Fettige Schuppen: Ursachen und Behandlung von Pilzbefall der Kopfhaut

Schuppen in Verbindung mit Kopfhautpilz treten häufiger auf als du vielleicht denkst. Doch wie kommt es dazu und wie wird man Pilzbefall wieder los? Hier erfährst du alles über Pilz auf der Kopfhaut, wirksame Therapieansätze und die richtige Haar- sowie Kopfhautpflege.

Das Mikrobiom der Kopfhaut und die Rolle von Pilzen

Das Mikrobiom der Kopfhaut beherbergt neben nützlichen Bakterien auch verschiedene Pilze. Die Mikroorganismen sind wichtig für das natürliche Gleichgewicht und die Schutzfunktionen der Kopfhaut. Dazu gehört auch der Hefepilz Malassezia. Unter bestimmten Bedingungen kann er sich jedoch übermäßig vermehren und zu Schuppenbildung, Juckreiz und nässenden Stellen auf der Kopfhaut führen. Die Schuppen sind in diesem Fall gelblich und fettig. Sie haften an der Kopfhaut und lassen sich nicht immer ganz einfach lösen. Diese Überbesiedlung des Hefepilzes auf der Kopfhaut gilt auch als Einflussfaktor für das seborrhoische Ekzem.

Der lipophile Hefepilz Malassezia furfur besiedelt natürlicherweise die Haarfollikel unserer Kopfhaut. Bei einer krankhaften Vermehrung spricht man von der Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor, da der Pilz früher Pityrosporum ovale genannt wurde). Der Pilz wird zu einem Pathogen und bildet nicht ansteckende, bräunlich pigmentierte Pilzrasen, die flächig auf der Hornschicht der Haut aufliegen.

Begünstigende Faktoren sind fettige Haut, vermehrte Schweißbildung (Hyperhidrosis) und die Benutzung sehr fettreicher Pflegeprodukte. Der Pilzrasen schirmt die Haut ab, sodass die betroffenen Hautstellen nach Sonneneinwirkung nicht mehr dunkler, sondern heller als die gesunde Haut sind. Auf diesen Farbumschlag bezieht sich der Zusatz »versicolor« (lateinisch vertere: drehen; color: Farbe).

Ursachen und Risikofaktoren für fettige Schuppen

Fettige Schuppen bilden sich auf fettiger Kopfhaut; sie entstehen weil die Talgdrüsen der Kopfhaut zu viel Talg produzieren. Dies führt zusätzlich dazu, dass sich die Hautflora verändert und sich beispielsweise Hefepilze wie Malassezia furfur, die sich von Hauttalg ernähren, verstärkt vermehren.

Die Geschlechtshormone beeinflussen die Talgdrüsen. Androgene und häufiges Haarewaschen regen die Talgproduktion an (Seborrhö). Auf der fettigen Kopfhaut bilden sich glänzende, gelbliche Schuppen, die fest am Haar haften.

Weitere Risikofaktoren und Ursachen für Schuppen können sein:

  • Stress
  • Genetische Veranlagung
  • Klimatische Faktoren (Winter)
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Gestörte Talgdrüsenfunktion
  • Besiedlung der Haut mit Malassezia furfur
  • Hormonschwankungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre)

Symptome: Wie erkennt man ein seborrhoisches Ekzem?

Das seborrhoische Ekzem (seborrhoische Dermatitis, umgangssprachlich Gneis) ist harmlos, nicht ansteckend und gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. Es äußert sich durch weißlich-gelbliche Hautschuppen, die oft auch fettig sind. Häufig finden sich zusammenhängende gelbliche Herde an einzelnen Hautstellen. Darunter ist die Haut gerötet und entzündet.

Entstehen die Schuppen auf der Kopfhaut, können sie stark jucken. Die Schuppen bilden sich besonders auf der Kopfhaut und im Gesicht.

Vor allem betroffen sind:

  • die Haargrenze
  • die Augenbrauen
  • die Mimikfalten zwischen Nase und Mund (Nasolabialfalten)
  • der Bartbereich

Manchmal entstehen die Schuppen auch in der Mitte der Brust (Brustbeinregion) sowie an anderen Stellen des Rumpfes, ebenso in oder hinter den Ohren oder in der Genitalregion.

Diagnose von Pilzinfektionen der Kopfhaut

Nicht immer steckt hinter Schuppen, Rötungen und Juckreiz auf der Kopfhaut eine Pilzinfektion. So kann es sich zum Beispiel um eine vorrübergehende Irritation oder auch um ein Ekzem handeln. Wenn du unsicher bist, aber auch, wenn die Symptome besonders ausgeprägt sind, ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Der Hautarzt oder die Hautärztin untersucht die betroffenen Hautbereiche. Finden sich die typischen Schuppen auf geröteter Haut, lässt das normalerweise schnell den Rückschluss auf ein seborrhoisches Ekzem zu.

Allerdings können auch andere Hauterkrankungen Schuppen verursachen. Zum Beispiel eine Schuppenflechte, eine Neurodermitis oder die Kleienpilzflechte. Um die Krankheiten voneinander abzugrenzen, untersucht der Dermatologe oft die gesamte Haut des Betroffenen auf weitere Veränderungen.

Im Zweifelsfall kann eine tiefere Gewebeprobe der Haut (Biopsie) aufschlussreich sein, die nach örtlicher Betäubung entnommen wird. Unter dem Mikroskop wird anhand typischer Gewebeveränderungen festgestellt, ob es sich um eine seborrhoische Dermatitis oder eine andere Hautkrankheit handelt.

Schuppende Ekzeme können zudem durch Allergien verursacht werden. Bei einem entsprechenden Verdacht bringt in der Regel ein Allergietest Klarheit.

Behandlung von fettigen Schuppen und Pilzbefall

Bei starkem Pilzbefall kommt in der Regel eine systemische Therapie in Form von antimykotischen Tabletten zum Einsatz. Zusätzlich ist die Anwendung von Shampoos mit pilzreduzierenden Wirkstoffen unverzichtbar.

Steht die Diagnose fest, verordnet der Arzt oder die Ärztin normalerweise pilzhemmende Mittel (Antimykotika), die örtlich (lokal) angewandt werden. Die meisten dieser Substanzen wirken zusätzlich antientzündlich und beruhigen damit die gereizten Hautbereiche.

Betreffen die Schuppen die Kopfhaut, den Bart oder die behaarte Brust, wenden Patienten Shampoos an. Kommen die Schuppen an anderen Hautbereichen vor, eignen sich Cremes oder Lösungen, die ein Antipilzmittel enthalten.

Ist die Haut unter den Schuppen stark entzündet, kommen zunächst kortisonhaltige Präparate zum Einsatz. Denn sie dämmen die Entzündung ein. Anschließend trägt der Patient Antimykotika auf und - je nach Bedarf - eine leichte Pflegecreme für die Haut.

Äußert sich ein seborrhoisches Ekzem an der Kopfhaut nur durch herabrieselnde Schuppen, kann ein medizinisches Shampoo ausreichen, das Substanzen wie Selendisulfid enthält.

Noch effektiver sind frei verkäufliche Shampoos mit apothekenpflichtigen pilzabtötenden Wirkstoffen. Diese sind gut verträglich und zu einer dauerhaften Anwendung geeignet.

Shampoos gegen fettige Schuppen

In der topischen Therapie von fettigen Schuppen kommen häufig Antimykotika zum Einsatz. Das biologisch abbaubare** KELUAL SQUANORM talgregulierende Anti-Schuppen-Shampoo ist ideal bei leichten, fettigen Schuppen. Mit Aktivstoffen, die Schuppenbildung hemmen, den Hefepilz bekämpfen, Rötungen und Juckreiz lindern, Schuppen lösen und die Talgproduktion regulieren.

Schuppen werden effektiv gelöst und Rückfälle deutlich vorgebeugt. Das Shampoo reduziert Schuppen sowie fettige Kopfhaut um bis zu 97 %.***

Unser Vichy DERCOS Anti-Schuppen Intensiv-Shampoo für normale bis fettige Kopfhaut mildert Juckreiz und wirkt Schuppen langfristig entgegen. Das sanfte, aber tiefenreinigende Shampoo mit Selendisulfid besitzt eine fungistatische Wirkung. So kann es Pilzbefall sowie die Häufung des Malassezia Hefepilzes auf der Kopfhaut verringern und das kopfhauteigene Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringen.

Eine sinnvolle Begleitpflege ist das ELUTION Shampoo, das die Kopfhaut beruhigt und Feuchtigkeit spendet. Es wirkt ausgleichend und trägt dazu bei, die Wirkung von Anti-Schuppen-Behandlungen zu verlängern. Zudem kann es auch über die Akuttherapie hinaus verwendet werden, um das Wiederauftreten von Schuppen zu verringern und die Kopfhaut langfristig gesund zu halten.

Empfehlung: Nur jeden zweiten oder dritten Tag die Haare mit einem Antischuppenshampoo waschen. Selendisulfid beeinflusst die Mikroflora der Kopfhaut, verringert die Besiedlung mit dem Hefepilz Malassezia furfur (früher Pityrosporum ovale genannt) und beugt damit Kopfschuppen vor.

Das Zinksalz des Pyrithion hat antimykotische und antibakterielle Eigenschaften.

Zusätzliche Tipps zur Behandlung

  • Wird Kopfhautpilz frühzeitig behandelt, kann eine systemische Therapie oft vermieden werden.
  • Fragen Sie bei verordneten Kortisonsalben und -tinkturen (z. B. bei einem seborrhoischen Kopfekzem) nach einer begleitenden Feuchtigkeitspflege.
  • Ebenso gilt dies für Alkohol - zwar entfernt er wirksam den Hauttalg, führt aber auch dazu, dass die Haut im nächsten Schritt besonders viel Talg nachproduziert.
  • Um das zu verhindern, ist es daher auch bei fettiger Kopfhaut mit Schuppenbildung wichtig, der Haut nach der Haarwäsche mit einem milden, antimykotischen Shampoo wieder ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen.

Wie lange dauert die Therapie?

Betroffene sollten sich an die ärztlichen Vorgaben halten. Anfangs müssen Betroffene die Antipilzmittel teils zweimal täglich anwenden. Haben sich die Symptome zurückgebildet, reicht es meist aus, die speziellen Shampoos oder Cremes nur drei- bis viermal pro Woche auf die Haut aufzutragen. Dabei kann die langfristige Behandlung der Kopfhaut auch der Entstehung eines seborrhoischen Ekzems im Gesicht vorbeugen.

Menschen, die aufgrund ihrer Veranlagung besonders stark betroffen sind, müssen die Behandlung unter Umständen täglich durchführen, um zu verhindern, dass das seborrhoische Ekzem wiederkehrt.

Diese vorbeugende Erhaltungstherapie mit einem pilzabtötenden Shampoo sollten Betroffene langfristig fortführen. Wird sie beendet, tritt das Ekzem in der Regel wieder auf, zumal die veranlagungsbedingte Neigung zum seborrhoischen Ekzem lebenslang besteht.

Vorbeugung von Schuppen

Wenn Sie verschiedene Dinge im Alltag beachten, beugen Sie vor allem trockenen Kopfschuppen vor:

  • Vermeiden Sie es, Ihre Haare zu heiß zu waschen oder zu föhnen. Das strapaziert die Kopfhaut und trocknet sie aus.
  • Überlegen Sie genau, welche Haarpflegeprodukte Sie tatsächlich benötigen. Haargel und -schaum verschließen beispielsweise die Kopfhaut - was förderlich für eine Schuppenbildung ist.
  • In der kalten Jahreszeit sollten Sie die Räume, in denen Sie sich häufig aufhalten, regelmäßig lüften oder befeuchten. So vermeiden Sie Schuppen im Winter.

Es ist leider nicht möglich, Schuppenbildung zu verhindern. Lernen Sie, mit Stress umzugehen. Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Shampoo. Tägliches Einseifen mit Shampoo verringert die Öl-/Fettstoffe, die sich normalerweise auf der Kopfhaut befinden, und damit die Wachstumsgrundlage für Pilze, die Schuppen verursachen.

Haarpflegeprodukte wie Haarspray, Haargel, Haarwachs und Mousse können Ihre Haare öliger/fettiger und somit attraktiver für Hefepilze machen. Einige Menschen entwickeln sogar allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte. Auch die Sonne wirkt positiv und vermindert die Schuppenmenge. Es lohnt sich also, viel an der frischen Luft zu sein!

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Schuppen sind für viele Betroffene ein kosmetisches Problem, das sich aber meist ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen lässt. In folgenden Fällen ist es jedoch wichtig, dass Sie zum Hautarzt (Dermatologen) gehen:

  • Schuppenbildung, die länger als einen Monat besteht oder immer wiederkehrt
  • Starker Juckreiz, Rötung oder Schwellung der Kopfhaut
  • Haarausfall
  • Brennen oder Entzündung der Kopfhaut
  • Nässende oder verkrustete Stellen auf der Kopfhaut

Steht schließlich fest, was die Schuppen verursacht, schlägt der Arzt Ihnen eine geeignete Therapie vor.

Seborrhoische Ekzeme können Schuppen ähneln, müssen aber in der Regel mit rezeptpflichtigen Medikamenten behandelt werden. Schuppen sind oft ein hartnäckiges Problem, aber wenn Sie ein wenig standhaft und geduldig sind, kann es fast immer kontrolliert werden.

Wenn das Problem nicht zu groß ist, kann es ausreichen, die Haare täglich mit einem milden Shampoo zu waschen, um die Schuppen in Schach zu halten. Wenn dies nicht reicht, gibt es eine Reihe von Schuppen-Shampoos, die Sie ohne Rezept kaufen können.

Es ist wichtig, die Haare gut auszuspülen, vor allem nach der Verwendung von starken Shampoos.

Disclaimer: Eine Ferndiagnose ist nicht möglich. Es handelt sich hier um Empfehlungen bei typischen Hautbildern.

Haarschuppen & juckende Kopfhaut endlich los werden! - Hautärztin klärt auf I DoktorJulie

Tabelle: Übersicht über Ursachen, Symptome und Behandlung von fettigen Schuppen

Ursache Symptome Behandlung
Überproduktion von Talg Gelbliche, fettige Schuppen, die am Haar haften Antimykotische Shampoos, Talgproduktion regulieren
Hefepilz Malassezia furfur Juckreiz, Rötungen, Entzündungen Antimykotische Shampoos, pilzabtötende Wirkstoffe
Seborrhoisches Ekzem Weißlich-gelbliche Hautschuppen, gerötete Haut Antimykotische Shampoos, Kortisonpräparate

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