Emo-Frisuren Anleitung für Jungs: Ein umfassender Leitfaden

Erinnerst du dich an die Zeit, als der „Emo-Look“ plötzlich überall war? Vielleicht warst du ja selbst ein Teil dieser Bewegung. Emo sein war mehr als nur ein Style - es war eine Lebenseinstellung.

Für Emo-Frisuren ist vor allem der lange Pony klassisch. Fransige Haare, ein langer Pony und bunte Accessoires - Emo-Frisuren sind einfach zu erkennen und sehen stylisch aus. Hier erfährst du, worauf du achten musst, um den perfekten Emo-Look zu kreieren.

Verschiedene Emo-Frisuren für Jungs

Was du für eine Emo-Frisur benötigst

  • Haargel
  • Haarspray
  • Kamm/Bürste
  • ggf. Haarspangen

Der richtige Schnitt

Emo-Frisuren sind vor allem eines: Präzise. Mit herausgewachsenen Spitzen oder einem sichtbaren Färbeansatz wirkt die Frisur schnell ungepflegt. Achte beim Schnitt darauf, dass er möglichst fransig ist.

  • Glatte Haare: Hier ist es besonders einfach, den Emo-Look zu erzielen.
  • Kurze Haare: Achte auf viele Stufen, Fransen und einen langen Pony.
  • Lange Haare: Hier kannst du experimentierfreudiger sein.

Haare selber schneiden Anleitung – Haare zuhause selbst schneiden - DIY Männer Haarschnitt machen

Farbe bekennen

Ist der Schnitt vorhanden, musst du dich entscheiden: Möchtest du deine Naturhaarfarbe behalten oder deine Haare färben bzw. tönen?

Styling-Anleitung

  1. Glätte deine Haare, falls sie wellig sind.
  2. Betone mit einer kleinen Menge Haargel deinen fransigen Schnitt.
  3. Fixiere dein Styling mit etwas Haarspray.

Emo-Jungs: Mehr als nur eine Frisur

Jungs wie Pascal Birkle verkörpern alles, was von einem modernen Mann gefordert wird. "Gefühle sind mir sehr wichtig", sagt der 17-Jährige, "das drücke ich auch in meinen Gedichten aus oder wenn ich singe." Er achtet auf seine Kleidung und trägt am liebsten Schwarz. Sein langer Pony fällt über ein Auge, das andere blickt empfindsam in die Welt.

Manchmal erntet er von seinen Mitschülern Kommentare wie "Du bist krank" oder "Geh zum Friseur". Dann bedauert Pascal sie für ihre Engstirnigkeit. "Die sind einfach verklemmt." Pascal suchte Gleichgesinnte und fand sie bei einem "Emotreff".

Emo-Jungs mit typischen Frisuren und Accessoires

Die Emo-Bewegung: Eine Revolution der Geschlechterrollen

HipHop oder Punk, oft nicht als eigenständige Jugendkultur anerkannt, haben die Emos die Popgeschichte auf einer anderen Ebene revolutioniert: "Emo ist die erste Jugendkultur, in der sich die Jungs an die Mädchen anpassen. Die Emos stellen das Rollenmodell auf den Kopf", sagt der Kulturwissenschaftler Jonas Engelmann.

Dass sich Teenie-Mädchen gern mit Klamotten und Schminke beschäftigen, ist nicht neu - jetzt aber stehen auch Jungs zu ihrer Eitelkeit. Sie schminken sich die Augen mit dunklem Kajal, lackieren die Fingernägel und geben sich in Internetforen Tipps, wie man durch zu viel Haarspray strapazierte Haare retten kann. Sie reden über Gefühle und trauen sich, auch mal zu weinen.

Matthias Neuser, 21, aus Siegen wurde Emo, weil er den "Stil und die Frisuren schon immer schön fand, und allmählich haben sich die Piercings angesammelt". Matthias arbeitet als Elektriker, abends holt er in der Abendschule das Abitur nach. "Dazwischen habe ich 45 bis 60 Minuten Zeit, mich fertig zu machen. Das reicht gerade so, damit ich nicht so abgefuckt aussehe."

Buchautor Engelmann erklärt: "Emos verweigern sich den gesellschaftlichen und ästhetischen Normen." Für ihr Bekenntnis zum Gefühl und ihren androgynen Stil ernten Pascal und Matthias oft Spott und Verachtung.

Anfeindungen und Akzeptanz

Bei YouTube und auf eigens dafür eingerichteten Webseiten werden Emos beinahe so häufig verhöhnt wie einst Ostfriesen, Blondinen oder Manta-Fahrer. Sie bekommen virtuelle Morddrohungen, werden als schwach und schwul beschimpft, als verweichlichte Mittelschichtkinder ausgelacht.

Es gibt kaum einen Ort, an dem Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit so offen ausgelebt wird, wie die Schule. "Schwuchtel", "schwul" oder "Tunte" beschimpft zu werden, das geht auf den Pausenhöfen ganz schnell. Besonders die 14- bis 20-jährigen Jungs gelten in den Augen von Anhängern anderer, von demonstrativ breitbeiniger Männlichkeit dominierter Jugendszenen als "schwule" Heulsusen, die keine Freunde haben und sich regelmäßig die Arme aufritzen.

"Durch die Emo-Bewegung werden klassische Geschlechterrollen aufgelöst", sagt auch der Berliner Jugendforscher Marc Calmbach. Wenn Matthias Neuser durch die Stadt geht, hört er oft "Iih, ein Emo"; einmal wurde er verprügelt.

Die musikalischen Wurzeln

Bis in die neunziger Jahre war Emo in erster Linie eine Bezeichnung für eine Spielart des amerikanischen Hardcore. Vor allem die US-Band Rites of Spring mit dem Sänger Guy Picciotto wollte der aggressiver werdenden Spielart dieser Rockmusik mehr Gefühl entgegensetzen. So entstand der Begriff Emotional Hardcore.

Mit dem neuen Jahrtausend verbanden auch andere Bands Emo-Elemente mit ihrem Stil - es entstanden die Richtungen Emopop, Emorock, Emocore. Heute sind Bands wie Funeral for a Friend, Fall Out Boy und My Chemical Romance in der Szene beliebt.

Emo heute: Mehr als nur Musik

Doch anders als bei älteren Jugendkulturen steht Musik nicht im Mittelpunkt der Bewegung. Aus dem Musikstil wurde eine Mode und eine Einstellung, die Gefühle und Weltschmerz offensiv zur Schau stellt.

"Das heißt nicht, dass wir den ganzen Tag rumheulen oder uns ritzen", widerspricht Matthias Neuser den gängigen Emo-Klischees. "Aber man muss sich doch mit seinen Gefühlen auseinandersetzen, sonst staut sich so ein großes Gefühlschaos an, dass man erst recht nicht weiß, was man machen soll."

Die Anziehungskraft der Emo-Szene

Dass die Szene vieler Anfeindungen zum Trotz einen großen Zulauf hat, liegt nicht zuletzt daran, dass sie auf die Bedürfnisse Pubertierender zugeschnitten ist: Hier darf man noch Kind sein, sich einsam und unverstanden fühlen, alles doof finden. Deshalb sind Emos selten über 20 Jahre alt.

In Foren wie "Emostar" werden neben Styling-Fragen am eifrigsten diese Themen besprochen. Außerdem brummt der Bücher-Thread: Emos sind belesen, "viele sind Gymnasiasten und kommen aus einer akademischen Mittelschicht", weiß Forscher Engelmann.

Mit ihrer gefühligen, in sich gekehrten Art und ihrer Offenheit wirken die Emos auch anziehend auf Jugendliche, die auf der Suche nach sexueller Identität sind. Beschimpfungen wie "Emo is fucking gay" beziehen sich zwar in erster Linie auf das Äußere.

Die virtuelle Emo-Community

Viele Emos finden erst im Internet Gleichgesinnte. "Im Netz sind alle viel offener, später trifft man sich dann auch im echten Leben", sagt die 20-Jährige. Auch ihren Freund, einen Emo aus Bremen, hat Marion in einem Forum kennen gelernt.

Sie arbeitet aktiv in der Szene: Marion organisiert Emo-Treffen und betreibt ein kleines Modelabel, sie stellt Manga-Zeichnungen, Make-up-Anleitungen und dramatisch inszenierte Selbstporträts ins Netz.

Eine Emo-Szene mit verschiedenen Stilen und Ausdrucksformen

Die Entwicklung der Emo-Szene

In Foren diskutiert Marion außerdem, wie sich die Emo-Szene in den letzten Jahren verändert hat. Ein Prozess, der in jeder Jugendkultur irgendwann stattfindet: Die Pioniere von einst machen sich Gedanken über den theoretischen Unterbau ihrer Subkultur.

"Ich glaube, keine andere Kultur hat sich so verändert", schrieb Nutzer "Chibi-Dude" im Januar 2010. Und erhielt von "Glückskind" die Antwort: "Vermutlich hat jeder Emo seine ganz eigene Definition, was Emo für ihn ist."

tags: #emo #jungs #frisuren #anleitung

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen