Besonders im Sommer sorgt der Eichenprozessionsspinner (EPS) für Schlagzeilen - nicht nur, weil er unsere Eichen schädigt, sondern vor allem wegen der gesundheitlichen Risiken durch seine Brennhaare. Dieser Artikel hilft Ihnen, den Eichenprozessionsspinner zu erkennen und sich effektiv vor seinen gefährlichen Haaren zu schützen.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, welcher der Population der Schmetterlinge zugeordnet wird und ursprünglich in Mitteleuropa beheimatet ist. Er lebt bevorzugt auf Laubbäumen, meist Eichen. Durch den Klimawandel und dem damit verbundenen Temperaturanstieg breitet sich der EPS immer weiter in Deutschland aus.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind die meiste Zeit ihrer 6-stufigen Entwicklungsphase grau/schwarz gefärbt und können bis zur Verpuppung 4 cm lang werden. Sie tragen lange schwarze Haare, bei denen es sich jedoch nicht um die reizend wirkenden Brennhaare handelt. Die Brennhaare sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und werden von den Raupen erst ab dem 3. Larvenstadium ausgebildet.
Aus diesem Grund ist das akute Risiko mit den Brennhaaren in Kontakt zu kommen für den Menschen während der Raupenfraßzeit ungefähr ab Mai am größten. Hohe Konzentrationen der Brennhaare finden sich auch in den Nestern. Nach der Verpuppung schlüpfen dunkelbraune Falter mit einer Flügelspannweite von bis zu 35 mm.
Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt warmtrockene Bedingungen in lichten Eichenwäldern, Bestandsrändern und Einzelbäumen. Er kommt häufig in Kombination mit anderen Eichenschädlingen vor. Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wärmeren Frühjahrsmonaten ist eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten.
Die Eier des Eichenprozessionsspinners werden im Vorjahr im oberen Kronenbereich von Eichen gelegt und von dem Weibchen mit eigenen Schuppen grau getarnt. Die Raupen schlüpfen je nach Witterung im April oder Mai und durchlaufen bis zur Verpuppung zum Falter sechs Entwicklungsstadien. Dabei fressen sie austreibende Blätter und leben in Verbänden. Ungefähr Mitte Juni ziehen sich die Raupen in Gespinstnester zurück und gehen von dort auf Nahrungssuche, die Verpuppung beginnt ab Ende Juni/Anfang Juli.
Neben der Tatsache, dass der EPS ein Pflanzenschädling ist, stellt sein Raupe auch für die tierische und menschliche Gesundheit eine Gefahr dar. Die Raupe des EPS ist sehr gut an den Brennhaaren und des typischen Nestern zu erkennen.
Die erwachsenen Falter fliegen zwischen Juli und September, sind nachtaktiv und relativ unauffällig: graubraun mit einer Flügelspannweite von etwa 25-30 mm.
Nötig ist dieser Einsatz, da die Raupen ab dem dritten von sechs Larvenstadien Brennhärchen entwickeln, die das für Mensch und Tier schädliche Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Je nach Wetter erreichen die Raupen das Stadium Ende April beziehungsweise Anfang Mai. Im Laufe der Entwicklung bekommen sie zunehmend mehr Härchen, bis sie sich Ende Juli verpuppen. In dieser sogenannten Raupenfraßzeit ist die Gefahr am größten. Die Haare überdauern jedoch die Raupen, zum Beispiel in ihren Nestern oder auf den Flügeln der entwickelten Falter. Da sie ihre giftige Wirkung nicht verlieren, geht auch später im Jahr eine Gefahr von ihnen aus.
Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupen enthalten das Nesselgift Thaumetopein, das beim Menschen folgende Reaktionen auslösen kann:
Die Haare werden durch Wind über große Distanzen verbreitet und bleiben lange aktiv - auch auf Kleidung oder im Unterholz.
Wenn durch die oben beschriebenen symptomatischen Erscheinungen der Verdacht besteht, mit einem EPS in Berührung gekommen zu sein, sollte möglichst unverzüglich der Hausarzt aufgesucht und dieser auf den Verdacht hingewiesen werden. Darüber hinaus sollten folgende Sofortmaßnahmen nach einem Kontakt mit Raupenhaaren ergriffen werden:
Achtung: ein einmal zum Entfernen von EPS-Haaren eingesetzter Staubsauger verteilt über lange Zeit diese bei jeder Benutzung neu
Die jeweiligen Eigentümer eines befallenen Grundstücks sind immer verantwortlich für die Bekämpfung des EPS. Beim Auffinden eines stark befallenen Gebietes von EPS, muss direkt die jeweilige Wohnortgemeinde informiert und über die weiteren Schritte beraten werden.
Es besteht Verwechslungsgefahr mit der Raupe Gespinstmotte, die dem EPS zwar ähnlich sieht und ebenfalls großflächige Gespinste/Nester anlegt, jedoch im Gegensatz zum EPS für Menschen völlig ungefährlich ist. Ein optischer Unterschied ist, dass die Raupen des Eichenprozessionsspinners stark behaart sind, während die Raupen der Gespinstmotte keine Haare hat.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Nester: Die Nester der Eichenprozessionsspinner sind flach und weiß, wobei die Nester der Gespinstmotten an verschiedenen Bäumen und Sträuchern vorkommen und unterschiedliche Formen und Farben aufweisen. Teilweise spinnen die Gespinstmotten ganze Bäumer oder Sträucher ein, während Eichenprozessionsspinner ihre Nester eher beutelförmig am Stamm des Baumes bilden.
| Merkmal | Eichenprozessionsspinner | Gespinstmotte |
|---|---|---|
| Gefahr für Menschen | Gesundheitsschädlich (Brennhaare) | Ungefährlich |
| Aussehen der Raupen | Stark behaart | Keine Haare |
| Aussehen der Nester | Flach und weiß, am Stamm | Verschiedene Formen und Farben, an verschiedenen Bäumen und Sträuchern |
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