Achtung! Der Titel dieses Artikels hat mehrere Bedeutungen. Dieser Artikel behandelt die Figur Dagobert Duck.
Dagobert Duck (im englischen Original Scrooge McDuck) ist der Onkel Donald Ducks und der reichste Mann (oder die reichste Ente) der Welt. Ursprünglich aus Schottland stammend, lebt er heute in Entenhausen, wo er sein Geld in seinem Geldspeicher hortet.
Die Figur wurde 1947 von Carl Barks erfunden und trat erstmals in der Comicgeschchte Die Mutprobe auf. Dagobert Duck kam erstmals in der Geschichte Die Mutprobe (auch Weihnachten auf dem Bärenberg, engl. Christmas on Bear Mountain) als Donalds reicher, griesgrämiger Onkel zum Einsatz. Dagoberts englischer Name „Scrooge McDuck“ spielt auf den kalten und hartherzigen Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens' Eine Weihnachtsgeschichte an (auch die Geschichte Die Mutprobe selbst ist lose an A Christmas Carol angelehnt)[1][2] - eine Rolle, die Dagobert später noch in zahlreichen Adaptionen des Dickens-Klassikers wie etwa dem Film Mickys Weihnachtsgeschichte oder dem Comic Die Geister der Weihnacht (Guido Martina & José Colomer Fonts, DD 284 & LTB Weihnachten 8) übernehmen sollte.
Ein weiteres Vorbild für Dagobert Ducks Figur könnte eine Figur aus dem Propagandafilm Spirit of '43 sein: Hier kam eine mit schottischem Akzent sprechende Ente mit Backenbart, Gehstock und Zwicker vor, die Donald daran hindern wollte, sein Geld zu verprassen.[3] Inwiefern Spirit of '43 beim Erschaffen Dagoberts in Barks' Hinterkopf war und ob Barks an dem Kriegspropaganda-Trickfilm mitgewirkt hat, ist bis heute nicht hinreichend belegbar.
In der Geschichte Die Mutprobe sitzt Dagobert an Weihnachten grimmig in seiner Villa. Er äußert den Satz: „Grauenhaftes Fest!“ und dass er Weihnachten nicht möge, denn niemanden könne ihn leiden und er könne auch niemanden leiden. Donald und seine Neffen möchte er erst beschenken, wenn sie in eine Mutprobe in einer Berghüte bestanden haben, wo es von Bären nur so wimmelt.[5] Anfangs blieb er auch dieser hinterlistige und eigentlich sogar gemeine Onkel.
Dagobert Duck ist eine der wohl vielschichtigsten Figuren des Duck-Universums. Einerseits ist er charakterisiert durch seinen unfassbaren Geiz und seine Gier nach Geld, für die er auch zu den schändlichsten Mitteln greift, andererseits wird er manchmal als liebenswürdig und schrullig dargestellt. Er ist auch eine der Figuren, bei der am stärksten auf die Vergangenheit eingegangen wird, so gibt es etliche Werke über Dagoberts Jugend, wie beispielsweise Don Rosas Magnum Opus Sein Leben, seine Milliarden.
Kennzeichnend dafür sind Geschichten, wie zum Beispiel Wudu-Hudu-Zauber, wo über eine Gräueltat in Dagoberts Vergangenheit berichtet wird, die dieser noch nicht einmal bereut, oder auch Die magische Sanduhr, wo er wieder einmal auf äußerst schändliche Mittel zugreift und nichts anderes als Geld im Kopf hat. Anfangs noch ein kränklicher alter Mann, änderte und verjüngte sich allmählich sein Erscheinungsbild von Comic zu Comic.
1950, in Barks' Der zählende Papagei (auch Donald Duck und das mathematische Wundertier, engl. The Pixilated Parrot) entsprachen Aussehen und Kleidung, bestehend aus einem zumeist roten Gehrock, Zylinder, Zwicker, Gamaschen und Spazierstöckchen, erstmals vollständig der heute bekannten Norm. Nachdem Dagobert regen Zuspruch unter den Lesern gefunden hatte, erhielt er 1952 eine eigene Comic-Reihe: „Walt Disney's Uncle $crooge“.
Die erste richtige Dagobert-Geschichte, die testweise für diese Reihe entstand, ist ein Meilenstein in Dagoberts Entwicklung: In Der arme reiche Mann wird Dagobert nun nicht mehr als simpler Geizkragen dargestellt, sondern bekommt eine eigene Vergangenheit und liebenswürdige Seiten. Das wird mit der nächsten richtigen Dagobert-Geschichte, Wiedersehn mit Klondike, wo Dagobert eine heldenhafte Jugend und eine verlorene Liebe (Nelly) bekommt, noch verstärkt. Nach Carl Barks folgten natürlich etliche andere Autoren, die Dagobert verwendeten, was ihn noch vielseitiger machte.
Das englischsprachige Originalname von Dagobert Duck lautet Scrooge McDuck. Der Vorname „Scrooge“ ist an die männliche Hauptfigur an Charles Dickens' Eine Weihnachtsgeschichte angelehnt. Bereits im Januar 1947 fertige Carl Barks eine Geschichte mit Barney Bear für das Comicheft Our Gang Nr. 30 an, in der Barney sich mit einem gewissen „Mr. MacDuff“ anlegte, einem geizigen Golfplatzbesitzer, den Barney als „Old Scrooge“ bezeichnete. Wenige Ausgaben später, in Nr. 33, bekam es Barney dann erneut mit einem miesepetrigen Geizkragen in Person seines Onkel Grizzly zu tun.
Als Barks im Juli 1947 einen reichen Onkel für Donald Duck konzipierte, der in einer Weihnachtsgeschichte auftreten sollte, dachte er vielleicht an Mr. MacDuff und Onkel Grizzly. Den deutschen Namen Dagobert hat die promovierte Übersetzerin Erika Fuchs, die sehr literaturinteressiert war, an den König Dagobert I. Im Deutschen, aber auch in einigen anderen Sprachen, hat Onkel Dagobert zudem einige Spitz- und Beinamen.
Nicht selten wird er von Donald auch als „alter Knauser“, „der Geizhals“ oder „das alte Fossil“ bezeichnet. „Bertel“ wird er vor allem von seinen zwei Schwestern Mathilda Duck und Dortel Duck genannt sowie von Oma Dorette Duck, aber auch von Primus von Quack und manchmal auch von den Panzerknackern oder Gundel.
Aussagen zu Onkel Dagoberts Nachnamen „Duck“ bzw. „McDuck“ lassen einen Interpretationsspielraum zu. In fast allen Comicgeschichten lautet sein vollständiger Name „Dagobert Duck“. Seine schottischen Wurzeln führen jedoch auf den historischen Clan der McDucks zurück, was im US-sprachigen Raum durch den beibehaltenen Nachnamen zur Geltung kommt.
Über Dagoberts Lebensgeschichte ist viel geschrieben worden, und in Folge dessen auch viel Widersprüchliches. Carl Barks erfand als erster zu seiner Figur auch Informationen zu deren Leben. Aus diesen „Fakten“ entwickelte später Don Rosa seine eigene Saga Sein Leben seine Milliarden. Aber auch in Italien und anderen Ländern haben Autoren ihre eigenen Versionen und Vorstellungen eingebracht, wobei sich einige Behauptungen fast überall als „Fakten“ durchgesetzt haben. In vielen Fällen basieren diese auf Aussagen in Barks' Geschichten, die nur leicht variiert werden.
Barks selbst hatte die Informationen über Dagoberts Herkunft und Leben mit Absicht vage gehalten und nie eine konzise Biografie seiner berühmtesten Schöpfung zugrunde gelegt.[8] Er bevorzugte, jede Geschichte als abgeschlossen zu sehen und keine wie auch immer gearteten Kontinuitäten zu früheren Geschichten herzustellen. Demzufolge konnte er die fiktive Biografie je nach Bedarf adaptieren. In frühen Geschichten, die Dagobert als Gegner zeigen, wird sein schlechter Charakter durch erwähnte Ereignisse in der Vergangenheit unterstrichen.
Bestes Beispiel hierfür ist Wudu-Hudu-Zauber, wo Dagobert als Räuberbaron gezeigt wird, der sein Geld durch Diebstahl erwarb. Ebenso diente eine lange Reihe schottischer Vorfahren, einer geiziger und habgieriger als der andere, die alle dieser schlechten Eigenschaften wegen den Tod gefunden hatten, dazu, Dagoberts Geiz und Habgier herauszuarbeiten.[9] Als Barks später seine Figur positiver umgestaltete, veränderte er auch dessen Biografie.
Dagobert wurde zum „self-made man“, zum Milliardär, der sein Vermögen auf anständige Weise gemacht hatte und der an der „frontier“ am Klondike nach Gold gegraben hatte. „Ich dachte nie von Dagobert wie ich von manchen anderen Millionären denken würde, die ihr Geld zum Teil damit machten, andere auszunutzen.“[10] Obwohl Dagobert zum Teil auf real existierenden Milliardären wie John D. Rockefeller basierte, grenzte ihn Barks zugleich von diesen ab.
| Merkmal | Frühe Geschichten (Barks) | Spätere Geschichten (Barks) |
|---|---|---|
| Charakter | Gegner, Räuberbaron | Self-made man, Milliardär |
| Vermögen | Durch Diebstahl erworben | Durch ehrliche Arbeit erworben |
| Inspiration | Geizige Vorfahren | Milliardäre wie John D. Rockefeller |
Ein Motiv, das in den allermeisten Versionen von Dagoberts Leben auftaucht, war seine Teilnahme am Goldrausch, wobei allerdings mehrere Goldräusche als Teil seiner Biografie Verwendung finden: der Kalifornische Goldrausch, derjenige am Colorado, am Klondike, in Australien, in Südafrika oder in Neuseeland. Auch über Dagoberts Herkunft gibt es viele Versionen.
Bezüglich Dagoberts Kindheit ist das Bild eines Schuhputzers sehr verbreitet. Es tauchte in Die Geschichte von Onkel Dagoberts Bett von Vic Lockman und Barks sowie in Die große Langeweile von Carl Fallberg und Tony Strobl auf und wurde von Rosa übernommen. Einige Geschichten spielen vollständig in der Zeit des heranwachsenden Onkel Dagobert in dessen schottischer Heimat und zeigen diesen als unternehmungslustigen, aber auch gerechtigkeitsaffinen Burschen.
Beispiele hierfür sind: Warmherzige Weihnacht (2013, Tormod Løkling und Arild Midthun, erschienen u. a. in LTB Advent 1, Walt Disneys Lustiges Weihnachtsfest), Damals: Das erste Abenteuer (2020, Kari Korhonen, erschienen u.a. in Onkel Dagoberts Memoiren) und Dagobert und der Drache von Glasgow (2022, Joris Chamblain und Fabrizio Petrossi). Die fortwährende Suche des jungen Dagobert nach Reichtum in aller Herren Länder hat den Disney-Autoren die Möglichkeit gegeben, ihn alle nur erdenklichen Sprachen sprechen lassen zu können. So beherrscht er beispielsweise Tibetisch, da er angeblich anno 1892 bereits einmal in der Gegend geweilt hatte. Dagoberts Kenntnisse über asiatische Sprachen wird zum Beispiel in Der verhängnisvolle Kronenkork sichtbar, wo er sich ohne Probleme mit den Bewohnern von Tralla La verständigen kann.
Laut Die Schreckensburg im Finstermoor (u.a. Wegen des relativen Chaos bezüglich Dagoberts Lebensgeschichte wurde Don Rosa von Egmont beauftragt, Ordnung in das Wirrwarr zu bringen. Rosa orientierte sich fast ausschließlich an Angaben, die Barks in seinen Geschichten gemacht hatte, und machte daraus eine umfassende Biografie über den berühmten Enterich. Die wichtigsten Barks-Quellen, an denen sich der Handlungsfaden der Geschichte orientiert, sind hier Der arme reiche Mann, Wiedersehn mit Klondike und Wudu-Hudu-Zauber.
Während sein Werk bei manchen Fans schnell den Status absoluter Gültigkeit erreichte, entzaubert es für andere Leser und Autoren (darunter Barks) das Mysterium um Dagoberts Jugend. „Es ging nie darum, eine amtliche Vita zu schreiben, sondern nur um meine persönliche Version“, so Rosa selbst. Hier nun eine Zusammenfassung der Rosa-Version.
Dagobert wurde 1867 in Glasgow (Schottland) als Sohn von Dietbert und Dankrade Duck geboren. Zu seiner Familie zählen ferner seine Schwestern Mathilda und Dortel sowie sein Onkel Jakob „Jungerpel“ Duck. Er ist der letzte aus der langen Reihe des Clan der Ducks. Allerdings ist von dessen anfänglichem Glanz nicht mehr viel übrig und so wächst der kleine Dagobert in ärmlichen Verhältnissen auf und verdient sich seinen ersten Zehner nach harter Arbeit als Schuhputzer. Und dabei wird er sogar noch betrogen: Es handelt sich um eine amerikanische Münze! Doch anstatt aufzugeben, lässt er sich das eine Lehre sein und beschließt nach Amerika auszuwandern.
So geht es im zarten Alter von 12 bis 13 Jahren im Jahre 1880 zu seinem Onkel Diethelm in die USA. Dort betätigt er sich zunächst als Flussdampferkapitän und wird anschließend über Umwege Cowboy in Montana. Doch immer hat er Pech und bleibt arm. Während seiner darauffolgenden Zeit als „Kupferschürfer“ kann er im Jahre 1884 mit Hilfe einer Gesetzeslücke eine große Mine erstehen, die er jedoch aufgeben muss, da seine Familie in Schottland Geld benötigt, um die Grundsteuer für die Duckenburgh zahlen zu können.
So ist er wieder am Anfangspunkt und hat sich im Laufe seines Weges durch Amerika sogar noch zahlreiche Feinde, wie die Panzerknacker, die Gebrüder Brantewien oder Klaas Klever gemacht. Allerdings hat er auch zahlreiche Freunde kennengelernt, die ihm wichtige Lektionen über den Wert der Arbeit gegeben haben. Doch auch hier bleibt er vorerst erfolglos. Er versucht sich in Afrika, in Arizona und in Australien. Aber das Glück steht nicht auf seiner Seite. 1897 beschließt er dann, zum Klondike zu reisen, wo ein neuer Goldrausch stattfindet.
Dort muss er sich gegen den Betrüger Shandy Schofel durchsetzen und lernt Nelly, den Stern des Nordens kennen. Doch das hindert ihn nicht daran, Gold zu schürfen und nach monatelanger harter Arbeit in seinem Claim am White Agony Creek findet er es: das Straußeneinugget. Danach sieht das Leben ganz anders aus. Nun kann er Geld in der Bank anlegen, doch vorerst rackert er sich weiter an seinem Claim ab.
Weiterhin muss er sich gegen Shandy Schofel und gegen Nelly durchsetzen. Dabei entsteht zwischen Nelly und ihm eine Art Hassliebe, allerdings misstrauen die beiden sich gegenseitig zu sehr, um sich ihre Gefühle zu gestehen. 1899 dann erreicht Dagobert seine erste Million. Nun steigt er groß ins Bankgeschäft ein und fünf Jahre nach seinem Goldfund ist er Milliardär!
Nun beginnt der Höhenflug. 1902 beschließt er, in seine Heimat zurückzukehren und sich nahe der Duckenburgh niederzulassen. Doch dort merkt er, wie sehr er sich den Schotten entfremdet hat. Mittlerweile sind seine Eltern gestorben, so reist er mit seinen beiden Schwestern zurück nach Amerika, wo er sich nahe Entenhausen auf dem Glatzenkogel, den er während seiner Zeit am Klondike Emanuel Erpel abgekauft hatte, niederlassen will. Er reißt das alte Fort Entenhausen ab und baut seinen Geldspeicher.
Nun beginnt er, auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, Geld zu machen, die ganze Welt zu bereisen. Im Jahre 1909 nimmt er seine Schwestern auf eine dieser Reisen mit. Diesmal geht es nach Afrika. Doch als es nicht läuft, wie es soll, greift Dagobert zu schändlichen Mitteln: Er brennt ein Dorf ab und vertreibt die Einwohner. Die jahrelange Reise durch die Welt, fern von seiner Familie, der harte Kampf gegen seine zahlreichen Gegner, allen voran Shandy Schofel, haben aus ihm einen skrupellosen, harten Mann gemacht, der seine Ideale verloren hat. Als seine Schwestern das sehen, verlassen sie ihn.
Einen kurzen Moment lang zeigt Dagobert Reue, doch er lässt sich von seinen Geschäften ablenken. Als er dann im Jahre 1930 endlich nach Entenhausen zurückkehrt, haben seine Schwestern ihm verziehen, doch er hat sich ihnen völlig entfremdet und vertreibt sie. Nun ist er der reichste Mann der Welt, doch er ist einsam. Einige Jahre später zieht er sich aus dem Geschäftsleben zurück und fristet ein trostloses Dasein in einer einsamen Villa.
Im Jahre 1947 erfolgt dann der Umbruch: An Weihnachten. Dagobert lernt seine Neffen, Donald und Tick, Trick und Track, kennen. Die erwecken in ihm neue Lebensfreude und lassen ihn zu seinen alten Idealen zurückkehren. Zusammen mit ihnen reist er wieder durch die Welt und erlebt zahlreiche Abenteuer. Einige Jahre später kehrt er dann für eine Schatzsuche in die Duckenburgh zurück. Dort trifft er seine Schwester und auch mit ihr verträgt er sich nach einem langen Streit wieder.
Da die Figur Dagobert von verschiedenen Zeichnern in verschiedenen Ländern benutzt wurde, sind zu ihr auch verschiedene Charakterbilder entstanden. Grob kann man die einzelnen Darstellungen seiner Persönlichkeit in den italienischen und den amerikanischen Dagobert unterteilen. „Here I sit in thi...
Viele Titel der Speedline Top100-Liste wurden kontrovers diskutiert, die Nummer Eins blieb jedoch immer unbestritten: Das Siegerpodest gebührt Carl Barks für seine Geschichten aus Entenhausen. Zwischen 1943 und 1967 schuf Barks in einem Gesamtwerk von 7.800 Seiten eine Vielzahl faszinierender, unterhaltsamer, abenteuerlicher und humorvoller Geschichten.
Kristallisationspunkt des Barksschen Kosmos war Donald Duck, der erstmals 1934 in Walt Disneys Kurztrickfilm "The wise little Hen" aufgetreten war. Unter Barks Feder wuchs Donald aus der eindimensionalen Figur der Zeichentrickfilme und Zeitungsstrips zur realen Person heran: Ewig im Kampf mit einer widrigen Umwelt, den Tücken der Technik, der unerbittlichen Natur und den Launen seiner Mitmenschen. Donald ist kein Held, er ist einfach nur eine Ente wie Du und ich, er ist die Ente in uns allen. Ihm zur Seite stehen seine drei Neffen Tick, Trick und Track, die ihn mit ihrer Cleverness und ihrem Pfadfinderhandbuch aus (fast) jeder Bredouille hauen.
Barks eigene Erfindung ist der Fantastilliardär Dagobert Duck, der sich vom habgierigen Geizhals zum unternehmungslustigen Abenterer mausert - und Jahre später George Lucas nach dessen eigenem Bekunden als Vorbild für Indiana Jones dienen sollte. Gustav Gans, Daisy Duck, Daniel Düsentrieb, die Panzerknacker... die Barksschen Geschöpfe sind weltweit bekannt.
Barks Gesamtwerk besteht aus zwei Teilen: Die kurzen Zehnseiter, erschienen in "Walt Disney´s Comics & Stories", sind Gag-getrieben Geschichten, zu Beginn noch im Stil der Disney-Zeichenrickfilme, die zumeist Donalds Kampf als Erziehungsberechtigter gegen seine aufsässigen (und ihm zumeist überlegenen) Neffen Tick, Trick & Track thematisieren. Neuland betrat Barks mit den bis zu 30seitigen Abenteuergeschichten in "Donald Duck" und "Uncle Scrooge", in denen die Ducks Abenteuer auf der ganzen Welt erleben, häufig auf der Jagd nach mythischen Schätzen und alten Legenden.
In diesen Geschichten entfaltet Barks sein ganzes Können als Autor: Er ist ein großer Geschichtenerzähler in alter Tradition. Barks Zeichnungen sind geprägt von seinem sicheren Gespür für den Erzählfluss, sie werden niemals dominierend, denn im Vordergrund stehen die Figuren, ihre Gedanken und Emotionen. Wie kein zweiter kann Barks seine Charaktere Gefühle mit einem einzigen Blick, einer Körperhaltung, einer Geste ausdrücken lassen. Darüber hinaus nutzt er gekonnt Silhouetten, witzige Hintergrund-Details, Slapstick-Elemente und halpseitige Splash-Panels.
Barks Werk wird nach wie vor weltweit publiziert, ist aber in Europa erheblich populärer als im Ursprungsland Amerika. Der Erfolg in Deutschland, der u.a. zur wunderschönen Werkausgabe der "Barks Library" geführt hat, ist in nicht unerheblichen Maße auf die kongeniale Übersetzung von Erika Fuchs zurückzuführen. Zahlreiche ihrer Kreationen ("Dem Ingenieur ist nichts zu schwör") haben Eingang in unsere Alltagssprache gefunden.
Die tiefe Menschlichkeit der Barksschen Kreationen, seine Liebe zum Fabulieren, seine handwerkliche Meisterschaft, der herzerwärmende Optimismus kombiniert mit einem nüchternen Zynismus: Barks Werk spricht jeden an. Wie wir alle hat auch Carl Barks weniger gute Tage gehabt, aber an seinen guten Tagen hat er Geschichten erzählt, deren Perfektion auch beim hundertsten Lesen atemberaubend ist.
tags: #Disney #Figuren #Glatze #Liste
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