Enhertu, auch bekannt als Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd), ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das in der Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Enhertu, insbesondere im Hinblick auf die Nebenwirkung Haarausfall, und fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Enhertu ist ein Krebsmedikament, das den Wirkstoff Trastuzumab Deruxtecan enthält. Es gehört zu den zielgerichteten Therapien, die spezifisch auf Krebszellen wirken. Zielgerichtet bedeutet, dass diese Medikamente gezielt auf Krebszellen wirken und dort Prozesse ausschalten, die für das Wachstum und Überleben von Tumorzellen besonders wichtig sind.
Enhertu besteht aus einem monoklonalen Antikörper, der an Zellen mit dem HER2-Protein auf der Oberfläche bindet, und dem Wirkstoff DXd, der Krebszellen abtöten kann. Sobald das Medikament an HER2-positive Krebszellen gebunden hat, gelangt DXd in die Zellen und tötet diese ab.
Das Wirkprinzip ist ein „Schlüssel-Schloss-Mechanismus“. Die Medikamente (=Schlüssel) müssen zu einem „Schloss“ (= Tumoreigenschaft) passen und können dann wirken. HER2 sind so genannte Rezeptoren (das können Sie sich wie „Antennen“ oder „Schalter“ vorstellen) an der Oberfläche von Zellen.
Patientinnen mit einem HER2-low Tumor werden jetzt anders behandelt als HER2-negative oder deutlich HER2-positive Brustkrebs-Fälle und können in der metastasierten Situation mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Deruxtecan behandelt werden.
Enhertu wird zur Behandlung von Erwachsenen eingesetzt bei:
Ob Enhertu die richtige Behandlung für Sie ist, wird mithilfe eines Tests bestätigt.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die Vor- und Nachteile von Trastuzumab-Deruxtecan (Enhertu) im Vergleich zu Standardtherapien untersucht. Die Ergebnisse zeigen:
Wie alle Arzneimittel kann auch Enhertu Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
Es ist wichtig, dass Patienten alle auftretenden Nebenwirkungen ihrem Arzt melden, um eine angemessene Behandlung und Unterstützung zu erhalten.
Haarausfall: Haarverlust (46%) ist eine häufige Nebenwirkung von Enhertu.
Es ist wichtig, dass Patienten alle auftretenden Nebenwirkungen ihrem Arzt melden, um eine angemessene Behandlung und Unterstützung zu erhalten.
Haarausfall ist eine der psychisch belastenden Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie. Der medikamentös bedingte Haarausfall kann durch Kühlung der Kopfhaut behandelt werden.
Ein Forscherteam um Dr. Talveen Purba von der University of Manchester hat untersucht, wie Haarausfall verhindert werden kann, der während einer Chemotherapie auftritt. Das Ergebnis der Studie wurde jetzt im Fachmagazin „EMBO Molecular Medicine“ veröffentlicht.
Es gibt bereits medizinische Maßnahmen gegen die gefürchtete Nebenwirkung der Chemotherapie: Der medikamentös bedingte Haarausfall kann durch Kühlung der Kopfhaut behandelt werden. Das Forscherteam hofft nun, dass die Ergebnisse der Studie zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen. Diese könnten zusätzlich zum Einsatz der sogenannten Kühlhauben den Haarschaden bei Krebspatienten mildern.
Hier sind einige Tipps, die helfen können, mit dem Verlust der Haare zurecht zu kommen:
Nach Abschluss der Behandlung wachsen die verlorenen Haare im Regelfall wieder nach. Etwa drei Monate nach dem letzten Zyklus sind die Kopfhaare oft schon wieder so lang, dass die meisten Menschen ohne Perücke auskommen.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) sind komplexe Moleküle, die aus einem monoklonalen Antikörper, einem Linker und einem Zytostatikum bestehen. Sie wirken gezielt gegen Krebszellen und bringen sie effektiv zum Absterben. ADCs werden als Infusion verabreicht und im gesamten Körper verteilt. Der Antikörper sorgt dafür, dass das Zytostatikum verstärkt zu den Krebszellen transportiert wird und weniger in anderes gesundes Gewebe gelangt. Die Krebszellen nehmen das ADC ins Innere auf, und erst dann wird das Zytostatikum in der Krebszelle freigesetzt.
Ein Vorteil der ADCs ist, dass sie gezielt an Krebszellen binden und sie zum Absterben bringen. Gesundes Gewebe soll so besser schonen lassen. Auch die Nebenwirkungen sollen geringer ausfallen als zum Beispiel bei einer herkömmlichen Chemotherapie.
Aufgrund der spezifischen Wirkweise können ADCs jedoch auch Nebenwirkungen verursachen, die denen einer Chemotherapie ähneln. Dazu gehören Veränderungen des Blutbildes, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsprobleme und Haarausfall. Es ist wichtig, diese Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
| ADC | Wirkungsweise/Einsatz |
|---|---|
| Trastuzumab-Emtansin (Kadcyla®) | Der Antikörper Trastuzumab (gegen HER2 gerichtet) ist mit dem Zytostatikum Emtansin gekoppelt. Das Medikament ist eine Therapiemöglichkeit bei HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, der sich nicht operieren lässt. |
| Trastuzumab-Deruxtecan (Enhertu®) | Trastuzumab ist mit dem Chemotherapeutikum Deruxtecan verbunden. Zum Einsatz kommt die Behandlung bei metastasiertem oder inoperablem HER2-positivem Brustkrebs. |
| Sacituzumab-Govitecan (Trodelvy®) | Sacituzumab dient als Antikörper und der Wirkstoff Govitecan als Zytostatikum. Angriffspunkt ist hier das Eiweiß namens TROP2 an der Oberfläche der Krebszellen. |
ADCs bieten eine verbesserte Wirkung und gezieltes Abtöten von Krebszellen, können jedoch auch Resistenzen entwickeln und Nebenwirkungen verursachen. Die Entwicklung neuer ADCs und die Optimierung bestehender Medikamente sind daher wichtige Forschungsbereiche in der Krebstherapie.
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