Dachabdeckung für Schuppen: Materialien, Kosten, Vor- und Nachteile

Die Wahl der richtigen Dachabdeckung für Ihren Schuppen oder Ihr Gartenhaus ist entscheidend, um es vor Witterungseinflüssen zu schützen und seine Lebensdauer zu verlängern. Es gibt eine Vielzahl von Materialien, die sich in Kosten, Aussehen, Haltbarkeit und Wartungsaufwand unterscheiden. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die gängigsten Optionen, um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen.

Ob Neubau oder Sanierung - bei der Dacheindeckung setzen Sie optische Akzente und investieren in die langfristige Wertsteigerung Ihres Heims. Auch bei kleineren Dächern (Terrassen, Gartenhäusern, Carports) lohnt sich ein Vergleich. Vergleichen Sie daher Materialien und Kosten mit Lebensdauer und Wartungsaufwänden des neuen Dachs. Auch für Ihre persönlichen optischen und ökologischen Präferenzen gibt es reichlich Auswahl bei der Eindeckung Ihres Daches.

Materialien für die Dachabdeckung

Dachpappe

Besonders preiswert zur Bedachung von Gartenhäusern ist Dachpappe. Sie hat nur ein sehr geringes Gewicht, sodass sie keinen Einfluss auf die Statik des Hauses ausübt. Jedoch besitzt sie nur eine geringe Lebensdauer, ist daher für eine langfristige Lösung ungeeignet. Optisch spricht Dachpappe weniger an.

Dachpappe gilt als preiswerte und leicht zu verarbeitende Lösung, vor allem für kleinere Gartenhäuser, Geräteschuppen oder Spielhäuser. Sie besteht aus einem Trägermaterial wie Jute, Glas- oder Polyestergewebe, das mit Bitumen getränkt und mit feinem Granulat bestreut ist. Die Bahnen können lose verlegt, mit Dachpappennägeln befestigt oder mit Bitumenkleber verklebt werden. Damit ist Dachpappe auch für weniger geübte Heimwerker geeignet.

Für Gartenhäuser eignen sich besonders besandete Bitumenbahnen, da sie widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse sind. Dachpappe kann auch als Untergrund für andere Materialien wie Bitumenschindeln verwendet werden.

Bitumen

Ein Dachklassiker ist der Bitumen. Die Bahnen sieht man sehr häufig bei Gartenhäusern. Sie können sowohl für steile als auch für flache Dächer ausgelegt werden. Bei letzteren sollten Sie zwei Lagen nutzen.

Wer Wert auf eine robuste, langlebige Dacheindeckung legt, ist mit Bitumen-Schweißbahnen gut beraten. Die mit Bitumen beschichteten Vliese werden mittels Gasbrenner auf dem Dach verschweißt. Das Ergebnis ist eine nahtlose, wasserdichte Schutzschicht.

Bitumenschindeln

Die Schindeln bestehen ebenfalls aus Bitumen und wirken sich nicht auf die Statik aus. Sie weisen eine höhere Lebensdauer als Dachpappe und Bitumenbahnen auf. Auch der Preis liegt etwas höher. Dafür sind sie optisch ansprechender und in verschiedenen Formen sowie Farben erhältlich.

Bitumenschindeln eignen sich für Gartenhäuser mit flach geneigten Dächern und sind eine der beliebtesten Lösungen, wenn Ästhetik und Funktion miteinander kombiniert werden sollen. Sie bestehen ebenfalls aus bitumenbeschichtetem Trägermaterial, sind aber in dekorative Schindelformen geschnitten. Ob Biberschwanz oder Rechteckdesign - die Auswahl an Farben und Formen ist groß.

EPDM-Folie

Der synthetische Kautschuk (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer) ist elastisch, UV-beständig und hat eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren.

EPDM-Folie ist eine ausgezeichnete Option, um das Dach Ihres Gartenhauses komplett zu erneuern.

  • Langlebigkeit: EPDM-Folie ist äußerst robust und kann extremen Wetterbedingungen standhalten.
  • Wasserdichtigkeit: Die EPDM-Folie bildet eine nahtlose Abdichtung auf dem Dach Ihres Gartenhauses und schützt vor eindringender Feuchtigkeit.
  • Flexibilität: Die Folie ist sehr flexibel und passt sich perfekt den Konturen des Dachs an.

Die Verlegung von EPDM-Folie ist relativ einfach:

  1. Reinigen Sie das Dach gründlich von Schmutz, Staub und anderen Ablagerungen.
  2. Messen Sie die Größe des Dachs und schneiden Sie die EPDM-Folie entsprechend zurecht.
  3. Tragen Sie einen speziellen Kleber auf das Dach auf und legen Sie die EPDM-Folie darauf.
  4. Achten Sie darauf, dass keine Falten oder Blasen entstehen.

Regelmäßige Reinigung und Inspektion helfen, die Lebensdauer der EPDM-Folie zu verlängern.

Trapezblech

Ein Trapezblechdach aus verzinktem Stahl oder Aluminium verleiht dem Gartenhaus eine moderne Note und ist äußerst widerstandsfähig. Die charakteristische Profilform sorgt für Stabilität bei geringem Gewicht und ist ideal für höhere Schneelasten oder windige Lagen.

Dachplatten aus Blech passen auf viele Gartenhäuser, die ein Pfannendach nicht tragen könnten. Sie sind bruchsicher und sehr stabil, in verschiedenen Farben erhältlich und ermöglichen eine sehr individuelle Gestaltung des Gartenhausdachs. Die gelegentlich gefürchtete Geräuschentwicklung bei Regen kann durch spezielle Formen und Dämmmaterialien weitgehend minimiert werden. Gegenüber dem Kupferdach und Dächern mit Dachsteinen punktet das Blechdach auch mit seinem günstigen Preis.

Wichtig bei einem Blechdach ist die Hinterlüftung. Sie verhindert einen Feuchtigkeitsstau aus Kondenswasser unter dem sehr dichten Dach und dient ferner der Wärmedämmung im Sommer.

Pfannenbleche

Pfannenbleche, auch Dachziegelbleche genannt, imitieren die Optik klassischer Ton- oder Betondachziegel, bestehen aber aus leichtem Metall (Stahl oder Aluminium) und sind preiswerter. Sie sind in verschiedenen Stärken und Farben erhältlich, meist pulverbeschichtet, und lassen sich leicht montieren. Besonders beliebt sind sie bei Gartenhäusern im Landhausstil oder bei Pavillons mit mediterranem Flair.

Dachziegel und Betondachsteine

Wer sein Gartenhaus optisch ans Wohnhaus anpassen möchte, greift oft zu klassischen Dachziegeln oder Betondachsteinen.

Dachziegel aus Ton oder Lehm werden meist für geneigte Dächer verwendet. Sie bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, weil sie witterungsbeständig und bereits ab circa 25 Euro pro Quadratmeter zu haben sind. Für eine bessere Qualität sollten Sie das Doppelte rechnen. Dachziegel gibt es in verschiedenen Farben und Formen. Sie eignen sich meist gleichermaßen für Neubauten und Sanierungen - mit Dachsanierungen. 80 bis 100 Jahre kann ein mit Ziegeln eingedecktes Dach halten. Der Wartungsaufwand ist vergleichsweise gering.

Wem Ziegel zu teuer sind, der findet in Beton eine etwas preisgünstigere Alternative (um die 20 Euro pro Quadratmeter). Dachsteine aus Beton lassen sich besonders schnell und einfach verlegen. Zudem müssen Betondachsteine nicht wie Ton mit hohen Temperaturen gebrannt werden, sodass sich dies auf eine gute Energiebilanz auswirkt. Entscheiden Sie sich für Betondachsteine, haben Sie eine große Auswahl an matten und hochglänzenden Oberflächen und Farben.

Der große Nachteil von Dachsteinen aus Beton ist sein hohes Gewicht. Wer auf die Statik achten muss, sollte ein leichteres Material wählen. Bedenken Sie außerdem, dass Beton zwar sehr langlebig, aber witterungsanfälliger als Ton ist.

Für diese Bedachung muss die Neigung des Daches bei circa 28° liegen. Sie variiert allerdings je nach Material. Es gibt auch Flachdachpfannen, die bei einer geringeren Neigung verlegt werden können. Bei den optisch schönen und sehr langlebigen Dachpfannen liegt eine erhebliche Last auf dem Haus. Für das zusätzliche Gewicht ist eine stabilere Konstruktion vonnöten, die viele Gartenhäuser nicht besitzen.

Schiefer

Schiefer ist ein natürliches, äußerst langlebiges Material mit unverwechselbarer Optik, das sich unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Sonneneinwirkung zeigt. Günstig ist Schiefer allerdings nicht. Schiefer eignet sich hervorragend für hochwertige Gartenhäuser, stellt jedoch hohe Anforderungen an Statik und Verlegung.

Schieferplatten sind extrem witterungsbeständig und trotzen leicht jedem Sturm. 100 Jahre und länger kann eine Dacheindeckung mit Schiefer halten. Günstig ist der ökologisch unbedenkliche Naturstein allerdings nicht. Planen sie mindestens 70 Euro pro Quadratmeter bei einem Schieferdach ein. Sind die Schiefersteine unterschiedlich groß, unbehauen oder soll ein Muster das Dach zieren, können es auch 130 Euro und mehr pro Quadratmeter werden. Dafür können Sie Schiefer im Fall eines Schadens leicht austauschen.

Schon die Römer deckten ihre Häuser mit gespaltenen Schieferplatten. Schiefer besitzt alle Eigenschaften, die an eine wohngesunde Bedachung gestellt werden: Er ist natürlich, langlebig und äußerst robust. Darüber hinaus reißt er kein riesiges Loch in das Portemonnaie. Schiefer kann in unterschiedliche Stärken gespalten werden, daher gibt es diverse Varianten, das Gartenhaus einzudecken.

Faserzement

Faserzement ist eine moderne Alternative zu traditionellen Baustoffen wie Beton. Die Faserzementplatten bestehen aus Zement und Fasern zur Stabilisierung. Sie sind robust, formstabil und feuerfest und in verschiedenen Formen und Dekoren erhältlich.

Faserzement ist auch bekannt als Eternit und hat zwei Hauptbestandteile: Zement und Armierungsfasern. Früher kamen bei EternitplattenAsbestfasern zum Einsatz. Daher genoss Faserzement nicht immer den besten Ruf. Heutzutage werden jedoch Kunststofffasern eingesetzt, sodass das Material für Dacheindeckungen wieder interessanter wird. Faserzement ist besonders feuerfest und witterungsbeständig, sodass Dächer gut 50 Jahre überstehen. Es gibt eine große Auswahl an Farben und Oberflächen. Faserzement gilt als „Günstig-Variante“ von Schiefer und kostet im Schnitt zwischen 30 und 50 Euro pro Quadratmeter.

Reet

Sie wollen ein Gartenhaus, das urige Gemütlichkeit ausstrahlt und lange hält? Ein Reetdach hat bei einer guten Pflege und unter optimalen Bedingungen eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren. Keine andere Bedachung erreicht diese Natürlichkeit und Schönheit in der Optik. Reet stammt aus den nordischen Regionen und ist Schilfrohr, das schon seit Jahrtausenden zum Decken von Dächern Verwendung findet.

Als Voraussetzung sollte das Dach eine starke Neigung haben, damit die einzelnen Wassertropfen bei Regen von den Halmen gleiten können. Außerdem gehört ein recht großer Dachüberstand zu einem guten Reetdach, weil es keine Regenrinne gibt. Das Schilfrohr weist eine erstaunliche Dichte auf und hat hervorragende Wärmedämmeigenschaften. Nachteilig sind der Aufbau und der hohe Pflegeaufwand.

Wie man ein Reetdach deckt | SWR Handwerkskunst

Gründach

Diese Art des Daches kann nur auf einem Flachdach umgesetzt werden. Mit einem Gründach setzen Sie ein ökologisches Statement. Die Bepflanzung eines Daches sorgt nicht nur für einen schönen und natürlichen Effekt, sie schützt auch vor UV-Strahlen, Hagel und Frost. Außerdem dürfen Sie sich über eine bessere Wärme- und Schalldämmung freuen.

Das Dach muss mindestens 100 kg/m² tragen können. Als Untergrund dient häufig Dachfolie. Am besten eignen sich Pflanzen, die nur eine niedrige Wuchshöhe haben und robust sind.

Kosten für die Dacheindeckung

Die Kosten für das Dachdecken muss man individuell berechnen. Dazu gehören die Materialkosten, Kosten für das Abdecken, Kosten für ein Gerüst und Kosten für die Handwerker.

Die Kosten fürs Decken des Daches muss man individuell berechnen. Zunächst einmal müssen Sie die reinen Materialkosten pro Quadratmeter kalkulieren. Hinzu kommen die Kosten fürs Abdecken des alten Daches sowie der Entsorgung der alten Dacheindeckung. Auch ein Gerüst müssen Sie wahrscheinlich mieten. Und schließlich fehlen noch die Handwerker. Hochwertige Materialien und komplexere Dacheindeckungen können einiges mehr kosten. Mit günstigen Materialien und großen Platten, die sich schnell verlegen lassen, sparen Sie einiges.

Material Kosten pro Quadratmeter (ca.)
Dachpappe 15 - 25 Euro
Betondachsteine 20 - 30 Euro
Dachziegel 25 - 50 Euro
Faserzement 30 - 50 Euro
Titanzink 50 - 70 Euro
Schiefer 70 - 130 Euro
Kupfer 80 - 100 Euro
Reet 100 - 150 Euro

Weitere wichtige Aspekte

Berücksichtigen Sie die Dachform, denn manche Materialien setzten eine bestimmte Dachneigung voraus. Auch Alter und Statik des Hauses spielen eine Rolle bei der Auswahl der Art Materialien für die Eindeckung des Daches. Das Gewicht des Materials ist daher ebenso wichtig wie seine Flexibilität. Lässt sich das Material schnell verlegen, können Sie zudem einiges an Handwerkerkosten sparen. Ein individuelles Design ist dagegen meist ein hoher Kostenfaktor. Zudem sollten Sie sich immer fragen, wie lange Ihr neues Dach halten soll.

Viele der vorgestellten Dacheindeckungen können ambitionierte Heimwerker selbst aufbringen. Beachten Sie dabei, für welche Dachart Sie sich entschieden haben. Je nach Modell ändern sich die einzelnen Schritte bis zum fertigen Gartenhausdach. Oft ist eine Unterlage - Dachpappe - optimal. Anschließend wird die eigentliche Dacheindeckung aufgebracht.

Bei schweren Dächern können Sie vorab eine Dachbalkenkonstruktion in einem vorgefertigten Gartenhaus anbringen, um dem Dach mehr Stabilität zu geben, damit die Statik erhalten bleibt. Bei manchen Dachbedeckungen wie etwa dem Reetdach sollten Sie unbedingt einen Spezialisten hinzuziehen.

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