Feigwarzen (Condylomata acuminata) sind kleine Geschwulste im Intim- und Analbereich, die durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) verursacht werden. Die Warzen, die auch als Feuchtwarzen, Genitalwarzen oder Kondylome bekannt sind, gehören neben Herpes und Chlamydiose zu den am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten.
Feigwarzen (Condylomata acuminata)
In der sexuell aktiven Bevölkerung werden Kondylome sehr oft diagnostiziert, vor allem in der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren. Bei rund 60 Prozent aller Menschen lassen sich Antikörper gegen HP-Viren nachweisen, die auf eine frühere Infektion oder durchgestandene Feigwarzen hinweisen.
Die HP-Viren werden meist bei sexuellen Kontakten übertragen, nisten sich anschließend in den oberen Schichten der Haut ein und regen die betroffenen Zellen zur Vermehrung an. Kleine Verletzungen oder Risse in der Haut oder Schleimhäuten, Ausfluss, Ekzeme oder Pilzerkrankungen im Genitalbereich erhöhen die Infektionsgefahr. Die Ansteckung kann in selteneren Fällen aber auch in feucht-warmen Örtlichkeiten wie Saunen, Solarien, Schwimmbädern oder öffentlichen Umkleidekabinen erfolgen. Bis zum Ausbruch der Warzen, der durch ein schwaches Immunsystem begünstigt werden kann, vergehen meist Wochen und Monate. Manche Menschen bleiben ganz davon verschont, obwohl sie den Virus in sich tragen, oder die Geschwulste verschwinden von selbst wieder. Gewöhnlich hilft aber nur eine gründliche Behandlung, um die Warzen zu entfernen.
Anfangs treten Feigwarzen als kleine Knoten in der Genitalregion auf, bei Frauen an den Schamlippen und der Vagina, bei Männern an der Vorhaut, der Eichel und am Hodensack oder auch - bei beiden Geschlechtern - am Anus. Normalerweise verursachen Feigwarzen keine Beschwerden und Schmerzen, es kann aber bei manchen Menschen zu Juckreiz, Hautbrennen oder Blutungen kommen. Doch selbst wenn die Geschwulste keine Beschwerden hervorrufen, ein ästhetisches Problem sind sie für die Betroffenen auf Dauer allemal. Daraus entwickeln sich bei zahlreichen Menschen Scham- und Schuldgefühle, auf Grund derer sie ihr Sexualleben einschränken, weil sie Angst haben, ihren Partner ebenfalls zu infizieren.
Einzelne Feigwarzen haben meist eine graue bis braune Färbung. Wenn sie unbehandelt bleiben, wachsen sie mit der Zeit zu größeren, rötlich-weißen Wucherungen heran, die eine blumenkohlähnliche Form aufweisen. Kleine Verletzungen an den Warzen können dazu führen, dass sie sich im eigenen Genitalbereich auf noch unbefallene Stellen ausbreiten. Auch dies ist ein Grund, warum die Krankheit frühzeitig behandelt werden sollte.
Es gibt rund 200 bekannte Arten der humanen Papillomviren. Feigwarzen werden durch eine Infektion mit so genannten Niedrigrisiko-Typen wie HPV 6 und 11 ausgelöst. Dass sich aus ihnen ein bösartiger Tumor entwickelt, gilt in Fachkreisen als höchst unwahrscheinlich. Daneben gibt es aber auch noch die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Frauen müssen deshalb besonders vorsichtig sein und sollten bei einer Ansteckung den Virustyp unbedingt untersuchen lassen.
Eine Virusübertragung ist aber auch durch Rasur möglich. Durch Rasieren der Schamhaare können HPV auch über Mikroverletzungen der Haut in den Genitalbereich übertragen werden.
Zunächst ist zu sagen, dass Feigwarzen auf jeden Fall behandelt werden sollten. Zwar heilen sie zu etwa 30 Prozent von ganz alleine, es können aber dennoch bestimmte Krebsarten bei Frauen oder ein bösartiger Tumor am Penis von Männern auftreten, verursacht durch das HP-Virus. Auch Neubildungen von Kondylomen im Genitalbereich sollten möglichst zeitnah von einem Dermatologen oder Gynäkologen begutachtet und behandelt werden, da der HP-Virus bei Frauen Gebärmutterhalskrebs auslösen kann.
Werden Feigwarzen nicht behandelt, können sie über die Jahre hinweg zu größeren Geschwulstansammlungen heranwachsen. Diese sind nicht nur sehr unangenehm, sondern unter Umständen auch gefährlich. Die Konsultation eines Facharztes ist dann unumgänglich und falsche Scham nicht angebracht.
Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die eine Rasur im Intimbereich nicht erforderlich machen:
Die Behandlung von HPV-bedingten Condylomata acuminata ist eine Herausforderung, da eine spezifische antivirale Therapie fehlt.
Hygiene ist nach der Behandlung sehr wichtig, deshalb sollten Patienten auf regelmäßiges Händewaschen achten und täglich mindestens einmal duschen. Kondylome können auch nach einer Entfernung wieder auftreten, unabhängig vom zuvor angewendeten Therapieverfahren. Werden sie größer als 1 cm, macht es Sinn, eine Gewebeprobe zu entnehmen, damit sie auf eventuelle bösartige Veränderungen untersucht werden können. Vor allem Frauen, die von Feigwarzen betroffen sind, sollten sich von ihrem Gynäkologen gründlich untersuchen lassen, denn rund ein Viertel von ihnen haben in der Regel auch Warzen am Gebärmutterhals.
Nach einer Therapie wird empfohlen, sicherheitshalber etwa zwei Monate lang Kondome beim Geschlechtsverkehr zu benutzen. Außerdem sollte sich der Partner untersuchen lassen, damit einer gegenseitigen Neuansteckung vorgebeugt werden kann. Ein ungeschützter Verkehr ist nur dann sicher, wenn beide Partner frei von HP-Viren sind.
Wie schon eingangs erwähnt, können die Hochrisiko-Typen 16 und 18 der HP-Viren den lebensgefährlichen Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) auslösen. Deshalb sollten Frauen, die sich mit Feigwarzen infiziert haben, auf jeden Fall ihren Gynäkologen konsultieren. Seit dem Jahr 2006 gibt es einen Impfstoff gegen diese Viren, deshalb empfehlen Mediziner, dass sich Mädchen und junge Frauen am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr damit impfen lassen. Die Kosten dafür werden bei 12- bis 17-jährigen in Deutschland von allen gesetzlichen Krankenkassen getragen.
Treten Feigwarzen in der Schwangerschaft auf, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Hier ist zu beachten, dass durch den stark veränderten Hormonspiegel der Mutter das Wachstum der Warzen dermaßen beschleunigt werden kann, dass ein Kaiserschnitt notwendig wird. Zwar nimmt das Kind im Bauch der Mutter keinen Schaden, es kann allerdings bei der Geburt zu einer Infektion kommen. Gynäkologen empfehlen deshalb, Feigwarzen etwa um die 34. Woche der Schwangerschaft behandeln zu lassen. Dadurch ist einerseits eine vollständige Abheilung bis zum Geburtstermin gewährleistet, andererseits wird das Risiko für ein erneutes Auftreten gesenkt.
Schutz vor Genitalwarzen und HPV-bedingten Karzinomen bietet die Impfung, die in Deutschland jedoch nicht genügend Verbreitung findet.
Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen HPV, die vor den häufigsten bösartigen HPV-Typen schützt und damit das Risiko für Krebserkrankungen an Penis, Gebärmutterhals und Anus reduziert. Einer der hierzulande verwendeten Impfstoffe, der Neunfachimpfstoff, schützt nicht nur vor den HP-Viren, die Krebs auslösen, sondern zusätzlich auch vor HPV 6 und 11, die zu Feigwarzen führen.
Gemäß den Empfehlungen der STIKO sollten Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren gegen HPV geimpft werden - also bevor Kinder und auch die meisten Jugendlichen sexuelle Kontakte haben. Man kann sich aber auch noch später impfen lassen. Allerdings bietet auch eine Impfung nie einen hundertprozentigen Schutz. Die Impfung wirkt nicht gegen schon vorhandene Feigwarzen.
Empfehlungen zur HPV Impfung
Barmer-Versicherte können sich bis zum 26. Geburtstag gegen HPV impfen lassen. Es fällt noch nicht einmal eine Zuzahlung an. Wenn Sie die Kosten vorausgelegt haben, werden Ihnen diese schnell erstattet.
Kondome und Femidome für Frauen können das Ansteckungsrisiko mindern, aber nicht komplett ausschließen. Denn: Die Feigwarzen-Erreger werden nicht durch Flüssigkeit wie Sperma übertragen, sondern können sich in Haut- und Schleimhautzellen der gesamten Genitalregion befinden. Kondome und Femidome bieten nur einen bedingten Schutz, da sie Haut und Schleimhaut nur teilweise bedecken.
Vor allem Menschen, deren Sexualpartner häufig wechseln, sollten sich mindestens einmal jährlich auf Geschlechtskrankheiten wie Feigwarzen untersuchen lassen, um sie frühzeitig zu entdecken und zu entfernen.
Intimrasuren sind heutzutage weit verbreitet. Sie erhöhen offenbar die Gefahr für eine Ansteckung und haben wohl dazu beigetragen, dass das sich HPV und Feigwarzen immer weiter ausbreiten.
Im Jahre 2024 gab es vielversprechende Entwicklungen in der Forschung zu HPV, insbesondere im Bereich therapeutischer Impfstoffe. Eine Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Müller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, hat gezeigt, dass solche Impfstoffe vielversprechende Ergebnisse liefern. Patienten, die mit einem therapeutischen Impfstoff behandelt wurden, zeigten eine deutlich Rückbildung von Feigwarzen und eine Minderung des Risikos für Rückfälle. Diese Entwicklungen könnten zukünftig die Behandlung von Feigwarzen revolutionieren. Die Studien sind allerdings noch früh in den klinischen Phasen der Prüfung.
Menschen mit HIV haben deutlich häufiger Feigwarzen als HIV-Negative. Sie sind außerdem bis zu sechsmal häufiger von analen HPV-Infektionen betroffen, und zwar unabhängig von Geschlecht und Sexualpraktiken.
Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) kommt bei HIV-Positiven sehr viel häufiger vor als bei HIV-Negativen. Auch Analkarzinome, die ansonsten eher selten auftreten, kommen bei Menschen mit HIV laut Schätzungen etwa 80 Mal häufiger vor als im Durchschnitt der Bevölkerung. Menschen mit HIV sollten sich daher mindestens einmal jährlich auf Vorstufen von Analkrebs und Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen.
Feigwarzen sind eine häufige, aber behandelbare sexuell übertragbare Krankheit. Durch moderne Behandlungsmethoden und Impfungen können die Auswirkungen minimiert und das Risiko einer Ausbreitung reduziert werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.
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