Jeder weiß, dass Milben gerne in der Matratze leben - doch wusstest du auch, dass Augenmilben es sich gerne in unseren Wimpern gemütlich machen?
Wimpernmilden, im Fachjargon auch Demodex folliculorum genannt, sind eine spezielle Milbenart, die in den menschlichen Wimpern heimisch sind.
Statistiken zufolge hat es fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens mit Wimpernmilben zu tun. Ab dem Alter von 70 Jahren betreffen sie beispielsweise fast jeden Menschen.
Nicht nur leben Augenmilben in den Wimpern, sie können ebenfalls von Mensch zu Mensch und sogar von Tier zu Mensch übertragen werden. Letzteres gilt vor allem dann, wenn die Haustiere im Bett des Menschen schlafen. Das ist vor allem bei Hunden der Fall.
Im Folgenden werden wir die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Demodex-Milben an den Wimpern genauer betrachten.
Grundsätzlich sind Augenmilben in den Wimpern erstmal nicht gefährlich für den Menschen, auch wenn die Vorstellung dieser Mitbewohner an den Augen mehr als unangenehm ist.
Wie bereits erwähnt, hat jeder von uns Augenmilben in den Wimpern, die im Deutschen auch gerne Haarbalgmilben genannt werden. Meistens spüren wir sie nicht, denn sie ernähren sich geräuschlos vom Talg an unserem Gesicht und Körper.
Bemerkt man allerdings erste Symptome wie gerötete Augen, Juckreiz am Auge oder Entzündungen am Auge, lohnt sich ein Besuch beim Augenarzt.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Männer häufiger vom Milbenbefall heimgesucht werden, was mit der Körperbehaarung aber auch mit mangelnder Gesichtshygiene zu erklären ist.
Wenn sich die Augenmilben in den Wimpern erstmal vermehrt haben, muss ein Augenarzt aufgesucht werden. Dieser verschreibt dann die entsprechenden Präparate wie Augentropfen oder Salben.
Oft wird Teebaumöl hinzugezogen, um diese lästigen Biester loszuwerden, doch sollte keinesfalls auf eigene Faust gehandelt werden, da nicht jedes Öl dafür gemacht ist, am Auge aufgetragen zu werden.
Bevor es aber überhaupt so weit kommt, sollte man viel Wert auf Hygiene legen. Vor allem, was die Wahl des Wimpernstudios angeht, denn wird erstmal unsauber gearbeitet, könnte es schon zu spät sein.
Hygiene am Auge ist nämlich besonders wichtig! Deshalb sollten sich alle Make-up-Enthusiasten auch jeden Abend vor dem Zubettgehen abschminken, ansonsten wird eine erhöhte Talgproduktion unterstützt, was Augenmilben lieben.
Wer Lashextensions trägt, sollte daher regelmäßig seine Wimpern mit einem entsprechenden Wimpernshampoo gründlich reinigen. Die Heimpflege ist nämlich nicht nur wichtig, damit die Extensions lange und schön erhalten bleiben, sondern auch, um Infektionen und Augenmilben keine Chance zu geben.
Besonders in den Wintermonaten sollte auf das Immunsystem geachtet werden, ist dieses nämlich nicht fit, werden Krankheiten schnell begünstigt. Auch Augenmilben können sich dann rasch vermehren.
Wenn Sie ungewöhnliche Veränderungen an Ihren Wimpern bemerken oder unter anhaltenden Augenbeschwerden leiden, könnte ein Milbenbefall die Ursache sein.
Demodex-Milben sind winzige Parasiten, die natürlicherweise in den Haarfollikeln leben, aber unter bestimmten Umständen zu einem problematischen Befall werden können. Die rechtzeitige Erkennung von Wimpernmilben ist entscheidend für Ihre Augengesundheit und Ihr Wohlbefinden.
Obwohl diese Parasiten normalerweise harmlos sind, kann eine Überpopulation zu störenden Symptomen führen. Demodex-Milben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, die zur natürlichen Hautflora des Menschen gehören.
Diese winzigen Parasiten leben bevorzugt in Haarfollikeln und Talgdrüsen, wobei sie sich besonders gerne in der warmen, feuchten Umgebung der Wimpernwurzeln ansiedeln.
Überraschenderweise tragen der Großteil aller Menschen diese Milben in sich, ohne jemals Beschwerden zu entwickeln. Die Parasiten ernähren sich von abgestorbenen Hautzellen und Talg, wodurch sie normalerweise ein unauffälliges Dasein führen.
Diese sichtbaren Anzeichen helfen Ihnen dabei, einen möglichen Befall frühzeitig zu identifizieren:
Der entscheidende Unterschied zwischen gewöhnlichen Hautschuppen und milbenbedingten Ablagerungen liegt in ihrer charakteristischen Form und Beschaffenheit.
Während normale Schuppen meist flach und unregelmäßig geformt sind, weisen milbenbedingte Ablagerungen eine typische zylindrische, röhrenförmige Struktur auf, die wie kleine Manschetten um den Wimpernschaft gelegt erscheinen.
Die körperlichen Beschwerden bei einem Wimpernmilbenbefall äußern sich durch verschiedene unangenehme Empfindungen im Augenbereich.
Betroffene verspüren häufig ein persistierendes Jucken oder Brennen entlang der Lidränder, das besonders am Morgen nach dem Aufwachen intensiv auftreten kann.
Die Symptome verstärken sich typischerweise während der Nacht, da die Milben in der Dunkelheit aktiver werden und ihre Wanderungen zwischen den Haarfollikeln intensivieren. Viele Betroffene berichten von einem verstärkten Tränenfluss oder einem trockenen Gefühl in den Augen, begleitet von einem allgemeinen Unwohlsein im Augenbereich.
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:
Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Milbenüberpopulation erheblich an, da sich verschiedene biologische Veränderungen auf die natürliche Milbenkontrolle auswirken.
Die Talgproduktion der Haut verändert sich im Alter, wodurch sich die Zusammensetzung des Hautmilieus wandelt und günstigere Bedingungen für die Milbenvermehrung entstehen. Gleichzeitig lässt die Effizienz des Immunsystems nach, was als Immunoseneszenz bezeichnet wird, und die körpereigene Fähigkeit zur Kontrolle der Milbenpopulation nimmt ab.
Durch die folgenden Reinigungsroutinen schaffen Sie ungünstige Bedingungen für die Parasiten und fördern die natürliche Hautgesundheit:
Ein Besuch beim Augenarzt wird notwendig, wenn häusliche Pflegemaßnahmen keine Besserung bringen oder sich die Beschwerden trotz konsequenter Hygiene verschlechtern. Besonders bei anhaltenden Problemen, die länger als zwei Wochen bestehen, oder bei zunehmender Intensität der Beschwerden sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Eine präzise Diagnose durch einen Spezialisten bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung und verhindert mögliche Folgeschäden. Moderne Therapiemöglichkeiten bieten heute ausgezeichnete Heilungschancen, sodass Sie bei entsprechenden Beschwerden zuversichtlich eine augenärztliche Praxis aufsuchen können.
Die Pathogenität der beim Menschen in den Talgdrüsenfollikeln seborrhoischer Areale saprophytär lebenden Milben Demodex folliculorum und Demodex brevis ist umstritten.
Im Gesicht sind sie besonders nasal, paranasal und am Kinn, aber auch im Nacken und in der oberen Brustregion nachzuweisen.
Die Besiedlung der Follikel mit Demodex-Milben variiert mit dem Lebensalter. Im Laufe des Lebens nimmt die Milbenbesiedlung ständig zu, um im hohen Alter bei fast allen Menschen, allerdings in niedriger Besiedlungsdichte, vorzukommen.
Demodex-Milben können ein eigenständiges Krankheitsbild auslösen, die Demodex-Follikulitis (Demodikose, Demodikidose). Das klinische Bild ist meist nicht sehr auffällig und besteht in einer rauhen Hautoberfläche durch Ansammlung von Schuppen im Infundibulum der Talgdrüsenfollikel.
Follikulär gebundene Papeln und Pusteln sind in unterschiedlichem Ausmaß vorhanden. Das klinische Bild erinnert am ehesten an eine Rosacea papalopustulosa, die Asymmetrie und Begrenzung auf eine Gesichtshälfte sprechen aber gegen diese Diagnose.
Die richtige Diagnose beruht gewöhnlich auf dem Nachweis von zahlreichen Milben und der Besserung nach adäquater Behandlung.
Demodex-Milben können eine entzündliche Follikulitis im Wimpernbereich (Blepharoconjunctivitis acarica) auslösen. Viele dieser Patienten haben eine seborrhoische Dermatitis mit Augenbeteiligung, andere haben eine mit Rosazea assoziierte Blepharitis.
Objektiv finden sich Rötung der Lidränder, Schuppung, Pigmentierung der Zilienaustrittsstellen, eine Schuppenmanschette an der Zilienbasis und konjunktivale Injektion.
Der schnellste Weg zum Milbennachweis besteht in der Biopsie der Hautoberfläche mit Hilfe von rasch härtenden Polymeren wie Zyanoakrylat (Follikelbiopsie, skin surface biopsy).
Eine andere Methode, um Demodex-Milben nachzuweisen, besteht darin, daß man Follikelfilamente mit Komedonenquetschern oder Pinzetten ausdrückt oder Pusteln und Papulopusteln eröffnet.
Bei der Demodex-Blepharitis gelingt der Milbennachweis mit der Spaltlampe. Nur ausnahmsweise ist eine Hautbiopsie mit histopathologischer Aufarbeitung indiziert, um die Diagnose einer Demodex-Follikulitis zu sichern.
Allgemein gilt, daß Demodex-Milben nur dann bekämpft werden sollten, wenn ein deutlicher Zusammenhang von Infestation und Krankheit besteht.
Zur topischen Behandlung ist eine Vielzahl antiparasitärer Substanzen verfügbar, einschließlich Benzoylbenzoat, Lindan (Hexachlorzyklohexan), Pyrethrin, Malathion, Allethrin, Crotamiton und Metronidazol.
Die meisten davon sind für die Behandlung der Skabies zugelassen und können in der gleichen Weise angewandt werden. Metronidazol kann auch, wie bei der Trichomoniasis, wirkungsvoll zur systemischen Behandlung eingesetzt werden.
Eine Prophylaxe der Demodex-Infestation gibt es nicht, da Demodex-Milben zur normalen Standortflora gehören.
Eine Lidrandentzündung, medizinisch Blepharitis, zeigt sich in der Regel an der Wimpernbasis der Lider. Neben den typischen Symptomen wie Rötung und Schwellung des Auges sieht man manchmal auf den entzündeten Lidern auch Schuppen oder Krusten.
Die meisten Betroffenen klagen zudem über ein Fremdkörpergefühl.
Akute Lidrandentzündungen werden meist durch Bakterien, Viren oder eine Allergie, zum Beispiel gegen Kontaktlinsenflüssigkeiten, ausgelöst. Ein weiterer Grund sind Verstopfungen in den Talgdrüsen der Lider, den sogenannten Meibom-Drüsen.
Die Drüsen produzieren ein öliges Sekret, das den Tränenfilm des Auges vor Verdunstung schützt. Hauterkrankungen wie eine Neurodermitis oder Rosazea begünstigen die Verstopfungen. Daher leiden Menschen mit diesen Erkrankungen vermehrt an Lidrandentzündungen.
Lidrandentzündungen können chronisch werden. Das passiert ebenfalls gehäuft bei bestehenden Hauterkrankungen. Aber: Bei einer chronischen Blepharitis kommt auch ein Parasit, die Hautmilbe Demodex folliculorum, als Auslöser infrage, erklärt Augenärztin Beate Steinhorst.
Das sind ungefähr 30 Prozent der Fälle, die dadurch verursacht werden.
Diesen kleinen Parasiten hat jeder auf der Haut. Er setzt sich gern in Hautschuppen fest.
Wird eine Lidrandentzündung nicht behandelt, können sich Gerstenkörner oder Hagelkörner bilden. Auch mit den Wimpern kann es zu Problemen kommen. Sie können ausfallen oder schief wachsen.
Oft haben Betroffene zudem eine begleitende Bindehautentzündung. Dann gerät das ganze Auge in Gefahr.
Es kann sich so weit entwickeln, dass Blutgefäße von der Bindehaut auf die Hornhaut wachsen. Die gehören da gar nicht hin.
Dann könne die Hornhaut eintrüben, erklärt die Augenärztin. Die Folge: eine verminderte Sehschärfe.
Bei einer Lidrandentzündung helfen schon einfache Maßnahmen. Dazu gehört die tägliche Lidreinigung, zum Beispiel mit feuchten Wattepads. Zur Befeuchtung gibt es spezielle Lösungen aus der Apotheke.
Oft liest man den Tipp, verdünntes Babyshampoo zu verwenden. Auch viele Augenärzte empfehlen das. Für die Anwendung taucht man am besten ein Wattestäbchen erst in das Babyshampoo und dann in abgekochtes, abgekühltes Wasser ein.
Hilfreich ist zudem Wärme. Sie bewirkt, dass sich die Meibom-Drüsen öffnen können. Es gibt dafür wärmende Gelmasken, die mehrmals am Tag für etwa zehn Minuten auf das Auge gelegt werden.
Das kann man auch mit Tee-Kompressen machen, mit Fencheltee oder mit schwarzem Tee, aber auf gar keinen Fall mit Kamille. Das kann im Auge zu Allergien führen.
Der Effekt lässt sich durch eine anschließende vorsichtige Massage des Lidrandes unterstützen, um das Sekret aus den Drüsen zu drücken. Wichtig ist auch, den Tränenfilm zu stärken, zum Beispiel durch benetzende Augentropfen.
Auf keinen Fall sollte an den Augen gerieben werden, das verschlimmert die Entzündung höchstens. Während der Behandlung sollten zudem keine Kontaktlinsen und kein Augen-Make-up getragen werden.
Im Falle von infektiösen Lidrandentzündungen wird der Arzt entsprechende Medikamente, zum Beispiel antibiotikahaltige Salben oder Mittel gegen Parasiten, verordnen. Außerdem sollten Grunderkrankungen wie eine Neurodermitis behandelt werden.
Lidrandentzündung (Blepharitis)
Überblick über Augenerkrankungen
Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass eine gute Augenhygiene und regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt entscheidend sind, um Demodex-Milben und damit verbundene Beschwerden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Achten Sie auf die Gesundheit Ihrer Augen und suchen Sie bei Problemen professionelle Hilfe.
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