Demodex-Milben an den Wimpern: Ursachen, Symptome und Behandlung

Wimpernmilben, auch bekannt als Demodex folliculorum, sind mikroskopisch kleine Parasiten, die in den Haarfollikeln und Talgdrüsen der menschlichen Haut leben können. Obwohl sie oft harmlos sind, können sie unter bestimmten Umständen zu einem problematischen Befall führen, insbesondere im Bereich der Augenlider und Wimpern.

Was sind Demodex-Milben?

Demodex-Milben sind winzige Spinnentiere, die zur natürlichen Hautflora des Menschen gehören. Sie ernähren sich von abgestorbenen Hautzellen und Talg, wodurch sie normalerweise ein unauffälliges Dasein führen. Die Milben leben zwischen den Wimpern und ernähren sich von den Haarfollikeln.

Es gibt verschiedene Arten von Milben. Im Augenbereich leben diese Milben in Wimpernfollikeln, Talgdrüsen der Wimpern und Meibom-Drüsen. Demodex werden maximal knapp einen halben Millimeter lang und sind daher mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie sind lichtscheu und paaren bzw. vermehren sich vor allem nachts. Ihr Lebenszyklus beträgt lediglich 2 bis 3 Wochen, doch ihre Nachkommen führen den Prozess fort.

Grundsätzlich ist eine Besiedlung mit Demodex vollkommen normal. Problematisch wird es meist erst, wenn die Milben überhand nehmen.

Risikofaktoren für einen Demodex-Befall

Zu den bekannten Risikofaktoren zählen u. a. zunehmendes Alter, Stress oder ein geschwächtes Immunsystem. Auch bei Rosazea-Patienten werden häufig vermehrt Demodex in der Haut gefunden.

Weitere Risikofaktoren umfassen:

  • Ein geschwächtes Immunsystem, z. B. infolge von Infektionen oder systemischen Erkrankungen.
  • Chronische Grunderkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen.
  • Andauernder Stress, der das Immunsystem negativ beeinflussen kann.
  • Einnahme immunsuppressiver Medikamente, etwa nach Organtransplantationen oder bei Autoimmuntherapien.
  • Hormonelle Veränderungen, z. B. in den Wechseljahren, während der Schwangerschaft oder bei Schilddrüsenfunktionsstörungen.
  • Hauterkrankungen, wie Rosazea, seborrhoische Dermatitis oder andere entzündliche Hautzustände.
  • Unzureichende Lid- und Gesichtshygiene, insbesondere im Bereich der Wimpernansätze.
  • Verwendung bestimmter Kosmetika oder Augenpflegeprodukte, die Poren verstopfen oder das Hautmilieu verändern.

Vor allem Diabetiker sind anfällig für einen Demodexbefall: Wie im Fachjournal „Cornea“ veröffentlicht, neigen Typ-2-Diabetiker - insbesondere solche mit schlechter Blutzuckerkontrolle - zu Milben (62,5 Prozent Milbenbefall bei Diabetikern vs. 44,8 Prozent bei Nichtdiabetikern).

Symptome eines Demodex-Befalls

Ob die Milben Beschwerden machen, hänge von der Stärke des Befalls ab, sagt Professor Friedrich Kruse. Häufige Symptome sind neben dem Jucken der Lidränder auch Brennen der Augen und Lider und ein Fremdkörpergefühl. Zudem kann das Wimpernwachstum gestört sein, die Wimpern können ausfallen oder in die falsche Richtung wachsen, was das Auge zusätzlich reizt.

Das deutlichste Indiz sind zylindrische Hautschuppen an der Wimpernbasis. Weitere häufige Symptome sind stark juckende Lidränder, Brennen der Augen und Lider, Fremdkörpergefühl, Trockenheitsgefühl am Auge, aber auch Tränenfluss und verschwommenes Sehen.

Die sichtbaren Anzeichen helfen Ihnen dabei, einen möglichen Befall frühzeitig zu identifizieren:

  • Zylindrische Ablagerungen: Kleine, röhrenförmige Schuppen, die fest am Wimpernansatz haften und sich schwer entfernen lassen.
  • Verkrustungen am Lidrand: Gelblich-weiße oder graue Krusten, die sich entlang des Wimpernkranzes bilden.
  • Wimpernverlust: Ungewöhnlich starker Ausfall der Wimpern oder lichte Stellen im Wimpernkranz.
  • Brüchige Wimpern: Wimpern, die kürzer werden, abbrechen oder ihre natürliche Krümmung verlieren.
  • Gerötete Lidränder: Deutlich sichtbare Rötungen entlang der Wimpernlinie.
  • Schuppige Hautpartikel: Kleine, weißliche Hautschüppchen, die sich um die Wimpern ansammeln.

Der entscheidende Unterschied zwischen gewöhnlichen Hautschuppen und milbenbedingten Ablagerungen liegt in ihrer charakteristischen Form und Beschaffenheit. Während normale Schuppen meist flach und unregelmäßig geformt sind, weisen milbenbedingte Ablagerungen eine typische zylindrische, röhrenförmige Struktur auf, die wie kleine Manschetten um den Wimpernschaft gelegt erscheinen.

Die körperlichen Beschwerden bei einem Wimpernmilbenbefall äußern sich durch verschiedene unangenehme Empfindungen im Augenbereich. Betroffene verspüren häufig ein persistierendes Jucken oder Brennen entlang der Lidränder, das besonders am Morgen nach dem Aufwachen intensiv auftreten kann.

Die Symptome verstärken sich typischerweise während der Nacht, da die Milben in der Dunkelheit aktiver werden und ihre Wanderungen zwischen den Haarfollikeln intensivieren. Viele Betroffene berichten von einem verstärkten Tränenfluss oder einem trockenen Gefühl in den Augen, begleitet von einem allgemeinen Unwohlsein im Augenbereich.

Der Demodex-Milben-Befall ist eine mögliche Ursache für Wimpernausfall, abnormale Wimperausrichtung, Verstopfung der Meibom Drüsen Öffnung, Lidrandanomalie, Juckreiz, Blepharitis (Lidrandentzündung), Sicca-Syndrom, Blepharokonjunktivitis, Pterygium, Meibom Drüsen Dysfunktion und auch Keratitis (Hornhautentzündung).

Diagnose von Demodex-Milben

Die Diagnose erfolgt auf jeden Fall schmerzfrei. Unter einem Spaltlampenmikroskop bzw. unter einem hochauflösendem Videomikroskop werden von jedem der Augenlider Wimpern epiliert. Die speziell ausgewählten Wimpern werden dann mit Zylinderschuppen bearbeitet und unter einem Mikroskop untersucht.

Bei einem Verdacht auf Demodex werden zwei bis vier Wimpern pro Augenlid bei 100 bis 200-facher Vergrößerung unter dem Mikroskop betrachtet. Mit einer Zugabe von Fluorescein und Alkohol lassen sich die Milben besser erkennen.

Wichtigstes Indiz sind sogenannte Colaretten oder auch Sleevs: weißliche, wachsartige Ablagerungen, die einzelne Wimpern umhüllen - vor allem im Bereich des Wimperngrunds.

Behandlung von Demodex-Milben

Teebaumöl - was es für dich tun kann - aromarin

Laut Kruse helfen Teebaumölpräparate bei Demodexbefall. Allerdings warnt der Augenarzt davor, dass Patienten sich diese selbst besorgten und mit Öl oder Kochsalzlösung verdünnten, da dies die Gefahr „ziemlich saftiger Verätzungen“ berge.

Fertigpräparate für die Lider beziehungsweise Tuchauflagen eignen sich besser. In der Apotheke gibt es beispielsweise Blephademodex (Théa), sterile Reinigungstücher mit dem Hauptbestandteil des Teebaumöls Terpinen-4-ol. Die Reinigungstücher dürfen Patienten ab einem Alter von 18 Jahren anwenden. Purlalid Lipogel (Santen) ist eine weitere Option.

Die sterilen und gebrauchsfertigen Blephademodex Lidreinigungstücher wurden speziell für die Reinigung der Lider und zur Symptomlinderung bei Demodex-Befall entwickelt. Sie entfernen Krusten, Hautschuppen, Verunreinigungen & Infektionserreger von Lidern, Lidrändern & Wimpern.

Nach der kurmäßigen Behandlung sollte eine tägliche Reinigung zur Erhaltungstherapie mit geeigneten Lidhygieneprodukten fortgeführt werden. Dazu eignet sich z. B.

Therapiert wird die Demodex Blepharitis bislang vor allem mit einer konsequenten Lidhygiene in Kombination mit entzündungshemmenden Mitteln, Teebaumöl-Präparaten und Intense-pulsed-light-Therapie (IPL).

Doch jetzt gibt es einen neuen, vielversprechenden Therapieansatz, zu dem in den USA gerade Phase-III-Studien laufen. Er packt das Problem direkt an der Wurzel: Die von Tarsus Pharmaceuticals entwickelten TP-03 Augentropfen basieren auf Lotilaner, einem antiparasitären Wirkstoff aus der Gruppe der Isoxazoline, der bislang in der Tiermedizin eingesetzt wird. Präklinische Ex-vivo-Tests haben gezeigt, dass eine 0,25-prozentige Lotilaner-Augenlösung über 95 Prozent der Parasiten innerhalb von 24 Stunden abtötet.

Durch die folgenden Reinigungsroutinen schaffen Sie ungünstige Bedingungen für die Parasiten und fördern die natürliche Hautgesundheit:

  • Tägliche Lidreinigung: Verwenden Sie warme, feuchte Kompressen für 5-10 Minuten, um Verkrustungen zu lösen.
  • Wechsel der Bettwäsche: Tauschen Sie Kissenbezüge und Bettwäsche regelmäßig aus und waschen Sie diese idealerweise bei hohen Temperaturen.
  • Handtuchwechsel: Verwenden Sie täglich frische Handtücher und vermeiden Sie das Teilen mit anderen Personen.
  • Make-up-Hygiene: Reinigen Sie Schminkutensilien regelmäßig und ersetzen Sie alte Kosmetikprodukte.
  • Raumklima: Sorgen Sie für eine angemessene Luftfeuchtigkeit und vermeiden Sie überheizte Räume.
  • Händehygiene: Waschen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie den Augenbereich berühren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Besuch beim Augenarzt wird notwendig, wenn häusliche Pflegemaßnahmen keine Besserung bringen oder sich die Beschwerden trotz konsequenter Hygiene verschlechtern. Besonders bei anhaltenden Problemen, die länger als zwei Wochen bestehen, oder bei zunehmender Intensität der Beschwerden sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Moderne Therapiemöglichkeiten bieten heute ausgezeichnete Heilungschancen, sodass Sie bei entsprechenden Beschwerden zuversichtlich eine augenärztliche Praxis aufsuchen können.

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