Die richtige Reihenfolge der Haarpflege: Conditioner oder Haarkur zuerst?

Ob lang und glatt oder kurz und lockig - gesunde und glänzende Haare wünschen wir uns alle! Leider brechen die Haarspitzen durch eine falsche Pflege-Routine schnell ab, werden trocken und spröde. Eigentlich kann man bei der Haarwäsche nichts falsch machen.

Es gibt aber ein paar Tipps und Tricks, mit denen Ihre Mähne nach der Wäsche besonders gesund und vital strahlt. Zum Einmaleins der Haarpflege gehört eine qualitativ hochwertige Produktausstattung bestehend aus Shampoo, Conditioner (Spülung), Maske (Kur) und gegebenenfalls Leave-In Produkte (Pflegespülung ohne Ausspülen). All diese Produkte erfüllen eine bestimmte Funktion und sollten daher auch mit der richtigen Menge, Reihenfolge und Einwirkzeit angewendet werden.

Um das zu klären, haben wir Friseurmeister Dejan Garz aus Hamburg interviewt. Der Profi rät etwa bei jeder vierten Haarwäsche eine Kur in die Pflegeroutine zu integrieren - bei den drei Wäschen davor und danach reicht ein Conditioner. Bleibt die Frage danach, welche Reihenfolge optimal ist.

Die richtige Reihenfolge bei der Haarwäsche

Hier ist die empfohlene Reihenfolge für eine optimale Haarpflege:

  1. Shampoo: Die Aufgabe des Shampoos ist es, Fett und Schmutz von der Kopfhaut zu lösen und durch seinen basischen pH-Wert die Poren deiner Haarstruktur zu öffnen und für Nährstoffe empfänglich zu machen. Beachte, dass du dein Shampoo nur auf die Kopfhaut und nicht in die Längen oder Spitzen einmassierst. Shampoo in den Haarlängen strapaziert und trocknet das Haar nur unnötig aus. Allein durch das Ausspülen des Shampoos gelangt genug Produkt über die Haarlängen, sodass sie sauber werden.
  2. Haarkur oder Haarmaske: Nun kommt die Haarkur oder Haarmaske in die Längen und Spitzen deiner Haare. Da das Shampoo vorher die Haarstruktur öffnete, können nun die Pflegestoffe der Haarmaske ordentlich einwirken und dein Haar pflegen.

    Haarmasken sind eine schnelle Lösung, wenn man das gewisse Extra an Pflege benötigt. Diese wird oft bei Haaren benötigt, die oft gefärbt werden oder um Hitzeschäden und Spliss zu reparieren. Eine Maske sollte immer vor dem Conditioner und direkt nach dem Shampoonieren aufgetragen werden.

    Grund dafür ist, dass das Shampoo das Haarfollikel ‘öffnet’ und somit können die pflegenden Inhaltsstoffe besser vom Haar aufgenommen werden. Je nachdem was für eine Haarmaske du verwendest, sollte sie zwischen 10 und 20 Minuten einwirken.

  3. Conditioner bzw. Spülung: Im letzten Schritt verschließt du die offene Haarstruktur wieder mit einem Conditioner bzw. einer Spülung. Der saure pH-Wert sorgt dafür, dass die aufgenommenen Nährstoffe der Spülung ins Innere des Haares geschlossen und aufgenommen werden. Das Schließen der Poren schützt außerdem vor Austrocknung und Spliss. Auch die Spülung kommt wieder nur in die Längen und Spitzen deiner Haare und darf nach ca. 30 Sekunden mit kühlem Wasser ausgewaschen werden.

Der Friseurmeister erklärt: "Shampoo öffnet die Kutikula, also die Schuppenschicht der Haare, um Verunreinigungen zu entfernen. Auch Kur hat eine quellende Wirkung auf die Schuppenschicht, denn die Pflegestoffe sollen schließlich möglichst tief ins Haar eingeschleust werden."

Damit die Pflege allerdings auch im Haar gehalten wird, muss die Schuppenschicht nach der Anwendung wieder geschlossen werden - und das klappt mit einer Spülung.

Warum diese Reihenfolge wichtig ist

Diese Reihenfolge stellt sicher, dass dein Haar optimal von den Produkten profitiert:

  • Das Shampoo reinigt und bereitet das Haar vor.
  • Die Haarmaske dringt tief ein und pflegt das Haar intensiv.
  • Der Conditioner versiegelt die Pflegestoffe und schützt das Haar.

Spülung versiegelt die Pflege aus der Kur im Haar"Der Conditioner ist nach der Kur in den allermeisten Fällen unerlässlich. Es gibt wenige Ausnahmen, bei denen die Maske schon einen sauren pH-Wert hat und dadurch die Schuppenschicht zusammenzieht. Dann handelt es sich aber ehrlicherweise gar nicht um eine richtige Haarmaske, sondern eher um einen reichhaltigeren Conditioner, der nur anders vermarktet wird", weiß Haarexperte Dejan Garz und ergänzt: "In der Regel sind Kuren basisch eingestellt und müssen nach der Anwendung unbedingt mit einer Spülung angesäuert werden." Vorteile dieser korrekten Haarkur-Anwendung: Die Feuchtigkeit aus der Maske hält so nicht nur länger im Haar, sondern die Haare glänzen durch die angelegte Schuppenschicht auch mehr.

Haarkur-Anwendung: Sie benutzen Ihre Haarmaske falsch, wenn Sie diesen wichtigen Schritt danach auslassen…Erst das Shampoo, dann die Spülung und ab und an stattdessen eine Kur - wenn Sie Ihre Haare so pflegen, machen Sie es leider nicht ganz richtig. Denn eine Haarkur ist kein Ersatz für den Conditioner, sondern ein zusätzlicher (!) Step in der Pflegeroutine. Eine Haarmaske sollten Sie also immer im Zusammenspiel mit einem Conditioner verwenden.

Nach dem Shampoo wird zuerst die Maske, dann den Conditioner angewendet, wobei die Maske 1-2 Mal in der Woche angewendet werden darf, der Conditioner jedoch bei jeder Haarwäsche. Letzterer hat kaum einen Pflegefaktor, sondern dient vor allem zur Kämmbarkeit der Haare. Er sorgt dafür, dass die vom Shampoo geöffnete Schuppenschicht des Haares wieder geschlossen wird, wodurch das Haar von äußeren Umwelteinflüssen geschützt ist und außerdem natürlich glänzt.

Zusätzliche Haarpflege-Tipps

Neben der richtigen Reihenfolge gibt es noch weitere Tipps, die du für eine gesunde Haarpflege beachten solltest:

  • Häufigkeit des Waschens: Häufiges Haarewaschen reizt die Kopfhaut und trocknet aus. Am besten kommst du aus dem Haarwasch-Zwang heraus, wenn du deinen Haaren Zeit und Ruhe gibst und sie weniger wäscht. Am Anfang harrst du einen Tag aus, dann zwei und schließlich kannst du deine Haarwäschen auf 2x pro Woche (also alle 3-4 Tage) reduzieren. Werden deine Haare zwischenzeitlich fettig, kann ein Trockenshampoo helfen.
  • Verwende silikonfreies, festes Shampoo: In vielen herkömmlichen Shampoos finden wir Silikone (auch synthetische Polymere), die sich um unsere Haare legen und ein Gefühl von Gesundheit und Geschmeidigkeit suggerieren. Der Schein trügt jedoch: Die Silikone legen nur einen wasser- und luftundurchlässigen Film um Haar und Kopfhaut, wodurch deine Haare austrocknen und brüchig werden.
  • Nasse Haare nicht kämmen: Nasse Haare sind vollgesogen mit Wasser und dadurch elastisch wie Gummi. Sie in diesem Zustand zu kämmen, ist daher alles andere als gesund, sondern sorgt für Haarriss und Spliss. Am besten ist es, die Haare vor dem Waschen durchzubürsten, um lose Haare und Schmutz zu entfernen.
  • Nicht mit zu heißem Wasser waschen: Kurz und knapp: Wasche deine Haare nicht mit zu heißem Wasser. Heißes Wasser reizt deine Kopfhaut und kann zu Austrocknung führen.
  • Haare nicht trocken rubbeln: Rubbel deine Haare nach der Haarwäsche nicht mit dem Handtuch trocken, denn das Reiben am Frotteestoff schädigt die Haare und führt zu Haarbruch.
  • Die richtigen Zopfgummis verwenden: Die altherkömmlichen Zopfgummis mit Stoffüberzug und Metallverschluss sind am bekanntesten über den PferdeschwanzträgerInnen, sorgen aber leider häufig für Knicke im Haar und sogar für Haarbruch.
  • Hitze vermeiden: Generell ist das Styling mit Hitze - mit Glätteisen oder Föhn - für die Haare nicht optimal. Kannst du auf dein Styling dennoch nicht verzichten, empfehlen wir dir zum einen, die Hitze zu verringern und ggf. mit kühler Luft zu föhnen.
  • Regelmäßig Spitzen schneiden lassen: Einer der wichtigsten Tipps, die auch FriseurInnen immer wieder geben, ist, sich regelmäßig die Spitzen schneiden zu lassen. Denn seien wir ehrlich: Haarbruch. Trockenheit und Spliss kann auch entstehen, wenn man alles Denkbare dagegen tut.
  • Die passende Produkte finden: Es liegt nicht nur am Shampoo für Ihren Haartypen, das auf die persönliche Haarstruktur und -anforderungen abgestimmt sein sollte und die individuell benötigten Pflegeinhaltsstoffe enthält.
  • Styling-Produkte richtig nutzen: Allein durch das Verwenden der richtigen Styling-Produkte können Sie das Haarewaschen hinauszögern. Schaumfestiger und viele Styling-Sprays enthalten in der Regel Alkohol. Dieser sorgt dafür, dass die Kopfhaut weniger schnell nachfettet. Zudem erhält Ihr Haar durch derartige Produkte eine Art Ansatz-Lifting.
  • Reverse Washing ausprobieren: Indem Sie bei der Haarwäsche zuerst Conditioner und anschließend das Shampoo verwenden, waschen Sie einen Teil des Conditioners wieder heraus. So wirkt dieser nicht so stark, pflegt das Haar aber dennoch. Auch beim Einarbeiten von Haarmasken oder -kuren kann man nach dem Reverse-Washing-Prinzip vorgehen. Erst die pflegende Haarkur einwirken lassen, dann das Haar mit Shampoo reinigen.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Schritte und Tipps zusammen:

Schritt Produkt Zweck Häufigkeit
1 Shampoo Reinigung von Kopfhaut und Haar 2-3 Mal pro Woche
2 Haarmaske Intensive Pflege und Reparatur 1-2 Mal pro Woche
3 Conditioner Versiegelung der Pflegestoffe, Schutz Nach jeder Haarwäsche

Welche Pflege für die Haare ist die richtige? | Die Ratgeber

tags: #Reihenfolge #Haarpflege: #Conditioner #oder #Haarkur #zuerst?

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen