Männerhaare lassen sich am einfachsten und besten mit Haargel oder Haarwachs stylen. Dabei sollte man aber nicht nur auf das Ergebnis achten, sondern auch auf die Inhaltsstoffe. Haargel und Haarwachs bändigen die Frisuren der Männer, egal ob glänzende Gel-Tolle oder lässiger Style.
Eine Statista-Umfrage belegt, dass 41 Prozent der Männer ihre Haare täglich oder fast jeden Tag stylen. Bei Männern unter 30 Jahren sind es sogar 54 Prozent.
Öko-Test hat sich daher einmal die Inhaltsstoffe von 50 Haargelen und Haarwachsen näher angeschaut. Dabei kam heraus, dass es in jeder Preisklasse sehr gute Produkte gibt - aber Vorsicht, 15 Haargele und Haarwachse sind so gar nicht für den perfekten Style geeignet. Sie schmieren wegen bedenklicher Inhaltsstoffe in der Wertung auf die Noten "ungenügend" und "mangelhaft" ab.
Die Tester haben die Inhaltsstoffe von insgesamt 50 Produkten unter die Lupe genommen, zwölf davon sind zertifizierte Naturkosmetika. So fiel das Ergebnis aus:
Unter den Testsiegern sind elf der Naturkosmetika, darunter auch günstige Eigenmarken wie "Alverde Styling-Gel Bio-Lotusblüte Bio-Violetter Reis, 4" der Drogeriemarktkette dm. Dieses Gel kostet 1,95 Euro pro 150 Milliliter.
Auch herkömmliche Kosmetik wurde als "sehr gut" eingestuft. Mit "John Masters Organics Hair Paste, Medium Hold" ist auch eines der teuersten Testprodukte unter den Testsiegern. Das Stylingprodukt kostet 65,66 Euro pro 150 Millilitern.
Ein Gel, das als Naturkosmetik zertifiziert ist, stuft "Öko-Test" aber nur als "befriedigend" ein. Das "Intelligent Nutrients Styling Gel" (38 Euro pro 150 Milliliter) enthält den Duftstoff Cinnamal. Er löst vergleichsweise oft Allergien aus.
Andere Produkte enthalten weitere problematische Düfte. Künstliche Moschusdüfte sind problematisch, da sie sich im menschlichen Fettgewebe anreichern können. Zwei Haarstylingprodukte enthalten auch den Stoff Lilial und fallen unter anderem deshalb durch den Test.
Lilial steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Pflegeprodukte im Öko-Test: 15 Artikel fallen gnadenlos durch. Wer jetzt dachte, schlechter wird es nicht mehr, wird enttäuscht. 30 Prozent der untersuchten Produkte enttäuschen mit ihren Gesamturteilen. 15 getestete Produkte erhalten die Noten "mangelhaft" und sogar "ungenügend".
Der Spitzenreiter der Verlierer ist das "Axe Styling Adrenaline Extreme Look Creme Gel". Das Produkt, welches die Haare eigentlich strahlen lassen soll, legt in der Praxis einen eher haarsträubenden Auftritt hin. Stellvertretend dafür, wie ein Stylingprodukt nicht sein sollte, stecken dort bedenkliche Konservierungsmittel, umstrittene Duftstoffe und umweltschädliche Kunststoffverbindungen drin. Damit ist das Produkt nicht allein.
Der Haarexperte Wella enthält in seinem Produkt "Wella Shockwaves Ultra Strong Power Hold Gel Styler 5" ebenfalls einen bedenklichen Konservierungsstoff, der nach und nach Formaldehyd freisetzt. Dieser Stoff kann Allergien auslösen und reizt zudem schon in geringer Menge die Schleimhäute. Alternativen zeigen, dass es andere Wege gibt Kosmetik frisch zu halten ohne die Gesundheit zu gefährden.
In der Kritik stehen aber nicht einzig und allein die Konservierungsstoffe. Auch Paraffine und Silikone sowie mineralölbasierte Fette und Wachse sind mit Vorsicht zu genießen.
Viele der getesteten Stylingprodukte zeichnen sich durch einen markanten Duft aus. Doch was einerseits gut riecht, kann unter Schadstoffaspekten anrüchig sein. Wie zum Beispiel künstliche Moschusdüfte, die in vier Hairstylings nachgewiesen wurden, denn sie reichern sich im menschlichen Fettgewebe an.
Am häufigsten kritisiert Öko-Test Kunststoffverbindungen. Über zwei Drittel der Hairstyling-Produkte enthält synthetische Polymere. Diese Stoffe machen zwar das Haar standfester, sind aber ein Problem für die Umwelt. Sie können schwer abbaubar sein und mit dem Klärschlamm in die Umwelt gelangen.
Ein weiteres und durchaus größeres Problem mineralölbasierter Fette und Wachse wie Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Vaseline oder Ceresin ist, dass sie mit aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sein können. Denn darunter können sich auch Verbindungen befinden, die unter Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Im Labor wurde in neun Produkten MOAH festgestellt, darunter vor allem in Haarwachsen und Haarpasten.
„Haargel ist heute wieder ein Thema, anders als noch vor wenigen Jahren“, sagt Steven Meth vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. „Stylingprodukte dürfen im Haar wieder sichtbar sein. Im Moment sieht man Gel auch bei langem Haar auf dem Laufsteg.“ Deutschlandweit greifen rund vier Millionen Menschen mehrmals pro Woche zu Haargel, ergab eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse. Meist sind es Männer.
Von Haargel erwarten wir, dass es die Haare formt, aber nicht verklebt oder beschwert. Und dass es Wind und Wetter trotzt, aber leicht auswaschbar ist. Die Gele im Test protzen vor allem mit Versprechen zur Haltbarkeit: „24 h ultra starker Halt“ heißt es etwa bei L‘Oréal, „ohne Rückstände, ohne Verkleben, ohne zu beschweren“ bei Rewe und Penny. Auf vielen Tuben steht ein Haltegrad, der zeigen soll, wie stark das Gel ist. Im Test reicht er von 4 bis 8. Nutzern hilft er nur begrenzt: Es gibt keine einheitliche Definition.
Alle Haargele enthalten wasserlösliche Polymere, auch Filmbildner genannt. Diese Kunststoffe sorgen erst für die gelartige Konsistenz der Produkte und dafür, dass das Haar fest wird. Sie werden mit Lösemitteln wie Wasser oder Alkohol kombiniert. Wenn die Lösemittel verdunsten, setzen sich die Polymere am Haar ab, überziehen es wie ein feines Netz und härten aus.
Die ökologischen Auswirkungen der Polymere sind unzureichend erforscht und schwer abzuschätzen. Darum haben wir die verwendeten Polymere nicht bewertet. Umweltbewusste Nutzer können zu den zwei Naturkosmetik-Gelen im Test greifen. Sie verwenden natürliche Polymere wie Schellack oder Xanthan Gummi, die durch Mikroorganismen vollständig abgebaut werden können. Beide erwiesen sich als echte Alternative zu konventionellen Haargelen: Die Styling-, Haltbarkeits- und Anwendungsprüfung bestanden sie mit der Note Gut.
Stiftung Warentest hat in der September-Ausgabe 2018 insgesamt 15 Haargele getestet, die einen starken Halt versprachen. Neben der Verpackung und Kennzeichnung nahm Stiftung Warentest die Haargele auch in Bezug auf den kritischen Duftstoff Lilial näher unter die Lupe.
Als Testsieger ging das Produkt "Professional Osis + Rock Hard" von Schwarzkopf (Note: 1,7) mit dem Härtegrad "Ultra strong 4" hervor. Mit diesem Haargel konnte das beste Styling erreicht werden. Sehr gute Ergebnisse erzielte das Produkt auch bei der Haltbarkeit. Der kritische Duftstoff Lilial konnte nicht festgestellt werden.
Den zweiten Platz belegte das Produkt "Balea Men Maximum Power Styling Gel" von dm (Note: 1,8) mit dem Härtgrad "Turbo-Halt 8". Das Haargel bietet sehr guten Halt und verzichtet ebenfalls auf den kritischen Duftstoff Lilial.
Insgesamt vier Haargele sind mit 57 Cent je 100 Milliliter die günstigsten Produkte des Tests - und sie schließen im Vergleich nicht mal schlecht ab.
Besonders hervorzuheben ist hier das Produkt "Kür Styling Haargel Ultimate" von Aldi Süd (Note: 1,9), welches nicht nur besonders günstig ist, sondern gleichzeitig den dritten Platz im Test belegt. Auch hier wird auf den kritischen Duftstoff verzichtet.
Für 57 Cent je 100 Milliliter wurden außerdem "Isana Styling Gel For Men" von Rossmann (Note: 2,6), "Elkos Hair Styling Gel" von Edeka (Note: 2,7) sowie "t. Today Power Gel Extreme Look" von Rewe und Penny (Note: 2,7) getestet.
Verlierer im Haargel-Test: Produkt mit kritischem Duftstoff und schlechtem Halt
Stiftung Warentest entdeckte insgesamt zwei Produkte mit dem kritischem Duftstoff Lilial. Eines davon findet sich auf dem letzten Platz wieder:
Das Produkt "Styling Gel Power" von 3 Wetter Taft (Note: 3,1) bildet das Schlusslicht im Test und konnte vor allem mit seiner Haftung nicht überzeugen. Der enthaltene Duftstoff Lilial führte zu einer weiteren Abwertung.
"3 Wetter Taft Power Styling Gel, 5" (1,55 Euro pro 150 Milliliter) enthält das Parfüm. In dem Gel fanden die Tester unter anderem PEG beziehungsweise PEG-Derivate. Diese können die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen. Das zweite Produkt, das Lilial enthält, ist einer der großen Testverlierer: "Axe Styling Adrenaline Extreme Look Cream Gel, 6" (4,74 Euro pro 150 Milliliter). Das Gel enthält sowohl Lilial als auch künstlichen Moschusduft. Außerdem finden sich darin PEG beziehungsweise PEG-Derivate und Kunststoffverbindungen.
Die Experten von "Öko-Test" untersuchten Inhaltsstoffe der Haarstylingprodukte. Bedenkliche oder schädliche Inhaltsstoffe führten zu schlechteren Noten.
| Produkt | Hersteller | Bewertung (Stiftung Warentest) | Bewertung (Öko-Test) | Enthält Lilial |
|---|---|---|---|---|
| Professional Osis + Rock Hard | Schwarzkopf | 1,7 (Testsieger) | - | Nein |
| Balea Men Maximum Power Styling Gel | dm | 1,8 | - | Nein |
| Kür Styling Haargel Ultimate | Aldi Süd | 1,9 | - | Nein |
| 3 Wetter Taft Styling Gel Power | - | 3,1 (Schlusslicht) | - | Ja |
| Axe Styling Adrenaline Extreme Look Creme Gel | - | - | ungenügend | Ja |
Fazit: Gute Stylingergebnisse lassen sich mit vielen Produkten erzielen, doch im Punkt Haltbarkeit sollten Nutzer lieber realistische Erwartungen haben. Nur zwei Gele hielten die Locken super in Form: ein günstiges aus der Drogerie und ein teureres aus dem Friseurfachhandel.
Vier Haargele werteten wir wegen des Duftstoffs Lilial ab. In Inhaltsstofflisten taucht er unter dem Namen Butylphenyl Methylpropional auf. Grund für die Abwertung: Lilial kann möglicherweise das Erbgut verändern. Im Tierversuch zeigte sich zudem, dass Lilial die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann.
Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel basieren auf Tests und Bewertungen, die zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt wurden. Es ist ratsam, aktuelle Tests und Produktinformationen zu berücksichtigen, bevor man eine Kaufentscheidung trifft.
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