Die Rote Perücke: Eine Interpretation der Anthologie von Hartmut Vollmer

Die Anthologie "Die rote Perücke", herausgegeben von Hartmut Vollmer, wirft ein Licht auf zwei bisher wenig beachtete Phänomene des literarischen Expressionismus: die Dichterinnen der von wortmächtigen Männern beherrschten Bewegung und die Prosa, die stets im Schatten der expressionistischen Lyrik und Dramatik gestanden hat.

Expressionistische Kunst

Einleitung in die Thematik

Hartmut Vollmer legt hier eine einzigartige Sammlung mit dreißig Prosatexten expressionistischer Dichterinnen vor. Ein kenntnisreiches Vorwort führt in die Thematik ein und gibt einen Überblick über die Forschungslage. Neben bekannten Namen wie Else Lasker-Schüler, Claire Goll, Emmy Hennings, Paula Ludwig oder Henriette Hardenberg umfasst die Anthologie viele kaum bekannte, zu Unrecht vergessene Autorinnen.

Zentrale Themen und Motive

Entfremdung, Wahnsinn, Liebe, die Suche nach einer (weiblichen) Existenz und Identität, soziale Not und Konflikte, Träume, Ausbruchs- und Aufbruchssehnsüchte sind zentrale Themen der vorgestellten Texte. Die erstaunliche Breite und Vielfalt des Spektrums schreibender Frauen in der kunstrevolutionären Bewegung des Expressionismus wird in diesem Band sichtbar gemacht.

Expressionismus und Frauen

Aktualisierung und Forschungslage

Vierzehn Jahre nach dem Erscheinen der Erstausgabe der Anthologie (1996) liegen inzwischen neuere Untersuchungen zum Literarischen Expressionismus – und so auch zur expressionistischen Prosa – vor. Bei diesen neuen Studien hat der Aspekt des ‚weiblichen Expressionismus‘ durchaus Beachtung gefunden und ist im Kontext der Gender-Forschung behandelt worden. Auch weitere Textveröffentlichungen expressionistischer Dichterinnen zeugen von einem geweckten Interesse an den lange Zeit vergessenen und ignorierten Autorinnen.

Diese neuen literarischen Publikationen sowie neue (bzw. zu korrigierende) Informationen zu den Biographien der Dichterinnen haben für die zweite Auflage der Roten Perücke eine Aktualisierung des bio-bibliographischen Anhangs erfordert. Trotz der genannten positiven Entwicklung ist jedoch zu konstatieren, dass die Erforschung des ‚weiblichen Expressionismus‘ noch immer am Anfang steht und umfassend und intensiv fortgesetzt werden muss. Die nun veröffentlichte zweite Auflage der Anthologie Die rote Perücke mag dazu einen erneuten Anstoß geben.

Expressionismus Gedichte | Literatur einfach erklärt

Über den Herausgeber

Hartmut Vollmer ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn. 1996 habilitierte er sich mit der Studie "Liebes(ver)lust. Existenzsuche und Beziehungen von Männern und Frauen in deutschsprachigen Romanen der zwanziger Jahre." Er publizierte zahlreiche Studien zur deutschsprachigen Literatur des 18.-21. Jahrhunderts und ist unter anderem Herausgeber der Werke von Henriette Hardenberg, Alfred Lichtenstein, Franz Hessel, Gina Kaus, Anton Schnack und Maria Luise Weissmann, sowie der Anthologie "In roten Schuhen tanzt die Sonne sich zu Tod". Lyrik expressionistischer Dichterinnen.

Expressionistische Dichterinnen und ihre Werke

Die Anthologie umfasst Werke von bekannten und weniger bekannten Dichterinnen des Expressionismus.

  • Else Lasker-Schüler
  • Claire Goll
  • Emmy Hennings
  • Paula Ludwig
  • Henriette Hardenberg

Diese Autorinnen thematisieren in ihren Prosatexten oft die Entfremdung, den Wahnsinn, die Liebe und die Suche nach einer weiblichen Identität.

Cover der Anthologie "Die rote Perücke"

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