Dauerwelle für feines Haar: Erfahrungen, Tipps und Alternativen

Die Dauerwelle erlebt ein Comeback und löst glatte Haare gekonnt ab - jedoch in modernen Interpretationen wie soften Wellen und lässigen Beach Waves. Doch ist eine Dauerwelle auch für feines Haar geeignet? Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen, gibt Tipps und zeigt Alternativen auf, damit Sie die beste Entscheidung für Ihr Haar treffen können.

Was ist eine Dauerwelle?

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei einer Dauerwelle um eine permanente Lockung der Haare. Dieser Effekt wird auf chemische Weise erzeugt, da es sich bei einer Dauerwelle, wie Siiri Pflughaupt-Nezam verrät, um eine Redoxreaktion handelt. Um die chemische Behandlung zu umgehen, können Sie auf Lockenstab und Co. zurückgreifen. Dann hält der Effekt aber nur bis zur nächsten Haarwäsche.

Welche Dauerwellen-Arten gibt es?

"Es gibt verschiedene Arten von Dauerwellen: alkalische und saure. Damit ist der pH-Wert gemeint. Meistens wird eine alkalische Welle gemacht. Bei der Dauerwelle werden die Disulfidbrücken und Doppelschwefelbrücken im Haar geöffnet und mit einer Fixierung an anderer Stelle wieder geschlossen. Fun Fact: Olaplex stellt als einziges Plex-Produkt diese Brücken wieder her und somit könnte man eine Dauerwelle mit Olaplex No. 1 fixieren", erklärt die Expertin.

Dauerwellen-Arten:

  • Alkalisch: Intensiver als die saure Dauerwelle, eher für kräftiges, dickes Haar geeignet, basischer pH-Wert
  • Sauer: Sanfter als eine alkalische Dauerwelle, eher für dünnes, feines Haar geeignet, saurer pH-Wert

Wie wird eine Dauerwelle gemacht und wie lange dauert das?

Eine Dauerwelle ist relativ aufwändig und kann daher je nach Salon etwa 45 bis 90 Minuten lang dauern, was aber von der Haarlänge und dem Haartypen abhängt. Die Expertin erklärt, welche Schritte für eine perfekte Dauerwelle notwendig sind:

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Die Haare vor der Behandlung gründlich waschen und auf Wickler aufwickeln. Hierbei wird zwischen Dauerwellwicklern (je nachdem, wie groß die Locken werden sollen, kleine oder große Wickler) oder Papilotten unterschieden, wobei beide gleichermaßen geeignet sind.
  2. Sobald alle Haare komplett aufgewickelt sind, wird eine Dauerwellflüssigkeit auf das feuchte Haar aufgetragen. Diese hat je nach Haarbeschaffenheit eine Einwirkzeit von mindestens 20 Minuten. Siiri Pflughaupt-Nezam erklärt: "Es gibt unterschiedliche Flüssigkeiten für schwer wellbares, normales und koloriertes Haar."
  3. Anschließend wird das Haar mit den Wicklern mindestens fünf Minuten lang ausgespült und anschließend getrocknet.
  4. Nun wird eine weitere Flüssigkeit zum Fixieren aufgetragen. Diese sollte mindestens zehn Minuten lang einwirken. Währenddessen werden die Wickler abgenommen.
  5. Zum Schluss werden die Haare erneut gewaschen. Zudem wird für eine Extraportion Pflege und zum Ausbalancieren des pH-Werts eine Haarkur angewendet. Zum Schluss kommt das Föhnen.

Wie lang müssen die Haare für eine Dauerwelle sein?

Damit die Locken optimal herauskommen und eine schöne Sprungkraft haben, sollte das Haar laut Siiri Pflughaupt-Nezam mindestens eine Länge von sieben bis zehn Zentimetern und höchstens eine Länge von 25 bis 30 Zentimetern (etwa Schulterlänge) haben. Diese Grundlänge sollte gegeben sein, sodass die Wickler während der Behandlung gut haften können. Als Grundregel können Sie sich merken: Umso kürzer das Haar ist, umso besser kringeln sich die kleinen Löckchen. Und je länger das Haar, desto größer die Locken und desto schneller hängen sich die Locken auch wieder aus. Zudem merkt sie an: "Generell gilt, umso geschädigter das Haar, desto weniger ist eine Dauerwelle gut und geeignet."

Für welche Haartypen ist eine Dauerwelle geeignet?

Eine Dauerwelle kann das Haar sehr beanspruchen und ist daher nicht für alle Haartypen geeignet. Vorsicht gilt insbesondere bei heller gefärbtem Haar. Da eine Blondierung das Haar bereits sehr stark angreift, könnte eine Dauerwelle zu aggressiv sein. Idealerweise sollte das Haar für eine Dauerwelle gesund, kräftig und frei von Spliss und Haarbruch sein.

Geeignet

  • Haarstruktur: Gesundes, kräftiges Haar
  • Haar ohne Spliss und Haarbruch
  • Mindestlänge: 7 bis 10 Zentimeter
  • Optimal: mittellange Haare

Nicht geeignet

  • Aufgehelltes, blondiertes Haar
  • Haarstruktur: Sprödes, strapaziertes Haar
  • Maximallänge: 25 bis 30 Zentimeter
  • Extrem lange Haare können sich schnell wieder aushängen

Tipps für feine Haare

Dauerwelle bei dünnem Haar: Besser auf saure Dauerwellen setzen

Wer glattes und feines Haar hat, wünscht sich oft eine dicke Mähne mit mehr Schwung. Ob eine Dauerwelle diese Träume wahrwerden lassen kann, scheint von Fall zu Fall unterschiedlich. So finden sich im Internet zahlreiche Berichte, bei denen Frauen mit feinem Haar von keiner großen Veränderung sprechen. Andere zeigten sich hingegen begeistert und beteuern, seit ihrer Dauerwelle schwungvolles und dickeres Haar zu haben.

So oder so - wenn Sie Locken haben möchten, müssen Sie ausprobieren, ob eine Dauerwelle bei Ihnen hält. Generell ist bei feinem Haar eine sogenannte saure Dauerwelle empfehlenswert. Der Vorteil: Die Haarschuppen öffnen sich bei einer sauren Dauerwelle nicht so stark. Das schädigt feines und empfindliches Haar weniger. Die Stärke der Locken hängt von der Wicklergröße ab. Es gilt: Je größer die Wickler, desto schwacher die Ausprägung der Wellen. Wie lange eine Dauerwelle hält, hängt auch von der Schwere des Haares ab. Schweres Haar hängt sich schneller wieder aus als leichtes, feines Haar. Auch die Länge der Haare spielt bei der Dauerwelle eine Rolle. Sind die Haare länger als 30 Zentimeter, wird eine Dauerwelle nicht lange halten. Die Locken hängen sich kurz nach der Behandlung wieder aus.

Wichtig: Auch eine saure Dauerwelle schädigt das Haar. Eine intensive Pflege und regelmäßige Haarkuren sind hier besonders wichtig. Zudem sollten Sie nach einer Dauerwelle auf Pflege- und Stylingprodukte weitestgehend verzichten. Wenn Sie eine Dauerwelle zu oft wiederholen, steigt das Risiko von Haarbruch. Ob eine Dauerwelle bei dünnem Haar hält, muss ausprobiert werden - besser erscheint eine Volumenwelle.

Volumenwelle: Beschert feinem Haar mehr Fülle

Eine gute Alternative zur Dauerwelle ist die sogenannte Volumenwelle. Vor allem Frauen mit feinem Haar können von dieser Behandlung profitieren. Die Volumenwelle sorgt für mehr Fülle und Volumen. Sie beschert der Trägerin keine Locken, sondern eher feine Wellen.

Bei einer Volumenwelle werden Lockenwickler aufgedreht und mit einem Reduktionsmittel behandelt. Nach einer bestimmten Einwirkzeit werden die Wickler herausgedreht und die Wellen mit einem Oxidationsmittel fixiert. Eine Volumenwelle strapaziert das Haar weniger als eine Dauerwelle. Daher ist sie vor allem bei dünnem, glattem sowie coloriertem Haar geeignet. Die Wellen halten vier bis acht Wochen. Kurzum: Eine Volumenwelle kann auch strapaziertem und dünnem Haar für eine Weile zu mehr Fülle verhelfen.

Volumenwelle: Was ist das?

Lange galt die Dauerwelle als das Wundermittel, um dünnem Haar mehr Volumen zu verleihen − jetzt wird sie abgelöst. Die Volumenwelle verleiht dir voluminöses Haar mit natürlich fallenden Wellen. Du hast hinterher also keine kleinen Kringellöckchen, so wie es bei der Dauerwelle der Fall ist, sondern hübsche Wellen. Das liegt daran, dass bei der Volumenwelle mit extra großen Wicklern gearbeitet wird. Im Prinzip ist das Prozedere aber das Gleiche wie bei der Dauerwelle: Die Haare werden erst chemisch behandelt und anschließend fixiert, um der Frisur ausreichend Halt und Form zu geben. In der Regel wird die Volumenwelle vom Ansatz in die Haarspitzen eingearbeitet. Die Volumenwelle ist für jeden Haartyp und jede Haarlänge geeignet. Man kann damit sowohl leichten Locken als auch dünnen und strapazierten Haaren mehr Fülle verleihen. Die perfekte Haarlänge für die Volumenwelle ist mittellanges Haar. Bei zu langem Haar hängt sich die Welle nämlich schnell aus, bei zu kurzem kann sie sich nicht richtig ausbreiten. Wer sich nicht nur mehr Volumen, sondern auch eine neue Haarfarbe wünscht, darf durchaus beides machen. Du solltest allerdings ein wenig Zeit zwischen den beiden Treatments verstreichen lassen, weil das Haar sonst zu stark strapaziert wird. Es empfehlen sich zwei bis drei Wochen.

So verläuft die Behandlung beim Friseur

Bei einem guten Friseur wirst du vor der Behandlung garantiert gefragt, ob du dir von dem Treatment eher leichte Wellen oder richtige Locken erhoffst. Entsprechend wird der Friseur die Größe der Wickler sowie die Wickelstärke anpassen. Je größer und lockerer die Wickler, desto glatter wird das Haar.

Nach dem Aufdrehen der Lockenwickler werden deine Haare mit einem Reduktionsmittel behandelt, das die Schwefelbrücken der Haare aufbricht. Diese chemische Behandlung ermöglicht es, die Haare umzuformen und sie in die gewünschte neue Form (die durch die Größe der Wickler bestimmt wird) zu bringen. Wenn das Mittel lang genug gewirkt hat, werden die Wickler herausgenommen und die Haare mit einem Oxidationsmittel fixiert. Das Ergebnis: Die dünnen, glatten Haare sind verschwunden und die Haare sind vom Ansatz bis in die Haarspitzen mit einem tollen Volumen und natürlichen Wellen versehen.

Die Behandlung dauert etwa eineinhalb Stunden und hält rund vier bis acht Wochen. Beim Friseur kostet eine Volumenwelle etwas zwischen 100 und 300 Euro.

Volumenwelle vs. Dauerwelle: das sind die Unterschiede

Der wohl größte, sichtbare Unterschied zwischen der Dauerwelle und der Volumenwelle ist, dass die Dauerwelle richtige Locken in das Haar zaubert, während die Volumenwelle dem Haar mehr Kraft, Fülle und maximal sanfte Wellen verleiht.

Tabelle: Vergleich von Dauerwelle und Volumenwelle

Merkmal Dauerwelle Volumenwelle
Ergebnis Locken Volumen und sanfte Wellen
Wickler Kleinere Wickler Größere Wickler
Einwirkzeit Länger Kürzer
Schonung des Haares Weniger schonend Schonender
Haltbarkeit Dauerhaft (muss herauswachsen) 4-8 Wochen

Alternativen zur Dauerwelle

Für diejenigen, deren Haar sich nicht für eine chemische Dauerwelle eignet oder die sie vielleicht einfach vermeiden wollen, gibt es etliche Alternativen, die Haare zu locken. Wir stellen sechs mögliche Methoden vor:

#1 Korkenzieher-Locken

Für schonende Locken ohne Hitze gibt es viele Möglichkeiten. Eine ganz besonders einfache: Das nasse Haar in Strähnen aufteilen. Diese nun einzeln zu kleinen Schnecken bis zum Haaransatz eindrehen und fixieren. Das Haar für mehrere Stunden lang trocknen oder die Mini-Buns über Nacht fixiert lassen. Anschließend öffnen, das Haar durchkneten und auflockern und mit Haarspray fixieren.

#2 Welleneisen

Mit einem Welleneisen verleihen Sie Ihrem Haar im Handumdrehen einen Meerjungfrauen-Look. Die Haare sollten hierfür jedoch mindestens mittellang sein, sodass Sie sie besser stylen können. Nach dem Waschen einen Hitzeschutz auftragen, die Strähnen abteilen und nach und nach mit dem Welleneisen abarbeiten. Zum Schluss fixieren, et voilá!

#3 Beach Waves

Lässige Beach Waves, wie vom Meerwasser geformt, lassen sich mit nur wenigen Handgriffen nachstylen. Waschen Sie das Haar wie gewohnt mit Shampoo und Conditioner. Nachdem Sie es mit einem weichen Handtuch trocken getupft haben, geben Sie ein Lockenspray, etwas Lockencreme oder Lockenschaum hinein. Das Haar zu sanften Wellen kneten und mit einem Diffuser-Aufsatz stylen. Anstelle der Lockenprodukte empfiehlt sich auch ein Meersalz- oder Beach Waves-Spray für leichte Wellen.

#4 Lockenstab

Prädestiniert für schöne, definierte Locken ist natürlich ein Lockenstab. Geben Sie einen Hitzeschutz auf das Haar, bevor Sie es Strähne für Strähne mit dem Beauty-Tool zu Wellen stylen.

#5 Locken mit Leggings

Einst als Tik-Tok-Trend gefeiert, avanciert die sogenannte Methode mit "Locken über Nacht" zur perfekten DIY-Alternative für eine natürliche Dauerwelle. Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber: Drapieren Sie eine Leggings auf Ihrem Kopf und lassen Sie die Beine jeweils seitlich herunterhängen. Nun drehen Sie das nasse Haar in den Stoff ein und fixieren es an den Spitzen mit einem soften Scrunchie. Am Morgen lösen, das Haar durchkneten und auflockern, fixieren und schon ist die Lockenpracht fertig - und das ganz ohne Hitze und viel Aufwand.

#6 Papilotten

Für Papilotten-Locken muss das Haar nass oder zumindest angefeuchtet sein. Teilen Sie es in einzelne Strähnen auf und drehen Sie diese nacheinander ein, um sie anschließend auf Papilotten zu drehen. Diese möglichst nah an der Kopfhaut fixieren und für mehrere Stunden oder über Nacht auf dem Kopf lassen. Es gilt: je schmaler die Strähnen, desto kleiner die Locken und andersrum. Anschließend das Haar auflockern und fixieren.

Pflege von dauergewelltem Haar

Nach der chemischen Dauerwellen-Behandlung ist es wichtig, dass das Haar mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Achten Sie daher darauf, das Haar nicht zu häufig zu waschen und das Shampoo mit Conditioner und Haarkur zu ergänzen. Am besten geeignet sind spezielle Locken- oder feuchtigkeitsspendende Produkte. Nach dem Waschen können Sie zudem eine Leave-in-Pflege auf das handtucktrockene Haar geben - das hilft nicht nur die Curls leichter zu entwirren, sondern schützt gleichzeitig auch vor Frizz und verleiht den Locken Definition und Sprungkraft. Die Spitzen können Sie zusätzlich mit etwas Haaröl pflegen, um Spliss und Haarbruch vorzubeugen. Außerdem wichtig: Vor dem Styling immer einen Hitzeschutz auftragen und bei Sonne einen UV-Schutz für die Haare verwenden.

tags: #Dauerwelle #feines #Haar #Erfahrungen

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