Zur Weihnachtszeit sind elektrische Rasierer ein beliebtes Geschenk. Doch welches Modell soll als Geschenk unter dem Baum landen? Die Preisspanne reicht von günstigen Einsteigern ab rund 30 Euro bis hin zu High-End-Geräten, die preislich locker mit ganzen Spielekonsolen mithalten. Nicht jeder Elektrorasierer hält im Alltag, was die Werbung verspricht.
In diesem Test konzentrieren wir uns auf die Spitzenklasse und haben den Braun Series 9 Pro+ 9675cc genau unter die Lupe genommen. Der Braun Series 9 Pro+ wirbt mit einer besonders gründlichen Rasur, hohem Komfort und Hautfreundlichkeit.
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt über 600 Euro, aktuell ist er immer noch für mehr als 300 Euro erhältlich - kein Schnäppchen.
Doch kann der Premiumrasierer mit seinen versprochenen Features und einer überlegenen Rasurleistung den Preis rechtfertigen?
Schon beim Auspacken zeigt sich: Braun setzt auf ein Premiumgefühl. Statt lieblos zusammengewürfelter Teile erwartet uns eine durchdachte, edel wirkende Verpackung. Die einzelnen Zubehörfächer sind in elegantem Schwarz gehalten und erinnern beinahe an Apple-Produkte.
Edle Verpackung des Braun Series 9 Pro+
Im Karton finden sich außerdem eine Reinigungsstation inklusive alkoholhaltiger Lösung, ein integrierter Pinsel für die schnelle Pflege sowie ein Ladekabel mit herstellereigenem Anschluss. Ein USB-C-Anschluss wäre hier praktischer und nachhaltiger, entspricht aber bis auf wenige Ausnahmen wie dem Manscaped Chairman Pro noch nicht dem Marktstandard für Rasierer.
Der Rasierer selbst macht einen hochwertigen Eindruck. Die Vorderseite ist in silberfarbenem Kunststoff gehalten, die Rückseite ist gummiert und sorgt so für sicheren Halt. Eine strukturierte Daumenauflage erleichtert zusätzlich die Führung. Besonders auffällig: das halbtransparente LED-Display, das beim Einschalten die dahinterliegende Leiterplatte beleuchtet - ein schickes Detail.
Halbtransparentes LED-Display des Braun Series 9 Pro+
Mit 207 Gramm liegt der Braun Series 9 Pro+ angenehm leicht in der Hand. Das vermindert die Ermüdung bei längeren Rasuren und mindert den Premium-Eindruck kaum. Design und Verarbeitung sind hochwertig - alle Spaltmaße sind eng und sauber gefertigt. Die Materialqualität ist insgesamt gut. Der Rasierer wirkt wie sein Vorgänger robust, selbst unter stärkerem Druck gibt das Gehäuse nicht nach. Es gibt keine scharfen Kanten oder unsaubere Stellen, und alle Bauteile sind präzise miteinander verbunden.
Die bebilderte Anleitung liegt in mehreren Sprachen vor, darunter Deutsch, und erklärt verständlich den Aufbau und die ersten Schritte.
Der Lieferumfang ist üppig: Neben der Reinigungsstation mit Reinigungslösung gibt es ein Netzteil mit proprietärem Anschluss, eine Reinigungsbürste, ein Reiseetui sowie einen auf der Rückseite integrierten Trimmeraufsatz.
Praktisch: Das Transportetui des Series 9 dient gleichzeitig als Powerbank. Das Reiseetui lässt sich nicht nur zur Aufbewahrung nutzen, sondern auch zum Laden des Rasierers - dank integriertem Akku funktioniert es sogar als Powerbank. Ein Feature, das es so beim Vorgänger nicht gab. Damit ist der Rasierer auch ohne Station mobil einsetzbar. Wer bereits einen Series 8 oder 9 Rasierer besitzt, kann das Case auch separat erwerben.
Einziger Kritikpunkt bleibt der Ladeanschluss.
Die Bedienung des Series 9 Pro+ ist denkbar einfach. Ein einziger Knopf steuert alle Funktionen, zusätzlich lässt sich der Scherkopf per Schalter fixieren - ideal für präzises Rasieren an Kinn und Hals.
Verschiedene Leistungsmodi gibt es nicht, stattdessen passt die Pro-SensoAdapt-Technologie automatisch die Power an die Bartdichte an. Gerade bei empfindlicher Haut wären manuelle Einstellungen zwar wünschenswert, die automatische Anpassung liefert aber überzeugende Ergebnisse.
Das Display informiert über Ladestand und notwendige Reinigungen - eine zusätzliche App-Anbindung gibt es nicht.
Praktisch: Der ausfahrbare Trimmer ermöglicht präzise Konturen, ohne dass zusätzliche Aufsätze nötig sind. Allerdings ist der Knopf zum Ausfahren recht klein und etwas fummelig - eine größere Variante wäre komfortabler.
Für Konturen steht ein mechanisch ausfahrbarer Trimmer zur Verfügung - elektrisch betrieben wird dieser nicht.
In Sachen Ergonomie punktet der Braun Series 9 Pro+ mit sicherem Halt, auch bei nassen Händen.
Im ersten Praxistest musste das Braun-Gerät einen Bart rasieren, der bereits rund fünf Tage gewachsen war. Das Ergebnis: Die Rasur verläuft sehr sanft und hinterlässt ein beeindruckend gründliches Ergebnis. Dank des durchdachten Scherkopfdesigns gelingt es mühelos, unter die Nase zu kommen. Auch knifflige Stellen wie Wirbel am Hals oder das Kinn werden vom Braun-Rasierer zuverlässig erfasst.
Braun Series 9 Pro+ mit ausgefahrenem Trimmer
Glatt muss das Ergebnis sein: Im Praxistest wurde der Pro+ an Bärten verschiedener Längen getestet. Im Detail überzeugt der Rasierer ebenfalls: Unter dem Mikroskop zeigen sich nahezu keine Stoppelreste. Beim Taschentuchtest, der überprüft, ob das Papiertuch beim Gleiten über die Haut an Haaren hängen bleibt, waren lediglich am Hals einige kleine Rückstände vorhanden - ansonsten lieferte der Series 9 Pro+ Top-Ergebnisse.
Im Alltag überzeugt der Rasierer mit einer gründlichen und gleichmäßigen Rasur an Wangen, Hals und Kinn. Der Aufsatz passt sich gut an die Gesichtsform an und kann dank Pro-Senso-Adapt-Technologie die Leistung an die Bartdichte anpassen. Probleme treten an den Koteletten auf, wo die Klingen bestimmte Partien nicht vollständig erreichen.
Positiv ist die Hautschonung auf: Es kommt weder zu Rötungen noch zu unangenehmem Ziehen an den Haaren.
In allen Situationen lieferte der Pro+ eine gründliche, sanfte und hautschonende Rasur. Anfangs kam es zu leichten Rötungen am Hals, die jedoch nach wenigen Anwendungen verschwanden - ein typisches Phänomen beim Wechsel des Geräts. Die Wasserfestigkeit des Rasierers ermöglicht zudem eine Nassrasur mit Schaum, was gerade bei empfindlicher Haut von Vorteil ist.
Eine komplette Rasur dauert rund 2 bis 3 Minuten. Dieser Wert kann jedoch je nach Bartdichte und Anzahl an Verwirbelungen im Bart variieren.
Die Lautstärke bei der Rasur lag bei einem Abstand von 10 Zentimetern bei etwa 76 Dezibel. Dieser Abstand wurde bewusst gewählt, da es bei Rasierern eher darauf ankommt, wie das Gerät direkt am eigenen Gesicht klingt, und weniger darauf, wie laut es für andere klingt. Mit etwa 75 Dezibel liegt der Braun Series 9 Pro+ im Mittelfeld. Der Ton ist leicht hochfrequent, aber absolut im akzeptablen Bereich. Auch nach längeren Sitzungen (im Test 10 Minuten) wird das Gerät nicht unangenehm warm.
Nach dem Einsatz möchte ein Rasierer natürlich auch gepflegt werden. Die Reinigung funktioniert einfach mit Wasser und Seife. Für das schnelle Säubern liegt ein kleiner Pinsel bei. Noch einfacher ist die Pflege mit der mitgelieferten Reinigungsstation. Einfach den Rasierer einsetzen, den Knopf drücken - der Rest erledigt sich von selbst.
Reinigungsstation des Braun Series 9 Pro+
Die Station reinigt die Klingen gründlich mit einer alkoholhaltigen Lösung, desinfiziert, trocknet sie und lädt das Gerät gleichzeitig auf. Am Ende steht ein sauberer, haarfreier und angenehm duftender Series 9 bereit.
Die Reinigungsstation bietet drei verschiedene Reinigungsprogramme, die sie automatisch auswählt. Möglich macht das die smarte Technologie des Rasierers, die der Station das Verschmutzungslevel meldet. Dieser hängt laut Hersteller davon ab, ob ein Ein-Tages-, Drei-Tage- oder Mehr-Tage-Bart rasiert wurde und wie oft das Gerät seit der letzten Reinigung benutzt wurde. Bei täglicher Rasur und regelmäßiger Pflege startet das kurze Eco-Programm.
Die Reinigungskartusche selbst lässt sich einfach in die Station einsetzen, erfordert aber Vorsicht: Sie ist voll und der Deckel sitzt straff. Es kann also schnell was daneben gehen. Zudem ist sie in der Station nicht verschlossen. Fällt die Apparatur um, läuft auch die Flüssigkeit aus. Bei täglicher Nutzung hält eine Kartusche rund drei Wochen. Spätestens nach acht Wochen sollte gewechselt werden, da der Alkohol langsam verdunstet.
Allerdings sollte man die Folgekosten für Reinigungskartuschen und den hohen Anschaffungspreis im Blick behalten.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Komfortable und hygienische Reinigung | Folgekosten durch Reinigungskartuschen |
| Desinfektion und Trocknung der Klingen | Kartusche nicht verschlossen, Auslaufgefahr |
| Automatische Programmauswahl |
Braun gibt eine Laufzeit von rund 60 Minuten an, das reicht für etwa zwei Wochen aus, je nach Bartdichte und Regelmäßigkeit. Die Akkulaufzeit gehört zu den großen Stärken.
Die Laufzeit ist im Alltag ohnehin nicht allzu entscheidend: Unterwegs sorgt das PowerCase für zusätzliche 30 Minuten Rasur, die Reinigungsstation lädt automatisch zu Hause. Ein 5-Minuten-Schnelllademodus macht den Rasierer jederzeit einsatzbereit. Nach einer Stunde ist der Akku wieder voll.
Eine Schnellladefunktion ermöglicht es zudem, den Akku in nur fünf Minuten so weit zu füllen, dass eine vollständige Rasur möglich ist. Während des Ladevorgangs kann der Rasierer allerdings nicht verwendet werden.
Nach etwa einer Stunde ist der Akku vollständig geladen, ein solider, wenn auch nicht herausragender Wert. In der Praxis fällt das ohnehin kaum ins Gewicht: Das PowerCase liefert unterwegs zusätzliche 30 Minuten Rasurzeit nach, die Reinigungsstation übernimmt das Laden zu Hause automatisch, und ein 5-Minuten-Schnelllademodus macht den Rasierer jederzeit einsatzbereit. Ein Kritikpunkt bleibt jedoch: Im angeschlossenen Zustand lässt sich das Gerät aus Sicherheitsgründen nicht betreiben - gerade in Notfällen wäre das durchaus praktisch.
Der Braun Series 9 Pro+ 9675cc liefert ein starkes Paket: Er bietet eine gründliche, sanfte und hautschonende Rasur sowie eine Top-Verarbeitung. Praktisches Zubehör sorgt für Komfort im Rasuralltag. Der Braun Series 9 Pro+ 9675cc überzeugt im Test durch seine Verarbeitung, angenehme Handhabung und eine starke Akkulaufzeit.
Kleinere Kritikpunkte wie Lautstärke, proprietärer Anschluss und die recht hohen Folgekosten für den Betrieb der Reinigungsstation trüben das Bild minimal, ändern aber nichts daran, dass der Series 9 Pro+ zu den besten Elektrorasierern auf dem Markt gehört.
Allerdings sollte man die Folgekosten für Reinigungskartuschen und den hohen Anschaffungspreis im Blick behalten.
Insgesamt hinterlässt der Braun Series 9 Pro+ 9675cc im Praxistest einen sehr starken Gesamteindruck.
tags: #der #neueste #braun #rasierer #test
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.