Eisenmangel und Haarausfall: Ursachen, Behandlung und Dauer

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen einer Blutarmut. Von einer Eisenmangelanämie ist nach Schätzungen knapp ein Drittel der Weltbevölkerung betroffen. Typische Symptome sind Müdigkeit, Blässe und ein allgemeines Schwächegefühl, weil die Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden. Aufgrund des Mangels an Eisen kann das Knochenmark nicht ausreichend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) herstellen. Bei Blutarmut werden die Organe unzureichend mit Sauerstoff versorgt.

Eisenmangel ist leicht behandelbar - so können Sie sich schnell wieder wohl und schön fühlen. Eisenmangel kann Haarausfall verursachen. Wir ermitteln die Ursachen und beraten Sie zu geeigneten Behandlungsmöglichkeiten.

Eisen: Mangel oder Überladung? Der entscheidende Leitfaden gegen teure Fehler

Ursachen von Eisenmangel

Eisenmangel entsteht, wenn der Eisenbedarf höher ist als die Eisenaufnahme. In Europa ist ein chronischer Blutverlust die häufigste Ursache:

  • Menstruation: Der Verlust von Eisen mit der Regelblutung (Menstruation) ist die häufigste Ursache für einen Eisenmangel bei Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt: Blutungen im Magen-Darm-Trakt gehören zu den häufigsten Ursachen einer Eisenmangelanämie bei Männern und bei Frauen nach den Wechseljahren. Sie können sich aufgrund einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis), von Magen-Darm-Geschwüren (Ulkuskrankheit) oder Hämorrhoiden entwickeln.
  • Dialyse: Von Nierenerkrankungen Betroffene verlieren durch die Dialyse knapp 2,5 Liter Blut pro Jahr.

Bei einem Eisenmangel leert der Körper zunächst seine Eisenspeicher. Erst wenn diese Reserven erschöpft sind, entwickelt sich eine Blutarmut.

Eisenmangel und Haarausfall

Wenn im Körper ein Eisenmangel herrscht, wird das Eisen zuerst den "unwichtigen" Körperteilen wie Haaren und Nägeln vorenthalten - zugunsten lebenswichtiger Organe und Organfunktionen. Unsere Haarfollikel sind jedoch sehr aktive Zellen, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen. Unser Haar wächst ständig - und dafür sind ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente notwendig. Diese werden für viele verschiedene Enzyme der DNA-Synthese benötigt. Eines davon ist zum Beispiel die Ribonucleotid-Reduktase, die für ihre Funktion genügend Eisen benötigt. Sind die Haarfollikel nicht ausreichend mit Eisen versorgt, können sie sich nicht vermehren und sterben ab.

Studien zufolge kann Eisenmangel unterschiedliche Formen des Haarausfalls begünstigen: Anlagebedingten Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, diffusen Haarausfall oder telogenes Effluvium (zu frühes Eintreten der Ruhephase). Denn Haarzellen benötigen das Eisen für die DNA-Synthese und für ein ungestörtes Haarwachstum.

Der Haarzyklus

Die erste Phase ist die Wachstumsphase, bei der die Haare im Haarfollikel gebildet werden und dann länger und dicker werden. Es folgt die Übergangsphase. In der Haarwurzel findet keine Zellteilung mehr statt, sie wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und das Haarwachstum endet. Dann beginnt der Haarzyklus von neuem und lässt ein neues Haar aus dem Follikel wachsen. Ist der Haarzyklus gestört, zum Beispiel durch eine verkürzte Wachstumsphase, kann es zu Haarausfall kommen. Normalerweise fallen jeden Tag bis zu 100 Haare aus. Hat man den Eindruck, ungewöhnlich viele Haare zu verlieren, kann ein Trichogramm Aufschluss geben. Dazu werden 50 bis 100 Haare aus dem vorderen (frontalen) und hinteren (okzipitalen) Bereich des Kopfs entfernt und untersucht. Man kann damit Aussagen über das Wachstumsverhalten der Haare treffen und über die Intensität des Haarausfalls, aber nicht über seine Ursachen.

Symptome von Eisenmangel

Es dauert meist eine Weile, bis ein Eisenmangel symptomatisch wird. Solange nur das Speichereisen abnimmt, aber noch genügend Eisen für den akuten Verbrauch zu Verfügung steht, merkt man nichts davon. Typische Symptome:

  • Trockene Haut
  • Juckreiz
  • Schmerzen auf der Zunge
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Rissige Mundwinkel

Diagnose von Eisenmangel

Bei Verdacht auf Eisenmangel wird die Hausärztin oder der Hausarzt eine Klärung der Ursachen einleiten. Wichtig ist vor allem die ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) mit Dokumentation der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme. Bei jungen Frauen sollte die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Regelblutung dokumentiert und bei älteren Menschen nach Blutungen aus Magen-Darm-Trakt oder Harn- und Geschlechtsorganen gefragt werden.

Um einen Eisenmangel festzustellen, reicht eine Blutabnahme aus. Darin werden verschiedene Parameter bestimmt, die ein Abbild des Eisenhaushalts geben. Man bestimmt die Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen und deren Gehalt am Blutfarbstoff Hämoglobin. Zusätzlich kann man schauen, ob die Bildung der Blutkörperchen funktioniert und die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, die Retikulozyten, ausreichend gebildet werden. Ein Abbild über das Speichereisen gibt das Ferritin - es kann jedoch zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder akuten Infekten trotz Eisenmangel erhöht sein. Über das Transferrin und die Transferrinsättigung lässt sich ablesen, ob der Körper seine Rezeptoren zur Eisenaufnahme hochgefahren hat.

Behandlung von Eisenmangel

Der Mensch muss Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Eine ausgewogene Ernährung enthält meistens ausreichend Eisen, um den Tagesbedarf von 10 bis 15 Milligramm zu decken. Doch der Körper kann über die Zellen im Darm nur fünf bis zehn Prozent des Eisens aus der Nahrung resorbieren. Der Rest wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Das im Fleisch enthaltene Häm-Eisen kann der Körper dabei besser aufnehmen als Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Gemüse, Kräuter und Obst enthalten insgesamt weniger Eisen.

Ernährungsumstellung

Liegt der Eisenmangel an der Ernährung, kann eine Ernährungsumstellung helfen. Insbesondere Fleisch enthält viel Eisen, vor allem Hirsch, Rind oder Schwein. Ganz oben auf der Liste stehen aber tierische Innereien: In 100 Gramm Entenleber sind 30 Milligramm Eisen enthalten! Für wen Fleisch oder Innereien keine Option sind, der kann sich zum Beispiel an Haferflocken oder Weizenkleie halten. Zum Mittagessen kommen Sojabohnen oder Quinoa als Eisenlieferanten infrage. Da der menschliche Körper Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter verwerten kann als aus tierischen Quellen, muss eine entsprechend höhere Menge davon gegessen werden.

Es gibt Inhaltsstoffe, die die Eisenaufnahme fördern, und andere, die sie erschweren. Phytinsäure, die beispielsweise in den Randschichten von rohem Getreide oder in unverarbeiteten Sojabohnen vorkommt, und Oxalsäure (etwa in Rhabarber, aber auch in vielen eisenreichen Lebensmitteln wie Mangold, Mandeln, Spinat, Weizenkleie) können das Eisen so stark binden, dass es kaum vom Körper aufgenommen werden kann. Vitamin C hingegen verbessert die Aufnahme von Eisen.

Eisenpräparate

Reicht eine Umstellung der Ernährung nicht aus und liegt bereits eine Anämie vor, muss eine Behandlung mit Eisendragees oder Eisentabletten erfolgen. Eisenpräparate sind frei verkäuflich. Trotzdem sollten größere Mengen Eisen auf keinen Fall in Eigenregie ohne Abklärung und ärztlichen Rat eingenommen werden, denn der Körper kann überschüssiges Eisen nicht ausscheiden und speichert es in den Organen. Nebenwirkungen der Eisenpräparate können vor allem Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfälle und auch eine Schwarzfärbung des Stuhls sein. Bei schweren Nebenwirkungen oder einer Unverträglichkeit gegenüber oralen Eisenpräparaten kann Eisen auch über die Vene (intravenös) verabreicht werden.

Wer seinen Eisenbedarf nicht alleine über die Ernährung decken kann, für den kommen Eisentabletten infrage. Diese sind zwar frei verkäuflich, sollten aber trotzdem nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Und sie werden leider nicht selten schlecht vertragen: Sie können zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall führen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Wenn der Eisenmangel behoben ist (je nach Ursache durch eine Ernährungsumstellung, Medikamente etc.) kann den Haarwurzeln noch direkt geholfen werden: Durch eine begleitende PRP Behandlung. Bei einer PRP Behandlung wird Blut des Patienten entnommen und in die einzelnen Bestandteile zerlegt: Erythrozyten, Thrombozytenarmes Plasma, Thrombozytenreiches Plasma sowie PRP (Platelet Rich Plasma). In PRP sind besonders viele Blutplättchen und Nährstoffe enthalten. Die Verabreichung von PRP erfolgt in das subkutane Hautgewebe der betroffenen Bereiche und wird mithilfe einer kleinen Injektionsnadel oder durch eine Mesopistole injiziert. Entdecken Sie, wie Eigenblutplasma das Haarwachstum auf natürliche Weise anregen kann.

Der Eisenmangel kann jedoch auch einen irreparablen Schaden auf Haarwurzeln haben. Sollte der Eisenmangel lange anhalten und schwerwiegend sein, können sich oft nicht mehr alle Haarwurzeln erholen. Wenn sich das Haarwachstum nicht mehr einsetzen sollte, können diese Bereiche mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Hierbei werden einzelne Haarfollikel aus einem geeigneten Spenderareal entnommen und in den betroffenen Regionen wieder eingesetzt.

Dauer der Behandlung

Die Regeneration der Haarwurzeln braucht Zeit. Auch bei optimaler Behandlung kann es 3 bis 6 Monate dauern, bis sich sichtbare Veränderungen zeigen. Entscheidend ist Kontinuität.

Vorbeugung von Eisenmangel

Eine zu geringe Eisenzufuhr liegt meistens an einer vegetarischen oder veganen Ernährung. Eisen ist vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch enthalten. Es gibt auch eisenreiche pflanzliche Nahrungsmittel, insbesondere Hülsenfrüchte wie Linsen, Sojabohnen oder Kichererbsen und Blattgemüse wie Mangold oder Fenchel. Der menschliche Magen-Darm-Trakt kann das Eisen daraus jedoch schlechter aufnehmen als aus tierischen Nahrungsmitteln.

Ein zu hoher Verlust von Eisen liegt meistens an einem Blutverlust. Insbesondere Frauen mit einer langen, häufigen oder sehr starken Regelblutung können relevante Mengen an Eisen verlieren. Aber auch über einen chronischen Blutverlust, zum Beispiel durch Tumore im Magen oder Darm, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder einem Magengeschwür kann viel Eisen verloren gehen.

Für eine verminderte Eisenaufnahme können verschiedene Medikamente, Nahrungsmittel und Erkrankungen sorgen. Sowohl Tee, Kaffee und Milch vermindern die Eisenresorption im Darm als auch manche Medikamente gegen Sodbrennen oder Parkinson. Bei Krankheiten der Darmschleimhaut wie Zöliakie oder chronischem Durchfall kann die Eisenaufnahme ebenfalls vermindert sein.

Die prophylaktische Einnahme von Eisen ist nicht sinnvoll, um einem Haarausfall durch Eisenmangel vorzubeugen. Es gibt viele andere und häufigere Gründe für Haarausfall wie eine genetische Veranlagung, hormonelle Störungen, Stress, Vitaminmangel oder fehlerhafte Schilddrüsenfunktion. Ob ein Eisenmangel für den Haarausfall verantwortlich sein kann, sollte man zunächst durch eine Blutuntersuchung ärztlich abklären lassen.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen. Denn Haarausfall, dessen Ursache in einer anderen Krankheit, Medikamenten oder etwa Stress liegt, ist relativ gut therapierbar.

Die Ursachen von Haarausfall

  1. Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  2. Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Ursachen und Symptome
  3. Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Symptome und Haarausfall Ursachen
  4. Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Symptome und Ursachen
  5. Weitere wichtige Arten von Haarausfall
  6. Haarausfall bei Männern
  7. Haarausfall bei Frauen

Allgemein belastend am Verlust der Haare ist, dass fehlende Haare oft mit Alt sein, fehlender Dynamik und Energie gleichgesetzt werden. Deshalb möchten wir, vom Haar-Team der Fontana Klinik in Mainz, Ihnen dabei helfen, Ihren Haarausfall wirksam zu bekämpfen.

Wichtige Vitamine und Mineralstoffe für gesundes Haarwachstum

Haarausfall kann viele Ursachen haben und ist oft ein Anzeichen dafür, dass dem Körper bestimmte Nährstoffe fehlen oder die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind. Um dem Haarverlust erfolgreich entgegenzuwirken, ist es wichtig, gezielt die Ursachen zu erforschen.

Indem Sie Ihre Ferritin-, Schilddrüsen-, Zink- und Biotinwerte überprüfen lassen, erhalten Sie wertvolle Hinweise darauf, welche Nährstoffe Ihrem Körper fehlen.

Überblick über wichtige Nährstoffe und ihre Bedeutung für das Haarwachstum

Nährstoff Funktion Mögliche Folgen bei Mangel
Ferritin (Eisenspeicher) Speichert Eisen im Körper, wichtig für Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln Haarausfall, besonders bei Frauen
Schilddrüsenhormone (T3 und T4) Regulieren den Stoffwechsel, beeinflussen Haarwachstum und -struktur Dünner werdendes oder ausfallendes Haar bei Über- oder Unterfunktion
Zink Unterstützt den Haarwachstumszyklus, verbessert die Kopfhautgesundheit, beteiligt an der Keratinbildung Verlangsamtes Haarwachstum, geschwächte Haarstruktur
Biotin (Vitamin B7) Stärkt die Haarfollikel, wichtig für die Zellgesundheit Sprödes, brüchiges Haar, verlangsamtes Haarwachstum
Vitamin B12 Wichtig für die Regeneration der Haarfollikelzellen Haarausfall durch Beeinträchtigung der Zellregeneration
Vitamin C Antioxidative Wirkung, schützt Haarzellen vor Schäden, verbessert die Eisenaufnahme Verschlechterte Haarqualität, beeinträchtigtes Haarwachstum
Vitamin D Aktiviert die Haarfollikel, wichtig für den Haarzyklus Verlängerte Ruhephase der Haarfollikel, verstärkter Haarausfall

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