Haarausfall bei Mann und Frau: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Geheimratsecken, Glatze, schütteres Haar - mit zunehmendem Alter müssen sich zwei Drittel der Männer und fast die Hälfte der Frauen von einer vollen Haarpracht verabschieden. Haarausfall ist für manche ein großes Problem, andere gehen gelassen damit um, dass ihnen pro Tag mehr als 100 Kopfhaare abhanden kommen. Wären es weniger, könnten nachwachsende Haare den Verlust ersetzen, so aber sprechen Mediziner von Haarausfall.

Im Folgenden werden die verschiedenen Aspekte des Haarausfalls beleuchtet, von den Ursachen über die Diagnose bis hin zu den therapeutischen Möglichkeiten.

Ursachen von Haarausfall

Die Gründe für Haarausfall sind vielfältig, allerdings unterteilen Hautärzte ihn mittlerweile in einige große Gruppen. Häufigste Ursache bei Männern und Frauen ist die androgenetische Alopezie bzw. der anlagebedingte Haarausfall, bei dem Hormonstörungen für den Haarverlust verantwortlich sind. Rund die Hälfte aller Fälle von Haarausfall lassen sich auf diese sogenannte Androgenetische Alopezie zurückführen.

Es besteht eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen das Steroidhormon Dihydrotestosteron, kurz DHT. DHT entsteht bei der Umwandlung des männlichen Hormons Testosteron und übernimmt wichtige Aufgaben bei der Entwicklung eines Jungen zum Mann. Ist in der Kopfhaut viel DHT gespeichert und besteht gleichzeitig eine ererbte Überempfindlichkeit, verkürzt sich das Haarwachstum und die Haarfollikel verkümmern. Dabei spielt übrigens die Menge des Testosterons im Körper keine Rolle.

Anders ist das beim diffusen Haarausfall, der alle Bereiche des Kopfes gleichermaßen betrifft. Ursache können Medikamente sein, aber auch Crash-Diäten bis hin zu hohem Fieber und psychischen Problemen. Eine ganz häufige Ursache von Haarausfällen sind Mangelerscheinungen, ganz gerne bei Teenies oder bei Menschen, die jung sind, a) von der Mutter weggehen und selber kochen müssen, oder b) von Leuten, die eine strenge Diät gemacht haben, Spurenelement- und Mineralstoffmangel haben, da sind wirklich Defizite, dass das Haarwachstum nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Eine ungewöhnliche Form des krankhaften Haarausfalls dagegen ist die Alopecia areata oder kreisrunder Haarausfall, an dem vorwiegend Kinder und junge Menschen leiden. Es entwickeln sich kahle Stellen, die zumindest teilweise auch ohne Behandlung wieder zuwachsen können. Die Ursachen des kreisrunden Haarausfalls sind allerdings nur in Umrissen bekannt.

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Hormonelle Veränderungen und Erkrankungen

Die anderen 50 Prozent der Haarausfälle sind entweder bei Frauen hormonelle Veränderungen, Erkrankungen der Eierstöcke, der Schilddrüse, der Nebennierenrinde, wo wirklich mit Hormonen, mit starken Medikamenten behandelt werden muss. Aber auch ganz häufig bei leichteren Störungen, Disharmonien des Körpers, nach der Vollnarkose, dann bekommen Sie viel Chemie in den Bauch, damit sie schlafen während der OP, und das ist natürlich nicht besonders gesund. Dann werden die Haarfollikel schlechter angeflutet mit Nährstoffen und mit der Durchblutung, dann haben sie vier bis acht Wochen einen Haarausfall.

Beliebtes Beispiel ist auch bei Frauen, wenn ein Kind gekommen ist. Solange sie schwanger sind, haben sie weibliche Hormone wirklich voll, und wenn das Kind gekommen ist, wenn sie Glück haben in zwei, drei Stunden, und die riesigen Mengen an weibliche Hormone geht gegen null, also überwiegen kurzfristig die männlichen Hormone, Resultat ist, die Haare gehen büschelweise aus. Normalerweise reguliert der Körper das selber wieder nach ein paar Monaten.

Diagnose von Haarausfall

Also wir müssen unterscheiden zwischen einem Haarausfall und einer Verminderung der Haardichte im Bereich des Kopfes. Landläufig ist Haarausfall, wenn die Leute merken, dass sie mehr Haare im Kamm haben oder auf den weißen Fliesen, als eine Woche vor. Dann kommen Sie zum Arzt und sagen "Herr Doktor, ich habe Haarausfall!" Es gibt aber auch die Leute, die einfach wenig Haare auf dem Kopf haben, wenn man da mal nachfragt, dann sagen die nicht, "Ach, mir sind Hunderte von Haaren ausgefallen", sondern "Ach ja, über Jahre hinweg, schleichend ist die Kopfhaardichte weniger geworden, jetzt wird es nass, wenn es regnet".

Therapeutische Möglichkeiten

Mittlerweile bieten Ärzte gegen diese und andere Formen des krankhaften Haarausfalls eine breite Palette therapeutischer Möglichkeiten an. Welche sinnvoll sind, sollte auf jeden Fall mit einem Dermatologen besprochen werden. Von einer Selbstmedikation raten Fachleute ab: Sie ist teilweise teuer und hilft nur wenig.

So wie bei dieser Patientin, deren Haare nach einer massiven Essstörung ausgefallen sind. Die Therapie erscheint hier vergleichsweise einfach: Was fehlt, muss der Haarwurzel einfach künstlich zugeführt werden. Genau darauf beruht die Mesotherapie, bei der winzige Nadeln einen Mineralien- und Vitamincocktail direkt in die oberste Hautschicht injizieren.

Das ist so eine Spezialkanüle ganz klein, ganz spitz, tut eigentlich überhaupt nicht weh, wenn man es richtig injiziert, wir sprangen sie jetzt ein ...

Die folgende Tabelle fasst die verschiedenen Arten von Haarausfall und ihre Hauptursachen zusammen:

Art des Haarausfalls Hauptursachen
Androgenetische Alopezie Hormonstörungen, genetische Veranlagung, Überempfindlichkeit gegen DHT
Diffuser Haarausfall Medikamente, Crash-Diäten, hohes Fieber, psychische Probleme
Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) Unbekannte Ursachen, vermutlich Autoimmunreaktion

Haare haben für Menschen eine hohe Bedeutung. Sie verkörpern Attraktivität, Jugendlichkeit und Vitalität. Umso dramatischer empfinden es viele, wenn diese Symbole einfach ausfallen. Jeder zweite Mann und fast ebenso viele Frauen leiden an Haarausfall - Mediziner sprechen auch von Alopezie. Bei 90 Prozent der betroffenen Männer beginnt der Haarausfall mit Anfang 20 an Stirn und Schläfen, setzt sich auf dem Schädeldach an der Tonsur fort, bis schließlich nur ein Haarkranz über den Ohren und am Hinterkopf übrig bleibt.

tags: #Haarausfall #Deutschlandfunk #Sprechstunde

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