 2012 eine Studie über die Funktion des Barts in „Behavioral Ecology„: Gemeinsam mit dem kanadischen Forscher Paul L. Vasey hatte Dixson männliche Neuseeländer und Samoaner, mit Vollbart oder frisch rasiert sowie mit jeweils drei unterschiedlichen Gesichtsausdrücken (lächelnd, neutral, aggressiv) fotografiert und die Bilder von Neuseeländerinnen und Samoanerinnen bewerten lassen.

Das Ergebnis: Von den Frauen wurden kulturübergreifend die rasierten Männer als attraktiver empfunden. Mindestens ebenso interessant schien aber die Wirkung der Bilder auf andere Männer, die das Forscherduo in einem zweiten Teil der Studie untersuchte: Über hundert Neuseeländer und Samoaner bewerteten ausschließlich die Fotos der Männer mit aggressivem Gesichtsausdruck. Das Ergebnis: Die bärtigen Männer wurden durchweg als aggressiver wahrgenommen als die Männer ohne Bart.

Umfrage: Wie attraktiv sind Bärte?

Kein Wunder, denn mehr als die Hälfte der Deutschen findet Männer mit Gesichtsbehaarung attraktiv - insbesondere solche mit Dreitagebart. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage. Demnach sagen knapp die Hälfte der Männer (49 Prozent) und drei von fünf Frauen (61 Prozent), dass sie Männer mit einem gepflegten Bart attraktiv finden. Nur knapp jede beziehungsweise jeder Dritte (Männer: 30 Prozent, Frauen: 31 Prozent) finden sie unattraktiv.

Allerdings: Von den verschiedenen Bartarten schneidet dabei der Dreitagebart mit Abstand am besten ab. Ihn finden fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) attraktiv. Abgeschlagen folgen Schnurr- und Vollbart, die von jeweils einem Drittel (33 bzw. 34 Prozent) als attraktiv empfunden werden. Sie empfinden sogar mehr als die Hälfte der Befragten als unattraktiv (57 bzw. 56 Prozent).

Insgesamt trägt knapp die Hälfte (45 Prozent) der Männer einen Bart. Bei der Verteilung der einzelnen Barttypen spiegelt sich dabei die Einschätzung zur Attraktivität wieder: Deutlich am häufigsten (42 Prozent) wird ein Dreitagebart getragen, gefolgt von Schnurr- (23 Prozent) und Vollbart (12 Prozent).

In Sachen Bartpflege mögen es die deutschen Männer traditionell: Knapp die Hälfte (45 Prozent) rasiert sich nass, 29 Prozent rasieren sich trocken. Und jeder vierte Mann (23 Prozent) nutzt mal den Nass- und mal den Trockenrasierer.

Beliebtheit verschiedener Bartarten
Bartart Attraktivität (%) Unattraktivität (%)
Dreitagebart 64 -
Schnurrbart 33 57
Vollbart 34 56
Mongolen- oder Hufeisenbart 13 -

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