Wer von Natur aus Locken hat, kennt das Dilemma: Oft wirken sie glanzlos, kraus oder frizzig. Dabei ist eine natürliche Lockenpracht etwas Besonderes! Lockiges Haar hat eine gewellte oder gekräuselte Struktur, die von leichten Wellen bis hin zu engen Spiralen reichen kann. Meist ist es voluminöser als glattes Haar, aber leider auch trockener, da der Talg der Kopfhaut die Spitzen schlechter erreicht und somit das Haar weniger gut schützen und mit Feuchtigkeit versorgen kann. Hinzu kommt, dass die äußere Schuppenschicht durch die natürliche Krümmung weniger glatt ist, wodurch lockiges Haar empfindlicher auf äußere Einflüsse reagiert.
In Europa sind Locken tatsächlich eher eine Seltenheit: Nur etwa 15 % aller Europäer:innen haben von Natur aus Locken. Doch das bedeutet nicht, dass alle anderen glatte Haare haben. Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Möglichkeiten, Naturlocken optimal zu pflegen und zu stylen.
Schnelle Lockenpflege: In 15 Minuten zu definierter Traum-Mähne!
Die Basis für schöne, natürliche Traumlocken bildet dabei der passende Schnitt. Hier gilt: Je kürzer das Haar ist, desto mehr springen die Locken, weil sie sich nicht durch das Eigengewicht der Haare aushängen. Ein schulterlanger Haarschnitt eignet sich vor allem bei lockigem, aber nicht sonderlich dickem Haar. Bei einem vollen Lockenschopf kann das Haar auch lang getragen werden.
Lockiges Haar ist oft spröder und trockener als glattes. Die Devise bei lockigem Haar lautet daher: Pflegen, pflegen, pflegen. Hier sind einige Tipps und Tricks, wie Sie Ihre Locken optimal versorgen können:
Waschen Sie Ihre Haare maximal zweimal pro Woche, damit Ihre Locken nicht austrocknen. Für die allermeisten Haartypen empfiehlt es sich, das Haar nicht täglich zu waschen, sondern lieber alle zwei bis vier Tage. Denn: Zu häufiges Waschen kann das Haar stumpf aussehen lassen und die Kopfhaut austrocknen. Das wiederum kurbelt die Talgproduktion an und das Haar sieht schneller fettig aus. Wer sein Haar täglich waschen möchte, sollte auf ein sensitives Shampoo setzen, das die Kopfhaut pflegt.
Damit Ihr lockiges Haar gepflegt, aber nicht beschwert wird, drehen Sie Ihre Wasch-Routine um. Tragen Sie beim „Reverse Washing“ zuerst den Conditioner, dann das Shampoo auf.
Es gab Zeiten da habe ich mein Haupthaar täglich gewaschen (absolut keine gute Idee für meine Curls) und Zeiten, da habe ich erst Conditioner und dann Shampoo aufgetragen (Reverse Washing nennt sich das).
Gerade welliges und lockiges Haar profitiert davon, wenn es nicht täglich gewaschen wird
Wer sein Haar nur alle paar Tage waschen möchte, sollte den Fokus beim Reinigen auf die Kopfhaut legen. Mit den Fingerspitzen massiert man das Shampoo ein und bearbeitet mit langsamen, kreisenden Bewegungen den ganzen Kopf. Das ist zwar nicht ganz so entspannend wie beim Profi, aber doch sehr viel angenehmer als schnelles hin und her rubbeln.
Beim Einmassieren des Reinigungsproduktes auf die Kopfhaut kommt es besonders darauf an, dass man nicht zu schnell endet. Ein bis zwei Minuten sollte der Vorgang dauern. Durch die Massage wird zudem die Durchblutung der Kopfhaut angekurbelt, was den Haarwachstum pushen und die Talgproduktion insofern anregen kann, als dass die Kopfhaut ihre natürliche Schutzschicht behält.
Die Haarlängen muss man gar nicht explizit waschen, sie werden durch den herablaufenden Schaum automatisch gereinigt.
Ganz klar: Erst Shampoo, dann Spülung. Sollte es mit deiner Lockenreise noch weiter gehen, kannst du zwischen Shampoo und Spülung noch eine Haarkur oder -maske anwenden. Nach der Spülung kann man ein Leave In, Mousse und/oder Gel anwenden.
Normalerweise erst mit Shampoo waschen, dann das Shampoo ausspülen, Spülung rein und dann Spülung ausspülen.
Wenn es mal schnell gehen muss kann man aber auch einfach Shampoo und Spülung in der Hand mischen, zusammen rein machen und nur einmal ausspülen.
Um Ihre Naturlocken zu pflegen, sollten Sie zu Shampoos und Conditionern mit natürlichen Lipiden wie Sheabutter, Jojoba- oder Macadamiaöl greifen. Sie umhüllen jede Strähne mit einem schimmernden Schutzfilm und versorgen das Haar bis in die Tiefe mit Feuchtigkeit.
Ein sanftes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo und eine Pflegespülung bilden bereits eine gute Basis für gepflegte Locken. Dennoch solltest Du Deinem Haar regelmäßig einen zusätzlichen Pflegeschub gönnen.
Die Curly Girl Methode ist eine Pflegeroutine, die bestimmte Stylingtechniken involviert, um die Haargesundheit von lockigem Haar zu verbessern. Das Ziel dieser Methode ist es, Frizz zu reduzieren und die Locken zu betonen. Dabei geht es keineswegs darum, Locken zu zähmen. Vielmehr soll es dir dabei helfen, eine Routine zu finden, die zu deinem individuellen Lockentyp passt.
Im Großen und Ganzen basiert die Curly Girl Methode auf 4 Schritten und empfiehlt die Verwendung von maximal 3 bis 4 Produkten, die *immer* auf pflanzlicher Basis, vollständig wasserlöslich und reich an natürlichen Inhaltsstoffen sein sollten.
Curly Hair Methode: Was ist das? Die Curly Girl oder Curly Hair Methode ist eine spezielle Haarpflege-Routine für Naturlocken, um diese besser zu definieren und in Szene zu setzen. Dabei wird besonders auf die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte geachtet und auf Hitze und Bürsten komplett verzichtet.
Die Curly Girl Methode basiert auf einem Buch von Lorraine Massey aus den USA. Viele Frauen, die jahrelang davon ausgegangen sind, dass ihre Haare schier unmöglich zu bändigen sind, haben mit dieser Methode die Lösung gefunden.
Welche Produkte dürfen bei der Curly Girl Methode nicht verwendet werden?
Für wen eignet sich die Curly Girl Methode?
Grundsätzlich adressiert die Methode alle Haartypen, die von natur aus Locken besitzen. Grundsätzlich ist die Curly Hair Methode für alle geeignet, die von Natur aus, lockige und wellige Haare haben. Es geht darum, die Naturlocken zu definieren.
Curly Girl Methode bei glatten Haaren - geht das?
Curly Girl Methode bei glatten Haaren? Das klingt erstmal so, als ob man das Grundprinzip der Methode nicht verstanden hätte. Doch gibt es viele, bei denen sich die Haare als Kind klar gelockt haben, als Erwachsene aber nicht mehr. Das kann passieren, wenn die Haare über die Jahre durch falsche Pflegeprodukte und Hitzestyling geschädigt wurden. Dann kann es sinnvoll sein, die Curly Hair Methode zu testen, um allmählich wieder zur alten Haarstruktur zurückzukehren.
Locken lieben sie, Locken brauchen sie. Die Apfelessig-Rinse! Ob als fettfreier DIY Conditioner oder als saures Finish zum Anlegen der Schuppenschicht Deiner Haare. Gönn sie Dir! Die saure Rinse ist aus der natürlichen Lockenpflege nicht wegzudenken. Sie wirkt ausgleichend auf den ph-Wert unserer Haare. Wenn dieser aus den Fugen gerät, bemerken wir das meistens sehr schnell.
Wenn Du das Gefühl hast, Deine Locken oder Wellen sind glanzlos und strohig, dann ist es jetzt spätestens Zeit für eine saure Rinse. Auch bei juckender Kopfhaut kann es eine Wohltat sein, diese mit einer sauren Rinse zu besprühen.
Für die saure Rinse nutzt Du am besten naturtrüben, nicht pasteurisierten Apfelessig. Er ist milder formuliert als anderer Essig und enthält wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Außerdem ist solch ein Apfelessig voll mit wichtigen Milchsäurebakterien, die Dein Mikrobiom auf der Kopfhaut unterstützen können. Dazu noch etwas Wasser und schon kann es losgehen.
Anwendung:
Übrigens: der Geruch der Apfelessigrinse verschwindet von selbst, sobald die Haare trocken sind.
Tabelle: Vergleich verschiedener Lockenpflege-Methoden
| Methode | Hauptmerkmale | Geeignet für | Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Reverse Washing | Erst Conditioner, dann Shampoo | Trockenes, lockiges Haar | 1-2 Mal pro Woche |
| Curly Girl Methode | Verzicht auf Silikone, Sulfate, Alkohole | Alle lockigen Haartypen | 1-2 Mal pro Woche |
| Apfelessig-Rinse | Saure Rinse zur pH-Wert-Regulierung | Glanzloses, strohiges Haar, juckende Kopfhaut | Nach Bedarf |
Die Wahrheit ist: Auch wer seine Naturlocken stets pflegt, ist vor einem Bad Curl Day nicht allzeit gefeit. Weil verzweifeln aber keine Option ist, binden Sie Ihre Locken am besten zu einem Dutt. Ob Sie Ihr Haar ganz locker zu einem tiefen Chignon zusammenstecken oder etwas sleeker mit einem Haargummi zum High-Bun binden, können Sie frei entscheiden.
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