Conni mit der Schleife im Haar: Eine Analyse der beliebten Kinderbuchreihe

Fast jeder kennt sie: Conni, das kleine blonde Mädchen mit der Schleife im Haar. Seit über 30 Jahren begeistert die Kinderbuchreihe von Liane Schneider Generationen von Kindern. Das erste Pixibuch über Conni wurde 1992 veröffentlicht. Inzwischen ist der Titelstar älter geworden und spricht auch größere Kinder an, die schon selber lesen können. Die Geschichten sind einfach, alltagsnah und vermitteln den jungen Leserinnen und Lesern das Gefühl, dass sie mit ihren Erlebnissen nicht allein sind.

Doch Conni ist mehr als nur eine Kinderbuchfigur. Sie ist ein Phänomen, das polarisiert und zu Diskussionen anregt. Viele Eltern verbinden mit Conni eine Hassliebe - denn Conni schafft am Ende immer alles, ihre Welt ist immer heil und rosarot. Conni soll so sein wie unsere Kinder. Angeblich.

Inhalt und Themen der Conni-Bücher

Conni lernt backen, reiten und die Uhrzeit. Sie macht das Seepferdchen, kommt in den Kindergarten oder die Schule. In den Geschichten der herrlich normalen Conni geht es um die ganz alltäglichen Abenteuer des Lebens. Das erste Conni-Buch überhaupt handelt zum Beispiel davon, wie die kleine Conni in den Kindergarten kommt.

Andere Geschichten drehen sich um den Besuch beim Kinderarzt oder Frisör, um Hobbys und Urlaube, um Freundschaften, Tiere und vieles mehr. Conni erklärt die Welt, gibt Orientierung und Identifikation. Conni feiert Weihnachten, backt Pizza, bekommt einen kleinen Bruder. Und einmal bricht sie sich das Bein, weil sie Seife auf die Rutsche ihres Hochbetts geschmiert hat, um schneller zu sein.

Für die ganz Kleinen ab 3 Jahre gibt es Bilderbücher, in denen Conni im Kindergarten ist. In den Erzählbänden ist Conni 8 Jahre alt und geht in die Grundschule. In den Conni & Co Bänden kommt sie auf die weiterführende Schule.

Welches Thema auch immer aktuell bei euch ist - ob Töpfchen, erster Urlaub ohne Eltern oder Streit mit der besten Freundin - Conni hat eine Geschichte dazu.

Kritik an Conni: Rollenbilder und Realitätsferne

Mit Conni verbinden viele Eltern eine Hassliebe - denn Conni schafft am Ende immer alles, ihre Welt ist immer heil und rosarot. Connis Mama ist nie am Limit, brüllt mit Fratzengesicht und Sprühspucke, weil sie sich so sehr ärgert, dass sie für einen Moment die Kontrolle verliert und sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Außerdem ist sie immer zuhause, es wird noch das klassische Rollenbild gelebt und dadurch zum Vorbild. Connis Mama bringt sie zum Reiten und in den Kindergarten und holt sie auch wieder ab.

Fußball geschaut wir mit Papa - und danach kann Conni Mama erklären, was Abseits ist. Einkaufen geht Conni auch. Conni hilft Mama - beim Staubsaugen. Und Papa beim Gärtnern. Das ist zwar in den Köpfen nicht ganz so typisch „Männersache“ wie Löcher bohren und Autoreifen wechseln, aber es vermittelt doch ein Gefühl. Dass Mama für die klassische Hausarbeit zuständig ist und Papa, wenn er denn mal zuhause ist, netterweise im Garten die Blätter harkt.

Conni könnte also eine prima Identifikationsfigur abgeben - würde sie nicht noch mehr Anlässe zur Kritik bieten. Ihre Eltern sind immer gut gelaunt und miteinander verheiratet, die Mutter ist Ärztin, arbeitet aber nicht, um sich um die Kinder zu kümmern, die Klawitters wohnen in einem frei stehenden Einfamilienhaus, können sich Urlaube und diverse Hobbys für die Kinder leisten und nur äußerst selten haben Menschen mit Migrationshintergrund einen Auftritt in der sauberen Kleinstadtidylle.

Zurückblickend kann ich sagen, dass Conni Bücher sehr von der alten „Gesellschaftlichen Normalität“ geprägt sind. Conni hat zwei verschieden geschlechtliche Elternteile, einen kleinen Bruder, ein Haustier und lebt in einem Haus. Sie ist blond und hat blaue Augen.

Manchmal wird Kritik laut, dass Kindern in Conni-Büchern eine perfekte Familie und heile Welt vorgegaukelt werde. Schneider sieht das anders: „Kleine Kinder wollen es in Büchern so haben, wie es sein sollte - gerade wenn es bei ihnen zu Hause nicht so gut läuft.“

Die Entwicklung von Conni: Anpassung an die moderne Gesellschaft

Der Verlag wählt, gemeinsam mit der Autorin, alte Manuskripte aus, die überarbeitet, angepasst und in der neuen Version veröffentlicht werden. Zum Beispiel gibt Connis Mama sie in der alten Geschichte* „Conni kommt in den Kindergarten“ einfach am ersten Tag in der Kita ab und geht. Das fand nicht nur ich befremdlich, sondern auch meine Kinder.

Eins der neuen Conni Bücher heißt übrigens auch „Conni ist wütend„*. Gelesen hab ich das Buch noch nicht, aber laut der Beschreibung geht hier auch einfach mal bei Conni alles schief. Diese Anpassung ist absolut notwenig und gut.

Ich finde es super, dass der Verlag und auch die Autorin diesen Schritt gehen und dadurch Themen, mit denen wir alltäglich zu tun, vielleicht zu kämpfen haben, in den Conni Geschichten statt finden. Für meinen Geschmack könnten insgesamt auch mehr „schwierige“ Bereiche des Lebens thematisiert werden.

Vielleicht gibt es tatsächlich bald solche Conni Geschichten. Eine Geschichte, in der Mama mal morgens aus dem Nachtdienst kommt und Papa Conni in den Kindergarten bringt. Denn der Verlag wählt, gemeinsam mit der Autorin, alte Manuskripte aus, die überarbeitet, angepasst und in der neuen Version veröffentlicht werden.

Die Entwicklung der Conni Geschichten zu beobachten finde ich äußerst spannend, muss ich sagen. Zu sehen, welche Themen relevant genug sind, um thematisiert oder angepasst zu werden. Fast nur „düstere“ Themen, merke ich gerade.

Tatsächlich hat sich bei Conni etwas getan. Immerhin: Endlich gibt man Conni die Möglichkeit, sich an Autoritätspersonen zu reiben. Bei Papa und Mama in den Büchern war das nicht möglich, wahrscheinlich sind die beiden in Wahrheit Außerirdische vom Planeten Superperfekto. Leider bricht Conni aus ihrer Rolle der ewig Funktionierenden ganz furchtbar unsicher aus. In der alles entscheidenden Szene sagt sie sich mantraartig vor: „Ich schaff das wirklich nicht.“ Abgesehen davon, dass sich Conni erschreckend wenig zutraut, darf sie sich mal wieder ausschließlich mit Themen beschäftigen, auf die Kinderliteratur für Mädchen eh schon so oft begrenzt ist: Tiere, Ferien, Freunde.

Connis Welt hat nach wie vor wenig Berührungspunkte zu feministischen, diversen Lebenswelten, in denen Menschen nicht so viel wie eine Ingenieurin oder ein Ingenieur verdienen.

Auch nach Deutschland geflüchtete Kinder lernen mit „Conni in der Schule“.

Flut von Conni-Memes im Netz - wann ist das verboten? - Verlag klagt, Anwalt klärt auf

Conni als Meme: Parodien im Internet

In den vergangenen Jahren hat sich der Conni-Trend aber noch eine ganz andere Richtung entwickelt: Im Internet finden sich zahlreiche Parodien der Kinderbuch-Cover, die sich um die unterschiedlichsten Dinge drehen. "Conni zockt den ganzen Tag Ballerspiele, weil ihre Kita zu wenig Personal hat", liest man da etwa, mit einer wutentbrannten Conni vor der Spielekonsole.

Auf einem anderen ist ein Flugzeug abgebildet: "Conni wandert nach Dubai aus, um Steuern zu sparen." Auch "Conni lernt für den Viertversuch", "Conni kifft" oder "Connis erster Versicherungsbetrug" finden sich unter den zahlreichen Varianten, die Internetuser erstellt haben. Und aus der Corona-Zeit: "Conni feiert Weihnachten alleine."

Memes greifen bekannte Alltagskultur auf und stellen humorvoll einen neuen Zusammenhang her. Dabei kommt es zu einer Kettenreaktion: Eine Person erstellt das erste Meme, andere greifen die Idee auf und erstellen eigene Varianten.

Die früheren Conni-Memes wurden eher von politisch links orientierten Gruppen eingesetzt, um auf humoristische Art und Weise Inhalte zu verbreiten. Dabei seien sie auch oft für Gesellschaftskritik genutzt worden.

Der Verlag nehme das in den meisten Fällen mit Humor. Nur wenn diese Parodien "rassistische oder anderweitig diffamierende Züge" annähmen, schalte man einen Anwalt ein.

Conni im Film: Eine neue Dimension der Kinderbuchheldin

Am 2. Juli startet „Meine Freundin Conni - Geheimnis um Kater Mau“ in den Kinos, es ist das erste Mal, dass das Ringelpulli-Mädchen mit der roten Schleife im Haar animiert wurde. Eine Realverfilmung der Kinderbuchreihe gab es bereits 2016.

Worum geht‘s überhaupt? Conni macht eine Kita-Reise, ihr Kater Mau kommt mit. Jedenfalls bekommt es Conni in einer Jugendherberge mit einer recht strengen Herbergsmutter zu tun, die man in diesem Fall ruhig so nennen darf, sie hat nämlich selbst einen Sohn.

So manches Kind könnte sich nach den 76 Minuten fragen, ob eigentlich alle Erwachsenen doof sind. Denn das sind sie in diesem Film: Die Herbergsmutter schreit ihren Sohn andauernd an, ist aber zu allen Kindern, die bei ihr zu Gast sind, so nett, dass man dabei den Sirup aus ihrer Stimme tropfen hört. Ständig verdächtigt sie den Waschbären, irgendwelche Missetaten begangen zu haben - auch dann, wenn ihr Sohn für sein Tier bürgt.

Taugt Conni jetzt zum Vorbild für Mädchen? Immerhin: Endlich gibt man Conni die Möglichkeit, sich an Autoritätspersonen zu reiben. Leider bricht Conni aus ihrer Rolle der ewig Funktionierenden ganz furchtbar unsicher aus.

Conni im Internet: Eine interaktive Welt für Kinder

Zur Lebensrealität von Kindern (und Eltern) gehört auch zunehmend ein sicheres Heranführen an das Internet. Auch das Design ist vollends auf die junge Zielgruppe ausgelegt. Für die Darstellung von Text wählten wir einen kurzen Satzspiegel, kompakte Textmengen, und den Font „Patrick Hand”, der mit seinen handgeschriebenen, runden Formen sehr freundlich wirkt und so einerseits das Brand-Design ideal für den digitalen Einsatz erweitert und andererseits dem Erfahrungshorizont von Lese-Anfänger:innen entgegenkommt.

Große Schriftgrößen und große Klickflächen erleichtern den Zugang zu Inhalten in Teasern, auch wenn die Klick-Treffsicherheit noch nicht ganz ausgeprägt ist. Mit dem Farbkonzept verfolgen wir für conni.de ein fröhlich-buntes Erscheinungsbild, das durch ein fest definiertes Spektrum zugleich konsistent ist.

Ergänzt wird die Buchwelt von Conni von einem interaktiven Auftritt im Internet. Hier kannst du dich in Connis Freundebuch eintragen, alles über die unterschiedlichen Conni-Reihen erfahren, Bastelvorlagen downloaden und vieles mehr.

Die Bedeutung von Conni für Kinder

Als Kind wurde mir viel aus den Conni Büchern vorgelesen. Ich habe sie geliebt und wollte fast ausschließlich solche haben. Meine Mama las sie mir immer vor dem Schlafen gehen vor und da es sich immer um Alltagssituationen handelte, wie zum Beispiel „Conni kommt in den Kindergarten“ wollte ich am nächsten Tag genau das Gleiche erleben.

Ähnlich wie Conni bekam ich ein Geschwisterkind, allerdings eine Schwester, später einen Bruder. Trotzdem versuchte ich immer genau, wie Conni zu handeln. Ich war früher eher ein schüchternes und zurückhaltendes Mädchen, was meine Mama mir immer versucht hat „abzutrainieren“. Conni sah ich dabei als Vorbild an und sagte, „wenn sie das schafft, schaff ich das auch.“

Die Geschichten hat glaube ich jeder von uns als Kind erlebt, wie zum Beispiel „man geht zum Arzt, man macht das Seepferdchen, man kommt in die Schule.“ Aus diesem Grund konnte ich mich immer sehr mit Conni identifizieren, da es Geschichten sind, die der Realität entsprechen.

Conni ist ein fröhliches, neugieriges und unternehmenslustiges Mädchen. Sie trägt fast immer eine rote Schleife im Haar und liebt Tiere, besonders ihren Kater Mau.

Seit ihrem allerersten Auftritt in der Kinderbuchwelt im Jahr 1992 kennt man Conni Klawitter als ein liebenswertes, fröhliches, neugieriges und unternehmungslustiges Mädchen.

Conni lebt in einer konstanten Buchwelt, in der Orte und Figuren gleich bleiben. Dadurch wird die fiktive Lebenswelt der kleinen Heldin mit jedem Buch vertrauter und plastischer und Conni zu einer beispiellos verlässlichen Freundin.

Conni in Zahlen: Eine Erfolgsgeschichte

Weit mehr als 25 Millionen Bücher der Reihe hat der Carlsen Verlag seit 1992 verkauft.

In 30 Ländern ist Conni inzwischen erschienen, in Frankreich heißt sie Lola, in Spanien Berta, in Polen Zuzia und in der Türkei Elif.

Insgesamt sind es dreiundzwanzig Länder. In vielen Ländern hat Conni auch einen anderen Namen. So heißt sie in Frankreich Lola, in Ungarn Bori und in Israel Roni.

Liane Schneider gab irgendwann ihren Job als Lehrerin auf und schreibt heute noch etwa vier Conni-Bücher im Jahr - mehr als 60 sind es insgesamt.

Hier eine Tabelle mit einigen Fakten über Conni:

Fakt Wert
Erstes Conni-Buch 1992
Verkaufte Bücher Über 25 Millionen
Erschienene Länder 30
Conni-Bücher von Liane Schneider 60

Fazit

Conni ist eine Erfolgsgeschichte, die seit über 30 Jahren andauert. Die Kinderbuchreihe hat Generationen von Kindern begleitet und geprägt. Conni ist ein Vorbild, eine Freundin und eine Heldin für viele junge Leserinnen und Leser. Auch wenn die Geschichten nicht immer perfekt sind und Kritikpunkte vorhanden sind, so bleibt Conni doch eine wichtige Figur in der Kinderliteratur.

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