Der Teufel mit den drei goldenen Haaren: Ein DEFA-Märchenklassiker

Die DEFA-Filmproduktion hat in der ehemaligen DDR eine Vielzahl von Märchenfilmen hervorgebracht, die bis heute in den Herzen vieler Menschen einen besonderen Platz einnehmen. Einer dieser zeitlosen Klassiker ist „Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus“ von 1977, der unter der Regie von Egon Schlegel entstand.

Auch 2024 wird der DDR-Märchenfilm wieder im Fernsehen gezeigt. Hier finden Sie alles Wichtige zum Film wie Besetzung, Drehorte, Inhalt, Trailer und die TV-Sendetermine 2024.

Übersicht

Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus: Besetzung

Das DEFA-Märchen „Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus“ aus dem Jahr 1977 ist ein Klassiker des DDR-Filmschaffens und zeichnet sich durch seine charmante Besetzung aus. Hier eine Liste der Darstellerinnen und Darsteller, die dem Film seinen unverwechselbaren Charakter verleihen:

  • Hans-Joachim Frank (Jakob)
  • Dieter Franke (Teufel)
  • Rolf Ludwig (König)
  • Katrin Martin (Prinzessin)
  • Wolfgang Greese (Steuereintreiber)
  • Hannjo Hasse (Hofmarschall)
  • Fred Ludwig (Jadgmeister)
  • Peter Köhncke (General)
  • Klaus Powollik-Ronay (Hauptmann)
  • Hans Klering (Hofkaplan)
  • Hans-Peter Reinecke (Räuberhauptmann)
  • Harry Merkel (Schreiber)
  • Peter Dommisch, Peter Friedrichson, Horst Papke (Räuber)
  • Ernst Georg Schwill und Katharina Rothärmel (Wirt und Wirtin)
  • Kurt Radeke (Jonas)
  • Paul Arenkens (Nachbar)
  • Jochen Diestelmann (Wachoffizier)
  • Nico Turoff (Wächter)

Drehorte des DEFA-Märchens

Wie die meisten Märchen, die in der DDR von der DEFA produziert wurden, ist auch hier der Haupt-Drehort Potsdam-Babelsberg. Außerdem wurde an einigen Orten des heutigen Landkreises Potsdam-Mittelmark gedreht, zum Beispiel am Schloss Wiesenburg und am Kähnsdorfer See.

Südlich der früheren Bezirksstadt Potsdam lässt sich Jakob zudem über den Kähnsdorfer See zum Teufel „ans Ende der Welt“ bringen, wie die Grimms mehr als 150 Jahre zuvor schreiben.

Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus: Das ist der Inhalt des Märchens

Der Film „Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus“ basiert auf dem Märchen der Brüder Grimm mit dem Titel „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Die Erzählung ist allerdings an einigen Stellen sehr frei interpretiert oder wird überzeichnet.

Der Bursche Jakob wird wegen seiner Ängstlichkeit verspottet. Besonders viel Glück hat er obendrein auch nicht und zu allem Übel, hat der König es auf sein Leben abgesehen.

Mit einem Brief schickt er Jakob, den er für einen Räuber hält, zum Schloss. Darin steht, dass Jakob gehängt werden soll, was dieser natürlich nicht weiß. Doch es soll noch viel schlimmer kommen. Als Jakob im Wald auf den König trifft, zieht er - ungeschickt wie er ist - den Zorn des Herrschers auf sich.

Der arme Jakob fällt auf dem Weg ins Schloss tatsächlichen Räubern in die Hände und hat Glück: Die Räuber waren vormals ebenfalls arme Bauern, sind nicht gut auf den König zu sprechen und tauschen den Inhalt des Briefes aus. Statt erhängt zu werden, feiert Jakob aufgrund des neuen Briefes Hochzeit mit der Prinzessin.

Dieser schickt Jakob kurzerhand mit einem Brief, der sein eigenes Todesurteil enthält, in das königliche Schloss. Sein Schicksal scheint besiegelt zu sein. Ausgerechnet eine Räuberbande kommt Jakob zu Hilfe.

Die Räuber öffnen den Brief und schreiben ihn um, so dass Jakob nun nicht am Galgen baumeln, sondern die Tochter des König heiraten soll. Doch da haben sie die Rechnung ohne den König gemacht. Als der davon Wind bekommt, verhindert er die Hochzeit.

Der genarrte König entsendet ihn zum Teufel, drei goldene Haare zu holen - in der Hoffnung, Jakob nicht wiederzusehen. Der marschiert los und verspricht unterwegs den, vom König ausgebeuteten, Untertanen, den Teufel nach einem Ausweg aus ihrer Not zu fragen.

Jakob darf die Prinzessin nur heiraten, wenn der Bauernjunge ihm die drei goldenen Haare des Teufels bringt. Also macht sich Jakob auf den Weg in die Unterwelt, um dem Teufel entgegen zu treten und so manches Abenteuer zu bestehen...

In der Hölle kommt er mit einer List - er tarnt sich mit den Kleidern der abwesenden Teufelin - zu den drei goldenen Haaren und kehrt als Held zurück.

Gerade am Anfang ist der Film sehr verwirrend erzählt und macht es dir nicht immer leicht, der Geschichte zu folgen. Als Jakob in die Hölle geht, wird es auch schon mal recht unheimlich. Der Teufel allerdings entpuppt sich als lustiger Geselle, der gar nicht so furchteinflößend ist, wie du vielleicht denkst.

Der Film gehört zu einer ganzen Reihe von Märchenfilmen, die in der ehemaligen DDR, also als Deutschland noch in zwei Länder geteilt war, gedreht wurden. Diese Filme sind in der Regel sehr liebevoll und fantastisch gestaltet. „Wer reißt denn gleich vor´m Teufel aus“ ist zwar sehenswert, es gibt aber noch schönere Märchenfilme aus dieser Zeit. In der Kinderfilmwelt wirst du einige davon finden.

Die DEFA-Märchenverfilmungen stellen eine Besonderheit der Filmgeschichte der DDR dar. Sie zeichnen sich durch liebevolle Umsetzung, aufwenige Kulissen und prachtvolle Kostüme aus. Gut ein Viertel der DDR-Kinderfilme zählten zum Märchengenre. Die verfilmten Geschichten sollten begeistern, aber auch im Sinne des Sozialismus belehren.

Dass die DEFA eine Grimm’sche Vorlage auch als Märchenfilm-Komödie mit burlesken Elementen umsetzen konnte, bewies Regisseur Egon Schlegel (1938-2013) mit „Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus“ (1977), frei nach dem Grimm’schen Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.

Aber: Bei allen komischen und grotesken Einlagen, die der Film bot, wies die westdeutsche Kritik auch auf eine subtil pro-militaristische Grundhaltung hin. Denn der Held verteidigt sich mit einer ‚schießenden’ Schalmei vor einem wortbrüchigen König. Das Instrument erinnere an eine sogenannte ‚Stalinorgel’, ein nach dem sowjetischen Diktator benannter Raketenwerfer aus den 1940er-Jahren.

Main Theme (From "Wer Reißt Denn Gleich Vorm Teufel Aus)

Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus: Sendetermine 2024

Der Film läuft 2024 gleich zweimal im Fernsehen.

  • 08.12.2024 (rbb)
  • 27.12.2024 (MDR)

Weitere Sendetermine

Das singende, klingende Bäumchen (DDR 1957): Ostermontag, 18.

Das Feuerzeug (DDR 1959): Samstag, 16.

Wie heiratet man einen König (DDR 1969): Sonntag, 1.

Trailer zum DEFA-Film

Trailer auf dem YouTube-Kanal der DEFA-Stiftung verfügbar.

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