Dunkle Haare, helle Haut: Herkunft und Ursachen

Die Kombination aus dunklen Haaren und heller Haut ist ein faszinierendes Merkmal, dessen Ursprünge in der menschlichen Evolution und Genetik liegen. Die Vielfalt der Haar- und Hautfarben ist das Ergebnis komplexer genetischer Prozesse und Anpassungen an unterschiedliche Umweltbedingungen.

Verteilung der Hautfarbe weltweit

Genetische Grundlagen der Haarfarbe

Die menschliche Haarfarbe ist bekanntlich Veranlagungssache. Eine Studie ermöglicht Einblicke in die genetischen Grundlagen dieses Merkmals und dokumentiert die erstaunliche Komplexität, die den Variationen zugrunde liegt: Die Forscher identifizierten 124 Gene, die eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Haarfarbe spielen. Eigentlich gibt es nur zwei Grundfarben:

  • Eumelanin: Bestimmt die braunen und schwarzen Haartöne.
  • Phäomelanin: Prägt blonde und rote Haarfarben.

Dass das Erbgut die natürliche Haarfarbe bestimmt, wird bei eineiigen - also genetisch gleichen - Zwillingen deutlich: Sie besitzen stets die gleiche Haarfarbe. Genetische Studien haben auch bereits einige Erbanlagen aufgedeckt, die mit der Haarfarbe in Zusammenhang stehen. Um ihnen auf die Spur zu kommen, hat ein internationales Forscherteam eine sogenannte Genomweite Assoziationsstudie durchgeführt. Sie nutzten dazu eine Datenbank mit genetischen Informationen von rund 300.000 Menschen europäischer Abstammung.

Genetische Grundlagen der Haarfarbe

Auf diese Weise identifizierte das Team 124 Gene, die an der Entwicklung von Haarfarben beteiligt sind. Von mehr als 100 war zuvor keine Verknüpfung mit Pigmentierungen bekannt. Die Fülle an genetischen Einflussfaktoren erklärt aber, warum die bisher bekannten Erbanlagen kaum Voraussagen über die Haarfarbe eines Menschen anhand seines Erbguts ermöglicht haben. Wie sie berichten, können sie anhand der genetischen Merkmale nun sehr genau bestimmen, ob jemand rötliches oder schwarzes Haar hat. Bei Blond- und Brauntönen bleibt die Zuordnung hingegen weiterhin unsicher.

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Evolutionäre Anpassung und Vitamin D

In der Evolutionsgeschichte waren die entsprechenden Merkmale der Haarfarbe an die geografische Verbreitung der Menschen geknüpft. Im Zuge der Entwicklung zu heller Hautfarbe in Europa entstanden auch die Variationen bei den Haarfarben. Unser engster tierischer Verwandter, der Schimpanse, hat unter seinem Fell helle Haut. Als es dann vor zwei Millionen Jahren zur Entstehung des Homo erectus kam, könnte dieser sein Fell verloren haben.

Ohne Fell war die Haut aber exponiert und so wurde wohl damals vermutlich schon Hautkrebs zum Problem. Überlebt haben Menschen, die dunkle Haut bekommen und so besser vor der Sonne geschützt waren. Diese Menschen verbreiteten sich aus Afrika kommend im Rest der Welt. Nun könnte man schlussfolgern: Je weniger Sonne schien, desto mehr Vitamin D musste der Mensch produzieren und die Haut wurde heller.

Noch vor ca. 10 - 20.000 Jahren waren die Menschen in Europa dunkelhäutig. Das bedeutet aber nicht, dass die Menschen vorher Vitamin D-Mangel hatten. Stattdessen wurde mehr Vitamin D von den Jägern und Sammlern über die Nahrung aufgenommen. Im Laufe der Zeit wurden die Menschen sesshaft. Wären sie Jäger und Sammler geblieben, wäre unsere Haut in Mitteleuropa heute wahrscheinlich in etwa so dunkel wie bei Menschen in Nordafrika.

Genetisch sind für unsere helle Hautfarbe zwei zufällige Mutationen aus Anatolien und Osteuropa verantwortlich. Trotzdem stimmt: Hellere Haut bedeutet mehr Vitamin D aus Sonnenlicht. Deswegen wird die Haut von Menschen in Europa auch in der Regel immer heller, je nördlicher man reist.

Melanin und UV-Schutz

Die Einwirkung der UV-Strahlung gehört quer durch alle Hautfarben hindurch zu den wichtigsten Faktoren für die Hautgesundheit. UV-Strahlung hinterlässt bei heller Haut größere Spuren. Dunkle Haut weist einen stärkeren natürlichen UV-Schutz auf. Der durchschnittliche UVB-Schutzfaktor beträgt ca. 13, bei heller Haut ca. Hautkrebs kommt bei dunkler Haut seltener vor. Alle Hauttypen benötigen in der Sonne einen speziellen Schutz.

UV-Strahlung und Hautkrebs

Hyperpigmentierung und Hautprobleme

Obwohl bei allen Hautfarben Pigmentstörungen auftreten können, sind sie bei Personen asiatischen, lateinamerikanischen oder afrikanischen Ursprungs am häufigsten, stärker sichtbar und besonders problematisch. Dunkle Haut neigt zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung, die durch eine übermäßige Melaninbildung verursacht wird und bei dunkler Hautfarbe sichtbare Flecken hinterlässt. Sonnenbedingte Altersflecken (Lentigo solaris) stechen bei weißer und asiatischer Haut stärker hervor als bei dunkler Haut.

Hyperpigmentierung bezeichnet Hautpartien, die dunkler sind als der Rest Ihres Teints. Wie bereits erwähnt, entsteht Hyperpigmentierung, wenn Ihre Haut mehr Melanin als üblich produziert. Es gibt einige häufige Auslöser:

  • Melasma: Symmetrische dunkle Flecken, häufiger bei Frauen aufgrund von Östrogen und Progesteron.
  • PIH (Postinflammatorische Hyperpigmentierung): Entsteht nach Entzündungen wie Akne oder allergischen Reaktionen.
  • Sonnenflecken: Durch wiederholte Sonneneinstrahlung oder Sonnenbrand.

Es gibt verschiedene topische Lösungen gegen Hyperpigmentierung, die die Prozesse unterbrechen, bei denen Pigment in den Melanozyten produziert wird. Dazu gehören:

  • Alpha-Arbutin
  • Niacinamid
  • Vitamin C
  • Retinoide

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede und Merkmale verschiedener Hauttypen zusammen:

Merkmal Helle Haut Dunkle Haut
UV-Schutz Geringer Höher
Hautkrebsrisiko Höher Geringer
Hyperpigmentierung Altersflecken stechen hervor Neigt zu PIH
Vitamin D Produktion Effizienter bei wenig Sonne Benötigt mehr Sonne

Die Schamanin von Bad Dürrenberg

Die Geschichte der Frau, die vor 9000 Jahren in Mitteldeutschland lebte, zeigt, dass die frühen Menschen Europas nicht weiß und blond waren, sondern schwarze Haut, schwarze, glatte Haare und blaue Augen hatten. Erst mit der Einwanderung von Ackerbauern aus dem Nahen Osten vor etwa 6000 Jahren, die helle Haut und braune Augen hatten, vermischte sich die Urbevölkerung und die weiße Haut wurde dominant.

Die Analyse ihres Skeletts ergab, dass sie wohlgenährt und laktoseintolerant war. Ihre Leute machten der Frau ein Dasein als berufsmäßige Schamanin und Heilerin möglich. Sie war also eine der ersten Spezialistinnen.

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