Enzymhemmer gegen Haarausfall: Wirkung und Alternativen

Etwa 80 Prozent aller Männer weltweit erleben im Laufe ihres Lebens androgenetische Alopezie, eine Form des erblich bedingten Haarverlusts. Diese Erkrankung führt typischerweise zuerst zu Geheimratsecken und entwickelt sich weiter zur Oberkopfglatze, auch Tonsur genannt.

Enzymhemmer gegen den Haarausfall sind wichtige Mittel im Kampf gegen den fortschreitenden Haarverlust. Diese Medikamente, oft als DHT-Blocker bezeichnet, können den Haarausfall effektiv verlangsamen, indem sie das für den Haarverlust verantwortliche Enzym hemmen. Für Personen, die nach einer dauerhaften Lösung suchen, stellt die Eigenhaarverpflanzung die einzige wirklich effektive Methode dar.

Wie DHT den Haarausfall beeinflusst

In den Haarfollikeln wird Testosteron durch das Enzym 5-α-Reduktase in Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt. Dieses Hormon verkürzt den Lebenszyklus der Haare erheblich und beschleunigt den Übergang von der Wachstums- zur Ruhephase. Im Laufe der Zeit verkümmern die Haare und die Haarwurzel stirbt ab.

Enzymhemmer gegen den Haarausfall, wie die, die das Enzym 5-α-Reduktase hemmen, reduzieren die Umwandlung von Testosteron in DHT und verlangsamen dadurch den Haarverlust signifikant.

Natürliche und medikamentöse Enzymhemmer

Zur Bekämpfung des Haarausfalls gibt es eine Vielzahl an Enzymhemmern, sowohl in natürlicher als auch medikamentöser Form, die als DHT-Blocker wirken. Unter den natürlichen Enzymhemmern findet man beispielsweise Sulforaphan, einen Wirkstoff, der in Gemüsesorten wie Kohlrabi, Radieschen, Brokkoli und Blumenkohl vorkommt. Sulforaphan ist bekannt dafür, antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften zu besitzen, die zur Hemmung der 5-α-Reduktase beitragen können. Leinsamen sind eine weitere Quelle natürlicher Enzymhemmer, da sie sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die direkt die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmen können.

Finasterid ist ein weit verbreitetes Medikament, das als Enzymhemmer eingesetzt wird, um den durch Dihydrotestosteron (DHT) bedingten Haarverlust zu bekämpfen. Obwohl es nicht in der Lage ist, das Ausfallen der Haare vollständig zu stoppen, kann es den Haarverlust signifikant verzögern. Das Medikament wirkt, indem es die Umwandlung von Testosteron in DHT an der Kopfhaut blockiert, was eine Verlängerung der Wachstumsphase der Haare zur Folge hat. Diese Verzögerung des Haarausfalls bietet Betroffenen eine zeitweise Erleichterung und die Möglichkeit, den Haarverlust zu managen. Typischerweise werden positive Effekte von Finasterid innerhalb von drei bis sechs Monaten sichtbar.

Propecia

Propecia ist ein weiteres Medikament, das zur Bekämpfung von Haarausfall eingesetzt wird und auf dem Wirkstoff Finasterid basiert. Wie Finasterid, so hemmt auch Propecia das Enzym 5-α-Reduktase, welches eine Schlüsselrolle in der Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) spielt. Durch die regelmäßige Einnahme von Propecia kann das Ausfallen der Haare signifikant verzögert werden. Das Medikament sorgt dafür, dass die Haare eine verlängerte Wachstumsphase erleben, wodurch der Haarverlust verlangsamt wird. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die Wirkung von Propecia ausschließlich während der Dauer der Einnahme anhält. Propecia bietet damit eine wirksame, aber zeitlich begrenzte Lösung für diejenigen, die den Verlauf ihres Haarausfalls verzögern möchten.

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Eigenhaarverpflanzung als dauerhafte Lösung

Während Enzymhemmer wie Finasterid und Propecia effektiv das Fortschreiten des Haarausfalls verzögern können, bieten sie keine endgültige Lösung und sind oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Für Personen, die eine dauerhafte Lösung für ihre Kahlstellen suchen, bietet die Eigenhaarverpflanzung eine bewährte und nachhaltige Methode.

Der Prozess der Haarimplantation beginnt mit der Entnahme einzelner follikulärer Einheiten aus einem dicht behaarten Spenderbereich. Diese Einheiten, auch Grafts genannt, werden anschließend in einem spezialisierten Labor sorgfältig aufbereitet und für die Transplantation vorbereitet. Die präzise Verpflanzung dieser Follikel in die kahlen Bereiche gewährleistet, dass das Endergebnis sowohl natürlich als auch ästhetisch ansprechend ist.

Minoxidil als Alternative

Minoxidil wurde bereits in den 1960er-Jahren entwickelt, allerdings wurde es damals noch zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Das Mioxidil gegen Haarausfall helfen kann, wurde mittlerweile in diversen Studien bewiesen. Nicht ganz klar ist nach wie vor, warum es wirkt. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass Mioxidil die Blutgefäße in der Kopfhaut erweitern kann und dadurch die Haarwurzeln besser mit Nährstoffen versorgt werden.

Die reine Wirkweise von Mioxidil gegen Haarausfall ist bei den Geschlechtern gleich. Besonders geeignet ist Minoxidil für Frauen, deren Haarausfall durch einen Testosteronüberschuss verursacht wird.

Minoxidil Präparate sind in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. Als besonders wirksam haben sich Schäume und Tinkturen mit einem Minoxidil-Anteil von zwei bis fünf Prozent erwiesen. Je nach gewähltem Produkt wird das Minoxidil Präparat zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen und zwei bis drei Minuten in kreisenden Bewegungen leicht einmassiert.

Leider wirkt Minoxidil nicht über Nacht. Denn die Haarwurzeln benötigen rund vier Wochen, um zu regenerieren und neue Haare zu produzieren.

Minoxidil hat sich als bewährtes Mittel zur Behandlung von Haarausfall erwiesen, sollte allerdings nicht bei Geheimratsecken angewendet werden, da hier noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Zudem sollten Frauen grundsätzliche eine spezielle, geringer dosierte Minoxidil-Formulierung anwenden und nicht einfach auf Produkte für Männer zurückgreifen.

Zwischen der zweiten und sechsten Behandlungswoche kann es zu einem vermehrten Haarverlust kommen, dem sogenannten Shedding. Das Minoxidil sollte dann keinesfalls abgesetzt werden, da dies ein normaler und erwünschter Vorgang ist, der zeigt, dass die Minoxidil-Therapie wirkt.

Da sich Minoxidil als Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall etabliert hat, liegt die Vermutung nahe, dass der Wirkstoff auch zu einem verbesserten und dichteren Haarwuchs beitragen kann.

Die Wirkung von Minoxidil gegen Haarausfall ist in Studien ausreichend nachgewiesen.

Einen Haken hat die Behandlung mit dem Wirkstoff jedoch: Minoxidil ist leider für diverse Nebenwirkungen bekannt, die ebenfalls durch klinische Studien belegt sind. Bei längerer Anwendung kann es zu Rötungen der Kopfhaut, Juckreiz und Schuppenbildung kommen.

Minoxidil ist für alle von Haarausfall betroffenen Männer und Frauen ab 18 Jahren zugelassen. Bis zu einer Dosierung von 5% ist Minoxidil rezeptfrei erhältlich.

Darüber, bis zu welchem Alter eine Anwendung von Minoxidil sinnvoll ist, gibt es abweichende Angaben. Einige Hersteller empfehlen Minoxidil bei Haarausfall bis zum 65. Lebensjahr, andere empfehlen, die Behandlung bereits mit Ende 40 zu beenden.

Man liest häufig, dass Frauen bei bestehendem Kinderwunsch, spätestens aber zu Beginn einer Schwangerschaft, keine Produkte mit Minoxidil mehr verwenden sollten.

Generell wird Schwangeren empfohlen, während der Schwangerschaft zum einen alle Behandlungen und Medikamente mit ihrem behandelnden Gynäkologen abzustimmen.

Da es bei der Anwendung von Minoxidil zu Nebenwirkungen kommen kann, sind einige Anwender auf der Suche nach einer Alternative. Das ist beispielswiese Redensyl. In einer Studie¹ steigerte Redensyl das Haarwachstum um +214 Prozent und zeigte damit ein fast zwei Mal besseres Ergebnis als Minoxidil.

¹Induchem, Redensyl®: The Hair Growth Galvanizer, Reactivates hair follicle stem cells for an outstanding hair growth.


Behandlungsmethode Wirkung Vorteile Nachteile
Finasterid Hemmt die Umwandlung von Testosteron in DHT Effektive Verlangsamung des Haarausfalls Mögliche Nebenwirkungen, keine dauerhafte Lösung
Minoxidil Erweitert die Blutgefäße in der Kopfhaut Kann das Haarwachstum fördern Nebenwirkungen möglich, nicht für alle Formen des Haarausfalls geeignet
Eigenhaarverpflanzung Verpflanzung von Haarfollikeln in kahle Bereiche Dauerhafte Lösung, natürliches Ergebnis Kostenintensiv, invasiver Eingriff
Redensyl Steigerung des Haarwachstums Alternative mit weniger Nebenwirkungen Weniger erforscht als Finasterid und Minoxidil

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