Haarausfall beim Dackel: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Du hast eine kahle Stelle bei deiner Fellnase entdeckt und machst dir jetzt Sorgen, dass eine ernste Krankheit dahinterstecken könnte? Alopezie, oder Haarausfall, ist ein Fehlen von Haaren an normalerweise behaarten Regionen. Während Alopezie einerseits nur eine kosmetische Veränderung für das Tier bedeuten kann, ähnlich der Glatzenbildung bei Männern, kann sie andererseits ein früher Hinweis auf systemische und eventuell lebensbedrohliche Krankheiten sein (z. B. Endokrinopathien, paraneoplastische Alopezie). In jedem Fall solltest du daher bei kahlen Stellen an deiner Fellnase eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Haarausfall beim Dackel, wie man ihn erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Haarausfall beim Hund: Ursachen, Symptome und effektive Behandlungsmöglichkeiten

Normaler Haarausfall vs. Erkrankung

Normaler Haarausfall, bzw. der Fellwechsel ist hierbei von einer ernsthaften Erkrankung zu unterscheiden. Ein Hund verliert viele Haare - das kennt wohl jeder Hundehalter. Tatsächlich ist es aber ein großer Unterschied, ob Ihr Hund sich gerade im Fellwechsel befindet (z. B. Achte dabei darauf, ob deine Fellnase mehr Fell verliert als sonst oder sogar kahle Stellen entstehen. Tritt außerhalb des Fellwechsels auf. Haarverlust so stark, dass sich kahle Stellen bilden. Werden Sie jedoch aufmerksam, wenn sich das Haarkleid sichtbar verändert oder Ihr Hund massiv unter Juckreiz leidet.

Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn die kahle Stelle symmetrisch ist, also auf beiden Seiten des Körpers, bzw. an mehreren Stellen deiner Fellnase das Haar ausfällt. Auch gerötete, entzündete oder schuppige Stellen können hier ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Juckreiz und verändertes Verhalten wie Lethargie oder Appetitlosigkeit sind auch Anzeichen für eine ernstzunehmende Erkrankung.

Wenn dir diese Symptome, eventuell sogar in Kombination auffallen, solltest du mit deiner Fellnase eine Tierarztpraxis aufsuchen. Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto schneller kann dein Vierbeiner wieder gesund werden.

Es gibt angeborene und erworbene Alopezien. Je nach Schweregrad kann Alopezie reversibel, nicht vernarbend sein oder sie ist irreversibel, vernarbend (cicatricial), wenn Haarfollikel zerstört wurden (z. B. bei tiefer Pyodermie mit Furunkulose).

Viele Alopezien, bei denen eine genetische Veranlagung vermutet wird, sind ansonsten asymptomatisch, haben aber eine wichtige Bedeutung als Differenzialdiagnosen, da sie ein „endokrines“ Verteilungsmuster aufweisen können.

Mögliche Ursachen für Haarausfall beim Dackel

Eine Vielzahl von Krankheiten kann zu Haarausfall führen. Die Ursachen sind sehr mannigfaltig und die Suche danach oft schwierig. Hier sind einige der häufigsten Ursachen für übermäßigen Haarausfall bei Hunden erläutert, mit zusätzlichen Informationen, die Ihnen als Hundebesitzer helfen, die Situation besser zu verstehen.

Parasiten- oder Pilzbefall

Kahle Stellen können auch durch einen Parasiten- oder Pilzbefall entstehen. Wir listen dir die häufigsten Pilze und Parasiten auf:

  • Ringwurm: Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, ist der Ringwurm ein Pilz, welcher sich auf der Haut ansiedelt und schnell ausbreitet. Der Name entstand durch seine kreisförmigen, kahlen Stellen, die er in Kombination mit einer Rötung und Schuppen bildet.
  • Flöhe: Flöhe sind besonders bei Tieren aus dem Ausland häufig Ursache für Juckreiz, der zu kahlen Stellen führen kann. Sie können mithilfe eines Flohkamms erkannt werden. Einige Hunde reagieren allergisch auf den Speichel der Flöhe, was zu starkem Juckreiz führen kann.
  • Milben: Für kahle Stellen am oder im Ohr kann Räude die Ursache sein. Räude ist ein Überbegriff für Hauterkrankungen durch Milben, wobei sich die Krankheitsbilder stark unterscheiden können. Milben lösen oft einen heftigen Juckreiz aus, der mit den kahlen Stellen einhergeht. Milben können sich jedoch nicht nur am Bauch, sondern auch an der Unterseite der Brust, dem Ellenbogen und eben den Ohren ansiedeln. Milben erkennt man häufig an einer geröteten Haut mit roten, kleinen Punkten bzw. Knötchen.

Bei Tieren mit Alopezie und gleichzeitigem Juckreiz müssen Ursachen für Juckreiz zuerst untersucht werden. Besonders Demodex-Milben, als intrafollikuläre Parasiten, führen zu Haarausfall. Juckreiz ist hierbei aber nicht immer ausgeprägt.

Hormonelle Ursachen

Erworbene, bilateral symmetrische, nicht entzündliche Alopezie beim Hund ist häufig - aber nicht immer endokrin bedingt. Beim erwachsenen Hund kommen differenzialdiagnostisch zunächst Hypothyreose, Hyperadrenokortizismus und ein Sexualhormonungleichgewicht infrage. Typisch betroffene Regionen sind der Hals-, Schulter- und Flankenbereich sowie die kaudalen Oberschenkel und die Schwanzdrüsengegend. Das verbleibende Fell ist oft stumpf und zuweilen heller als normal. Weitere kutane und systemische Veränderungen können einen Verdacht auf einzelne Endokrinopathien verstärken.

  • Hypothyreose: Hinweisend auf Hypothyreose sind z. B. eine kühle Haut oder eine progressive Alopezie auf dem dorsalen Nasenrücken. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kann es auch zu kahlen Stellen kommen.
  • Hyperadrenokortizismus: Dünne, unelastische Haut am Bauch oder Komedonen und hervorstehende subkutane Blutgefäße können bei Hyperadrenokortizismus beobachtet werden. Auch bei einer erhöhten Cortisol-Ausschüttung verlieren unsere Vierbeiner Fell. Grund dafür ist das Cushing-Syndrom, oder auch Morbus Cushing genannt. Dies ist eine hormonelle Erkrankung, welche durch eine Funktionsstörung der Nebennieren oder der Hirnanhangdrüse ausgelöst wird. Dadurch bildet der Körper zu viel Cortisol.

Sexualhormonungleichgewicht ist klinisch schlecht definiert. Neben Alopezie sind lediglich die Begleitveränderungen bei Hodentumoren (Sertolizelltumor, Seminom, Leydigzelltumor) und Ovarialzysten oder exogener Östrogenbehandlung beschrieben.

Weitere Ursachen

  • Allergien: Haar- und Hautprobleme sind beim Hund wie auch beim Menschen häufig durch Allergien ausgelöst. Eine Allergie beginnt mit Juckreiz, Rötungen, Schuppen, Haarausfall und eitrigen Pusteln. Am häufigsten sind Ektoparasiten (z.B. Flöhe), stechende Insekten, Futter, Bakterien, Milben (z.B. Hausstaubmilben), Pollen, Pilzsporen, Medikamente und Hormone Auslöser einer Allergie.
  • Stress: Stress führt zu einer vermehrten Produktion von Cortisol in den Nebennieren. Dies wirkt sich negativ auf den gesamten Organismus aus. In diesem Fall führt das Zusammenziehen der Blutgefäße durch den erhöhten Cortisol-Spiegel zu einer unzureichenden Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Sie sterben also ab und fallen aus.
  • Fellwechsel: Zweimal im Jahr ist es völlig normal, dass Dein Hund große Mengen an abgestorbenem Fell verliert - es ist sogar besonders wichtig, dies korrekt zu unterstützen! Nur wenn Hunde ihr Sommerfell und Winterfell entsprechend der aktuellen Jahreszeit ausbilden können, sind sie den Umwelteinflüssen entsprechend gerüstet und vermeiden so Überhitzung im Sommer oder Unterkühlung im Winter.
  • Trauma: Die Haare werden durch Lecken, Beißen oder Kratzen vom Tier selbst abgebrochen. Dies ist die häufigste Form von Alopezie bei Hund und Katze.
  • Störung des Haarwachstumszyklus: Eine Verkürzung der anagenen Phase mit gleichzeitiger Verlängerung des telogenen Stadiums führt dazu, dass diese „schlafenden“ Follikel keine neuen Haare produzieren, während vorhandene ausfallen. Solche Alopezien zeigen oft ein bilateral symmetrisches Erscheinungsbild, das vermutlich auf einer unterschiedlichen Empfindlichkeit von Hormonrezeptoren in den betroffenen Regionen beruht.

Diagnose von Haarausfall beim Dackel

Neben Rasse und Farbe des Patienten, die besonders bei erblichen Alopezien eine Rolle spielen, sind Alter, Geschlecht und Sexualverhalten des Tieres festzustellen. Bei Beginn der Alopezie im jungen Alter (1-3 Jahre) sind Parasitenbefall, Infektionen und Allergien zuerst zu bedenken, während beim älteren Tier Endokrinopathien und Neoplasien zunehmend wichtig werden.

Der Besitzer kann wertvolle Informationen über den Beginn und Verlauf der Alopezie beisteuern (angeboren, erworben in welchem Alter, betroffene Körperregionen, fortschreitend). Juckreiz spielt bei der Aufarbeitung von Alopezie insofern eine besondere Rolle, da sekundäre Pyodermien oder Malasseziadermatitis sehr häufig als komplizierende Faktoren zuerst behandelt werden müssen, bevor eine Diagnose der Primärerkrankung möglich wird.

Die allgemeine klinische Untersuchung liefert wichtige Informationen über eine Beteiligung anderer Organsysteme, was besonders bei endokrin oder paraneoplastisch bedingten Alopezien hilfreich ist. Besondere Aufmerksamkeit ist hierbei auch auf eine Beurteilung der Hoden und Mammakomplexe (Sexualhormonungleichgewicht), der Herzfrequenz (Hypothyreose), der Größe des Abdomens und eventueller Muskelatrophie (Hyperadrenokortizismus), aber auch auf die Palpation der Lymphknoten zu richten, die u. a.

Zusätzlich zur dermatologischen Untersuchung der haarlosen Stellen (Ausmaß, Verteilungsmuster) müssen immer die gesamte Haut und das verbleibende Fell beurteilt werden. Bei einer gründlichen Inspektion der Körperoberfläche sind Hautläsionen (Effloreszenzen) zu identifizieren, die wertvolle Hinweise auf Differenzialdiagnosen liefern, z. B. werden Erythem, Exkoriationen und Lichenifikation bei Entzündungsprozessen wie Allergien gesehen, während erythematöse Papeln und Krusten auf superfizielle Pyodermie hindeuten.

Je nach Ursache ist der Haarausfall beim Hund unterschiedlich ausgeprägt und tritt an verschiedenen Körperstellen auf. Gelegentlich zeigen die betroffenen Hunde starken Juckreiz, vermehrtes Lecken und Kratzen an den Hautarealen. Beidseits auftretende, symmetrische kahle Stellen an den Flanken, dem Hals oder dem Nasenrücken sind meist ein Zeichen für hormonelle Störungen.

Diagnostische Verfahren

  • Hautgeschabsel: Hautläsionen (Objektträger- oder Tesafilm-Präparat) nötig zur Diagnose von Pyodermie und Malasseziadermatitis.
  • Pilzkultur: Eine Pilzkultur sollte bei Verdacht auf Dermatophytose durchgeführt werden.
  • Allergietest: Eine Allergieaufarbeitung ist in den meisten Fällen, in denen Juckreiz persistiert, und bei Katzen mit symmetrischer Alopezie indiziert.
  • Blutuntersuchung: Bei Verdacht auf endokrine Alopezie oder ursächliche systemische und neoplastische Krankheiten sollten zunächst eine Hämatologie, ein Chemieprofil (inklusive Leberenzyme, Kreatinin, Cholesterin, Glukose) und eine Urinanalyse (einschließlich bakteriologischer Untersuchung, Sediment und Kortisol-Kreatinin-Verhältnis) durchgeführt werden.
  • Hormontests: Die momentan verlässlichste Methode zur Diagnose der Hypothyreose beim Hund beruht auf einer Kombination von Thyroxin- und TSH-Bestimmung. Ein möglicher Einfluss von Begleitkrankheiten oder Medikamenten muss bedacht werden und bei unklaren oder unerwarteten Ergebnissen sollte die Blutuntersuchung ca. 4 Wochen später wiederholt werden. Schilddrüsen- und Nebennierenfunktionstests sollten auch bei solchen Hunden durchgeführt werden, bei denen eine symmetrische Alopezie ohne weitere anamnestische oder klinische Hinweise auf Endokrinopathie vorliegt (z. B. Bestimmung von 17-Hydroxyprogesteron vor und nach Stimulation mit ACTH wird zur Labordiagnose von Alopezie X verwendet. Die Bestimmung anderer Sexualhormone wie Östrogen oder Testosteron ist nicht zu empfehlen.
  • Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen: Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen können herangezogen werden, um Neoplasien innerer Organe zu identifizieren.
  • Hautbiopsien: Hautbiopsien bei Alopezie sind selten pathognomisch, helfen aber, Differenzialdiagnosen auszuschließen oder einen klinischen Verdacht zu verstärken (z. B. bei follikulären Dysplasien). Charakteristische histopathologische Veränderungen können bei Sebadenitis und Alopecia areata gefunden werden sowie bei neoplastischen Hautkrankheiten, während endokrine Alopezien ein überwiegend unspezifisches Muster atrophischer Hautveränderungen ergeben.
## Behandlung von Haarausfall beim Dackel

Da eine symptomatische Stimulierung von Haarwachstum heutzutage noch nicht möglich ist, bleibt das Ziel einer Therapie, die ursächliche Krankheit zu behandeln. Wenn Ihr Hund plötzlich sehr viel Fell verliert, können bestimmte Anzeichen auf schwerwiegende gesundheitliche Probleme hindeuten.

Bei superfizieller Pyodermie und Malasseziadermatitis, besonders wenn wiederholte oder langfristige Therapie notwendig ist, ist eine topische Behandlung mit antimikrobiellen Shampoos zu empfehlen, während systemische Antibiotika nach Antibiogramm gewählt werden sollten. Allergischer Juckreiz kann meist nur symptomatisch therapiert werden.

Sonnenschutz, Vermeidung von Sekundärinfektionen und Beobachtung sind oft die beste Lösung für Fälle, in denen die Haarlosigkeit hauptsächlich kosmetische Bedeutung hat (z. B. zyklische Flankenalopezie, Schablonenalopezie).

Erste Hilfe und unterstützende Maßnahmen

  • Regelmäßiges Bürsten: Durch das Bürsten wird nicht nur überschüssiges Haar entfernt, sondern auch eventuelles Verfilzen verhindert.
  • Ernährung anpassen: Trockenes, stumpfes Fell, übermäßiger Haarausfall oder Hautschuppen können Anzeichen für einen Nährstoffmangel sein. Achten Sie auf hochwertiges Hundefutter, das reich an tierischen Proteinen und essentiellen Nährstoffen ist. Ergänzen Sie die Ernährung Ihres Hundes gezielt mit Biotin, Zink, Bierhefe oder essenziellen Fettsäuren.
  • Bedarfsgerechtes Waschen: Baden Sie Ihren Hund nur bei starkem Schmutz oder wenn es nötig ist. Häufiges Baden kann die natürliche Hautbarriere angreifen und zu Trockenheit oder Irritationen führen.
  • Parasitenprophylaxe: Setzen Sie regelmäßig vorbeugende Mittel gegen Flöhe, Zecken und Milben ein. Eine kontinuierliche Parasitenprophylaxe trägt maßgeblich dazu bei, die Haut und das Fell Ihres Hundes gesund zu halten und langanhaltenden Schutz zu gewährleisten.

Wenn Ihr Hund jedoch kahle Stellen, starken Juckreiz oder Hautirritationen zeigt, ist dies ein Warnsignal. Durch genaue Beobachtung, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Fellpflege und Stressreduktion können Sie die Gesundheit von Haut und Fell fördern. Bei ungewöhnlichen oder anhaltenden Symptomen sollten Sie frühzeitig einen Tierarzt aufsuchen, um zugrunde liegende Ursachen wie Allergien, Parasiten oder Stoffwechselstörungen zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln. So sichern Sie die Lebensqualität und Gesundheit Ihres Hundes.

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