Der Vollbart ist im Trend, aber ums Rasieren kommen Männer dennoch nicht herum. Auch Bartträger müssen ihre Haarpracht regelmäßig zurechtstutzen und in Form bringen. Doch welche Methoden eignen sich für eine Rasur am besten? Reicht ein einfacher Nassrasierer oder empfiehlt sich ein elektrischer Trockenrasierer?
Für eine ordentliche Rasur und einen gepflegten Bartschnitt lohnt sich auch der regelmäßige Besuch beim Barbier. Denn das fast vergessene Handwerk des Bartscherens feiert seine Renaissance. In schicken Barber Shops wird gestutzt und geplaudert, so wie es schon früher Sitte war.
Ein Barbier bei der Arbeit. Bildquelle: Pixabay
„Das Wichtigste ist eine gesunde Haut - egal ob man sich regelmäßig glattrasiert oder Bartträger ist“, sagt Sezer Soylu vom Augsburger Friseursalon Klas. Der gebürtige Türke pflegt und schneidet Bärte und Haare, seit er 15 Jahre alt ist. Er gehört sogar zu den Besten seines Handwerks. Dieses Jahr wurde der 39-Jährige mit Künstlernamen „Aux the barber“ zum besten Barbier Deutschlands gekürt.
Für eine Glattrasur empfiehlt der Experte herkömmliche Nassrasierer, etwa einen Systemapparat mit mehreren Klingen oder einen Rasierhobel mit nur einer Schneide.
Für den Barbier gehört zu einer Rasur auch die Pflege davor und danach dazu. Sogenannte Pre-Shave-Produkte wie Rasierschaum bereiten die Haut Soylu zufolge auf die Rasur vor. Sie sollen beispielsweise dafür sorgen, dass feine Bartstoppeln sich aufrichten und die Klinge sie besser erfassen kann. „Wichtig ist, dass man die Produkte ein bis zwei Minuten einwirken lässt.“
Vor dem Rasieren solltest Du Dein Gesicht - mehr Deine Haut - von den Strapazen der Nacht befreien. Dafür eignet sich natürlich eine heiße Dusche und milde Reinigung! Schaff die optimalen Bedingungen für Deine Perfekte Rasur: Neben der Entscheidung für eine Rasur-Variante heißt richtig rasieren auch, Deine Haut optimal und adäquat vorzubereiten. Deshalb reinige Deine Haut vor der Rasur wirklich gründlich, beispielsweise mit - JOHN MASTERS ORGANICS FACE WASH & SHAVE FOAM - So wird das Rasierresultat nicht durch verunreinigte Poren und kleine Entzündungen vermasselt.
Im Barbier-Salon machen wir das mit warmen Handtüchern, aber eine heiße Dusche geht auch. So quillt das Barthaar auf und lässt sich leichter kappen. Aber: fünf Minuten Wärmezeit einkalkulieren! Also bloß nicht hetzen…
Wenn Du nass rasieren möchtest, hast Du die Wahl zwischen verschiedenen Pflegeprodukten: Schaum, Rasieröl, Gel oder Rasierseife. Unser Tipp: Lass bei der Nassrasur Dein Pflegeprodukt mindestens zwei Minuten einwirken. Das weicht widerspenstige Bartstoppeln ein und macht sie weich und geschmeidig.
Versuchen Sie es doch mal mit einer besonderen und schonenden Rasierseife. Wir empfehlen hierfür beispielsweise die eco-zertifizierte “Soap Sandale” mit pflegender Sheabutter und beruhigendem, kaltgepressten Olivenöl. Diese Rasierseife wird in Handarbeit an der kroatischen Adriaküste hergestellt. In ihr vereinen sich Jahrzehnte der Rasurkunst und Seifensiederei.
Rasierseife und Pinsel. Bildquelle: barbers-equipment.com
Greif zum richtigen Rasurwerkzeug wie z.B. Klassiker ist hier der Rasierhobel. Für die Nassrasur ist er perfekt geeignet. Genauso gut, aber mittlerweile weiter verbreitet ist der herkömmliche Systemrasierer. Nicht zu vergessen: die elektronische Maschine für die Trockenrasur.
Richtig rasieren kannst Du Dich am besten mit einer wirklich scharfen Klinge. Wenn es anfängt zu ziepen, SOFORT die Klinge wechseln. Bei jeder Nassrasur nutzt sich Deine Klinge nach und nach ab, egal ob Du mit einem Rasierhobel oder einem Systemrasierer arbeitest. Solltest Du Dich täglich rasieren, muss die Klinge eines Systemrasierers ca. alle zwei Wochen ausgetauscht werden. Bei Rasiermessern ist die Abnutzungsdauer etwas länger, außerdem können die Klingen hier oftmals auch nachgeschärft werden.
Das Einschäumen ist nur die Ouvertüre, wenn das Rasiermesser zum Einsatz kommt, wird´s ernst. Das Tool sollte selbstverständlich hochwertig und die empfindliche hohl- oder vollgeschliffene Klinge megascharf sein. Ein guter Barbier pflegt und hegt sein Messer, auch zum Wohle des Kunden. Denn wird die Klinge feucht und rostet, kann das blutige Blessuren zur Folge haben. Das Messer wird nur zum Rasieren aufgeklappt und bei Nichtgebrauch sofort geschlossen.
Rasier Dich bei empfindlicher Haut grundsätzlich nur mit der Wuchsrichtung Deiner Barthaare. Mit der Klinge streicht er die Wangen von oben nach unten entlang, in Haarwuchsrichtung. Dabei wird die bearbeitete Hautpartie mit Daumen und Mittelfinger gespannt.
Gerade Kinnlinie und Kontur kann man nur von der Seite bewerten, nicht frontal von vorn. Am besten Rasierspiegel oder die Selfie-Cam am Handy zu Hilfe nehmen. Die Rasur an der Kinnlinie bitte einen Zentimeter über dem Adamsapfel auslaufen lassen. Diese hart und viel zu weit oben rasierten Kanten, die man gerade überall sieht, sind schrecklich unattraktiv!
Führen Sie die Klinge oder den Scherkopf immer in einem Winkel von etwa 30 Grad über die Haut. Während dieser Winkel von den meisten Rasierern fast automatisch eingehalten wird, liegt es beim Rasiermesser oder -Hobel ganz in Ihrer Hand, diesen Winkel einzuhalten. Auch hier gilt - es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
Am besten arbeiten Sie sich von den großen Flächen wie Wangen und Hals zu den schwierigeren Parts wie der Oberlippe oder dem Kinn vor. Sobald Sie mit dem Rasurergebnis zufrieden sind, waschen Sie sich zuerst den Schaum und die Bartstoppeln mit kaltem Wasser aus dem Gesicht. Das reinigt die Haut, schließt die Poren und ist vor allem morgens ein echter Wachmacher.
Er empfiehlt, auch nach dem Rasieren Pflegeprodukte wie Aftershave zu nutzen. Das Angebot an Rasierwässern, Cremes und Ölen ist riesig - welches Mittel ist das richtige? „Das ist bei jedem unterschiedlich“, sagt Soylu. Denn bei der Wahl des passenden Pflegeprodukts sei der Haar- und Hauttyp entscheidend. Daher könne er auch keine allgemeingültige Empfehlung geben. „Wichtig ist, dass das Produkt zu einem passt.
Unverzichtbar: nach jeder Rasur - Dein After Shave. Nach der Rasur sorgen kalte Kompressen für das Schließen der Poren, eine Rasiercreme beruhigt die gereizte Haut. Nach der Rasur müssen Schaumreste abgetragen und die Haut entspannt werden.
Da die Haut nun gereizt und dadurch anfälliger für Infektionen und Entzündungen ist, sollte zur Desinfektion ein After Shave aufgetragen werden. Ein umfangreiches Produktangebot stellt Sie auch hier vor die Qual der Wahl.
Soylu rät, einen Bart je nach Stärke des Haarwuchses mindestens einmal pro Woche oder spätestens nach zehn Tagen in Form zu bringen und die Ränder zu konturieren - „damit der Bart gepflegt wirkt“. Beim Zurechtschneiden sollte man darauf achten, dass beide Gesichtshälften symmetrisch wirken. Auch beim Bart gehört die Pflege mit dazu. Spezielle Cremes und Öle machen das Haar weich und schützen auch die darunterliegende Haut. „Deshalb sollten sie täglich angewendet werden“, rät der Barbier. Zudem sollte ein Bart täglich gebürstet und gewaschen werden.
Besonderes Augenmerk sollte jeder Bartträger auf die Bartpflege zwischen den Rasiervorgängen legen. Ein dicht gewachsener Bart ist optimaler Nährboden für Bakterien und kann bei mangelnder Pflege sehr schnell zu geröteter, juckender, trockener oder gar schuppiger Haut führen.
Bartpflegeprodukte. Bildquelle: wiepflegeichmeinenbart.de
Egal ob professionell beim Barbier Ihres Vertrauens, zu besonderen Anlässen, oder als alltägliches Ritual zuhause vor dem Spiegel - die Rasur ist viel mehr, als nur ein alltägliches Übel vor dem Weg zur Arbeit. Zelebrieren Sie Ihre Männlichkeit und Individualität und finden Sie heraus, welche Rasur am besten zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt.
Die Rasur im heimischen Bad ist rein funktional. Ein Besuch beim Barbier hingegen ist eine kultivierte Auszeit vom Alltag, himmlisch entspannend und wohltuend pflegend. Eigentlich paradox: Für Männer ist es ein Wellnesserlebnis, sein Schicksal einem Geschlechtsgenossen mit einem ultrascharfen Messer anzuvertrauen.
Der beste Zeitpunkt für eine sanfte Rasur ist frühmorgens - am besten gleich nach dem Aufstehen! Nimm Dir Zeit und mach es zu einem Spa-Ritual! Ruhe für den Start in den Tag. Rasier Dich nass ganz entspannt nach dem Duschen, denn dann sind Deine Barthaare eingeweicht. Faustregel: Auf jeden Fall vor Frühstück und Job! Deine Haut ist durch Alltagsbelastungen wie Kauen, Sprechen, Küssen oder Schwitzen viel stärker durchblutet und wird kleine Schnitte dann mehr bluten lassen.
Jeder Kerl brauch individuell auf seine Bedürfnisse abgestimmte Pflegeprodukte! Für jede Haut, jeden Bart und jede Gemütslage gibt es die passenden Rasierutensilien.
Wichtig zu beachten hierbei ist vor allem, dass Bärte und Barthaare so unterschiedlich sind wie ihre Träger. Die Wahl der richtigen Utensilien, Produkte und Techniken kann sehr individuell erfolgen und muss an den jeweiligen Typ angepasst werden. Ob Trocken- oder Nassrasur, ob Trimmer, Rasiermesser oder Elektrorasierer, ob Rasiergel, -öl oder -schaum und vieles mehr muss von jedem Bartträger und jenen, die es werden wollen, selbst getestet und entschieden werden.
Gemäß der Natur der Sache, wachsen Barthaare in regelmäßigen Zyklen nach - bei dem einen schneller und bei anderen etwas langsamer. Demgemäß ist dieser Akt des Rasierens als immerwährender Kreislauf zu betrachten.
Mit einem Dreitagebart zeigst du Standhaftigkeit und Profil. Du weißt, was du willst. Und obendrein sieht du damit auch noch richtig gut aus. Vorausgesetzt, du rasierst, trimmst und pflegst deinen Dreitagebart richtig. Denn einfach so wachsen lassen geht gar nicht. Keine Sorge, der Aufwand hält sich in Grenzen.
Was sich für viele gefährlich und schwierig anhört - die Rasur mit einem scharfen Messer, ist im Grunde gar nicht so schwer und wenn man es einmal kann, dann will man nie wieder etwas anderes.
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Hautpflege | Gesunde Haut ist das A und O |
| Vorbereitung | Pre-Shave Produkte verwenden, Haut reinigen |
| Werkzeug | Scharfe Klingen verwenden, Rasierhobel oder Systemrasierer |
| Technik | Mit der Wuchsrichtung rasieren, Haut spannen |
| Nachbereitung | Aftershave verwenden, Haut beruhigen |
| Bartpflege | Regelmäßig trimmen, Bartöl und Bürste verwenden |
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