Was tun gegen fettige Haare? Effektive Hausmittel und Tipps

Fettiges Haar kann eine Herausforderung sein und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Aber keine Sorge, es gibt wirksame Lösungen! Viele Menschen leiden stark unter ihren fettigen Haaren. Kaum sind die Haare nach dem Waschen getrocknet oder sorgfältig in Form geföhnt, zeigen sich am Ansatz glänzende Stellen. Nach kurzer Zeit hängen schnell fettende Haare schwer und strähnig nach unten.

Ursachen für fettiges Haar

Fettiges Haar entsteht durch eine Überproduktion von Talg, dem natürlichen Öl, das von den Talgdrüsen der Kopfhaut produziert wird. Die Hauptursache für fettiges Haar ist die Talgüberproduktion. Talg ist zwar wichtig für die Gesundheit des Haares, da er es vor Austrocknung schützt, aber zu viel davon lässt das Haar fettig und strähnig aussehen.

Um die Ursache für fettige Haare zu verstehen, muss man sich zunächst die Funktionsweise der Haut vor Augen führen: In der Haut befinden sich zahlreiche Drüsen, die Talg produzieren. Das ist ganz natürlich und für den Körper nützlich! Dieses Fett hält die Haut feucht und schützt sie. Sind die Talgdrüsen zu aktiv, setzt sich der Talg als Film an der Hautoberfläche ab. Im Gesicht bilden sich sichtbare fettige Flächen. Auf der Kopfhaut verteilt sich der Talg erst am Ansatz und später dann im ganzen Haar.

Nicht immer ist eine erhöhte Talgproduktion die Ursache für fettige Haare. Produkte mit hohem Öl-Anteil können beispielsweise feine Haare beschweren. Eine fettige Kopfhaut mit vermehrter Talgproduktion kann genetisch bedingt sein, aber auch durch hormonelle Schwankungen oder Temperaturveränderungen entstehen. Eine fettige Kopfhaut kann allerdings auch Veranlagung sein. Egal aus welchem Grund, fettige Haare möchte wohl niemand haben.

Fettige Haare durch Färben?

Wenn es um die Ursachen für fettige Haare geht, taucht immer wieder die Frage auf, ob fettiges Haar eine Folge des Haarefärbens sein kann. Es wird beispielsweise gemutmaßt, dass der häufige Chemikalieneinsatz zu einem Ungleichgewicht der Talgdrüsen der Kopfhaut führt. Andere Vermutungen gehen in die Richtung, dass das Färben die Haare mit der Zeit immer dünner werden lässt. Die Theorie zum Haare Färben als Ursache für fettige Haare konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Das Blondieren der Haare gilt teilweise als bewährter Tipp gegen schnell fettendes Haar.

Die besten Hausmittel gegen fettige Haare

Tipps und Tricks gegen fettige Haare

Die richtige Haarwäsche

Waschen, Shampoo, Trockenshampoo: Wasche deine Haare nicht zu häufig, um die Talgproduktion nicht zusätzlich anzuregen. Auch der aktuelle „No Poo“-Trend basiert auf dieser Annahme. Doch gerade Menschen mit fettigen Haaren sollten sich regelmäßig die Haare waschen. Der Grund: Von den Fetten der Kopfhaut ernähren sich bestimmte Pilze. Wird das Fett - das sogenannte Sebum - nicht regelmäßig entfernt, vermehren sich diese Pilze stark. In der Folge können Juckreiz und Ekzeme entstehen.

Ein mildes, auf fettiges Haar abgestimmtes Shampoo kann helfen. Wähle Shampoos, die speziell für fettiges Haar formuliert sind. Vermeide Produkte mit starken Feuchtigkeitszusätzen. Feste Shampoos kommen ohne Silikone aus, die fettige Haare verursachen können. Oft sorgt ein falsches Pflegeprodukt für fettige Haare. Viele Shampoos enthalten Silikone, die die Haare nur oberflächlich pflegen. Silikone können dazu beitragen, dass die Haare fettig aussehen.

Die speziellen Shampoos für schnell fettendes Haar haben meist eine nachhaltig entfettende Wirkung. Deshalb sollten Sie beim Haarewaschen Folgendes beachten: Massieren Sie das Shampoo am Ansatz gründlich ein, die Haarspitzen sollten Sie jedoch aussparen. Extrakte aus Eukalyptus, Minze oder Rosmarin helfen gegen schnelles „Nachfetten“. Manche Shampoos enthalten zudem Tonerde, die das Fett absorbiert.

Wasche deine fettigen Haare nicht mit heißem Wasser. Verzichte auf heißes Wasser. Wasche deine Haare nur bei lauwarmer Temperatur. Trockne dein Haar nur an der Luft, denn das Haareföhnen reizt die Kopfhaut.

Haarpflege und Styling

Haare trocknen: Vermeide es, deine Haare zu heiß zu föhnen, da Hitze die Talgproduktion stimulieren kann. Das schont nicht nur die Spitzen, sondern auch die Kopfhaut. Wenn es nicht anders geht, versuche, die Haare auf sehr niedriger Temperatur zu föhnen.

Verwende Bürsten mit groben, abgerundeten Borsten. Reinigen Sie diese regelmäßig. So verhindern Sie, dass Sie Schmutz und Rückstände von Styling-Produkten im Haar verteilen. Je mehr Volumen Ihre Haare haben, desto weniger kommen sie mit der Kopfhaut in Berührung und desto weniger fetten sie letztendlich durch. Versuchen Sie deshalb, vom Ansatz her Volumen in Ihr Haar zu bringen. Nutzen Sie dazu beispielsweise Volumen-Haarspray oder Volumen-Festiger.

Bei der Wahl der Frisur kann es hilfreich sein, sich für locker sitzende Styles zu entscheiden, die die Kopfhaut atmen lassen. Hochsteckfrisuren, locker geflochtene Zöpfe oder ein lässiger Pferdeschwanz können gut funktionieren. Vermeide eng anliegende Frisuren, die die Talgproduktion anregen könnten.

Fettige Haare kaschieren

Unabhängig von der Ursache Ihrer fettigen Haare können Sie Babypuder als Soforthilfe einsetzen. So funktioniert’s: Massieren Sie das Puder wie beim Haarewaschen in die Kopfhaut ein. Scheiteln Sie dazu Ihr Haar mehrmals an unterschiedlichen Stellen und tragen Sie kleine Mengen Puder auf den jeweiligen Scheitel auf. Haben Sie dunkle Haare? Dann tasten Sie sich unbedingt langsam an die richtige Menge Puder heran! Zu viel Puder erzeugt Schuppen-ähnliche Rückstände im Haar. Babypuder ist eine gute Soforthilfe. Doch was können Sie tun, damit Ihre Haare gar nicht erst zu schnell nachfetten?

Mit einem Dutt lassen sich fettige Haare gut verstecken. Solltest du unter sehr hartnäckigen fettigen Haaren leiden und alle Tricks helfen nicht, dann kannst du die Haare immer noch verstecken. Mach dir einen lockeren Dutt. Flechte dir einen oder zwei französische Zöpfe. Backpulver, Babypuder, Heilerde oder Trockenshampoo können im Notfall erste Hilfe leisten. Sei aber sparsam, damit deine Haare nicht eingestaubt aussehen. Pudere deinen Haaransatz ein und bürste das Pulver danach gut aus.

Natürliche Hausmittel gegen fettige Haare

Manchmal sind die besten Lösungen ganz natürlich und schon in deiner Küche zu finden. Diese Hausmittel sind eine kostengünstige und natürliche Alternative, um fettiges Haar in den Griff zu bekommen.

Apfelessig

Eine Spülung mit Apfelessig hilft, den pH-Wert der Kopfhaut auszugleichen und überschüssiges Öl zu entfernen. Als natürliches Mittel gegen fettiges Haar bringt Apfelessig den pH-Wert der Kopfhaut ins Gleichgewicht. Zudem erhalten Haut und Haare mit jeder Apfelessigspülung gesunde Vitamine und stärkende Mineralstoffe. Am besten machst du eine saure Rinse mit einem Apfelessig-Wasser-Gemisch, damit deine Haare wieder glänzen.

So geht's: Mischen Sie zwei Esslöffel Apfelessig mit einem Liter Wasser. Vor der Anwendung gut schütteln und einfach nach der Haarwäsche über das noch feuchte Haar geben. Sie müssen die saure Rinse nicht ausspülen, der leichte Essiggeruch verfliegt schnell.

Verteilen Sie möglichst mehrmals pro Woche verdünnten Apfelessig oder Zitronensaft auf Haar und Kopfhaut. Nach kurzem Einwirken spülen Sie die Haare mit lauwarmem Wasser gründlich wieder aus.

Zitronensaft

Zitronensaft kann ähnlich wie Apfelessig wirken. Mische den Saft einer Zitrone mit einer Tasse Wasser und verwende dies als letzte Spülung nach dem Waschen. Durch Spülungen mit Zitronensaft löst sich der Talg von der Kopfhaut.

Heilerde

Heilerde ist bekannt für ihre absorbierenden Eigenschaften. Trage eine Heilerde-Maske auf die Kopfhaut auf und lasse sie vor dem Ausspülen einige Minuten einwirken. Eine regelmäßige Kur mit Heilerde kann bei fettigen Haaren ebenfalls helfen, die Talgproduktion der Kopfhaut zu normalisieren. Dazu die Heilerde (erhältlich in der Apotheke oder im gut sortierten Drogeriemarkt) mit lauwarmem Wasser zu einer dickflüssigen Masse verrühren.

Mischen Sie dazu zehn Esslöffel Heilerde mit etwa 200 Milliliter Wasser und verrühren das Ganze so lange, bis ein Brei entstanden ist. Verteilen Sie die Haarkur großzügig ins feuchte Haar und lassen Sie sie bis zu 20 Minuten einwirken. Mit dieser Lehmpackung entfernen Sie unerwünschtes Fett von den Haaren. Gegen fettiges Haar hilft der Brei aus feinem Lehmpulver und Wasser, den Sie am Haaransatz und auf der Kopfhaut verteilen. Nach 15 Minuten Einwirkzeit hat das Lehmpulver den Talg im Haar aufgesogen und so spülen Sie die Mischung mit warmen Wasser wieder aus.

Kamille

Kamille wirkt beruhigend und kann bei der Regulierung der Talgproduktion helfen. Kamille hat eine beruhigende Wirkung auf die Talgdrüsen und hilft auch gegen strähniges Haar. Benutze den Tee nach der Haarwäsche als Spülung. Mit Kamillentee lassen sich übrigens auch hellere Haare aufhellen. Kamillentee schränkt die Talgproduktion ein und das Haar bleibt länger frisch. Kamille wirkt beruhigend und kann auch die Talgproduktion auf der Kopfhaut regulieren.

Gießen Sie dazu drei Teebeutel des Tees Ihrer Wahl mit einem halben Liter kochendem Wasser auf. Spülen Sie die fettigen Haare nach der normalen Haarwäsche mit Kamillentee, Brennnesseltee oder schwarzem Tee.

Um sich die positive Wirkung der Kamille zunutze zu machen, solltest du dein Haar am besten einmal pro Woche mit dem Tee spülen. Koche einen halben Liter Wasser auf und lasse drei Beutel Kamillentee darin für rund 15 Minuten ziehen. Beim Waschen gießt du den Kamillentee dann wie eine Spülung über dein Haar. Nach fünf Minuten Einwirkzeit kannst du den Tee dann sanft ausspülen.

Backpulver

Backpulver ist ein weiteres großartiges Mittel zur Ölabsorption. Backpulver kann helfen, wenn du deine Haare entfetten möchtest. Backpulver beziehungsweise Natron ist ein altbewährtes Hausmittel und wirkt gut gegen fettige Haare, da es das Öl der Kopfhaut aufnimmt. Die saure Rinse ist unbedingt nötig, da Natron basisch ist.

Mische eine kleine Menge Backpulver mit Wasser zu einer Paste und massiere es sanft in die Kopfhaut ein. Das Backpulver vermischst du mit etwas Wasser, sodass eine cremige Paste entsteht.

Dafür werden Backpulver und lauwarmes Wasser im Verhältnis 1:3 gemischt und die Paste in die Kopfhaut einmassiert. Nach ein paar Minuten können Sie es einfach mit lauwarmem Wasser wieder ausspülen.

Achtung: Auf die Dauer trocknet Natron die Haare aus. Wende diese Methode also nur ab und zu an - das Gleiche gilt beim Händewachen mit Natron. Auch eine saure Rinse mit Apfelessig hilft bei fettigen Haaren.

Mehl

Klingt vielleicht ungewöhnlich, aber Mehl kann als eine Art Trockenshampoo wirken. Einfach etwas Mehl auf die Kopfhaut auftragen, kurz einwirken lassen und dann gründlich ausbürsten. Sogar Mehl oder Stärke kannst du als Ersatz für Trockenshampoo oder Fixierpuder verwenden. Wenn du es nicht glaubst, dann starte einen Selbstversuch! Du brauchst etwa zwei Esslöffel Mehl. Das massierst du nach und nach in das fettige Haar ein. Mach es am besten kopfüber über der Badewanne. Dann kommst du gut an den Ansatz ran und es macht nichts, wenn Mehlreste herunterrieseln. Du wirst sehen, dein Haar wirkt nicht mehr fettig und ist viel griffiger. Doch Vorsicht! Der Mehl-Trick funktioniert nur bei blonden Haaren. Auf dunklem Haar sieht man den weißen Mehl-Film.

Zusätzliche Tipps

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung führt oft auch zu schönen und gesunden Haaren. Auch die Lebensmittel, die du zu dir nimmst, haben Einfluss auf den Zustand deiner Haare. So kann ein Nährstoffmangel zum Beispiel zu Haarausfall führen. Mit gesunder Ernährung kannst du fettigen Haaren also nur bedingt entgegenwirken. Süße Nahrungsmittel und Getränke kurbeln die Talgproduktion eher an.
  • Ärztlicher Rat: Leiden Sie zusätzlich zu den fettigen Haaren auch an juckender Kopfhaut? Dann könnte eine Hauterkrankung der Grund dafür sein. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei einem Dermatologen, um dies auszuschließen! Neigen Sie über einen längeren Zeitraum zu stark fettigen Haaren und keiner der genannten Tipps hilft, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Dazu kannst du dich an deine hausärztliche Praxis wenden.

Das Ausprobieren verschiedener Hausmittel gegen fettige Haare kann einige Zeit in Anspruch nehmen, bis Sie ein Mittel gefunden haben, das Ihnen nachhaltig hilft. Schneller und zielgerichteter kommen Sie oft durch spezielle Shampoos und Spülungen zu luftigen und gesund glänzenden Haaren. Die Pflegeprodukte lassen sich meist sehr genau auf den individuellen Haartyp anpassen. So können beispielsweise ein Shampoo für schnell fettendes Haar und ein Haarwasser, das gegen Spannungsgefühl und Juckreiz auf der Kopfhaut wirkt, die optimale Kombination für Sie ergeben. Viele der Shampoos haben den hautangepassten pH-Wert 5 und sind seifen- und alkalifrei.

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