Erblich bedingter Haarausfall mit 16: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Menschen assoziieren Haarausfall vor allem mit älteren Männern. Tatsache ist jedoch, dass Haarverlust im Erwachsenenalter bei beiden Geschlechtern in fast jedem Alter einsetzen kann. Haarausfall kann bereits in sehr jungen Jahren, mit 15 oder 16 beginnen. Es ist zwar ungewöhnlich, aber der Haarausfall im Teenageralter beginnt in der Regel allmählich, zunächst mit dünner werdendem Haar oder einer zurückweichenden Haarlinie. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, sich Hilfe durch eine Haarfachklinik zu suchen, um die Ursachen dieses sehr frühen Haarausfalls zu bestimmen.

Erblich bedingter Haarausfall ist dabei die häufigste Ursache für Haarverlust, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Dieser wird auch als androgenetische Alopezie oder auch erblicher Haarausfall bzw. hormonell bedingter Haarausfall bezeichnet.

Ursachen für Haarausfall bei Jugendlichen

Verschiedene Faktoren können zu Haarausfall im Teenageralter führen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Hormonelle Probleme: Im Teenageralter verändert sich der Hormonspiegel erheblich und kann das Haarwachstum beeinträchtigen. Diese Veränderungen treten sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen auf und können zu dünner werdendem Haar und sogar zu Haarausfall führen. Hormonbedingter Haarausfall sollte von einem Arzt untersucht werden, damit er die beste Behandlung verschreiben kann. In einigen Fällen kann Haarausfall im Zusammenhang mit einem hormonellen Ungleichgewicht ein Symptom für ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem sein, wie z. B. das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) bei Mädchen. Wenn du die Antibabypille einnimmst, hast du vielleicht nach Beginn der Einnahme dünner werdendes Haar oder Haarausfall festgestellt. Dies lässt sich oft durch den Wechsel zu einem anderen Verhütungsmittel beheben. Am besten lässt du dich von deinem Arzt beraten, um herauszufinden, welche Optionen für dich am besten geeignet sind.
  • Schlechte Ernährung: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit unserer Haare. Bei Teenagern mit einer Ernährung, der es an wichtigen Vitaminen und Mineralien wie Biotin, Eisen, Zink und Vitamin A mangelt, kann es zu stumpfem, schütterem Haar und sogar zu Haarausfall kommen. Extreme Diäten können ebenfalls zu Haarausfall führen. Es hilft, den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln und Fast Food zu reduzieren, weniger raffinierten Zucker zu essen und die Ernährung so umzustellen, dass sie die richtigen Lebensmittel für gesundes Haar enthält.
  • Unbewusstes Ziehen und Zupfen an den Haaren: Trichotillomanie ist eine psychische Störung, bei der an den Haaren gezogen wird, bis sie entwurzelt sind und Bereiche mit dünnem oder gar keinem Haar zurückbleiben. Trichotillomanie entsteht oft als Gewohnheit in der Kindheit und kann die Follikel nach und nach schädigen, was zu dauerhaftem Haarausfall bei Teenagern und jungen Erwachsenen führt.
  • Alopezie: Alopezie (Haarausfall) ist eine Krankheit, bei der die Haare ausfallen, und sie kann sich in verschiedenen Formen äußern. Es gibt verschiedene Arten von Alopezie, und jede hat mehrere Ursachen.
  • Androgenetische Alopezie: Androgenetische Alopezie, auch bekannt als männliche oder weibliche Kahlköpfigkeit, ist eine häufige Ursache für Haarausfall, der bereits im mittleren Lebensalter beginnen kann. Obwohl beide Geschlechter betroffen sein können, ist die männliche Form der Kahlheit häufiger. Die meisten Fälle von Kahlheit bei Männern hängen mit vererbten Genen zusammen, von denen viele die Empfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einem vom Testosteron produzierten Hormon, bestimmen. Die DHT-Empfindlichkeit führt zu einer Schwächung der Haarfollikel, wodurch die Strähnen kürzer und dünner werden. Dies führt zu einer Ausdünnung um den Scheitel herum, und bei Männern entsteht eine ausgeprägte M-förmige Haarlinie sowie eine hellere Pigmentierung. Diese Empfindlichkeit gegenüber DHT und der Beginn der Haarausdünnung können bereits in der Pubertät beginnen. Man hat festgestellt, dass bei 20 % der jungen Männer bis zum Alter von 20 Jahren eine erhebliche Ausdünnung der Haare auftritt, und dieser Prozentsatz nimmt mit dem Alter zu. Natürlich gibt es bei beiden Geschlechtern weitere Ursachen für Haarausfall und dünner werdendes Haar, aber bei Männern und Jungen spielt die Genetik eine entscheidende Rolle.

Symptome von erblich bedingtem Haarausfall

Die ersten Hinweise auf genetisch Haarausfall sind individuell unterschiedlich und unterscheiden sich auch bei Männern und Frauen. Häufige Anzeichen für Haarausfall sind:

  • Dünner werdende Schläfen
  • Zurückweichender Haaransatz/Geheimratsecken (vor allem bei Männern)
  • Lichter werdendes Haar am Oberkopf (vor allem bei Männern)
  • Lichter werdendes Haar am Scheitel (vor allem bei Frauen)
  • Gleichmäßiger Haarverlust am gesamten Kopf (vor allem bei Frauen)

In der Regel verläuft genetisch bedingter Haarausfall bei Frauen Männern graduell und über einen Zeitraum von vielen Jahren. Sollten Sie bei sich bemerken, dass die Haare gleich büschelweise ausfallen, liegen meist andere Ursachen vor. Beispielsweise könnte die Alopezia areata ein Auslöser sein, die auch als kreisrunder Haarausfall bezeichnet wird. Sie wird vermutlich durch eine Störung des Immunsystems ausgelöst.

Plötzlich büschelweise HAARAUSFALL! Arzt erklärt Grund für Haarverlust (kein Vitaminmangel!)

Diagnose von Haarausfall

Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.

Die Diagnose von Haarausfall erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden. Zunächst führen die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch, um mögliche Auslöser wie Medikamente, Erkrankungen oder Ernährungsgewohnheiten zu identifizieren. Anschließend wird die Kopfhaut gründlich untersucht, um die Art des Haarausfalls und den Zustand der Haarfollikel zu beurteilen.

Ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist der Zupftest: Hierbei werden etwa 50 Haare gleichzeitig sanft gezogen. Bleiben mehr als 5 lose Haare übrig, deutet dies auf einen aktiven Haarausfall hin. Für eine präzise Diagnose wird häufig ein Trichogramm erstellt, das den Anteil der Haare in verschiedenen Wachstumsphasen bestimmt. Ergänzend können Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um mögliche Grunderkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktionen oder Eisenmangel zu erkennen.

Behandlungsmöglichkeiten bei erblich bedingtem Haarausfall

Die gute Nachricht für alle von Haarausfall betroffenen Frauen und Männer ist, dass sich die meisten Formen des Haarverlustes gut behandeln lassen. Entscheidend ist, die genauen Ursachen des Haarausfalls zu kennen.

Laut aktueller Studien wird genetisch bedingter Haarausfall bei Männern wie Frauen durch eine Überempfindlichkeit gegen Dihydrotestosteron verursacht. Auch Vitamin- und Nährstoffmangel können für Haarausfall verantwortlich sein.

Für die Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.

  • Minoxidil: Der Wirkstoff Minoxidil hat sich in großen Studien als effektiv erwiesen und konnte bei 80-90% der Behandelten den Haarverlust aufhalten. Bei etwa der Hälfte der Patienten konnte sogar eine sichtbare Verdichtung der Haare erzielt werden. Der Wirkstoff wird als Lösung oder Schaum direkt auf die Kopfhaut aufgetragen.
  • Finasterid: Bei Männern kommt zusätzlich das Medikament Finasterid zum Einsatz. Dieser Wirkstoff kann bei bis zu 90% der behandelten Männer den Haarverlust aufhalten und führt bei etwa 50% zu einer wahrnehmbaren Verdichtung des Haares. Allerdings sollten mögliche Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder erektile Dysfunktion beachtet werden.
  • Haartransplantation: Bei genetisch bedingtem Haarausfall bietet sich eine Haartransplantation als dauerhafte Lösung gegen den Haarverlust an. Die Technik einer Haartransplantation fußt auf einem einfachen Prinzip: bei den meisten Männern und Frauen, die unter Haarverlust leiden, ist der Haarwuchs am Hinterkopf in der Regel nicht von Haarausfall betroffen. Die modernste Technik ist die I-FUE-Methode (Follicular Unit Extraction), die besonders schonend und minimal-invasiv durchgeführt wird. Bei diesem Verfahren werden einzelne Haarfollikel oder kleine Follikelgruppen von 1-2 Haaren aus gut behaarten Bereichen entnommen und in die kahlen Stellen transplantiert.

Was sind die besten Frisuren für Jungen und Mädchen mit schütterem Haar?

Auch wenn dein Haar dünner wird, muss man es nicht unbedingt sehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, schütteres Haar so zu stylen, dass es voller aussieht.

Für Jungen:

  • Seitlich geschwungener Pompadour
  • Stacheliges Haar
  • Pompadour mit Undercut

Der richtige Haarschnitt und die richtigen Stylingprodukte können wahre Wunder bewirken. Ein professioneller Friseur kann dich über den besten Haarschnitt für deine Gesichtsform beraten, aber es ist immer am besten, eine Idee im Kopf zu haben.

Für Mädchen:

  • Beach Waves
  • Eine Hochsteckfrisur
  • Pony

Wenn dein Haarausfall oder dünner werdendes Haar dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl beeinträchtigt, gibt es Möglichkeiten, das Erscheinungsbild von dünner werdendem Haar mit Frisuren zu verbessern, die die Strähnen voller und dicker aussehen lassen.

Vorbeugung von Haarausfall

Zur Vorbeugung von Haarausfall ist eine schonende Haarpflege wichtig. Vermeiden Sie mechanische Belastungen wie zu straff gebundene Frisuren. Schützen Sie Ihre Kopfhaut auch vor übermäßiger Hitzeeinwirkung durch Föhn oder Glätteisen.

Für die tägliche Pflege empfiehlt sich die Verwendung milder Shampoos, die speziell für empfindliche Kopfhaut entwickelt wurden. Die Wassertemperatur sollte dabei lauwarm sein, da zu heißes Wasser die Talgproduktion anregt und die Kopfhaut zusätzlich reizen kann.

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention von Haarausfall. Vitamin-Defizite und Mangelernährung können Haarausfall begünstigen.

Hormonelle Veränderungen und Haarausfall

Hormone sind biochemische Botenstoffe, die von speziellen Zellen produziert werden. Vereinfacht ausgedrückt werden die Haarfollikel und damit auch die Haarwurzeln über die Hormone gesteuert. Hormonelle Veränderungen haben deshalb auch unmittelbare Auswirkungen auf die Haare.

Bei Frauen tritt Haarausfall gehäuft während der Pubertät, nach der Schwangerschaft und in den Wechseljahren auf. Während der Schwangerschaft steigt der Spiegel des Hormons Östrogen im Körper an, wodurch das Haarwachstum angeregt wird. Viele Frauen erfreuen sich in dieser Lebensphase an besonders glänzenden und gesunden Haaren. Ausschlaggebend ist, dass der Hormonspiegel in den Keller rutscht.

Doch auch die Stillzeit kann mit Haarausfall einhergehen. Das Hormon Prolactin, das zur Milchbildung beiträgt, verkürzt die Wachstumsphase der Haare. Bei Frauen wird oft das sog. PCOS (engl. Von Haarausfall betroffene Frauen leiden an einer übermässigen Bildung männlicher Geschlechtshormone. Die Symptome sind neben Haarausfall auch Akne, verstärkte Körperbehaarung und oft auch Kinderlosigkeit.

Im Klimakterium verändert sich die hormonelle Zusammensetzung im weiblichen Körper grundlegend.

Natürliche Heilmittel bei hormonell bedingtem Haarausfall

Die Schulmedizin hat bei hormonell bedingtem Haarausfall meist nur Hormontherapien zu bieten. Doch immer mehr Frauen besinnen sich auf alte Heilmittel und wagen den Blick über den kulturellen Tellerrand. Zu den wichtigsten Hormonpflanzen zählen Yamswurzel, Mönchspfeffer, Bockshornklee, Nachtkerze, Schafgarbe, Frauenmantel, Rotklee, Passionsblume, Hopfen und Traubensilberkerze.

Die Heilpflanzen können als Tee getrunken oder als Tinktur bzw. Sud in die Kopfhaut einmassiert werden. Auf diese Weise kann die Durchblutung gefördert und das Haarwachstum angeregt werden. Wird der Körper über die Ernährung ausreichend mit Nährstoffen versorgt, werden die Haarwurzeln zusätzlich gestärkt.

Alter Prozentsatz der Männer mit spürbarem Haarausfall
20-29 20%
30-39 30%
40-49 40%
50-59 50%

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