DDR Frisuren der Frauen: Ein Blick auf die Merkmale und die Entwicklung der Mode

Die DDR-Mode und insbesondere die Frisuren der Frauen spiegelten die gesellschaftlichen und politischen Einflüsse der Zeit wider. Während die Mode in der DDR oft als praktischer und weniger extravagant galt als in westlichen Ländern, gab es dennoch deutliche Trends und Entwicklungen, die das Erscheinungsbild der Frauen prägten. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die typischen DDR Frisuren, ihre Merkmale und die Einflüsse, die sie formten.

In den 1950er-Jahren betonten die Frauen ihre Weiblichkeit. Schicke Petticoats, weite Röcke und Twinsets waren populär. Im Gesicht betonten die Frauen zu dieser Zeit ihre Lippen mit starkem Rot. Der Teint war eher hell, der Lidstrich kräftig, gerne mit flüssigem Eyeliner, der Lidschatten eher dezent hell in Naturtönen. Oft schminkten die Frauen ihre Augen im Katzenlook. Dazu zogen sie den Lidstrich über die äußere Ecke des oberen Lids hinaus und malen ihn extra breit.

Die 1960er Jahre: Bunt, frech und schockierend

In den 60er-Jahren wurden die Kleider und Röcke deutlich kürzer, knallige Farben und übergroße Blumen dominierten. Trägerröcke und -kleider, Schlaghosen und Papierkleider, aber auch der Nude-Look waren die Trends. Zur Kosmetik gehörten lange Wimpern und dick aufgetragene Tusche, gerne ergänzt durch eine Lage falscher Wimpern. Pastelltöne in Lila, Rosa oder Apricot glänzten auf den Lidern bis hoch zu den Augenbrauen. Ein knallroter Diva-Mund betonte die Lippen.

Die 1970er Jahre: Flowerpower und lässige Kaftans

Die Mode der 70er-Jahre war flippig, bunt und sehr auffällig. Alles, was unkonventionell aussah, kam an. Anzüge, Hemden und zugeknöpfte schicke Blusen waren out, große bunte Blumen und andere auffallende Muster in. Modern waren die bodenlange Maxilänge ebenso wie halblange Midiröcke oder -kleider. Weite Schlaghosen, die am Becken und an der Hüfte eng geschnitten waren, lagen ebenfalls voll im Trend. Dazu trugen Männer wie Frauen enge Kurzpullover, gehäkelte Westen oder Pullunder. Strickmode, meistens selbst gemachte, war sogar am Strand immer häufiger zu sehen.

Die 1980er Jahre: Vokuhila, Dauerwelle und Kreppfrisuren

Die Frisuren der 80er Jahre waren wild und schrill: Der Siegeszug des Vokuhilas begann, die Kreppfrisur war auf den Köpfen nicht mehr wegzudenken und nichts ging ohne die Föhnwelle! Popikonen wie Madonna, David Bowie, Modern Talking und Nena setzten Trends, Haarspray wurde zum Dauerbegleiter und Frisur-Eskapaden wie der Vokuhila und toupierte Haare hielten sich erstaunlich lange auf den Köpfen.

Die Frisur mit dem schwungvollen Namen "Vokuhila" leitet sich ab von "vorne kurz, hinten lang" und brachte einen Haartrend hervor, der den Beinamen Nackenspoiler oder Manta-Matte wahrlich verdient hat. Für den Vokuhila ließ man sich einen fransigen Pony und eine kurze vordere Haarpartie schneiden, während die hinteren Haare lang über den Nacken fielen. Das Kreppeisen schien vielen Frauen der 80er Jahre in Sachen Styling nicht von der Seite gewichen zu sein. Der typische Look gekreppter Haare wurde dazu noch mit Haarspray aufgebauscht.

Die gute alte Dauerwelle der 80er-Frisuren wirkte manchmal doch etwas buschig. Wer glattes Haar sein Eigen nannte, dem winkte dank Dauerwelle eine umwerfende Lockenpracht. Der Pferdeschwanz wurde dazu sehr hochgetragen und am besten noch schräg angesetzt: Das verschaffte direkt einen sportlich dynamischen Look. Ein asymmetrischer Hairstyle war in den 80ern Trumpf - das Indiz: der Side Flip! Das Markenzeichen dieser Trendfrisur war ein tiefer Seitenscheitel und die zu einer Seite umgelegten Haare.

Besondere Merkmale der DDR-Frisuren

  • Praktikabilität: Die Frisuren waren oft praktisch, da die Frauen in der DDR berufstätig waren und sich die Haare größtenteils selbst stylen mussten.
  • Dauerwelle: Viele Frauen hatten Dauerwellen, die jedoch oft schlecht gepflegt waren.
  • Kurze Haare: Lange Haare waren bei erwachsenen Frauen weniger verbreitet.
  • Schüttelfrisur: Ende der 60er/Mitte der 70er Jahre war die Schüttelfrisur populär.
  • Kaltwelle: Halblange und lange Haare waren angesagt.
  • Bleistiftkurz: Diese Frisur wurde von Frauen viel in den 80er Jahren getragen.

Der Einfluss der Politik und Gesellschaft

Die Gleichberechtigung von Frauen in Familie und Beruf, die in der DDR gesetzlich festgeschrieben war, spiegelte sich auch in der Bildenden Kunst wider. Ausgehend vom großen sozialistischen Vorbild der DDR - die Sowjetunion, - wurden in den späten 1940er- und in den 1950er-Jahren teils symbolisch überhöhte Gesellschaftsbilder von Trümmerfrauen, Bäuerinnen, Arbeiterinnen oder Mutterfiguren in Bronze gegossen oder in Stein gehauen.

Auch die mediale Abgrenzung vom Westen spielte eine Rolle. Obwohl der Empfang westlicher Fernseh- und Radiosender möglich war, versuchte die DDR, die Einfuhr von Druckerzeugnissen und Tonträgern aus dem Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) zu verhindern.

Die zunehmende Kollektivierung und Militarisierung der Gesellschaft beeinflusste auch das äußere Erscheinungsbild. Eher beschwerten sich die NVA-Offiziere über unsere unmilitärischen Haarschnitte - bis auch im Fernsehen der DDR langhaarige Schlagerstars auftraten.

Die Frisurenmode in der DDR war ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Praktikabilität, Einflüsse aus dem Ostblock und die Abgrenzung zum Westen prägten die Frisuren der Frauen. Trotz der Einschränkungen und Unterschiede zur westlichen Mode entwickelten sich eigene Trends, die bis heute in Erinnerung geblieben sind.

DDR - Schicke Modewelt nach Plan - deutsch

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