Drafi Deutscher, ein Name, der in der deutschen Musikgeschichte für Innovation, Rebellion und unvergessliche Hits steht. Sein Leben war geprägt von Höhen und Tiefen, von musikalischen Erfolgen und persönlichen Skandalen. Dieser Artikel beleuchtet sein Leben, seine Karriere und sein Vermächtnis.
Drafi Deutscher erlangte in den 1960er Jahren große Popularität. Sein erster Artikel über den jungen Drafi stammt aus dem Jahre 1964. Der Reporter berichtete über einen neuen Star, der noch mit Mutter und Großmutter in der Obdachlosensiedlung Lichterfelde Ost wohnte, obwohl er gerade von seinen Singles "Teeny" und "Shakehands" 100 000 Stück verkauft hatte.
1965 hatte der 19 Jahre alte Sänger ein Gitarrenriff und einen Refrain im Kopf. Der Komponist Christian Bruhn schrieb das Lied zu Ende. Für den Titel bekam Drafi Ärger mit seiner Mutter: "Ihr könnt nicht mal Deutsch. Das muß heißen: Marmor, Stein und Eisen brechen." "Marmor, Stein und Eisen bricht" wurde dennoch ein Hit.
Mehr als das: Eine Hymne, die bis heute wohl jeder Deutsche auch der nachgewachsenen Generationen mitsingen kann. Und sei es nur die Wörter "Dam Dam". Die englische Version "Marble Breaks and Iron Bends" kam sogar in die US-Hitparade. Die DDR hielt das Lied für revanchistisch und verhängte einen Bann.
Als die Mauer dann irgendwann tatsächlich gebrochen war, trat Drafi 1990 im Palast der Republik auf. Den Berliner Dialekt hat der Querkopf Drafi nie abgelegt, obwohl er seit Jahrzehnten vor allem in Norddeutschland und Mallorca lebte.
Drafi Deutscher war bekannt für sein unkonventionelles Verhalten und seine Eskapaden. Schulmädchen sahen ihn dabei. Die Sittenpolizei nahm in fest, und die Presse fand ihr Fressen. Zum Glück war Drafi ein Mann mit vielen Namen. Nicht nur, weil er in den Siebzigern offiziell erklärte, er heiße eigentlich Franz Richard Deutscher. Sondern auch wegen seiner unzähligen Pseudonyme.
Nachdem die Entblößungs-Affäre ihn offiziell unmöglich gemacht hatte, schrieb und produzierte er unter Tarnnamen wie Lars Funkel, Jack Goldbird, Hektor von Usedom, Kurt Gebegern, Mr. Walkie Talkie und Masquerade Lieder für andere und für sich selbst: "Belfast" für Boney M., "Mama Leone" für Bino, "Pretty Flamingo" für Peggy March, "Silver Bird" für Tina Rainford und den Rummelplatzhit des Jahres 1976 "Be My Boogie Woogie Baby".
Am besten - oder am schlimmsten? - ist "Guardian Angel" in Erinnerung geblieben, dessen deutsche Fassung "Jenseits von Eden" von Nino de Angelo gesungen wurde.
Die Neue Deutsche Welle mit ihrem Hang zum alten deutschen Liedgut bescherte Drafi Deutscher ein echtes Comeback. 1982 gab es einen Film über seinen Aufstieg und Fall. Titel natürlich "Marmor, Stein und Eisen bricht". Als er anläßlich der Premiere im Charlottenburger Kant-Kino erstmals seit Jahrzehnten wieder mit seiner alten Begleitband, den "Magics" auftrat, schrie eine Frau: "Drafi, zeig dein Ding!" - und alle lachten.
Doch alles Geld, zerrann ihm immer wieder zwischen den Fingern. Die Skandalschlagzeilen wiederholten sich seit dem Achtzigern: Drafi Deutscher ist pleite, Drafi Deutscher hat Steuerschulden, Drafi Deutscher verliert Unsummen im Spielcasino, Drafi Deutscher hat eine neue Flamme - meistens noch peinlicher als die Vorgängerin, Drafi hat einen neuen Manager - meistens noch unseriöser als der vorherige. Manches dementiert, vieles wahr.
Und dann Schlaganfälle, Intensivstation, Diabetes, Reha-Klinik. Zuletzt vor wenigen Wochen der einsame 60. Geburtstag, als ein Paparazzo den angeschlagenen alten Mann auf einer Parkbank ablichtete.
Deutscher hatte nach einem Kreislaufkollaps mehrere Wochen im Koma gelegen und war erst vor wenigen Tagen am Herzen operiert worden. Deutscher starb im Alter von 60 Jahren in einer Frankfurter Klinik.
| Jahr | Titel |
|---|---|
| 1965 | Marmor, Stein und Eisen bricht |
| 1965 | Shake Hands |
| 1966 | Teeny |
| 1966 | Keep Smiling |
tags: #Drafi #Deutscher #Perücke #Geschichte
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.