Viele Männer bemerken im Laufe der Zeit, dass ihre Haare dünner werden oder sogar stark ausfallen. Werden die Geheimratsecken immer größer und das Haar lichter, kann sich dies auf das Selbstbewusstsein eines Mannes auswirken. Die Ursachen für Haarausfall bei Männern sind dabei sehr unterschiedlich.
Im Folgenden klären wir detailliert auf, welche Ursachen hinter dem diffusen Haarausfall stecken, wie ein typischer Verlauf aussieht und wie er behandelt werden kann. Diffuser Haarausfall ist wesentlich seltener als die erblich bedingte Form des Haarverlusts. Meist ist er aber gut behandelbar, wenn die zugrunde liegende Ursache behoben wird. Diese kann von Nährstoffmangel über Stress bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten reichen.
Unter diffusem Haarausfall (Alopecia diffusa) versteht man einen Haarverlust, der nicht auf einzelne Kopfhautzonen beschränkt ist. Vielmehr betrifft er die gesamte Haarwuchszone: „diffus“ stammt vom lateinischen diffusum = ausgegossen, verstreut. Der medizinische Fachbegriff für die Erscheinung lautet Alopecia diffusa.
Diffuser Haarausfall äußert sich in der Regel durch eine Ausdünnung der Haare über den ganzen Kopf verteilt, ohne dabei bestimmte Muster oder Geheimratsecken zu bilden. Die Kopfhaut scheint an vielen Stellen oftmals durch, komplett kahle Stellen sind aber eher unüblich. Ein vermehrtes Ausfallen der Haare bei Kämmen oder Haarewaschen sowie ein vermindertes Haarvolumen können die ersten Anzeichen einer diffusen Alopezie sein. Obwohl Männer und Frauen gleichermaßen davon betroffen sein können, erkranken mehr Frauen als Männer an dieser Art des Haarausfalls.
Die diffuse Alopezie ist oft kein isoliertes Krankheitsbild, sondern tritt als Symptom im Zusammenhang mit verschiedenen anderen Beschwerden auf. Sie kann beispielsweise als Folge eines Nährstoff-Mangelzustands, von Hormonschwankungen, der Einnahme bestimmter Medikamente oder Erkrankungen auftreten. Wenn die Ursache für den Ausfall der Haare gefunden und beseitigt werden kann, wachsen die Haare üblicherweise wieder nach.
Diffuser Haarausfall ist auch unter den Namen Alopecia diffusa, diffuse Alopezie oder Effluvium diffusum bekannt. Die möglichen Ursachen sind:
Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.
Gerade diffuser Haarausfall bei Frauen ist nicht selten durch mechanische Reize an der Kopfhaut bedingt. Heißes Föhnen, chemische Reize durch Tönungen und Färbungen, heiße Glätteisen und Dauerwelle sowie Flechtfrisuren und zu enge Zöpfe stressen die Haare und die Kopfhaut und können zu Haarverlust führen. Falsche Pflegeprodukte, wie unverträgliche Shampoos oder Spülungen, führen ebenfalls zu diffusem Haarausfall bei Mann und Frau. Nutzen Sie am besten milde Shampoos ohne unnötige Zusatzstoffe.
Medikamente, die Haarausfall auslösen können:
Einige Dermatologen konnten in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen diffusem Haarausfall und der Jahreszeit erkennen. Manche Frauen verlieren demnach im Herbst oder im Frühjahr mehr Haare, als im Rest des Jahres.
Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.
Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.
Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.
Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.
Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Manche Gründe, wie eine Hormonumstellung nach der Schwangerschaft oder das Ende einer Chemotherapie geben sich von selbst. Andere können unterstützend behandelt werden. Eine Mangelernährung kann durch Ernährungsumstellung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden. Da manche Nährstoffe im Übermaß dem Körper schaden können, sollten zum Beispiel Eisenpräparate aber nur in Rücksprache mit dem Arzt nach Sichern der Diagnose eingenommen werden. Auch hormonelle Störungen wie eine Funktionsstörung der Schilddrüse lassen sich medikamentös korrigieren. Sind psychische Gründe wie vermehrter Stress oder eine Essstörung die Ursache, kann eine psychologische Beratung weiterhelfen.
Wenn die Ursache des diffusen Haarausfalls behoben wurde, setzt nach einiger Zeit das Haarwachstum wieder ein. Als unterstützende Maßnahme, um das Haar wieder gesund und voll werden zu lassen, können bio-regenerative Methoden dienen. Besonders infrage kommen diese Therapieformen, wenn keine Ursache für den Haarausfall gefunden werden kann und daher eine spezifische Behandlung nicht möglich ist. Aber auch bei anderen Patienten können bio-regenerative Methoden frühzeitig eingesetzt werden, um nicht unnötig viele Haare zu verlieren.
In der Regel kann das Fortschreiten des Haarverlusts nach ein bis zwei Behandlungen gestoppt werden. Zu den wichtigsten bio-regenerativen Methoden gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, das reich an Zytokinen, Mikronährstoffen und Wachstumsfaktoren ist. Daneben enthält es viele Blutplättchen, die wertvolle Proteine für das Zellwachstum und die Zellregeneration enthalten. Das aufbereitete Blut wird dem Patienten in die Kopfhaut injiziert. Dort stimuliert es die Haarwurzel, sodass diese wieder aktiviert wird und das Wachstum neuer Haare beginnen kann. Auch die Neubildung von Gefäßen in der Kopfhaut wird gefördert.
Eine weitere Möglichkeit, die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern und das Haarwachstum zu stimulieren, ist die Low-Level-Laser-Therapie. Ergänzend kann eine Stammzellen-Therapie wirken. Dabei wird dem Patienten Unterhautfettgewebe entnommen und aufbereitet, um es dann in die Kopfhaut zu spritzen. Eine Methode aus der Alternativmedizin ist die Meso-Therapie. Je nach Indikation werden verschiedene Medikamente, Vitamine, Spurenelemente, homöopathische Mittel oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert, um dort die Selbstheilungskräfte anzuregen.
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Ursachen und Behandlungen von diffusem Haarausfall zusammenfasst:
| Ursache | Behandlung |
|---|---|
| Hormonelle Schwankungen | Medikamentöse Korrektur, Abwarten |
| Nährstoffmangel | Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel |
| Stress | Psychologische Beratung, Stressabbau |
| Medikamente | Alternativen mit dem Arzt besprechen |
| Erkrankungen der Kopfhaut | Medikamentöse Behandlung der Erkrankung |
| Chemotherapie/Bestrahlung | Abwarten, unterstützende Maßnahmen |
| Unklare Ursache | Bio-regenerative Methoden (PRP, Lasertherapie) |
Eine genaue Ursachenforschung ist essenziell, um ein Fortschreiten des diffusen Haarausfalls zu verhindern. Da die Haarwurzeln oft nicht vollständig zerstört sind, sondern sich nur in einem Ruhemodus befinden, ist der Haarverlust in vielen Fällen wieder vollständig reversibel.
Insbesondere für Patienten, bei denen keine Ursachen gefunden werden können oder die trotz Behandlung weiterhin unter Haarverlust oder reduzierter Haarqualität leiden, ist die Behandlung in einem Haarzentrum wichtig. Sollten auch dann noch kahle Stellen verbleiben oder einzelne Regionen, zum Beispiel am Scheitel, stark ausgedünnt sein, kann eine Haartransplantation helfen. Sie kommt dann infrage, wenn alle bio-regenerativen Methoden ausgeschöpft sind. Der Grund des Haarverlusts sollte zuerst behoben werden, sonst droht auch ein Ausfall der transplantierten Haare.
Eine der modernsten Methoden der Haartransplantation ist die I-FUE-Methode (Intermittend Follicular Unit Extraction). Dabei werden einzelne Follikuläre Einheiten aus Stellen gesunden Haarwachstums entnommen und nach nur kurzer Verweilzeit außerhalb des Körpers an eine kahle Stelle transplantiert. Durch die schonende minimal-invasive Technik entstehen nur mikroskopische Narben und die Chancen für hohe Anwuchsraten sind gut.
Sie selbst können mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu einer guten Nährstoffversorgung beitragen. Giftstoffe wie Nikotin oder Alkohol sind dem Haarwachstum nicht zuträglich. Achten Sie auf die richtige Haarpflege mit milden Shampoos, wenig Hitzeeinwirkung, seltenes Färben und gönnen Sie sich hin und wieder eine Kopfhautmassage.
Wenden Sie sich frühzeitig an unsere Spezialisten für Haarausfall, wenn sie einen verstärkten Haarausfall bemerken. In einem Beratungsgespräch werden wir Ihnen die besten Optionen erläutert.
Erste Anlaufstelle zur Abklärung, welche Art von Haarausfall bestehen könnte, z.B. diffuser Haarausfall, sollte immer ein Arzt (z.B. Hausarzt, Dermatologe, Gynäkologe) sein. Ist die Diagnose erfolgt, gibt es verschiedene Optionen, die den diffusen Haarausfall vermindern bzw.
Spezielle Shampoos oder Tonics helfen, dem diffusen Haarausfall entgegenzuwirken.
Untersuchung bzw. Untersuchung der Eisen-Blutspiegels.
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