Männer ohne Haare sind völlig normal. Ganz ohne Haare, fast ohne Haare, kümmerlich wenige Haare vom Rand über die kahle Mitte gekämmt - keiner stört sich daran. Doch als Frau mit Glatze werde ich irritiert angestarrt.
Völlig fremde Leute fragen mich im Vorbeigehen, ob ich Krebs habe. Habe ich nicht. Ich habe Haarausfall.
Eigentlich habe ich auch keinen Haarausfall, auch wenn das Phänomen so heißt. Ich habe einfach nur extrem wenige Haare. 20 Jahre lang habe ich versucht, das zu verstecken; ich bin jetzt 31 Jahre alt.
Ich habe die spärlichen langen Haare hochgebunden, mit viel Mühe und Zeitaufwand versucht, einzelne Härchen hierhin und dorthin zu zupfen, um einigermaßen die lichten Stellen zu verdecken. Viel Haarspray, so dass möglichst nichts verrutscht und dann am besten gar nicht mehr bewegen.
Nach den Schwangerschaften sind mir dann wirklich die Haare ausgefallen. Nicht, dass noch viel vorhanden gewesen wäre. Irgendwann habe ich aufgehört, in den Spiegel zu schauen.
Wenn ich an Fensterscheiben vorbeigelaufen bin und mein beinahe kahler Kopf vor mir auftauchte, habe ich mich jedes Mal erschrocken. Der große Schock kam, als der Frisör sagte, er könne mir nur noch mit einer Perücke helfen.
Eigentlich gab es keinen Grund für einen Schock, war doch schon lange klar, dass nicht mehr viel zu holen war. Und trotzdem redet man sich ein, dass es vielleicht nicht so schlimm ist. Dass die anderen es vielleicht doch noch nicht gemerkt haben. Dass man vielleicht doch irgendwie schön ist.
Alles zerstört mit einem einzigen Satz. Eine Perücke, der endgültige Tod der eigenen Frisur und des unbeschwerten Lebens. Und so war meine Antwort klar: Eine Perücke kommt für mich nicht in Frage!
Abgesehen davon, dass Perücken furchtbar unpraktisch sind, habe ich nicht vor, mich den Rest meines Lebens zu verstecken. Vor wem überhaupt, da ich doch die Wahrheit kenne? Wieso interessiert mich, was andere denken? Was ist mit Selbstbewusstsein und positivem Körpergefühl?
Diese großen Worte - gern geäußert von den Schönen, denen es leicht fällt, das zu sagen. Die eine Botschaft vermitteln wollen, die sie jedoch gar nicht leben müssen.
Das ist wohl der Grund, warum in der Gesellschaft bisher auch nur die hehren Worte angekommen sind, nicht deren eigentliche Umsetzung. Ich habe mir also den Kopf rasiert. Das Extremszenario für jemanden mit Haarausfall.
Mein vierjähriger Sohn hat angefangen zu weinen und zu schreien, als er mich gesehen hat. Er hat sich mit dem Gesicht auf den Boden gelegt und gebrüllt, ich solle aus seinem Zimmer gehen. Weniger extrem, aber ähnlich verstört, reagieren seither alle Leute, die mich zum ersten Mal sehen.
Trotzdem war es am Ende auch eine Erlösung. Kein Haare waschen mehr am Morgen, keine Angst mehr vor Regen und Wind, kein Sonnenbrand mehr auf dem Kopf, den ich jetzt eincremen kann. Sonnenhut, Mütze, Fahrradhelm, alles kein Problem mehr.
Trampolin springen und schwimmen gehen, Mittagsschlaf und Rumtoben, alles ist plötzlich möglich. Es erleichtert einen gewissen Teil des Lebens. Es sieht halt nur krass aus.
Auch jetzt, nach Monaten, zucke ich immer noch zusammen, wenn ich mich sehe. Es sieht krank und hässlich aus. Männer mit Glatze können sehr sexy sein. Frauen mit Glatze sind allerhöchstens mutig.
Und tapfer. Denn ja, es ist ein Problem, so auszusehen. Da ist kein positives Körperempfinden. Das Selbstwertgefühl kämpft täglich gegen den Makel an. Es ist schlimm, wenn man sich nicht sehen möchte. Wenn man das Gefühl hat, dass die eigenen Chancen verbaut sind.
Welche Berufe stehen einem noch offen, wenn man nicht vorzeigbar ist? Welche Stärken kann man zeigen, wenn man vom ersten Blickkontakt an nur durch die eine Schwäche definiert wird? Wer nimmt einen ernst, wenn alle Aufmerksamkeit auf den Kopf gerichtet ist?
ALLES scheint vom Aussehen abzuhängen. Und damit wird fast alles unerreichbar. Jedenfalls für mich, die ich nur eine begrenzte Menge Mut und Tapferkeit aufbringen kann.
Lohnt es sich überhaupt zu kämpfen, wo doch die meisten Frauen tatsächlich recht hübsch sind? Oder sich zumindest hübsch herrichten können. Und ja, auch ich umgebe mich lieber mit nett aussehenden Menschen.
Positives Körpergefühl und Selbstwertgefühl bleiben also leere Worte. Jedenfalls solange genug Leute sich überschminken, operieren, verstecken. Und dann, wenn mich mal wieder jemand fragt, ob ich Krebs habe, werde ich, sobald meine Wut dem Gefühl der Hilflosigkeit gewichen ist, doch ein wenig demütig. Denn ich muss keine Chemotherapie machen. Ich habe auch sonst nichts Schlimmes erlebt.
Einige Frauen berichten, dass sie es als befreienden Schritt empfinden, sich von ihren Haaren zu trennen.
Vorteile einer Glatze:
Herausforderungen:
Umgang mit Reaktionen:
Einige Frauen entscheiden sich für eine Glatze, um ein Zeichen zu setzen und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Es ist ein Statement. Eine Demonstration deiner kompromisslosen Haltung zu dir selbst.
Andere wiederum empfinden es als eine Möglichkeit, sich selbst neu zu entdecken und sich von alten Mustern zu befreien.
Manchmal braucht es eben nur einen Schnitt, um das zu erkennen. Für mich war es der Schnitt zur wenighair-Glatze. Und ja, seitdem spare ich nicht nur Geld für überteuerten Haarprodukt-Unsinn, sondern auch wertvolle Lebenszeit vor dem Spiegel. Die ich jetzt nutze, um die Welt durch wenighair, schöner zu rasieren.
So läuft's eben, wenn man den Mut hat zu wenighair.
Bleib mutig & glänzend!
Christos #wenighair
PS: Jemand fragte neulich, ob ich meinen Kopf poliere. Meine Antwort: "Nur mit den Tränen meiner Ex-Friseure." Der Blick? Unbezahlbar.
PPS: Ohne Haare auf dem Kopf hat man übrigens mehr Platz für Tätowierungen. Nur so ein Gedanke für die ganz Mutigen unter euch.
PPPS: Letzten Monat habe ich meinen Vollbart abrasiert und es im Newsletter dokumentiert. Die Reaktionen waren mega! Ob Kopf oder Bart - wenighair kann deinen ganzen Look verändern.
tags: #frau #glatze #erfahrungen
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