Elvanse und Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich unterscheidet man vier Formen der Alopezie: erblich bedingter Haarausfall, stressbedingter Haarausfall, diffuser Haarausfall und kreisrunder Haarausfall. Diese Formen können anhand ihrer Ursachen und Symptome voneinander abgegrenzt werden.

Das Haarwachstum verläuft in Zyklen, die sich in drei Phasen gliedern: Wachstumsphase, Übergangsphase und Ruhephase. Etwa 80 % aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase, um sicherzustellen, dass immer genügend Haare vorhanden sind. Bei Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen.

Lisdexamfetamin (Elvanse): Ein Überblick

Lisdexamfetamin, kurz LDX, ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) eingesetzt wird. Es ist ein synthetisch hergestellter Arzneistoff, der zur Gruppe der Betäubungsmittel gehört und deshalb von einem Arzt verordnet werden muss. In Deutschland ist er unter dem Namen Elvanse von der Firma Shire Deutschland GmbH & Co. zugelassen.

LDX ist ein Prodrug, was bedeutet, dass es erst im Körper in seine wirksame Form, Dexamfetamin, umgewandelt werden muss. Die Effekte von Lisdexamfetamin sind erst nach 1-2 Stunden spürbar, wirken aber wesentlich länger, nämlich etwa 12 Stunden lang. Neben ADHS wird LDX auch zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Essstörungen eingesetzt, insbesondere beim sogenannten Binge Eating.

Kann Elvanse Haarausfall verursachen?

Ja, Adderall, ein häufig zur Behandlung von ADHS und Narkolepsie eingesetztes Medikament, kann als Nebenwirkung Haarausfall verursachen. Wie jedes Medikament hat Adderall Nebenwirkungen. Das bedeutet nicht, dass Sie gleichzeitig unter all diesen Symptomen leiden werden, aber es ist wahrscheinlich, dass Sie unter einem dieser Symptome leiden werden, wenn Sie kurz davor stehen, Adderall einzunehmen oder es bereits einnehmen.

Obwohl die Forschung zu Adderall und Haarausfall begrenzt und nicht eindeutig ist, deuten Anekdotenberichte darauf hin, dass einige Personen Haarausfall oder -ausdünnung während der Einnahme von Adderall erfahren haben. In der Dermatologie ist dies als Anagen Effluvium bekannt. In diesem Prozess wird die Talgdrüse selbst nicht beeinflusst, und es gibt keine Entzündung oder Veränderung ihrer Aktivität. Es liegt jedoch ein Trauma oder Stress auf dem Haar aufgrund der Medikamente vor.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Mögliche Mechanismen:

  • Beeinflussung der Haarwurzeln: Wirkstoffe können in die Haarwurzeln gelangen und das Haarwachstum bremsen oder stoppen.
  • Stress: Medikamente können Stress verursachen, der sich negativ auf das Haarwachstum auswirken kann.
  • Nährstoffmangel: Appetitlosigkeit, eine häufige Nebenwirkung von Elvanse, kann zu Nährstoffmängeln führen, die Haarausfall begünstigen.

Andere Medikamente als Ursache für Haarausfall

Neben Elvanse können auch andere Medikamente Haarausfall verursachen:

  • Beta-Blocker: Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben.
  • Schmerzmittel (Ibuprofen): Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.
  • Blutverdünner (Heparin): Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall.
  • Retinoide: Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen.
  • Antidepressiva: Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, können dazu führen, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt.

Was tun bei Haarausfall durch Elvanse?

Wenn Sie während der Einnahme von Elvanse Haarausfall bemerken, gibt es verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können:

  1. Gespräch mit dem Arzt: Besprechen Sie das Problem mit Ihrem behandelnden Arzt. Oft kann ein anderes Medikament verschrieben werden, oder die Dosis kann angepasst werden.
  2. Alternative Schmerztherapien: Wenn Schmerzmittel eine Ursache für den Haarausfall sind, können alternative Schmerztherapien in Betracht gezogen werden.
  3. Haarpflege: Verwenden Sie ein geeignetes Shampoo gegen Haarausfall, das die Kopfhaut pflegt und das Haarwachstum fördert. Ein Coffein Shampoo kann die Durchblutung der Kopfhaut anregen und die Haarwurzeln schützen.
  4. Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, die für das Haarwachstum wichtig sind. Vitamin D kann helfen, Stress abzubauen und Entzündungen zu reduzieren.
  5. Medikament absetzen oder Dosis senken: Ihr Arzt wird Ihnen wahrscheinlich raten, das Medikament abzusetzen oder die Dosis zu senken. Sobald das Medikament abgesetzt oder die Dosis gesenkt wird, ist der Haarausfall komplett umkehrbar.

Wichtige Hinweise

Lisdexamfetamin ist ein Arzneistoff, der ADHS-Patienten nur nach umfassender Diagnosestellung gegeben werden darf. Es muss ausgeschlossen werden, dass Herz-Kreislauf-Probleme wie Bluthochdruck oder ein grundständig schneller Puls bestehen. Während der Behandlung sollte dies weiter überwacht werden, zusätzlich zum psychischen Zustand des Patienten.

Es ist wichtig, alle Medikamente, die Sie einnehmen, Ihrem Arzt mitzuteilen, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) dürfen nicht zeitgleich mit Lisdexamfetamin eingenommen werden.

Fazit

Haarausfall kann eine belastende Nebenwirkung von Medikamenten wie Elvanse sein. Durch eine sorgfältige Abklärung der Ursachen und eine angepasste Behandlung können die Symptome jedoch oft gelindert oder beseitigt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die beste Vorgehensweise für Ihre individuelle Situation zu finden.

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