Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Cortison und Behandlungen

Haarausfall bei Frauen ist ein häufiges Symptom, aber noch stärker als bei Männern mit Scham und sinkendem Selbstwertgefühl verbunden. Doch was hilft bei Haarausfall bei Frauen? Welche Therapie infrage kommt, hängt stark von der Form des Haarausfalls und ihrer Ursache ab. Welche das sind und welche Behandlungsansätze es gibt, lesen Sie hier.

Viele Frauen leiden im Lauf ihres Lebens unter Haarausfall, und die Ursachen sind vielfältig. Manchmal tritt er nur vorübergehend auf, etwa infolge einer hormonellen Veränderung nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren (Klimakterium). Auch bestimmte Medikamente oder einfach ein zu straffes Zopfgummi können Auslöser für den Haarverlust sein - dann lässt er sich relativ leicht beheben.

Häufig ist jedoch auch die sogenannte androgenetische Alopezie die Ursache, also ein erblich bedingter Haarausfall. Jedoch verbergen sich manchmal auch andere Erkrankungen hinter einem Haarausfall bei Frauen.

Was ist Haarausfall bei Frauen?

Haarausfall bei Frauen fällt meist dadurch auf, dass immer mehr Haare in der Bürste, im Duschabfluss oder auf dem Kopfkissen zurückbleiben. Der Zopf oder die Haarlängen wirken dünner als sonst. Im fortgeschrittenen Stadium lichtet sich das Haar auf der Kopfhaut sichtlich, meist im Bereich des Scheitels, der Stirn oder der sogenannten "Geheimratsecken". Seltener kommt es auch zu umschriebenen kahlen Stellen, wie beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata).

Etwa 70 bis 100 Haare am Tag zu verlieren ist normal und zunächst kein Grund zur Sorge. Bei vermehrtem Haarausfall sprechen Mediziner auch von Effluvium. Alopezie bezeichnet die Haarlosigkeit an sich.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen

Es gibt verschiedene Formen und Ursachen von Haarausfall bei Frauen. Hier finden Sie die wichtigsten:

Ursachen für erblich bedingten Haarausfall bei Frauen

In den meisten Fällen ist erblich bedingter Haarausfall bei Frauen (und Männern) der Grund dafür, dass sich das Kopfhaar lichtet. Lange glaubte man, dass bei den betroffenen Frauen eine übermäßige Produktion von Testosteron (wichtigstes männliches Sexualhormon) der Grund für den gesteigerten Haarverlust sei. Daher spricht man auch von einer androgenetischen Alopezie. Das ist aber nur gelegentlich der Fall, etwa bei einem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom).

Bei den meisten Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall lassen sich jedoch keine erhöhten Spiegel an männlichen Sexualhormonen (Androgenen) nachweisen. Vielmehr scheinen bei ihnen eine verminderte Aktivität des Enzyms Aromatase und eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen der Auslöser zu sein:

Aromatase sorgt an den weiblichen Haarfollikeln dafür, dass männliche Sexualhormone in weibliche (Östrogene) umgewandelt werden. Bei erblich bedingtem Haarausfall ist das Enzym weniger aktiv, sodass sich die Konzentration männlicher Sexualhormone an den überempfindlichen Haarfollikeln erhöht. Zum anderen werden lokal weniger Östrogene gebildet, denen eine fördernde Wirkung auf das Haarwachstum nachgesagt wird. Insgesamt resultiert daraus der Haarausfall.

Bei den betroffenen Frauen äußert sich der Haarverlust in einem allgemeinen Ausdünnen der Kopfhaare, hauptsächlich im Scheitelbereich. Dadurch schimmert die Kopfhaut immer stärker hervor. Bei einigen Frauen betrifft der Haarverlust auch bevorzugt den vorderen Kopfbereich, sodass sich eine Stirnglatze entwickelt (wie bei Männern mit dieser Art von Haarausfall).

Ursachen für kreisrunden Haarausfall bei Frauen

Manche Frauen bekommen stattdessen kreisrunde, kahle Stellen auf dem Kopf oder an anderen behaarten Körperstellen. Dann liegt ein kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) vor. Er hat andere Ursachen. Bei schwerer Ausprägung fallen auch komplett alle Körperhaare aus (Alopecia areata universalis).

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung von kreisrundem Haarausfall bei Frauen eine Rolle, beispielsweise eine Autoimmunreaktion: Dabei greifen Antikörper des Immunsystems fälschlicherweise körpereigenes, gesundes Gewebe an - in diesem Fall Zellen in den Haarwurzeln. Das stört das Haarwachstum und führt letztlich zum Haarausfall. Auch eine genetische Veranlagung und andere Faktoren tragen gegebenenfalls zur Krankheitsentstehung bei.

Besonders im 2. und 3. Lebensjahrzehnt manifestiert sich der kreisrunde Haarausfall. Wechseljahre, beziehungsweise generell das 5. Lebensjahrzehnt, werden ebenfalls oft von dieser Form von Haarverlust begleitet.

Ursachen für diffusen Haarausfall bei Frauen

Beim diffusen Haarausfall kommt es gleichmäßig am ganzen Kopf zum Haarverlust. Die möglichen Ursachen dafür sind vielfältig. Hier sind die wichtigsten:

  • Oft sind bestimmte Medikamente der Auslöser für den übermäßigen Haarverlust.
  • In anderen Fällen beruht diffuser Haarverlust bei Frauen (und Männern) auf einer Stoffwechselstörung.
  • Manchmal ist der Auslöser ein Eiweiß- oder Eisenmangel, etwa im Rahmen einer Mangelernährung.
  • Auch Schilddrüsenüberfunktion sowie Schilddrüsenunterfunktion sind mögliche Gründe dafür, dass übermäßig viele Haare ausfallen.

Besonders wichtig für Frauen: Vielfach wird diffuser Haarausfall durch die Pille (Ovulationshemmer) ausgelöst.

Seltener ist diffuser Haarausfall...

Diffusem Haarausfall können insbesondere bei Frauen vielfältige Ursachen zugrunde liegen, denen abhängig von der Dauer und der Vorgeschichte zunächst nachgeforscht werden sollte. Besteht der Haarverlust seit einem Zeitraum von weniger als 6 Monaten (akuter diffuser Haarausfall), kommen z.B. um 3 bis 4 Monate vorausgegangene fieberhafte Infekte, Operationen in Vollnarkose, Crash-Diäten oder auch die Geburt eines Kindes als Auslöser in Betracht. Wenn die Ursache erkannt und behoben ist, kommt der Haarausfall im Allgemeinen von alleine wieder zum Stillstand.

Bei länger bestehendem Haarausfall (> 6 Monate) kommen fortbestehende allgemeinmedizinische Störungen, wie z.B. Eisenmangel, Störungen der Schilddrüsenfunktion, eine unerwünschte Medikamentenwirkung, aber auch der anlagebedingte Haarausfall vom weiblichen Typ in Frage. In schätzungsweise 30% der Fälle von chronischem diffusen Haarausfall von mindestens 6 Monaten Dauer ist jedoch keinerlei Ursache festzustellen.

Cortison und Haarausfall

Cortison ist ein Medikament, das in der Medizin für seine entzündungshemmenden und immunsuppressiven Eigenschaften geschätzt wird. Doch wie wirkt sich diese Substanz eigentlich auf die Haare aus? Für viele Menschen, die eine Cortison-Therapie beginnen, stellt sich genau diese Frage.

Es gibt Berichte über positive Effekte, etwa bei der Behandlung von kreisrundem Haarausfall, aber auch Sorgen, dass Cortison selbst Haarausfall verursachen könnte. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick darauf, wie Cortison das Haarwachstum beeinflussen kann, warum es in manchen Fällen sogar als Lösung für Haarausfall eingesetzt wird und welche Mechanismen möglicherweise hinter unerwünschtem Haarausfall stehen. Ziel ist es, ein klares Bild zu vermitteln, damit Betroffene besser verstehen, was sie erwartet und welche Maßnahmen helfen können, die Haargesundheit zu unterstützen.

Zum einen wirkt Cortison entzündungshemmend, was bei entzündlich bedingtem Haarausfall, wie etwa bei Alopecia Areata, positiv sein kann. Es reduziert die Aktivität des Immunsystems, das in solchen Fällen die Haarfollikel angreift, und kann so das Haarwachstum wieder anregen.

Doch auf der anderen Seite kann Cortison, vor allem bei langfristiger Anwendung oder in hohen Dosen, den Hormonhaushalt stören. Ein weiterer möglicher Einfluss von Cortison ist die Veränderung der Nährstoffversorgung der Haarfollikel. Durch die Wirkung auf den Stoffwechsel kann es passieren, dass weniger Nährstoffe und Sauerstoff die Haarwurzeln erreichen, was das Wachstum schwächt. Interessanterweise gibt es auch Berichte über paradoxe Reaktionen, bei denen Cortison die Haarstruktur verändert oder sogar verstärkte Körperbehaarung hervorruft.

Haarausfall, der im Zusammenhang mit einer Cortison-Therapie auftritt, ist meist das Ergebnis komplexer Wechselwirkungen im Körper. Dabei spielen sowohl direkte als auch indirekte Mechanismen eine Rolle. Eine der Hauptursachen ist die hormonelle Veränderung, die durch Cortison ausgelöst wird.

Bei längerer Anwendung kann das Medikament die körpereigene Produktion von Hormonen wie Cortisol unterdrücken. Diese Dysbalance kann dazu führen, dass Haarfollikel empfindlicher auf Stress oder Nährstoffmangel reagieren, was Haarausfall begünstigt. Ein weiterer Mechanismus ist die Beeinflussung des Proteinstoffwechsels. Cortison kann den Abbau von Proteinen fördern, was sich negativ auf die Struktur und Stabilität der Haare auswirken kann. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, einem Protein, das für ihre Stärke und Elastizität verantwortlich ist.

Indirekt kann auch die psychische Belastung durch eine Erkrankung, die eine Cortison-Therapie erfordert, eine Rolle spielen. Stress ist ein bekannter Faktor für Haarausfall und kann die Wirkung von Cortison auf den Haarwachstumszyklus verstärken. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass die Dosierung und Dauer der Cortison-Therapie entscheidend sind. Während kurze Anwendungen in der Regel keine Auswirkungen auf die Haare haben, steigt das Risiko für Nebenwirkungen wie Haarausfall mit der Länge der Behandlung und der Höhe der Dosis.

Wie äußert sich Haarausfall unter einer Cortison-Therapie?

Haarausfall unter einer Cortison-Therapie kann sich auf unterschiedliche Weise äußern, abhängig von der individuellen Reaktion des Körpers und der zugrunde liegenden Erkrankung.

  • Diffuser Haarausfall: Viele Betroffene berichten von einer gleichmäßigen Ausdünnung der Haare über die gesamte Kopfhaut.
  • Telogenes Effluvium: In einigen Fällen kann Cortison dazu führen, dass eine größere Anzahl von Haaren vorzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) übergeht.
  • Veränderungen der Haarstruktur: Neben Haarausfall berichten manche Patienten auch von einer Veränderung der Haarqualität.
  • Indirekter Haarausfall durch Grunderkrankungen: Bei Erkrankungen wie dem Cushing-Syndrom, das durch eine Überproduktion von Cortisol oder eine Langzeittherapie mit Cortison ausgelöst wird, kann Haarausfall ebenfalls ein Symptom sein.

Obwohl Cortison in manchen Fällen mit Haarausfall in Verbindung gebracht wird, spielt es paradoxerweise auch eine wichtige Rolle bei der Behandlung bestimmter Formen von Haarausfall. Bei Alopecia Areata greift das Immunsystem die Haarfollikel an, was zu einem plötzlichen, meist lokal begrenzten Haarausfall führt. Cortison wirkt hier, indem es die überaktive Immunreaktion unterdrückt und die Entzündung in der Kopfhaut reduziert. Dadurch können die Haarfollikel wieder in die Wachstumsphase zurückkehren, und das Haar beginnt nachzuwachsen.

Auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut, wie z. B. Lupus erythematodes oder Lichen planopilaris, wird Cortison verwendet. Hier kann es helfen, die entzündlichen Prozesse zu kontrollieren, die sonst zu dauerhaften Schäden an den Haarfollikeln führen könnten.

Interessanterweise wird Cortison manchmal auch als kurzfristige Maßnahme bei stressbedingtem Haarausfall eingesetzt, wenn dieser durch eine vorübergehende Entzündungsreaktion verstärkt wird.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Cortison nicht bei allen Formen von Haarausfall geeignet ist. Die Entscheidung, Cortison zur Behandlung von Haarausfall einzusetzen, sollte immer individuell getroffen werden. Sie hängt von der genauen Diagnose, dem Schweregrad der Erkrankung und den möglichen Nebenwirkungen ab.

Behandlung von Haarausfall bei Frauen

Die Behandlung von Haarausfall bei Frauen richtet sich nach der Ursache.

Wenn zum Beispiel bestimmte Medikamente diffusen Haarausfall verursachen, ist es ratsam, ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen. Möglicherweise lässt sich die Dosis reduzieren oder die Behandlung auf ein alternatives Präparat umstellen, das dem Haarwachstum weniger schadet. Wenn nicht, normalisiert sich der Haarverlust meist nach Beenden der medikamentösen Therapie von allein wieder. Zudem können Präparate aus der Apotheke helfen, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum anzuregen.

Sind Erkrankungen (wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Tuberkulose) oder Vergiftungen der Auslöser für den Haarausfall, ist es entscheidend, dass diese fachgerecht therapiert werden. Das stoppt in der Folge dann meist auch den Haarausfall.

Die Therapie von vernarbendem Haarausfall gestaltet sich schwierig und langwierig. Bei Lupus erythematodes verschreibt der Arzt zur Behandlung der entzündeten Stellen auf der Kopfhaut häufig Kortison und andere Wirkstoffe, welche die Entzündungsprozesse und damit den Haarausfall stoppen. Bereits verloren gegangene Haare wachsen nicht nach, weil die Haarfollikel unwiederbringlich geschädigt sind.

Mechanisch bedingter Haarausfall bei Frauen lässt sich verhindern, indem die Haarwurzeln keinem übermäßigen Zug ausgesetzt werden. Das bedeutet zum Beispiel, einen Pferdeschwanz nur locker zu binden oder die Haare häufiger offen zu tragen.

Ein vorübergehender Haarausfall bei Frauen nach einer Geburt, nach Operationen oder Infektionen bedarf meist keiner Therapie, sondern normalisiert sich von allein wieder. Mit etwas Geduld und eine ausreichende Nährstoffzufuhr (vor allem bei stillenden Frauen) füllt sich das Haar nach und nach wieder.

Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen

Es gibt wirksame Mittel gegen Haarausfall bei Frauen - im Alter ebenso wie in jungen Jahren. Für die richtige Behandlung ist die Ursache des Haarausfalls grundlegend.

Ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen ist wichtig, damit Sie die richtige Hilfe erhalten. Folgende Behandlungen sind möglich:

  • Minoxidil: Als wirksamstes Mittel bei erblich bedingtem (androgenetischem) Haarausfall bei Frauen gilt Minoxidil.
  • Antiandrogene: Manchmal verschreiben Ärzte gegen erblich bedingten Haarausfall bei Frauen auch Tabletten mit Anti-Androgenen (wie Cyproteronacetat).
  • Behandlung der Grunderkrankung: Steckt eine hormonelle Erkrankung wie das PCO-Syndrom hinter der androgenetischen Alopezie bei Frauen, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall bei Frauen

Für die Therapie von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Die Erfolgsaussichten der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) sind insgesamt eher bescheiden. Außerdem kommt es öfters zu Rückfällen.

In manchen Fällen heilt der kreisrunde Haarausfall bei Frauen (sowie Männern und Kindern) auch von allein wieder aus.

  • Kortison: Kortison wird als Salbe oder Creme direkt auf die kahlen Stellen am Kopf aufgetragen. In schweren Fällen verschreibt der Arzt sogar Kortisontabletten gegen Haarausfall bei Frauen, die auf den gesamten Organismus wirken.
  • Dithranol: Hilfe bei Haarausfall bei Frauen kann auch der Wirkstoff Dithranol leisten. Normalerweise verschreiben Ärzte es zur Behandlung einer Schuppenflechte.
  • Topische Immuntherapie: Auf dieselbe Weise funktioniert die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DCP) oder Quadratsäuredibutylester (SADBE; Squaric-Acid-Dibutylester).

Behandlung von diffusem Haarausfall

Diffusen Haarausfall behandelt der Arzt abhängig von seiner Ursache. Sind Medikamente wie beispielsweise Lipidsenker oder Krebsmedikamente die Ursache, legt sich der Haarausfall nach Beenden der Therapie meist wieder. Möglich ist auch, auf ein alternatives Präparat umzusteigen, das den Haaren weniger schadet.

Manchmal wird diffuser Haarausfall von Infektionen oder anderen Erkrankungen wie etwa Schilddrüsenerkrankungen verursacht. B-Vitamine und bestimmte Aminosäuren (L-Cystein) stärken die Haarwurzeln und regen die Bildung neuer Haarzellen an.

Hausmittel und Homöopathie

Frauen können Hausmittel oder homöopathische Mittel neben den Medikamenten ausprobieren. Einige schwören auf homöopathische Globuli gegen Haarausfall bei Frauen. Deren Wirkung ist aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht belegt.

Daneben gibt es einige Hausmittel, die dabei helfen können, Ihre Haarpracht zu erhalten und zu stärken, zum Beispiel gelten Brennnessel, Apfelessig oder Zwiebelsaft als gut fürs Haar. Oft ist die wissenschaftliche Datenlage bezüglich der Wirksamkeit von Hausmitteln aber dünn.

Auch gesunde, vitaminreiche Lebensmittel können gegen Haarausfall bei der Frau helfen. Zu solchen Nahrungsmitteln gehören unter anderem Vollkornprodukte (Zink), Nüsse und Pilze (Selen) oder Haferflocken (Biotin).

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Das Konzept der Homöopathie und ihre spezifische Wirksamkeit sind jedoch umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Haarausfall während einer Cortison-Therapie kann verunsichern, doch nicht immer ist sofort ein Eingreifen notwendig. In einigen Fällen ist der Haarausfall vorübergehend und reguliert sich von selbst, sobald die Therapie angepasst oder beendet wird.

Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:

  • Plötzlicher oder starker Haarausfall: Wenn innerhalb kurzer Zeit auffällig viele Haare ausfallen oder kahle Stellen sichtbar werden, sollte dies ärztlich untersucht werden.
  • Lang anhaltender Haarausfall: Wenn der Haarausfall auch nach einer Anpassung der Cortison-Dosis oder nach Beendigung der Therapie über mehrere Monate anhält, ist eine genauere Abklärung notwendig.
  • Psychische Belastung: Sollte der Haarausfall das Selbstbewusstsein oder die Lebensqualität stark beeinträchtigen, ist es sinnvoll, dies mit einem Arzt zu besprechen.
  • Verschlechterung der Grunderkrankung: In einigen Fällen kann der Haarausfall ein Hinweis darauf sein, dass die zugrunde liegende Erkrankung, die mit Cortison behandelt wird, nicht ausreichend kontrolliert ist.

Ein Arztbesuch ermöglicht es, die genaue Ursache des Haarausfalls zu identifizieren und gezielte Maßnahmen einzuleiten. Dabei kann auch geprüft werden, ob alternative Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, die weniger Nebenwirkungen auf das Haarwachstum haben.

Zusammenfassung

Die Beziehung zwischen einer Cortison-Behandlung und der Haargesundheit ist komplex und individuell unterschiedlich. Während Cortison bei bestimmten Formen von Haarausfall, wie der Alopecia Areata, eine effektive Therapie darstellt, kann es in anderen Fällen indirekt zu Haarausfall führen, insbesondere bei langfristiger oder hochdosierter Anwendung.

Für Betroffene ist es wichtig, den Haarausfall nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext der gesamten Behandlung und der zugrunde liegenden Erkrankung zu sehen. Viele Nebenwirkungen, einschließlich Haarausfall, sind vorübergehend und können durch eine Anpassung der Therapie oder unterstützende Maßnahmen minimiert werden.

Wenn der Haarausfall jedoch länger anhält oder psychisch belastend wird, gibt es zahlreiche Lösungsansätze, um das Selbstbewusstsein zu stärken. Neben medizinischen Behandlungen bieten kosmetische Optionen wie Haarsysteme eine sofortige und ästhetisch ansprechende Lösung.

Abschließend lässt sich sagen: Eine Cortison-Therapie ist oft unverzichtbar, um schwerwiegende Erkrankungen zu behandeln. Mit der richtigen Begleitung und einem bewussten Umgang mit möglichen Nebenwirkungen können Betroffene jedoch sowohl ihre Gesundheit als auch ihr Wohlbefinden und ihre Haargesundheit in Einklang bringen.

Hier ist ein Vorschlag für ein Video, das den Artikel ergänzen könnte:

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

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