Die Gemeinde Haar darf sich freuen: Im Frühjahr 2022 wird ein neuer Buchladen in der Leibstraße 18 eröffnet. Läuft alles reibungslos, könnte es mit dem Einzug sogar noch im November klappen. Für Manuela Harm erfüllt sich damit zum zweiten Mal der Traum des eigenen Ladens.
Seit zehn Jahren führt sie bereits einen Buchladen in Vaterstetten, in den viele Haarer Lesehungrige kamen, nachdem das „Lesezeichen“ vor Ort schließen musste. „Ich kenne also schon ein paar meiner zukünftigen Kunden“, sagt Harm. Und gerade diese Haarer haben einen entscheidenden Teil dazu beigetragen, dass sie „Ja“ sagte.
„Es ist doch wichtig für einen Ort, dass er einen Buchladen hat“, ist Harm überzeugt. Als die Option Leibstraße 18 ins Spiel kam, musste Harm zwar gut, aber dennoch nur kurz überlegen. Die Lage war ein wichtiges Kriterium und habe letztlich auch den Ausschlag gegeben. Denn Reichtümer erlange man als Buchhändler keine, „aber ich mache das, weil es mir wichtig ist und ich Lust auf etwas Neues habe“.
Derzeit ist die Leibstraße 18 eine Baustelle, im Frühjahr 2022 wird dort jedoch der neue Haarer Buchladen einziehen. Läuft alles reibungslos, könnte es mit dem Einzug sogar noch im November klappen.
Als die Buchhandlung "Lesezeichen" an der Leibstraße ihre Pforten schloss, wurde der Ruf nach einer Buchhandlung ziemlich laut. Und Harm ließ sich auf das Neue ein. Das Rathaus hatte auch heftig um sie geworben und ihr den roten Teppich ausgerollt.
Die Gemeinde lässt an der Leibstraße ein Geschäftshaus errichten mit einer passenden 60 Quadratmeter großen Ladenfläche im Erdgeschoss. Der Bau steht weitgehend, und an dem Gerüst hängt wie ein Werbeposter ein Bild von der künftigen Haarer Buchhändlerin und ihrem Käfer, auf die viele schon sehnsüchtig warten. Möglichst noch im Herbst würde Harm gerne einziehen, die in zehn Jahren mit dem Laden in Vaterstetten in ihre halböffentliche Rolle als Buchhändlerin hineingewachsen ist. Es sei ein "Lernprozess" gewesen, sagt sie. Und: "Ich finde das richtig nett."
Die 48 Jahre alte Buchhändlerin, die im Haarer Ortsteil Gronsdorf wohnt, erlebt besondere Zeiten des Umbruchs und des Neuanfangs. Wie bei vielen Einzelhändlern hat die Corona-Krise ihr Geschäft am Vaterstettener Bahnhof auf den Kopf gestellt. Als die Kunden nicht mehr in den Laden kommen durften, wurde die Online-Bestellung wichtiger und es galt plötzlich, einen Lieferdienst aus dem Boden zu stampfen. Die ganze Familie bis hin zu den Freunden der Kinder war gefordert.
Klein und schnucklig wird der Buchladen, 58 Quadratmeter groß, aber dennoch müsse sie eine breite Themen-Palette anbieten. „Einen kleinen Buchladen zu führen, ist fast schwieriger als einen großen“, sagt Harm. Ein bisschen „non-Books“-Artikel, also Medien abseits von Büchern, gebe es auch, aber Harm wird nicht in Konkurrenz zu ihren Nachbarn gehen, wie dem Schreibwarenladen, verspricht sie.
Im Gegenteil: Sie hofft auf gute Zusammenarbeit und hat bereits erste Ideen, wie sich die Einzelhändler der Leibstraße den Kunden präsentieren können, etwa durch gemeinsame Aktionen oder Veranstaltungen. „Ich bin ein sehr optimistischer Mensch“, sagt Harms über sich. Dank dieser Einstellung trotzt sie mit ihrem Vaterstettener Laden der Amazon-Konkurrenz und dem Lockdown. „Obwohl die Schließung kurz vor Weihnachten natürlich schon ein herber Schlag war.“
Es muss das Lächeln sein. Dieses überwältigende, warme, von Herzen kommende Begrüßungslächeln, das Inhaberin Manuela Harm jedem zuteil werden lässt, der ihre Buchhandlung in der Schwalbenstraße betritt. Jedenfalls sorgt es für ein sofortiges Wohlfühlerlebnis. Kein Wunder also, dass Siebtklässler Johann sein Empfinden beim Besuch des Buchladens Vaterstetten so beschreibt: "Das ist wie heimkommen." Das falle ihm ganz besonders im Unterschied zu den großen Buchhandelsketten auf, so der 12-Jährige.
Harm setzt auf Vielfalt. In ihrem stationären Buchladen bietet sie persönlichen Service und Beratung für Kunden, die mit dem Wunsch: „Wir brauchen etwas Schönes zum Lesen“ oder „Ich brauche ein Geschenk“ zu ihr kommen. Parallel dazu hat sie einen umfangreichen Onlineshop, der den großen Versandhändlern in nichts nachsteht: Newsletter, Konto- und Bestellübersicht, Merklisten, diverse Zahlungsmöglichkeiten, aber eben auch die persönliche Note wie Buchempfehlungen.
Dieser Online-Shop sei ein absolutes Muss, sagt Harm, wer sich hier nicht rechtzeitig gut aufgestellt hat, für den sei es problematisch. „Der Kunde merkt im Prinzip keinen Unterschied zu Amazon. Aber ich bezahle hier meine Steuern, habe hier meine Angestellten und wir unterstützen auch die Vereine oder andere Organisationen.“
Gleichzeitig kann man an seiner Formulierung aber auch die Verbundenheit ablesen, die der Schüler aufgrund seiner Mitgliedschaft im hauseigenen Kinder- und Jugend-Leseclub verspürt.
Diese "Bücher-Eulen" sind organisiert in drei Gruppen, je nach Alter, die Mitglieder treffen sich jeweils einmal im Monat und reden über ihre Leseerlebnisse. Und dieser Club ist einer der Gründe, warum das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dem Buchladen Vaterstetten/Haar nun das "Gütesiegel Partner der Schulen für Leseförderung" verliehen haben. Und das gleich bei der allerersten Bewerbung.
Das Siegel ist eine Auszeichnung, die das überdurchschnittliche Engagement würdigt, mit dem sich einzelne Buchhandlungen dafür einsetzen, jungen Menschen das Lesen nahezubringen.
Manuela Harm, Chefin der Buchläden in Vaterstetten und Haar, freut sich über die Auszeichnung.
Johann, der ein Faible für Fantasy und Krimis hat, ist jetzt seit einem Jahr aktiv bei den Bücher-Eulen dabei, kennt den Laden als Vaterstettener aber "schon immer". Was er damit meint, wird schnell klar, als Harm den Deckel einer Kiste öffnet, die im hinteren Bereich auf dem Fußboden steht. Sie ist voller Beschäftigungsmöglichkeiten für die kleine und kleinste Kundschaft.
"Man merkt es den Kindern gleich an, wenn sie regelmäßig kommen. Denn steuern sie nämlich zielstrebig die Ecke an, um zu spielen, während sich Papa oder Mama in Ruhe im Laden umschauen kann." Und während der restliche Inhalt der Kiste immer mal wieder ausgetauscht wird, gibt es einen Gegenstand, der auf keinen Fall fehlen darf: "Unsere "Buchladen-Ente" ist mehr als 40 Jahre alt. Es gibt sie so lange wie den Laden. Gemacht hat sie mein Onkel, ein Schreiner, nachdem er mit der Innenausstattung fertig war", erklärt Harm.
Manuela Harm mit der mehr als 40 Jahre alten Tigerente, die ihr Onkel einst für die damalige Inhaberin des Buchladens anfertigte.
Angesichts dieser familiären "Verbindung" wundert es nicht, dass Harm - nach BWL-Studium und einer langjährigen Tätigkeit als Personalentwicklerin in der IT-Branche - erst eine Ausbildung als Buchhändlerin machte und sich dann mit 40 Jahren durch die Ladenübernahme den Traum vom eigenen Buchladen erfüllte.
Manches hat sie seitdem neu eingeführt - eines allerdings gab es bereits damals: die "Bücherschublade", an der sich Nachwuchs-Kritikerinnen und -Kritiker selbständig bedienen dürfen, um Titel auszuleihen, die sie besprechen wollen. 91 Bücher hat die 17-Jährige in diesem Jahr schon gelesen.
"Das waren aber nicht alles Leihexemplare aus der Buchhandlung, manche habe ich mir auch selbst gekauft oder von Freundinnen geliehen bekommen," erklärt die lebhafte Zwölftklässlerin, die ein Faible für Romance und Geschichten hat, die vom "echten Leben" inspiriert sind, also etwa Coming-of-Age- oder Roadmovie-Romane. Besonders beeindruckt ist sie vom Buchwissen der Erwachsenen, die in dem Laden arbeiten: "Wenn du keinen Plan hast, was du suchst, kriegst du hier mindestens fünf Empfehlungen."
Sehr beliebt ist die Schublade mit neuer Literatur für die Nachwuchskritiker des Leseclubs.
Auch Helena ist eine "Bücher-Eule" - eine der sieben oder acht Jugendlichen aus der Gruppe der Ältesten, die nun zum zweiten Mal sogar eine Vertreterin ins "Literarische Jugendquartett" auf der Münchner Bücherschau schicken durfte. Für Helena ist das Lesen ein wichtiges Hobby, die monatliche Zusammenkunft nach Ladenschluss aber weit mehr als nur Book-Talk: "Meist geht es eine gute Dreiviertelstunde um Bücher, danach reden wir über das restliche Leben. Dann sitzen wir insgesamt auch schon mal zwei Stunden zusammen", erzählt die junge Frau und lacht.
Das gemütliche Sofa darf von allen zum Schmökern genutzt werden - was Helena und Johann gerne und oft tun.
Begleitet werden die Gruppentreffen von Mitarbeiterin Eva Richter, die die Leseclubs für verschiedene Altersgruppen 2019 ins Leben gerufen hat. Geschichte hat sie studiert, bei den Bavaria-Studios als Cutter-Assistentin und später in der Gemeindebücherei Grasbrunn gearbeitet. Womit sie ihre Motivation für diesen ehrenamtlichen Einsatz für den Nachwuchs am Samstagnachmittag begründet? "Sowas hätte ich als Kind selbst gern gehabt!"
Abgesehen davon sei die Arbeit mit den rund 20 Kindern ab zehn Jahren ausgesprochen bereichernd, beteuert Richter. Darum ist sie auch so froh, dass es gelungen ist, die Leseclubs über die Corona-Zeit hinwegzuretten. Ein paarmal habe man sich online getroffen, im Sommer dann auf dem Parkplatz - die Stühle mit jeweils zwei Meter Abstand platziert. "Niemand ist weggeblieben, im Gegenteil, die Gruppen sind untereinander extrem gut zusammengewachsen."
Man merkt, dass sich in dieser Buchhandlung praktisch alle sieben Beschäftigten mit jungen Menschen auskennen - haben sie doch insgesamt 13 Söhne und Töchter zwischen fünf und 28 Jahren. Und da die Chefin selbst schon als 14-Jährige genau in diesem Geschäft gejobbt hatte, ist es fast folgerichtig, dass sie hier und in dem im November 2021 eröffneten Buchladen in Haar immer wieder Praktika anbietet. Auch für Schüler.
Der AK Diversity des Gymnasiums Vaterstetten (siehe Logo) hat seit einer gemeinsamen Aktion im Juni 2022 ein festes Regal im Vaterstettener Buchladen von Manuela Harm.
Doch damit nicht genug: Nach der Gestaltung eines Schaukastens durch den "AK Diversity" des örtlichen Gymnasiums im "Pride"-Monat Juni 2022, entschloss sich Harm, diesen engagierten Jugendlichen dauerhaft ein Regal im Laden zu überlassen, erkennbar an Regenbogenfahne und Logo. Die dazugehörigen Fächer dürfen sie mit Titeln bestücken, die ihnen wichtig sind.
Abgesehen davon werden regelmäßig Kindergarten- und Grundschulkinder zum Vorlesen eingeladen, während am Welttag des Buches immer Viert- und Fünftklässler zu Vortrag, Vorlesestunde und Rallye willkommen sind. 22 Klassen waren es beim letzten Mal. Ein solcher Besuch helfe, die Schwellenangst zu überwinden, und manche Kinder fänden auf diesem Weg sogar Zugang zu den Bücher-Eulen, sagt Harm.
"Greg hat da einen guten Job gemacht"
Doch was macht man mit den Lesemuffeln? Harm packt ihr berühmtes Lächeln aus, als sie entgegnet: "Manche Eltern stehen so unter Druck, aber den kann ich ihnen nehmen, indem ich sage: Vorlesen, vorlesen, vorlesen - und auf einmal macht es klick!" Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie schwer es sein kann, die Kinder zum Lesen hinzuführen. Genau so ging es ihr nämlich mit dem eigenen Sohn. Bis er dann eines Tages im Auto auf der Rückbank saß und sich laut totlachte. Das Geheimnis? Der richtige Stoff - in diesem Fall war es " Fünf auf Crashkurs" von Hans-Jürgen Feldhaus. Ein, wie Harm findet, gelungenes und ohne aufgesetzte Jugendsprache witziges Buch. Gut seien auch Reihen, die sich an Themen aus dem Netz orientierten (Paluten, Minecraft). Oder Comicromane mit viel Bild und wenig Text, um den Nachwuchs wieder ans Haptische heranzuführen - "Greg hat da einen guten Job gemacht". Auch Action käme gut an.
Doch woran erkennt man generell ein qualitativ hochwertiges Kinder- oder Jugendbuch? "Es muss sprachlich gut sein, einen tollen Plot haben und den Horizont erweitern, indem man, fast unbemerkt, etwas Neues erfährt", so die Einschätzung Harms. "Aber es darf auch schon mal richtig, richtig Spaß machen!"
Den scheinen die Bücher-Eulen definitiv zu haben - und andere junge Leser dürfen sich diesen gerne noch anschließen. Manuela Harm wird sich auf jeden Fall nicht auf ihrem neuen "Gütesiegel" ausruhen. "Wir investieren viel, in jeder Hinsicht, aber es kommt auch viel Wertschätzung zurück." Darum werde man sich weiter für diesen "Bildungsauftrag" engagieren. "Es ist einfach so wichtig, die Kinder frühzeitig zum Lesen hinzuführen. Wenn sie erst am Handy sind, ist es viel schwerer", sagt sie. Zwinkert.
Ganz im Gegensatz zum Käfer, der von Manuela Harms Ehemann mit einem Elektromotor ausgerüstet wurde. Der Corona-Krise kann sie, neben all dem Stress, trotzdem etwas Positives abgewinnen: „Manche Leute sind zum Umdenken gekommen und versuchen wieder mehr lokal zu kaufen. Vielen ist aber noch nicht klar, dass es nicht nur wichtig ist Bücher vor Ort zu kaufen. Man bekommt auch alles andere!“
In den StartlöchernHätte Manuela Harm mehr Freizeit, würde sie sich gerne öfter mit Freundinnen treffen, wie sie gesteht. Da sie hofft im November ihren zweiten Buchladen mit 60 Quadratmetern in der Leibstraße in Haar eröffnen zu können, werden ihre Freunde aber wohl noch eine Weile auf sie warten müssen. „Der Estrich ist schon verlegt, derzeit gibt es Lieferengpässe beim Material, die Arbeiten stocken. Aber wenigstens habe ich schon einen sechsten Mitarbeiter, der mich in Haar unterstützen wird“, sagt die Buchhändlerin.
Manuela Harm steht kaum ein paar Minuten an der Haarer Leibstraße, schon ist sie in Gespräche verwickelt. Die Buchhändlerin trifft Kundschaft und wird wegen ihres Wagens angeredet. Der taubenblaue VW Käfer trägt in geschwungenen roten Lettern die Aufschrift "Der Buchladen". Vor allem aber hat der Oldtimer mit dem Baujahr 1968 zur Verwunderung manches Passanten ein E-Kennzeichen, das ihn als umweltfreundliches Elektroauto ausweist. "Das passiert mir ständig", sagt Harm, als sich gerade ein Mann von ihr verabschiedet hat, der sie darauf angesprochen hatte.
Manuela Harms E-Käfer hat schon einige Jahre auf dem Buckel.
Einen Lieferdienst bietet Harm natürlich auch, im blauen VW Käfer aus dem Jahr 1962, der - vom Ehemann umgebaut - mit Strom fährt. „Er ist nicht super schnell, aber für den innerörtlichen Verkehr perfekt."
Als die Kunden nicht mehr in den Laden kommen durften, wurde die Online-Bestellung wichtiger und es galt plötzlich, einen Lieferdienst aus dem Boden zu stampfen. Die ganze Familie bis hin zu den Freunden der Kinder war gefordert. Den Kunden wurde angeboten, sich die Bücher aus einer Kiste vor dem Laden beim Spaziergang abzuholen. Und Manuela Harm radelte öfter los oder fuhr mit dem Elektrokäfer zum Kunden.
An diesem Tag liefert sie eine Papiertasche mit Büchern in den Sennesweg 7 zu Ingrid und Uwe Dankert. Ingrid Dankert winkt schon aus dem Dachfenster, kaum dass Manuela Harm ihren leise wie eine Katze schleichenden Elektrokäfer in der schmalen Straße in Eglfing abgestellt hat. An der Tür kommt das Gespräch schnell auf die Pandemie, die wachsende Online-Konkurrenz. Uwe Dankert nimmt an der Tür mit Maske über Mund und Nase die Tüte entgegen. "Das ist anders, als wenn man bei Amazon bestellt", sagt er, "da kann man ein Gespräch führen." Der anonyme Online-Handel und jetzt das Leben mit Home-Office und Homeschooling: "Das ist nicht so gut für unsere Gesellschaft."
Dabei ist Amazon und das Online-Geschäft nicht mehr wegzudenken. Das weiß das Ehepaar Dankert genauso wie Manuela Harm. "Das ist eine Marktmacht, die kann man nicht mehr brechen", sagt Harm. Aber sie glaubt an eine Zukunft auch für ihren Laden, auch mit Hilfe des Internets. Für sie sei in der Pandemie der Online-Auftritt des Buchladens wichtiger geworden. Viele Kunden bestellten dort und holten dann die Bücher ab oder ließen sie sich liefern. Und dann das Erlebnis, in einem Buchladen in angenehmer Atmosphäre zu stöbern: Irene Dankert sagt, sie sei gerne ins "Lesezeichen" in Haar gegangen, zu den liebenswerten Buchhändlern.
Uwe Dankert vermisst es in der Pandemie, bei Manuela Harm im nahen Vaterstetten schmökern zu können. Gerne ist er mal mit dem Rad hinübergefahren. Ein schöner kurzer Trip. Aber er sei froh, bald in Haar die Filiale zu haben. "Das ist auch so ein Kulturding", sagt er. Ein Leben in einem Ort nur mit Supermarkt und Discounter ums Eck, das reicht ihm nicht.
Als Manuela Harm mit ihrem Hingucker-Auto aus der Hippie-Ära an der Leibstraße parkt, wird sie auch deshalb öfter in ein Gespräch verwickelt, weil in der Einkaufsstraße einiges los ist. Leute steigen aus ihren Autos aus oder laufen vorbei und fragen nach, wer aus dem Oldtimer ein Elektroauto gemacht hat. Der Wagen gehört zu Harms Familie, er war schon ihr Hochzeitsauto. Und als klar war, dass er nicht weggegeben würde, aber man auch etwas gegen den Benzinschlucker tun müsste, baute Manuela Harms Mann vor einigen Jahren schon, als bei VW noch keiner von einer Elektroauto-Offensive sprach, den Elektromotor ein.
Die technischen Standardfragen, die ihr immer wieder gerade von neugierigen Männern gestellt werden, beantwortet Harm routiniert und gerne: 120 Kilometer Reichweite, im Winter 60. 100 Stundenkilometer schnell damit zu fahren, sagt sie, sei "nicht lustig". Und auf die Autobahn begebe sie sich damit sowieso nicht. Ihr ist wichtig, bei schlechtem Wetter damit Bücher ausliefern zu können, ohne die Umwelt zu verpesten. Wo die Hinterbank war, wurde Platz für Batterien geschaffen und für Bücherkörbe.
„Der Buchladen in Vaterstetten ist schon so ein Herzensprojekt von mir“, erklärt die 49-Jährige. „Es gibt ihn seit über 35 Jahren. Ich bin zwei Straßen weiter aufgewachsen und war als Schülerin nahezu täglich zu Gast“, erinnert sie sich. „ Mit 14 Jahren habe ich gefragt, ob ich hier jobben darf.“ Den Wunsch konnte ihr die damalige Besitzerin nicht abschlagen.
Seit über 12 Jahren darf Manuela Harm “Den Buchladen” ihr Eigen nennen.
Mit einer Ausbildung hat es im Buchladen zwar nicht geklappt, aber nach einer Buchhändlerlehre in München, einem Jahr im Ausland, einem BWL-Studium und anschließendem Job, kam Manuela Harm doch wieder zu ihren Wurzeln zurück. „Ein Buchladen war immer mein Traum, das wusste mein Umfeld. Als die frühere Eigentümerin vor 12 Jahren auf mich zukam und fragte, ob ich den Laden übernehmen will, haben alle gleich gesagt: Super! Mach das!“
In den ersten Jahren der Übernahme hat Manuela Harm diese Entscheidung jedoch einige Male bereut: „ Viele haben eine verklärte Vorstellung vom Job einer Buchhändlerin- es gibt ja auch einige Filme und Bücher darüber. Aber gerade als Amazon vor einigen Jahren so auf dem Vormarsch war, war es anstrengend, den Laden zu führen.“
Auch zum Lesen kommt die Buchhändlerin, entgegen einer weit verbreiteten Meinung, tagsüber so gut wie nie. „Ich bin keine Schnellleserin“, gesteht Manuela Harm. „Abends versuch ich noch im Bett zwei Stunden zu lesen, bis mir oft die Augen zu fallen. Das ist tatsächlich Arbeit.“ Ihren Job macht sie aus Idealismus und das ist es auch, was Manuela Harm antreibt. „ Es macht immer noch viel Spaß und man bekommt auch eine enorme Wertschätzung und nette Rückmeldungen von den Kunden.“
In der Kinderbuchabteilung entdecken viele Erstleser ihre Freude an Büchern.
Das wiegt für sie den Stress und Aufwand auf. Über die Kinder, die zu ihr in den Buchladen kommen freut sich die Gronsdorferin ganz besonders. „Es ist so schön zu sehen, wie sie ihre Freude am Lesen entdecken, wenn sie das richtige Buch erwischt haben, das sie anspricht und begeistert.“ Selbst hätte sie gerne mehr Zeit Biografien und politische Bücher zu lesen. „In diesen Bereichen ist so viel los und so viel geboten. Solche Bücher nehme ich dann auch gerne in den Urlaub mit - sonst würde ich es gar nicht schaffen, die auch noch zu lesen.“
„Die Corona-Zeit war ein Erlebnis- ich brauch´s aber nicht nochmal!“
In der Corona-Zeit war Manuela Harm im ganzen Gemeindegebiet mit ihrem taubenblauen Käfer (Baujahr ´68) und einem in der gleichen Farbe gehaltenen Bulli unterwegs und hat Bücher für Kunden ausgeliefert. „Da haben mich Gott sei Dank neben meinen fünf Mitarbeitern auch meine Kinder unterstützt. Das hätten wir sonst unmöglich geschafft. Zumal man beim Bulli-Fahren nach einmal Lenken schweißgebadet ist und er auch ziemlich stinkt.“
Hast du einen Garten und eine Bibliothek, wird es dir an nichts fehlen.” Wenn man sich diesen weisen Spruch von Cicero zu Herzen nimmt, ist Manuela Harm schon recht gut aufgestellt: In Gronsdorf, wo sie mit Mann, zwei Kindern und zwei Katzen wohnt, hat sie einen schönen Garten - den „Buchladen Vaterstetten“ darf sie ihr Eigen nennen und demnächst wird sie noch eine zweite Buchhandlung in Haar eröffnen.
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Wo fängt man bei diesem Buch an? Edward und seine Sippe nehmen die Leser:innen mit auf eine rasante Jagd durch die Evolutionsgeschichte. Sie lernen mehr oder weniger erfolgreich, wie man Feuer macht, was es mit der Liebe auf sich hat und die Wohnungssuche war wohl schon seit jeher ein schwieriges Unterfangen. Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste? Dawn Schiff ist unter ihren Kolleg:innen nicht gerade beliebt, doch als sie tot aufgefunden wird, eskaliert die Lage. Unglaublich spannend und temporeich wird ein Netz aus Lügen und Gewalt gestrickt - und der finale Twist hat es in sich! Einsame Inseln, ein Sandstrand-Panorama, wie im Traum - Drei Ehepaare verbringen den Urlaub auf einer Luxusyacht, nur ist nichts davon echt! Tahsim Durgun ist in einer kurdisch-jesidischen Familie in Oldenburg aufgewachsen und übersetzte im Alltag schon als Kind für seine Mutter. Von diesen oft demütigenden Situationen erzählt er berührend, aber auch witzig in klarer, teilweise ironischer Sprache. Nach dem hervorragenden, kurzweiligen und lustigen Lesungsabend mit Leo Reisinger im Kleinen Theater in Haar am 19. Mai tauchte ich noch lieber in den Bauch von München, bzw. in die Intrigen rund um die Großmarkthalle ein. Ein richtig spannender, packender Roman und ein erkenntnisreiches Porträt unserer Stadt. Marvel-Star Jeremy Renner überlebt einen schweren Unfall mit einer Pistenraupe - und erzählt von Schmerz, Hoffnung und seinem unglaublichen Weg zurück.Eine eindringliche Biografie über Stärke, Verletzlichkeit und neuen Lebensmut.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Eröffnung | Frühjahr 2022 (voraussichtlich November) |
| Lage | Leibstraße 18, Haar |
| Größe | 58 Quadratmeter |
| Besonderheiten | Persönlicher Service, Online-Shop, E-Käfer Lieferdienst, Leseförderung |
| Gütesiegel | Partner der Schulen für Leseförderung |
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