Du hast die Haare schön: Bedeutung und Hintergründe eines Ohrwurms

Haare sind keinesfalls zur Nebensache geworden, auch wenn der Mensch im Laufe der Evolution viel von seiner Behaarung eingebüßt hat. Nicht nur für Frisöre sind sie die Hauptsache. Was immer Menschen im Laufe der Geschichte mit ihrem Haar angestellt haben: Es hatte immer etwas zu bedeuten.

Allongeperücken, ca. 1715. Gemälde von Nicolas de Largillière.

In der Antike trug man es gern lang; bei Frauen galt dies als Schönheitsideal, bei Männern als ein Zeichen von Stärke und Mut. Bei den Germanen war das Abschneiden des Nackenhaares eine Strafe für eine Missetat. Der französische König Ludwig XIII. versteckte sein frühzeitig kahl gewordenes Haupt unter einer Perücke, sein Sohn Ludwig XIV tat es ihm gleich, nur dass seine Perücke ungleich prächtiger war und zum modischen Vorbild für den gesamten europäischen Adel wurde - und zum Statussymbol.

Die Bedeutung von Haaren in Redewendungen

Unzählige Redewendungen ranken sich ums Haar, vom berühmten „Haar in der Suppe“ über die äußerst knappe „Haaresbreite“ bis zur ungalanten Feststellung „Das kannst du dir in die Haare schmieren“. Wer sprichwörtlich angewidert ist, dem „kräuseln sich die Nackenhaare“. Wen das Entsetzen packt, dem „sträuben sich die Haare“, wenn sie ihm nicht gar „zu Berge stehen“.

Die Angewohnheit, Menschen nach ihrem Äußeren zu beurteilen, führte zu abwertenden Redensarten wie „krauses Haar, krauser Sinn“, „wirres Haar, wirrer Verstand“ und „lange Haare, kurzer Verstand“.

"Du hast die Haare schön" - Mehr als nur ein Lied

Im Lied Du hast die Haare schön von Mickie Krause dreht sich alles um das Thema Haarpflege und die Freude, schön frisiert zu sein. Der Protagonist, ein Friseur, singt über die positiven Aspekte eines Friseurbesuchs. Krause lädt die Hörer dazu ein, den Friseur nicht zu meiden und sich eine Auszeit zu gönnen, um die Haare schneiden, waschen und stylen zu lassen. Es wird betont, dass eine gute Frisur nicht nur äußerlichen Charme verleiht, sondern auch das innere Wohlbefinden steigert. Das Lied vermittelt eine heitere Atmosphäre, indem es die einfache Freude am Aussehen und die kleinen Dinge im Leben feiert - wie ein schöner Haarschnitt und ein gemütliches Bier danach. Der Friseur wird als eine Art Lebenshelfer dargestellt, der nicht nur Haare schneidet, sondern auch für Entspannung sorgt. Durch seine eingängige Melodie und den fröhlichen Text lädt das Lied dazu ein, mitzusingen und das Leben mit einem Lächeln zu genießen.

Der Ohrwurm „Du hast die Haare schön“ ist der Hit eines Friseurmeisters. Ursprünglich als PR-Gag für den Salon gedacht, ist er der neue König von Mallorca.

Friseurmeister und Schlagersänger in einem kommt nicht so oft vor. Im Salon als Tim Bibelhausen bekannt, performt er unter anderem auf Mallorca als Tim Toupet. Nach seiner Friseur-Ausbildung und dem Abschluss zum Meister eröffnete er seinen Salon "Hair Concept" in Pulheim (Nordrhein-Westfalen). Mit dieser Vorgeschichte ist es naheliegend, dass sein erster Hit „Du hast die Haare schön“ lautete. 2015 war der Ohwurm wochenlang in den deutschen Charts vertreten. Weitere Mallorca-Hits wie „Ich bin ein Döner“ oder das „Fliegerlied“ folgten.

Tim Bibelhausen: Den Salon Hair Concept hatte ich 1996 mit einer Partnerin eröffnet. Ich bin noch immer stiller Teilhaber des Salons und meine Geschäftspartnerin leitet das Geschäft aktiv vor Ort.

TB: Auf der Bühne war ich schon vorher, weil ich als Akteur für Toni&Guy on stage war. Ich hatte damals viele prominente Kunden aus der Schlagerszene, wie Michelle oder Matthias Reim. So kam alles ins Rollen. Das Lied "Du hast die Haare schön" war ursprünglich als PR-Kampagne für den Salon geplant.

TB: Ich war schon immer sehr umtriebig und hatte vor meinem Friseur-Salon eine Diskothek geführt. Davor habe ich den Zick Zack Scheitelkamm entwickelt, patentieren lassen, produziert und vermarktet. Mit dem Singen habe ich es anfangs nicht so ernst gemeint, aber ich habe dann die Chance genutzt und jetzt pendle ich zwischen Mallorca wo ich meine Auftritte im Bierkönig habe und Deutschland.

TB: Ich bin in 3. Generation Friseurmeister, nach meinem Opa und Vater. Für mich ist es der schönste und spannendste Beruf, weil man in kurzer Zeit so viel wundervolles umsetzen kann.

Schlager Total 2010: Tim Toupet und Lorenz Büffel (Fun Interview) TV.NEWS-on-Tour.de

Friseurhandwerk aus Leidenschaft: Salon Hessmann

Ein Friseur, auch Frisör, Hairstylist oder Coiffeur, ist eine Fachkraft für die Pflege des Kopfhaares und die Gestaltung der Frisur. So sagt es zumindest Wikipedia, wenn Mann oder Frau im Internet nach der Bedeutung des Begriffes sucht. Der Beruf des Friseurs, früher hieß es auch schon mal Friseuse, ist eine klassische Frauendomäne. Der Frauenanteil bei Ausbildung und Berufsausübung liegt bei 80 Prozent.

Ein besonderes Jubiläum

In Saalhausen und weiteren Orten im Sauerland ist der Friseursalon Hessmann ein Begriff für den Beruf des Friseurs. Dahinter steht in diesem Fall ein engagiertes Team um Margret und Friedbert Hessmann. Die feierten vor einigen Wochen zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zahlreichen Kundinnen, Kunden, Freunden und Verwandten das 90 + 1-Firmenjubiläum.

Adalbert Hessmann hatte vor 96 Jahren in Attendorn erfolg reich das Friseurhandwerk erlernt. Am 6. August 1931 machte er sich mit gerade mal 19 Jahren in den Räumen seiner Mutter, der Putzmacherin Anna Hessmann, als Damen- und Herrenfriseur selbständig. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Friseur 1940 als Soldat eingezogen. Erst 1948 kehrte er nach vierjähriger Gefangenschaft in seine Heimat zurück. Gemeinsam mit seiner Frau Maria, die ihn mit Rat und Tat unterstützte, übte er seinen Beruf im eigenen Geschäft weiter aus. Am 6. Juni 1951 schloss er erfolgreich die Meisterprüfung ab und konnte damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen und ausbilden.

Zweite Generation

Im April 1963 beginnt Sohn Friedbert eine Ausbildung beim Friseurmeister Franz Tillmann in Grevenbrück. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters Adalbert im Jahre 1963 übernimmt Tochter Bärbel mit 21 Jahren als jüngste Meisterin in NRW den Friseursalon der Eltern. Friedbert legt 1971 die Meisterprüfung ab und übernimmt das Geschäft von seiner Schwester. 1973 heiratet er Margret Henkel aus dem benachbarten Arpe. Sie ist ebenfalls vom Friseurberuf angetan und legt 1976 ihre Gesellenprüfung ab.

Begeisterung und Leidenschaft

Margret und Friedbert Hessmann sind mit Begeisterung in ihrem Element. Das Friseurgeschäft wird umgebaut, es wird angebaut, die Geschäftsräume werden stetig modernisiert und der Betrieb wird auf den neuesten Stand gebracht. Dabei legt das Ehepaar großen Wert darauf, den Stil des alten Fachwerkhauses zu bewahren. 1988 erweitert der Friseurbetrieb Hessmann durch die Eröffnung einer Filiale in Bad Fredeburg seinen Radius. Es folgen Niederlassungen in Schmallenberg (1980), Würdinghausen (2004), Medebach, Eslohe und Bödefeld (2007), Bestwig (2010), Rönkhausen (2012), Fretter (2013), Remblinghausen (2018) und, ganz neu, Meschede (2022). Mit insgesamt 31 Friseurinnen leiten Margret und Friedbert Hessmann inzwischen einen Betrieb von beachtlicher Größe.

Ort Eröffnungsjahr
Bad Fredeburg 1988
Schmallenberg 1980
Würdinghausen 2004
Medebach, Eslohe, Bödefeld 2007
Bestwig 2010
Rönkhausen 2012
Fretter 2013
Remblinghausen 2018
Meschede 2022

Das Angebot reicht von der typengerechten Beratung, dem guten Haarschnitt, Dauer- und Volumenwellen bis zu modernen Colorationen und Strähnchentechniken aller Art. Margret Hessmann: „Wichtig ist die richtige Haarpflege.“ Außerdem bieten der Jubiläums-Friseursalon Hessmann dekorative und pflegende Kosmetik sowie Braut- und Festfrisuren an. „Das alles ist nur mit einem gut ausgebildeten und geschulten Team möglich“, ergänzt Friedbert Hessmann.

Der erhielt übrigens vor einem Jahr von der Handwerkskammer in Arnsberg den goldenen Meisterbrief. Was wiederum bestätigt: Handwerk hat goldenen Boden.

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