Diffuser Haarausfall nach Grippe: Ursachen und Behandlung

Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Beim diffusen Haarausfall bemerken Betroffene einen überdurchschnittlich hohen Haarverlust, der sowohl bei Männern als auch Frauen auftritt.

Der diffuse Haarausfall äußert sich durch das Ausfallen der Haare über den gesamten Kopf hinweg. Das Haar scheint sich auszudünnen, wodurch die Kopfhaut sichtbar wird. Die Alopecia diffusa kann viele verschiedene Ursachen haben. Die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, weshalb der Betroffene an dieser Erscheinung leidet. Erst wenn dies der Fall ist, kann der Arzt mit der Behandlung beginnen, wodurch sich der diffuse Haarausfall im Normalfall wieder reguliert.

In vielen Fällen geht dem unerwarteten Haarverlust eine schwere körperliche Infektion voraus. Seit einiger Zeit steht auch eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus in Verdacht, noch Monate später die Haare bzw. deren Wurzeln in Mitleidenschaft zu ziehen. Die gute Nachricht: Diese Form des diffusen Haarausfalls ist meist reversibel.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Was ist diffuser Haarausfall?

Diffuser Haarausfall zeichnet sich durch eine gleichmäßige Ausdünnung der Haare auf dem gesamten Kopf aus, wodurch die Kopfhaut darunter sichtbar wird. Experten bezeichnen diese Form des Haarausfalls auch als Alopecia diffusa.

Unter diffusem Haarausfall versteht man den verstärkten Ausfall der Kopfhaare. Es zeigen sich keine kahlen Stellen, sondern es kommt zu einem immer feiner und weniger werden der Kopfhaare. Oft wird die Kopfhaut am Haaransatz sichtbarer. Typischerweise kommt es zum Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag. Die Ursachen können vielfältig sein, besonders häufig ist aber ein Eisenmangel Grund für den Haarausfall. Auch Stress und eine hohe psychische Belastung können mitunter verantwortlich sein.

Beim diffusen Haarausfall lichtet sich das Haar am gesamten Kopf, sodass die Kopfhaut unter den Haaren hervorschimmert. Die Alopecia diffusa, wie Experten diese Haarausfall-Form nennen, kann viele Ursachen haben. Unter anderem Erkrankungen an der Schilddrüse, hormonelle Schwankungen oder Nährstoffmangel.

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen.

Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor.

Um einen fortschreitenden diffusen Haarausfall rechtzeitig identifizieren zu können, braucht es Aufmerksamkeit: Finden sich beispielsweise plötzlich deutlich mehr Haare als gewöhnlich in der Bürste oder auf dem Kopfkissen, sollte eine ärztliche Abklärung stattfinden.

Dr. Thorben Royeck betont: „Uns dürfen pro Tag durchaus 100 bis 150 Haare ausfallen, dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert.” Wichtig sei daher zusätzlich der genaue Blick auf die Kopfhaut: „Stehen die Haare nicht mehr wie gewohnt dicht nebeneinander? Erblickt man Rötungen? Kleine Pusteln oder Schuppungen? All diese Signale verlangen eine Untersuchung beim Dermatologen.”

Haarausfall ist keine Diagnose, sondern ein Symptom. Die Ursachen von Haarausfall sind äußert vielfältig.

Ursachen von diffusem Haarausfall

Der genaue Auslöser für den Haarverlust herauszufinden, kann sehr mühsam sein. Diffuser Haarausfall wird durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst, darunter Stress, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Wechseljahre), Krankheiten, Medikamente (Zytostatika), einseitige Ernährung, anhaltende Mangelerscheinungen (Zink, Eisen, Folsäure) Gewichtsverlust oder chirurgische Eingriffe.

Die Ursache, warum es zu diffusem Haarausfall kommt, kann verschiedene Gründe haben:

  • Eisenmangel
  • Mangelernährung (insbesondere Zink und Vitamine)
  • Stress und eine hohe psychische Belastung
  • Infekte: ca. 2-4 Monate nach einer Infektion kann es zu plötzlich einsetzendem Haarausfall kommen, beispielsweise nach einer Grippe
  • Hauterkrankungen der Kopfhaut, z. B. Schuppenflechte, Neurodermitis oder Pilzerkrankungen
  • Jahreszeitenwechsel (besonders im Frühling und Herbst)
  • schwere Erkrankungen wie z. B. Tumorerkrankungen
  • Hormonumstellungen: Menopause, Absetzen der Antibabypille, Schwangerschaft
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Medikamente (z. B. Chemotherapeutika)
  • Zug oder Druck (z. B.

Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.

  • Akute Stress-Situationen. Dazu zählen schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.
  • Geburt. Während bei vielen Schwangeren die Haare vermehrt wachsen und dichter werden, passiert nach der Geburt das Gegenteil: Die Haare fallen stärker aus als üblich.
  • Wechseljahre. In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen.
  • Empfängnisverhütung mit Hormonen. Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.
  • infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut. Sie können Ursache für diffusen Haarausfall sein. Dazu zählen zum Beispiel Kopfpilz (Tinea capitis), bakterielle Infektionen der Kopfhaut wie eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Erkrankungen des Hormonsystems. Dazu gehören zum Beispiel die Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es neben vielen anderen Symptomen wie trockener Haut zu stumpfem, brüchigem Haar oder Haarausfall kommen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich zusätzlich zu Symptomen wie warm-feuchter Haut mit weichem, dünnem Haar und diffusem Haarverlust zeigen.
  • fieberhafte Infektionskrankheiten. Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • chronische Erkrankungen. zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Einnahme von Medikamenten. Haarausfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck. Bei einem Verdacht sollte man die Medikamente niemals selbstständig absetzen, sondern immer mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen, ob es eine Alternative gibt.
  • Nährstoffmangel. Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Die Gründe für Haarausfall sind vielfältig und nicht immer sofort ersichtlich. Stressige oder belastende Lebensphasen werden als Beschleuniger für einen Verlust angeführt; Gleiches gilt für hormonelle Schwankungen wie Störungen der Schilddrüse.

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine Ursache - und auch beim diffusen Haarausfall können vielfältige Gründe für vermehrten Haarausfall sorgen: Hormonstörungen, ein möglicher Nährstoffmangel sowie Krankheiten (z.B. fieberhafte Infektionen) und Stress. Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen möglichen Ursachen des diffusen Haarausfalls.

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Stoffwechselorgan des Menschen. Kommt es zu Erkrankungen an der Schilddrüse, kann das einen übermäßigen Haarausfall nach sich ziehen. Tritt also ein vermehrter Haarverlust auf, sollte auch an die Schilddrüsenfunktion gedacht werden.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Bei der Schilddrüsenunterfunktion fehlen im Körper ausreichend Schilddrüsenhormone.

Autoimmune Schilddrüsenfunktionsstörung (Hashimoto): Auch Hashimoto hat einen Einfluss auf die Haare und kann zu einem diffusen Haarverlust führen.

Die Schilddrüse beeinflusst neben dem Hautbild verschiedene Körperfunktionen. Ob eine Erkrankung an der Schilddrüse für die Alopecia diffusa verantwortlich ist, lässt sich durch eine Laboruntersuchung des Bluts herausfinden.

Hormonelle Veränderungen

Frauen, deren Körper hormonellen Schwankungen unterliegt, sind manchmal gefährdet. In der Schwangerschaft verändert sich das Hormongleichgewicht: Die Konzentration des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen nimmt zu. Damit geht in der Regel ein dichterer Haarwuchs einher. Nach der Geburt des Kindes sinkt der Östrogengehalt im Blut jedoch wieder auf sein ursprüngliches Level.

Derselbe Effekt lässt sich auch bei Frauen beobachten, die ein Präparat zur hormonellen Empfängnisverhütung an- oder absetzen. Auch hier können die, durch das Medikament hervorgerufenen Schwankungen, im Hormonspiegel zu einem Haarverlust führen. In den Wechseljahren verändert sich der Östrogenspiegel im Blut ebenfalls.

Eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper kann zu unterschiedlichen Haarproblemen führen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen nach der Schwangerschaft oder während der Stillzeit vermehrt Haare verlieren. Dies liegt daran, dass in diesen Phasen der Hormonspiegel im Körper schwankt und das Haarwachstum dadurch beeinflusst werden kann. In der Regel normalisiert sich der Hormonspiegel einige Zeit später wieder und der Haarausfall geht zurück.

In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu Haarausfall führen. Auch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel kann sich auf den Haarzyklus auswirken und zu diffusem Haarausfall führen. Sprechen Sie hier bei Fragen oder Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.

Nährstoffmangel

Eine Alopecia diffusa steht oft im Zusammenhang mit einem Nährstoffmangel. Bei vielen Patienten konnte ein Eisenmangel nachgewiesen werden. Eisenmangel kann verschiedene Ursachen haben. Häufig nehmen Personen zu wenig Eisen über die Nahrung auf. Mitunter kann ein Eisenmangel jedoch durch einen erhöhten Blutverlust (zum Beispiel nach einem Unfall) hervorgerufen werden.

Wer unter Alopecia diffusa leidet, sollte sich seinen Speiseplan genauer ansehen. Denn eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist die Basis für gesunde Haare. Essstörungen oder einseitige Extrem-Diäten können dazu führen, dass der menschliche Körper nicht mit genügend lebenswichtigen Nährstoffen versorgt ist, was sich auf den Haarwuchs auswirkt.

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls oftmals die Ursache für diffusen Haarausfall sein. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um dem Körper die benötigten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zu liefern. Fehlen dem Körper diese wichtigen Bausteine, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.

Besonders wichtig für eine normale Funktion der Haarwurzeln ist eine Versorgung mit Nährstoffen wie Eiweißen (Aminosäuren), B-Vitaminen und Mineralstoffen.

Auch ein Eisenmangel kann sich auf das Haarwachstum auswirken, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin - ein Bestandteil der roten Blutkörperchen - notwendig ist.

Zink und Biotin sind ebenfalls wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare. Biotin unterstützt die Bildung von gesunden Hautzellen und Haaren.

Stress und psychische Belastungen

Stress und psychische Belastungen haben ebenfalls das Potenzial, die Haare schwinden zu lassen. Insbesondere lange anhaltender, chronisch werdender Stress kann eine Ursache für Alopecia diffusa sein. Der genaue Zusammenhang zwischen Haarverlust und hoher seelischer Belastung ist noch nicht umfassend erforscht.

Bei psychischen Überforderungen schüttet der Körper Stresshormone aus. Dazu gehören Adrenalin und Noradrenalin. Sie bewirken, dass der Mensch in Stresssituationen körperliche und geistige Höchstleistungen erbringt. Als Ursache für einen diffusen Haarverlust steht Noradrenalin im Fokus der Forscher.

Spekuliert wird, dass die hohe Konzentration von Noradrenalin am Haarfollikel (Haarwurzel umgebende Struktur) eine Entzündung zur Folge hat, die das Haarwachstum vorzeitig beendet.

Medikamente

Alopecia diffusa äußert sich darüber hinaus manchmal als Reaktion auf bestimmte Medikamente beziehungsweise Wirkstoffe - zum Beispiel, wenn Heparin, Valproinsäure, Methylphenidat, Allopurinol oder Clofibrat verabreicht wird.

Oftmals liegt der diffuse Haarausfall auch an der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.

Bei Verdacht auf eine medikamentöse Ursache für den diffusen Haarausfall ist es wichtig, Ihren behandelnden Arzt zu konsultieren. Gegebenenfalls kann die Medikation angepasst oder ein alternatives Medikament verschrieben werden, um den Haarausfall zu reduzieren.

Infektionen

Infektionen können ebenfalls eine Ursache für diffusen Haarverlust sein. Besonders bei Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, kann es zu einem vorübergehend vermehrten Haarausfall kommen. Hier sind vor allem fiebrige Erkältungen, Grippe-Erkrankungen und auch Covid-19-Infektionen zu nennen.

Grund dafür ist eine temporäre Unterbrechung des Haarzyklus, da der Körper aufgrund des Fiebers und der Infektion in eine Art Alarmzustand versetzt wird: Die Wachstumsphase der Haarfollikel wird unterbrochen. Diese befinden sich nun vermehrt in der Ruhe- bzw. Ausfallphase. Somit kommt es zu vermehrtem Haarausfall. In der Regel wachsen die Haare nach der Infektion jedoch wieder nach.

Falsche Haarpflege

Eine tendenziell leicht zu behebende Ursache für Haarausfall oder brüchiges Haar kann in der allgemeinen Pflege der Haare gefunden werden: Eine falsche Pflege, wie beispielsweise zu häufiges oder zu aggressives Waschen oder Bürsten der Haare, kann zu einer Überbeanspruchung der Haare führen. Auch das Stylen mit zu großer Hitze kann die Haare schädigen und zu Haarbruch führen.

Besonders wichtig ist es, bei der Pflege der Haare auf die richtige Dosierung und Anwendung der Produkte zu achten. Eine Überdosierung von Shampoo oder Conditioner kann die Kopfhaut reizen. Auch das dauerhafte Tragen von Haargummis oder Haarspangen, die zu eng sitzen, kann die Haare schädigen und Haarausfall oder Haarbruch begünstigen. Achten Sie hier also auf einen liebevollen Umgang mit Ihren Haaren - sie werden es Ihnen in den meisten Fällen danken.

Diagnose von diffusem Haarausfall

Wer einen Haarverlust bemerkt, sollte zunächst den eigenen Hausarzt aufsuchen. Unter Umständen überweist dieser den Patienten an einen Dermatologen (Hautarzt) weiter. Um die genauen Ursachen für den Haarausfall zu bestimmen, werden im Arztgespräch, der sogenannten Anamnese, wichtige Fragen geklärt. Durch eine Blutuntersuchung stellt der Arzt sicher, dass der Haarverlust nicht mit einer Mangelerscheinung in Verbindung steht.

Bei der klinischen - also der eigentlichen ärztlichen - Untersuchung fokussiert sich der Mediziner auf die Ausprägung des Haarausfalls.

Insbesondere bei diffusem Haarausfall sind eine genaue ärztliche Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und individuelle diagnostische Maßnahmen wie z.B. Laboruntersuchungen erforderlich.

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:

  • zuletzt akut krank war und Fieber hatte
  • eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
  • regelmäßig Medikamente einnimmt
  • seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
  • emotionalem Stress ausgesetzt ist oder war
  • mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
  • vor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.

Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Behandlung von diffusem Haarausfall

Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der Ursache. Es kann hilfreich sein, die zu Grunde liegenden Probleme zu beheben, Medikamente einzunehmen oder spezielle Pflegeprodukte zu verwenden. Ist zum Beispiel Stress ein Auslöser, sollte dieser von Betroffenen möglichst reduziert werden. Ein Hautarzt (Dermatologe) kann hier je nach Ursache eine individuelle Behandlung einleiten.

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Werden die Ursachen für eine Alopecia diffusa erkannt und behandelt, kann man den Haarverlust stoppen. Ein solcher Haarausfall dauert also in der Regel nur so lange, bis die Ursache identifiziert sowie behandelt wurde. Gut zu wissen ist außerdem, dass diffuser Haarausfall in den meisten Fällen nicht bis zum gänzlichen Haarverlust fortschreitet - anders als dies beispielsweise bei einer erblich bedingten Alopezie in männlicher Ausprägung der Fall sein kann.

Ziel der Therapie ist es, die Ursache für den Haarausfall zu finden und die Grunderkrankung zu behandeln. Zusätzlich sollten Risikofaktoren wie das Tragen strenger Zöpfe vermieden werden. Stress sollte ebenfalls reduziert werden. Hierzu können Entspannungstechniken unterstützend helfen. Außerdem ist auf eine gesunde Ernährung mit ausreichend Nährstoffen zu achten. Um das Haarwachstum anzuregen, können Lösungen mit dem Wirkstoff Minoxidil verwendet werden. Diese werden 1-2 täglich auf die Kopfhaut aufgetragen.

Auch körperliche Bewegung wie Joggen, Yoga oder spezielle Entspannungstechniken können hier Abhilfe schaffen.

Wenn die Alopecia diffusa medikamentös bedingt ist, hilft es meist schon, die betreffenden Präparate in Abstimmung mit dem Arzt abzusetzen oder zu wechseln.

Behandlung von spezifischen Ursachen

Schilddrüsenerkrankungen: Hier muss der Arzt zunächst eine Funktionsstörung therapieren.

Mangelerscheinungen: Ein Mangel lässt sich mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung begegnen. Leiden Patienten beispielsweise an einem Eisenmangel, schaffen Eisenpräparate Abhilfe.

Psychische Faktoren: Entsteht die Alopezie durch Stress, liegt es an den Betroffenen selbst, das Stresslevel nach unten zu regulieren. Es ist sinnvoll, hier zunächst den Stressauslöser zu identifizieren beispielsweise zu viel Arbeit und diesem dann gezielt zu begegnen.

Medikamente gegen Haarausfall

Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können. Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Allerdings kann das Medikament Nebenwirkungen wie Kreislaufbeschwerden und Haarwuchs im Gesicht verursachen.

Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.

Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.

Haartransplantation

Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.

Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme.

Was kann ich tun, wenn mich der Haarausfall belastet?

Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren).

Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.

Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.

In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.

Vorbeugung von diffusem Haarausfall

Auch wenn diffuser Haarausfall nicht immer vollständig verhindert werden kann, gibt es doch einige Maßnahmen, die helfen können, das Risiko zu minimieren und die Haargesundheit zu unterstützen.

Zusammenfassung

Diffuser Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. Stress, hormonelle Veränderungen, Krankheiten, Medikamente oder Nährstoffmangel. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann Medikamente, spezielle Pflegeprodukte oder Stressreduktion umfassen. In den meisten Fällen ist diffuser Haarausfall nicht dauerhaft und die Haare wachsen wieder nach.

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