Haarausfall beim Deutsch Drahthaar: Ursachen und Behandlung

Haarlosigkeit, Haarausfall oder Fellverlust wird unter dem Begriff Alopezie zusammengefasst. Kahle Stellen kennen zahlreiche Ursachen. Sie entstehen zum Beispiel sekundär in Folge von Juckreiz oder können auch primär wegen einer hormonellen Störung vorkommen.

Es ist wichtig zu wissen, dass jede Hunderasse und eigentlich sogar jeder Hund seine eigene Fellstruktur hat. Ob der Haarausfall bei deinem Hund Sorgen bereiten sollte, hängt entsprechend von seiner Rasse ab.

Alopezie kann prinzipiell nicht-entzündliche (I) oder entzündliche (II) Ursachen haben.

Ursachen für Haarausfall beim Deutsch Drahthaar

Die Ursachen für Haarausfall bei Hunden sind vielfältig. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  1. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Eine der häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Hunden ist die Schilddrüsenunterfunktion.
  2. Saisonale Flankenalopezie: Hunde mit saisonaler Flankenalopezie zeigen haarlose Stellen (Alopezie) im Bereich der Flanken.
  3. Hormonelle Imbalancen: Hormonelle Imbalancen sind eine häufigere Ursache für nicht-entzündlichen Haarverlust.
  4. Haarverlust verursacht durch Selbsttrauma: Ist eine der Ursachen, die uns am häufigsten begegnen.
  5. Parasitenbefall: Befallen Parasiten wie Flöhe oder Milben deinen Hund, kann dies zu starkem Juckreiz führen, der wiederum Haarausfall zur Folge haben kann.
  6. Hautpilzerkrankung (Dermatophytose): Ein Symptom der sogenannten Dermatophytose, also einer Hautpilzerkrankung, kann Haarausfall sein.
  7. Cushing-Syndrom: Eine Nebennierenrindenüberfunktion, etwa in Form eines Cushings, bringt den Hormonhaushalt deines Vierbeiners ebenso durcheinander und kann zu Fellverlust führen.
  8. Ernährung: Haart dein Hund extrem, spielt oft seine Ernährung eine entscheidende Rolle.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Neben den Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Hyperadrenokortizismus (Morbus Cushing/Überfunktion der Nebennierenrinde) stellt die Hypothyreose die dritthäufigste Erkrankung der Drüsen dar.

Eine der Hauptursachen welche zur Schädigung (Zerstörung) des funktionellen Schilddrüsengewebes führt, ist auf Entzündungsreaktionen zurück zu führen. Durch chronisch-entzündliche Vorgänge wird gesundes Schilddrüsengewebe zerstört, es bildet sich ersatzweise funktionsloses Bindegewebe. Eine andere, wenn auch seltenere, Ursache ist die autoimmune Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung). Bei dieser Form bildet der Körper Antikörper gegen eigenes Schilddrüsengewebe und zerstört dieses somit.

Grundsätzlich können alle Hunde eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln. Weniger betroffen (relativ) sind dabei weibliche Tiere, während männliche, kastrierte Hunde ein scheinbar höheres Erkrankungsrisiko aufweisen. Auch tritt diese Erkrankung häufiger bei reinrassigen Tieren als bei Mischlingen auf.

Anfänglich treten bei Erkrankung lediglich unspezifische Symptome auf, die oftmals nicht wahrgenommen werden. Erst wenn größere Bereiche der Schilddrüse zerstört sind und die Unterfunktion zu offensichtlichen körperlichen Beschwerden oder Verhaltens- bzw. Wesens-veränderungen geführt hat, werden die betroffenen Tiere einem Tiermediziner vorgestellt.

Organische Symptome:

  • Gewichtszunahme, Verfressenheit
  • Verdauungsprobleme (Verstopfung)
  • Hautveränderungen (Schuppenbildung, Keratose/Verhornung, fettige Seborrhö, Hyperpigmentierung, bakterielle Hautinfektionen, Juckreiz, etc.)
  • Fellveränderungen (schlechtes oder verzögertes Fellwachstum, Haarausfall, trockenes-brüchiges Fell, schütteres Haarkleid, Rattenschwanz, Veränderung der Fellfarbe etc.)
  • Gestörte Wundheilung
  • Häufige Entzündungen, insbesondere Ohren und Gehörgang sowie Augen/Hornhautablagerungen (Hyperlipidämie)
  • Herzstörungen (Herzrhythmusstörungen, verlangsamter Herzschlag/Bradykardie, schwacher Puls)
  • Bewegungsapparat (Schmerzen in den Extremitäten, Gleichgewichtsstörungen, steifer Gang)
  • Muskelschwäche und neurologische Erkrankungen (eingeschränkte, fehlende Belastbarkeit, frühe Ermüdung, nachlassendes Hörvermögen )
  • Störung des Sexualverhalten (ausbleibende Läufigkeit, mangelnde Libido, Unfruchtbarkeit, Hodenathrophie/Schrumpfung)
  • Störungen des Wärmehaushalts (vermehrtes Aufsuchen warmer Plätze, im Sommer oft Wärmeintoleranz)

Psychische Symptome:

  • Geringe Stresstoleranz, erhöhte Stressanfälligkeit
  • Wesensänderung
  • Müdigkeit, Antriebsschwäche, vermehrtes Schlafbedürfnis/Lethargie
  • Interessenlosigkeit, Trägheit, Emotionslosigkeit bis hin zur Apathie
  • Stimmungsschwankungen. Unberechenbarkeit, Ungehorsam, Launenhaftigkeit
  • Ängstliches Verhalten, Schreckhaftigkeit, Panik, Entwicklung von Phobien
  • Aggressionen, erhöhte Reizbarkeit, temporäre, unangemessene Hyperaktivitäten bis hin zu epileptischen Anfällen)
  • Bei jungen Hunden: Störung/Verzögerungen der geistigen Entwicklung

Neben der klinischen Symptomatik ist der Nachweis durch labordiagnostische Untersuchungen zu führen. Durch die Bestimmung der Schilddrüsenwerte T3 und T4 sowie des Hypophysenhormons TSH kann zuverlässig eine Hypothyreose bestimmt bzw. bewertet werden.

Für die im Rahmen einer labor-diagnostischen Untersuchung festgestellten Werte ergibt sich folgende Interpretation, wobei insbesondere die einzelnen Werte (T4 und TSH) im Verhältnis zueinander betrachtet werden müssen:

Normalwerte (keine Hypothyreose):

  • T3: 70 - 250 ng/dl bzw. 1,1 - 3,9 nmol/L
  • T4: 1,3 - 3,7 µ/dl bzw. 17 48 nmol/L
  • TSH: 0 - 0,32 ng/ml

Erhöhte bzw. unklare Werte:

  • TSH: 0,33 - 0,45 ng/ml (unspezifisch, Erkrankung wäre möglich)
  • TSH: > 0,32 ng/ml (Hypothyreose wahrscheinlich, Abklärung durch TRH-Stimulationstest erforderlich)
  • TSH: > 0,45 ng/ml (Hypothyreose)
  • TSH normal aber T4 > 0,7 µ/dl (Hypothyreose möglich Abklärung durch TRH-Stimulationstest)

Bei einer nachgewiesenen Hypothyreose wird seitens der Schulmedizin die sog. Substitutions-Therapie angewendet. Dabei werden dem Hund die fehlenden Hormone (Thyroxin) lebenslang in Form von Tabletten zugefügt um somit Defizite ausgeglichen.

Die Anwendung einer ganzheitlichen Therapie (Ansatz aus der Naturheilkunde) basiert auf einer Regulation der köpereignen Funktionsfähigkeit. So ist der Einsatz homöopathischer Medikamente, bei anfänglicher oder leichterer Erkrankung allein, oder begleitend zur schulmedizinischen Therapie oftmals sehr erfolgreich. Deutliche Verbesserungen wurden auch durch Ansätze aus der TCM (z. B. Mykotherapie oder Heilkräuter) erzielt. Ebenso konnte durch eine biochemische Therapie sehr gute Behandlungsergebnisse erzielt werden.

Abschließend ist festzustellen, dass eine Hypothyreose eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die jedoch heute durch moderne Diagnostik und unterschiedlicher Therapieansätze recht gut behandelt werden kann.

Saisonale Flankenalopezie

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Die Bereiche mit Haarverlust sind zumeist scharf begrenzt, landkartenähnlich, im Bereich der Flanken und auf beiden Körperseiten symmetrisch ausgebildet. Vielfach verfärbt sich die Haut schwarz.

Manche Hunde zeigen jedes Jahr wieder dieses zyklische Ausfallen und Wiederwachsen der Haare, bei anderen Tieren ist es ein einmaliges Geschehen.

Da die Haare in den meisten Fällen von allein nachwachsen, ist eine Behandlung nicht in jedem Fall notwendig.

Abb. Hunde mit saisonaler Flankenalopezie zeigen haarlose Stellen (Alopezie) im Bereich der Flanken.

Weitere Ursachen

Es gibt noch viele andere Ursachen für Haarausfall bei Hunden, wie z.B.:

  • Alopezia areata oder kreisrunder Haarausfall ist auch aus der Humanmedizin bekannt, die kahle Stelle ist meist klein und kreisförmig.
  • Auch das Cushing-Syndrom, eine übermäßige Produktion von Kortikoiden, zählt Haarausfall zu seinen Symptomen: Der zunächst münzgroße haarlose Fleck vergrößert sich allmählich, daneben treten neue kahle Stellen auf, die irgendwann zusammenfließen und größere kahle Flächen bilden.
  • Hormonelle Imbalancen sind eine häufigere Ursache für nicht-entzündlichen Haarverlust.
  • Haarverlust verursacht durch Selbsttrauma, ist eine der Ursachen, die uns am häufigsten begegnen.
  • Befallen Parasiten wie Flöhe oder Milben deinen Hund, kann dies zu starkem Juckreiz führen, der wiederum Haarausfall zur Folge haben kann.
  • Ein Symptom der sogenannten Dermatophytose, also einer Hautpilzerkrankung, kann Haarausfall sein.
  • Eine Nebennierenrindenüberfunktion, etwa in Form eines Cushings, bringt den Hormonhaushalt deines Vierbeiners ebenso durcheinander und kann zu Fellverlust führen.
  • Haart dein Hund extrem, spielt oft seine Ernährung eine entscheidende Rolle.

Behandlung von Haarausfall beim Deutsch Drahthaar

Die Behandlung von Haarausfall beim Deutsch Drahthaar hängt von der Ursache ab. Einige Behandlungen umfassen:

  • Medikamente: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden dem Hund die fehlenden Hormone (Thyroxin) lebenslang in Form von Tabletten zugefügt.
  • Ernährungsumstellung: Du kannst deinem Hund Inhaltsstoffe über sein Futter zuführen, die seine Haut- und Fellgesundheit unterstützen.
  • Fellpflege: Während des Fellwechsels muss der Vierbeiner täglich gebürstet werden.
  • Bäder: Benutze ein mildes Hundeshampoo oder eine Hundeseife um den Schmutz zu entfernen.

Fellpflege beim Deutsch Drahthaar

Welche Fellpflege bei Hunden mit Draht- bzw. Drahthaarige Hunde wie bestimmte Dackel und Terrier Arten oder der Deutsch Drahthaar haben für die Halter einen entscheidenden „Vorteil“: Sie haaren nicht. Das macht allerdings gleichzeitig eine bestimmte Fellpflege nötig. Denn durch die kleinen Widerhaken am Fell, fällt selbiges nicht aus. Es muss „gezupft“, im Fachjargon „getrimmt“ werden.

Drahthaar ist harsch, besonders robust und wasserabweisend. Es wächst, stirbt nach einem bestimmten Lebenszyklus ab und verbleibt ohne entsprechendes Trimmen in der Haut des Hundes. Ein spezieller Hundefriseur, der sich mit dem Trimmen auskennt, entfernt das abgestorbene Fell, damit neues nachwachsen kann. Wird das Fell nicht entfernt, kann es zu Ekzemen beim Hundes kommen.

Alle acht bis zwölf Wochen ist es Zeit für einen Besuch beim Groomer.

Auf keinen Fall sollten Rassen mit diesem Fell geschoren werden.

Wichtige Hinweise

  • Gehe zum Tierarzt: Da die Ursachen für Haarausfall bei Hunden vielfältig sind, ist es oftmals alles andere als einfach, auf Anhieb zu erkennen, warum dein Hund seine Haare verliert.
  • Experimentiere nicht mit Hausmitteln: Wir raten dir ausdrücklich davon ab, zuerst mit vermeintlich wunderbewirkenden Hausmitteln zu experimentieren, nachdem du bemerkt hast, dass dein Hund extrem haart.

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