Wenn die geliebte Katze plötzlich kahle Stellen am Kopf, am Rücken, am Bauch oder am Schwanzansatz entwickelt, sind viele Besitzer verständlicherweise besorgt. Verliert eine Katze büschelweise Fell, kann dies ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Wir erklären im Folgenden, wie es zu Haarausfall bei Katzen kommt und was dagegen unternommen werden kann.
Gut zu wissen: Haarausfall ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Anzeichen für eine Erkrankung. Haarausfall (Alopezie) kann bei Katzen physiologisch aufgrund des saisonalen Fellwechsels oder aber auch krankhaft auftreten.
Ursachen für Haarausfall bei Katzen
Haarausfall bei Katzen kann viele verschiedene Ursachen haben - körperliche, aber auch seelische. Haarausfall bei Katzen kann unterschiedliche Ursachen haben: von Allergien über Mangelversorgung, Parasiten und Stress bis zum saisonalen Fellwechsel bei Katzen. Im Frühling und im Herbst ist es ganz normal, dass Katzen mehr Fell verlieren als gewöhnlich.
Hier sind einige der häufigsten Ursachen im Überblick:
- Parasiten: Eine häufige Ursache von Fellverlust bei Katzen sind Parasiten, allen voran Flöhe, Milben und Zecken. Insbesondere bei einem Befall mit Demodex-Milben („Demodikose“) finden Tierhalter an ihrer Katze kahle Stellen vor. Aber auch Räudemilben und Co machen sich oft durch Fellverlust bei der Katze bemerkbar.
- Allergien: Auch Allergien können die Ursache dafür sein, dass sich Ihre Katze die juckenden Körperstellen kahl leckt. Bei einer Flohbissallergie der Katze genügt es, wenn Kleinstmengen an Flohspeichel in die Haut eindringen.
- Hormonelle Störungen: Die Bildung von Haaren erfolgt nach drei verschiedenen Phasen, welche durch diverse Wachstumshormone gesteuert werden. Diese werden unter anderem durch die Hormone der Nebennieren oder der Schilddrüse beeinflusst, weshalb Erkrankungen dieser Organe zu Haarausfall führen können. Hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion bedingen bei Katzen außerdem häufig eine Gewichtsreduktion trotz einer gesteigerten Futteraufnahme.
- Infektionen: Erblich bedingte Krankheiten, welche zu funktionellen oder strukturellen Störungen der Haarwurzeln führen (z.B. Infektionen der Haut durch Bakterien (z.B. Staphylokokken oder Streptokokken) sowie durch Pilze (z.B.
- Psychische Faktoren: Reißt sich die Katze selbst das Fell aus, kann dies beispielsweise darauf hindeuten, dass sie starken Juckreiz empfindet. Aber auch psychische Faktoren wie Nervosität, Stress oder Langeweile können der Auslöser für dieses Verhalten sein. Das Putzverhalten, bis hin zum Fellverlust, dient Katzen in dem Fall zum Stressabbau.
- Ernährung: Ein gestörtes Wachstum des Fells kann bei Katzen angeboren oder durch Stoffwechselstörungen, Ernährungsfehler und Mangelzustände hervorgerufen werden. Während dem Fellwechsel und bei krankheitsbedingtem Fellverlust steigt der Nährstoffbedarf der Katze.
- Medikamente: Erhält die Katze aufgrund anderer Grunderkrankungen Medikamente, sind auch diese als Ursache des Fellverlusts in Betracht zu ziehen.
Alopezia areata bei Katzen Haarausfall
Symptome und Erscheinungsbild
Katzen können am gesamten Körper oder an bestimmten Körperregionen wie etwa über den Augen und an den Beinen Haarausfall zeigen. Auch variieren je nach Ursache die Form, das Ausmaß, das zeitliche Vorkommen (akut oder chronisch) und die Symmetrie.
Der Fellverlust der Katze fällt entweder durch Haarbüschel auf, die Katzenhalter im Fell selbst oder in der Umgebung der Tiere auffinden. Oder diese bemerken gleich die kahlen Stellen auf dem Körper des Tieres.
Weitere Symptome, die in Verbindung mit Haarausfall auftreten können:
- Stumpfes und struppiges Fell
- Eitrige Wundsekrete (bei bakteriellen Infektionen)
- Juckreiz und vermehrtes Lecken
- Verhaltensänderungen
Diagnose von Haarausfall bei Katzen
Aufgrund der vielen Ursachen für Haarausfall bei Katzen ist es ratsam, bei einem Tierarzt Rat zu suchen. Bereits während der Besitzerbefragung (Anamnese) können Informationen, etwa über die bisherige Parasitenpropyhlaxe oder die Fütterungs- und Haltungsweisen, wichtige Hinweise liefern. Auch plötzliche Wesensveränderungen oder das Vorkommen weiterer Symptome (z.B.
Nachdem der Tierarzt im Rahmen der klinischen Allgemeinuntersuchung den aktuellen Gesundheitszustand ermittelt hat, kann er mit der gründlichen Betrachtung (Adspektion) der betroffenen Hautareale fortfahren. Ist auf der Haut zum Beispiel ein eitriges Sekret erkennbar, so kann dies ein Zeichen für eine bakterielle Hautentzündung (Pyodermie) sein. Leider deutet das Äußerliche nicht immer auf die Ursache hin, weshalb in manchen Fällen ein größerer Zeitaufwand für eine sichere Diagnose notwendig ist.
Mögliche Diagnoseverfahren:
- Blutuntersuchung: Mittels einer Blutuntersuchung können Anzeichen für Entzündungen, allergische Reaktionen sowie für einen Parasitenbefall oder Erkrankungen verschiedener Organe (z.B.
- Hauttest: Zum Abklären allergischer Reaktionen kann weiterhin ein Hauttest (Intradermaltest) oder Antikörper-Test (In-Vitro-Test) durchgeführt werden.
- Trichogramm: Zum Bestimmen des Haarzyklus kann ein Trichogramm verwendet werden.
Behandlung von Haarausfall bei Katzen
Die Behandlung von Haarausfall bei Katzen richtet sich stark nach der zugrunde liegenden Ursache. Die symptomatische Behandlung der Alopezie bei Katzen umfasst die Gabe juckreizstillender Medikamente wie Kortison.
Einige Behandlungsansätze im Überblick:
- Parasitenbefall: Sind Parasiten der Katze ursächlich für den Verlust von Fell, sind Antiparasiten-Präparate die Mittel der Wahl, um Abhilfe zu schaffen.
- Allergien: Eine Allergiediagnose erfolgt im Falle einer Futterallergie durch eine Ausschlussdiät und im Falle von Umweltallergien durch einen Allergietest beim Tierarzt.
- Bakterielle Infektionen: Bakterielle Infektionen heilen in der Regel nach regelmäßiger Wundreinigung über mehrere Tage hinweg ab.
- Hormonelle Störungen: Hormonelle Störungen können abhängig von der jeweiligen Ursache mithilfe von Medikamenten oder chirurgischen Maßnahmen behandelt werden.
- Psychogene Leckalopezie: Liegt eine Verhaltensstörung vor ist die Haut der Tiere meist gesund und nicht entzündet. Hier sollten Katzenhalter die Faktoren für den aufkommenden Stress und die Anspannung aufspüren und vermeiden. Präparate mit beruhigenden Pheromonen können unterstützen. Notfalls hilft ein Verhaltenstherapeut für Katzen weiter.
- Futterallergie oder Mangelerscheinung: Ist eine Futtermittelallergie oder eine Mangelerscheinung für den Haarausfall verantwortlich, kann es sinnvoll sein, das Katzenfutter zu wechseln.
Es ist wichtig zu beachten, dass viele Behandlungen weiteren Haarausfall verhindern, jedoch nicht immer das Nachwachsen des Fells garantieren.
Vorbeugung von Haarausfall bei Katzen
Manchen Entstehungsgründen von Haarausfall bei Katzen kann frühzeitig entgegengewirkt werden.
Hier sind einige Tipps zur Vorbeugung:
- Parasitenprophylaxe: So können spezielle Halsbänder oder Spot Ons als Parasitenprophylaxe eingesetzt werden, welche mittels Pyrethroiden Milben, Flöhe und Zecken bekämpfen. Schützen Sie Ihre Katze oder Ihr Kätzchen vorbeugend vor Parasiten wie Flöhen und Ringelflechte, um Haarausfall zu vermeiden. Es gibt zahlreiche natürliche Heilmittel, die Ihr Haustier schützen können.
- Stress vermeiden: Bieten Sie ausreichend Abwechslung durch Spielzeug und spielen Sie täglich mit Ihrem Haustier, um Stress zu vermeiden. Stress ist eine häufige Ursache für den Haarausfall bei Katzen.
- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie generell auf eine ausgewogene Ernährung Ihres Tieres. Sorgen Sie für die richtige Ernährung und ergänzen Sie diese bei Bedarf. Eine Ernährung, die reich an essenziellen Fettsäuren wie Omega-3 ist, kann helfen, die Haut und das Fell Ihrer Katze zu verbessern und Haarausfall zu reduzieren.
Indem Sie diese Tipps befolgen und auf die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Katze achten, können Sie das Risiko von Haarausfall minimieren.
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