Erkältung nach Haartransplantation: Was Sie beachten müssen

Eine Haartransplantation ist eine ästhetische Behandlungsmethode, die dazu dient, das Erscheinungsbild optisch ansprechender zu gestalten. Dabei werden Haare von einer Körperstelle an eine andere gesetzt, um kahle oder ausgedünnte Bereiche aufzufüllen. Der Eingriff funktioniert nur mit den eigenen Haaren, weshalb Fachleute auch von einer Eigenhaartransplantation sprechen.

Nach einer Haartransplantation ist es wichtig, den Heilungsprozess optimal zu unterstützen und Komplikationen wie Infektionen zu vermeiden. Eine Erkältung kann diesen Prozess beeinträchtigen, daher ist es wichtig zu wissen, was zu tun ist.

Was ist eine Haartransplantation?

Bei einer Haartransplantation (Haarverpflanzung) werden Haare von einer Körperstelle an eine andere gesetzt. Die zu transplantierenden Haare werden Bereichen ausgewählt, wo noch ein gesundes Haarwachstum stattfindet. Meist handelt es sich dabei um eine Partie aus dem Haarkranz am Hinterkopf. Findet sich am Kopf keine Stelle mit ausreichender Haardichte, können aber auch Haarfollikel aus dem Bart-, Brust-, Rücken-, oder Wadenbereich verwendet werden.

Die gesunden Haare werden in sogenannten follikularen Einheiten in kahle oder ausgedünnte Bereiche verpflanzt. Jede dieser Einheiten besteht aus ein bis vier Haarwurzeln, die von Fachleuten als "Graft" bezeichnet wird. Mithilfe einer Haarverpflanzung lässt sich nicht nur das Kopfhaar verdichten, möglich sind auch eine Augenbrauentransplantation sowie bei Männern eine Barttransplantation.

Methoden der Haartransplantation

Je nach Ausmaß des Haarausfalls und Wunsch des*der Patient*in werden bei einer Haartransplantation bis zu 4.000 Grafts umgepflanzt. Um die Haare aus dem Spenderbereich zu entnehmen, gibt es verschiedene Methoden:

  • FUE-Haartransplantation (Follicular Unit Extraction): Die FUE-Methode ist die häufigste Verfahrensweise. Hier werden die Haarwurzelgruppen mithilfe einer Nadel mit Hohlraum als kleine Inseln entnommen.
  • DHI-Methode (Direct Hair Implantation): Die DHI-Methode gilt als Weiterentwicklung der FUE-Technik. Der Unterschied: Bei der DHI-Methode können die Haarfollikel unmittelbar nach der Entnahme eingesetzt werden.
  • FUT-Haartransplantation (Follicular Unit Transplantation): Die FUT-Haartransplantation ist kostengünstiger als die FUE-Technik, zudem ist im Vorfeld keine Vollrasur nötig. Man spricht auch von der "Streifenmethode", da die Grafts als kleine Hautstreifen aus dem Gewebe herausgeschnitten werden.
  • Crosspunch-Methode: Mithilfe der Crosspunch-Technik, auch als Punch- oder Stanztechnik bekannt, soll der Effekt nachgeahmt werden, der von lockigem Haar ausgeht.

Verlauf nach Haartransplantation

Der Heilungsverlauf hängt von der Transplantationstechnik, der Menge der verpflanzten Haare sowie der individuellen Wundheilung des*der Patient*in ab. Unmittelbar nach der Transplantation wird ein Druckverband angelegt. Dieser kann in der Regel nach drei bis vier Tagen vom Arzt oder der Ärztin entfernt werden.

Durch die Transplantation entstehen Krusten. Bis sich diese ablösen, sollte möglichst auf die normale Haarwäsche mit Shampoo verzichtet werden. Im Anschluss empfiehlt es sich, auf mildes, pH-neutrales Shampoo zurückzugreifen.

Bis das Ergebnis der Haartransplantation vollständig sichtbar ist, können mehrere Monate vergehen. Denn bis die neu verpflanzten Haare zu wachsen beginnen, dauert es circa acht bis zwölf Wochen. Unmittelbar nach dem Eingriff kann es sogar zu einem vorübergehenden Haarausfall kommen, da das Hautgewebe stark gereizt ist.

Nach einer Haartransplantation wird empfohlen, für mindestens zwei Wochen auf Sport zu verzichten. Das gilt besonders für Aktivitäten, die intensives Schwitzen verursachen. Denn dies kann die frisch verpflanzten Haarfollikel reizen und das Infektionsrisiko erhöhen.

Was tun bei einer Erkältung nach der Haartransplantation?

Eine Erkältung kann den Heilungsprozess nach einer Haartransplantation beeinträchtigen. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:

  1. Schonen Sie sich: Gönnen Sie Ihrem Körper Ruhe und vermeiden Sie Stress. Schlaf ist wichtig für die Genesung.
  2. Ausreichend Flüssigkeit: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, am besten Wasser oder ungesüßter Tee.
  3. Medikamente: Bei Bedarf können Sie postoperativ ein leichtes Schmerzmittel einnehmen. Die Dosierung und Anwendung werden wir Ihnen zur Operation erklären. Die schmerzlindernde Wirkung tritt etwa 30 Minuten nach Einnahme ein und wirkt zudem einer Schwellung und Entzündung entgegen.
  4. Antibiotika: Am Tag der Operation erhalten Sie von uns eine Antibiotika die Sie am zweiten und dritten postoperativen Tag weiterführen.
  5. Kühlen: Um einer Schwellung im Transplantationsgebiet entgegenzuwirken, können Sie zusätzlich mit einem Cool-Pack kühlen.
  6. Hygiene: Achten Sie auf strikte Hygiene, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Wechseln Sie regelmäßig Ihr Handtuch und halten Sie Ihre Kleidung stets sauber.
  7. Vermeiden Sie Kratzen: Vermeiden Sie es, an den behandelten Bereichen zu kratzen, da dies die empfindlichen Haarfollikel beschädigen kann.

Es ist wichtig, den Kopf sauber und trocken zu halten und körperliche Anstrengungen zu vermeiden, um eine Infektion zu vermeiden.

Pflege nach der Haartransplantation

Die richtige Pflege ist entscheidend für den Erfolg der Haartransplantation:

  • Schlafen: In der ersten Woche nach Ihrer FUE-Haartransplantation sollten Sie bevorzugt auf dem Rücken und nach Möglichkeit um etwa 30 Grad erhöhten Oberkörperposition schlafen.
  • Duschen: Unmittelbar nach der Behandlung können Sie wie gewohnt duschen. Ihr Kopf, insbesondere der Bereich der Haartransplantation darf dabei nicht mit Wasser in Berührung kommen.
  • Berührung vermeiden: Bitte berühren und kämmen Sie in den ersten drei Tagen nach Abnahme des Verbandes in unserer Praxis den Transplantationsbereich nicht. Denn dadurch könnten sich die transplantierten Haare von der Kopfhaut lösen.
  • Haarpflegeprodukte: Bitte verzichten Sie für vier Wochen auf Haarpflege- und Stylingprodukte, sowie Sauna- oder Solariumbesuche, direkte Sonneneinstrahlung oder Schwimmen. Das könnte ein Austrocknen der Kopfhaut begünstigen und die Heilung verzögern.
  • Haarwäsche: Das erste Mal können Sie Ihre Haare 48 Stunden nach der Operation mit einem milden, neutralem Shampoo waschen. Gerne empfehlen wir Ihnen hierfür ein geeignetes Produkt. Das Shampoo wird mittels vorsichtigem Tupfen auf den Transplantationsbereich aufgetragen. Vermeiden Sie jegliches Einreiben, da sich dadurch transplantierte Haare lösen könnten.

Belassen Sie das Shampoo bei der ersten Haarwäsche für etwa 30 Minuten im Haar und spülen Sie es anschließend mit lauwarmen Wasser vorsichtig von vorne nach hinten aus. Anschließend tupfen Sie den Transplantationsbereich vorsichtig mit einem Handtuch trocken. Den Spenderbereich der Haargrafts waschen Sie bitte mit demselben Shampoo wie für den Donorbereich. Hier dürfen Sie das Shampoo gründlich für zwei Minuten einmassieren.

Anschließend wird eine Lotion im gesamten Haarbereich aufgetragen, die Sie etwa 20 Minuten einwirken lassen. Diese Prozedur führen Sie über zehn Tage lang täglich einmal durch.

Die Krusten fallen ab dem siebten bis zehnten Tag größtenteils von selbst ab. Sollten sie nicht von alleine abgehen, kann man vorsichtig mit etwas Reibung von vorne nach hinten nachhelfen. Sie sollten allerdings keinesfalls die Krusten mit allzu großem Kraftaufwand entfernen, da Sie dadurch die Grafts schädigen könnten.

Spätestens ab den 15. Mit den Krusten fallen auch einige Haare aus. Die Haarwurzeln werden durch die Transplantation und den damit verbundenen Sauerstoffmangel geschwächt. Dies ist ein natürlicher Vorgang und es besteht kein Grund zur Besorgnis, da die Haarwurzeln nur vorübergehend geschwächt sind. Nach fünf bis sechs Monaten wachsen an diesen Stellen zunächst feine dünne und anschließend kräftige Haare nach.

In seltenen Fällen können auch die Haare am Rand des Transplantationsbereichs ausfallen. Hair-Loss-Shock betrifft nur einen geringen Teil unserer Patienten. Dabei kommt es zum Verlust verbliebener Haare. Diese wachsen jedoch im Laufe von fünf bis sechs Monaten mit den transplantierten Haaren nach.

Weitere wichtige Hinweise

  • Juckreiz: Manche Patienten verspüren einen Juckreiz während des Heilungsprozesses. Dies stellt keinen Grund zur Besorgnis dar. Um das Ergebnis der Haartransplantation allerdings nicht zu gefährden, sollten Sie sich insbesondere am Empfängerbereich nicht kratzen, da hierdurch verpflanzte Grafts herausgezogen werden können.
  • Pickel: Drei Monate nach der FUE-Behandlung kann es zu Irritationen der Talgdrüsen kommen und kleine Pickel können sichtbar werden. Dies stellt ebenfalls einen harmlosen Teil des Haarwachstums dar - die neuen Haare suchen sich ihren Weg nach draußen.
  • Hyperästhesie: In manchen Fällen nach einer FUE, kann eine Hyperästhesie der Kopfhaut auftreten.
  • Ergebnis: Das erste Ergebnis der FUE-Haartransplantation können Sie bereits nach fünf bis sechs Monaten, wenn die ersten feinen Haare nachwachsen, sehen.

Die Wundheilung ist in der Regel nach drei bis vier Wochen abgeschlossen.

Infektionen vermeiden

Nach einer Haartransplantation ist es essenziell, eine Infektion zu vermeiden, da diese die Anwuchsrate der neu verpflanzten Haare erheblich beeinträchtigen kann. Um eine Entzündung nach der Haartransplantation zu vermeiden, sollten Sie einige wichtige Verhaltensweisen beachten:

  • Vermeiden Sie es, an den behandelten Bereichen zu kratzen.
  • Nehmen Sie alle verschriebenen Antibiotika exakt nach Anweisung Ihres Arztes ein.
  • Vermeiden Sie körperliche Aktivitäten und Sport vorerst, da intensives Schwitzen das Infektionsrisiko erheblich erhöht.
  • Schützen Sie Ihren Kopf bei warmem Wetter vor direkter Sonneneinstrahlung.
  • Achten Sie auf eine strikte Hygiene.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Infektion nach Ihrer Haartransplantation vorliegt, ist es wichtig, die Kopfhaut sorgfältig zu beobachten. Achten Sie auf typische Symptome wie Schwellungen, Rötungen und Druckschmerz. Kontaktieren Sie umgehend die Klinik, wenn die Symptome anhalten.

Zusätzliche Tipps

  • Ernährung: Viele benutzen zu einer gut ausgewogenen Ernährung ebenfalls Kieselerde.
  • Haarpflege im Winter: Schützen Sie im Winter Ihre Haare mit einer warmen Haube oder einem Schal. Dadurch erhalten Ihr Kopf und das Kopfhaar genügend Wärme.
  • Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen: Auf Alkohol nach der Haartransplantation müssen Sie im Verlauf der beiden ersten Wochen ebenfalls verzichten. Das Rauchen nach der Haartransplantation ist ebenfalls mit potenziellen Komplikationen verbunden.
  • Vermeiden Sie Saunagänge und Solarium: Saunagänge und Besuche im Solarium sollten in den ersten Wochen nach einer Haartransplantation unbedingt vermieden werden.

Durch das richtige Verhalten nach der Haartransplantation tragen Sie Ihren Teil zum strahlend vollen Haar bei.

Kosten einer Haartransplantation

Wie viel eine Haartransplantation kostet, ist abhängig von der angewandten Methode sowie der Anzahl der Haare, die verpflanzt werden. In den meisten Fällen ist mit einem Preis zwischen 3.000 und 10.000 Euro zu rechnen. In Deutschland beträgt der durchschnittliche Preis rund 5.000 bis 6.000 Euro, während der Eingriff in Ländern wie der Türkei etwas günstiger ist.

In der Regel muss die Behandlung selbst gezahlt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten lediglich, wenn der Haarausfall durch eine Verletzung oder Hauterkrankung bedingt ist und/oder schwere psychische Leiden auslöst.

Risiken einer Haartransplantation

Die Haartransplantation lässt sich ambulant durchführen und gilt grundsätzlich als ein risikoarmer und unkomplizierter Eingriff. Auch die Operation an sich ist schmerzfrei, da die Transplantationsareale lokal betäubt werden.

Trotzdem kann es im Anschluss an den Eingriff in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen:

  • In einigen Fällen verheilen die Wunden schlecht, kleinere Blutungen treten auf und die Kopfhaut infiziert sich.
  • Zudem kann es zu leichten Schwellungen und Hautreizungen kommen, wenn die Narkose abklingt. Hier können nach ärztlicher Rücksprache Schmerzmittel eingenommen werden.

Woran erkennt man eine misslungene Haartransplantation?

  • ungleichmäßige Dichte: Wenn die Haare nicht gleichmäßig verteilt sind, kann der Bereich lückenhaft oder ungleichmäßig aussehen.
  • unnatürliche Haarlinie: Ist die Haarlinie zu gerade oder zu tief angesetzt, wirkt das Ergebnis oft künstlich.
  • unnatürliche Wuchsrichtung: Wenn die Haare nicht im richtigen Winkel eingesetzt wurden, können sie auffällig abstehen oder wirr wachsen.
  • sichtbare Narben: Bei der FUT-Methode oder unsauberer FUE-Technik bleiben in seltenen Fällen deutlich sichtbare Narben zurück, was ebenfalls auf eine mangelhafte Durchführung hindeutet.
  • Entzündungen oder Infektionen: Diese deuten auf eine schlechte Nachsorge oder hygienische Probleme während der Transplantation hin und können das Endergebnis stark beeinträchtigen.

Es ist wichtig, sich vor dem Eingriff umfassend zu informieren und eine geeignete Praxis zu finden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine*n Fachärztin*Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie zu konsultieren.

HAARTRANSPLANTATION ▶ Antworten auf die wichtigsten Fragen von Dr. Chrissostomou

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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