Chinesische Pilze und ihre Wirkung bei Haarausfall

Haarausfall durch Pilzinfektion - ein beunruhigendes Thema, das jedoch viele Menschen betrifft. Diese Art von Haarausfall entsteht durch Pilze, die sich auf der Kopfhaut ansiedeln und dort Entzündungen verursachen. Es ist wichtig, dieses Problem frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um größere Schäden zu vermeiden. Doch auch andere Faktoren und Ursachen können Haarausfall auslösen. Hier kommen traditionelle Heilmittel, wie chinesische Pilze, ins Spiel.

Wie Pilzinfektionen zu Haarausfall führen

Pilze, meist aus der Familie der Dermatophyten, dringen in die Haarfollikel ein und stören das natürliche Wachstum der Haare. Die Pilze dringen in die oberste Hautschicht ein und finden dort einen idealen Nährboden. Einmal angekommen, produzieren sie Enzyme, die die Struktur der Haut und der Haarfollikel angreifen. Diese Enzyme zersetzen Keratin, das Hauptprotein, aus dem unsere Haare bestehen, was dazu führt, dass die Haare schwächer werden und schließlich ausfallen.

Der Körper reagiert oft mit einer Entzündungsreaktion, die die Situation noch verschlimmern kann. Bei manchen Menschen ist das Immunsystem nicht in der Lage, die Pilze effektiv zu bekämpfen, was zu einer längeren Infektion und damit zu mehr Haarausfall führt.

Übertragungswege von Pilzinfektionen

Die Übertragungswege sind vielfältig und manchmal überraschend einfach:

  • Direkter Kontakt mit infizierten Tieren: Haustiere wie Katzen, Hunde oder Meerschweinchen können die Pilze tragen, ohne selbst Symptome zu zeigen.
  • Indirekte Übertragung: Die Pilze können über kontaminierte Gegenstände wie Haarbürsten, Kämme oder Handtücher weitergegeben werden.
  • Von Mensch zu Mensch: Besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Fitnessstudios ist die Gefahr der Übertragung erhöht.

Symptome einer Pilzinfektion auf der Kopfhaut

Die Symptome sind oft ziemlich eindeutig:

  • Kreisrunde, kahle Stellen, die plötzlich auftreten und oft von schuppiger, entzündeter Haut umgeben sind.
  • Juckreiz: Ständiges Bedürfnis, sich am Kopf zu kratzen.
  • Haare brechen direkt an der Kopfhaut ab, was zu stumpfen und unebenen Stellen führt.
  • In einigen Fällen Rötungen oder kleine, mit Eiter gefüllte Bläschen.

Komplikationen bei Nichtbehandlung

Wenn man eine Pilzinfektion der Kopfhaut ignoriert, kann das zu unangenehmen Komplikationen führen:

  • Dauerhafte Narbenbildung: Wenn die Infektion tief in die Haut eindringt, kann sie die Haarfollikel so stark schädigen, dass sie sich nicht mehr erholen.
  • Kerionbildung: Eine schmerzhafte, entzündliche Reaktion der Kopfhaut, die mit Eiter gefüllte Knoten verursacht.
  • Mögliche Ausbreitung der Infektion auf andere Körperteile oder sogar auf andere Personen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Pilzbefall

Um den lästigen Pilz auf der Kopfhaut loszuwerden, gibt es glücklicherweise einige wirksame Behandlungsmöglichkeiten:

  • Antimykotika: Diese Medikamente sind speziell darauf ausgelegt, Pilze zu bekämpfen und ihre Ausbreitung zu stoppen. Sie können entweder topisch (direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen) oder systemisch (in Form von Tabletten eingenommen) werden.
  • Gründliche Hygiene: Kann helfen, die Infektion in den Griff zu bekommen.
  • Anpassung der Ernährung: Kann unterstützend wirken.

Wichtig ist, dass die Behandlung konsequent durchgeführt wird, auch wenn die Symptome bereits abklingen, da die Pilze hartnäckig sein können und eine vorzeitige Beendigung der Therapie könnte dazu führen, dass sie zurückkehren. Und wenn der Haarausfall trotz erfolgreicher Behandlung bestehen bleibt, können Haarteile oder Haarsysteme eine wunderbare Lösung sein, um das Selbstbewusstsein wiederherzustellen.

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugen ist besser als heilen. Hier sind einige Tipps, um sich vor Pilzinfektionen der Kopfhaut zu schützen:

  • Persönliche Hygiene: Verwende deine eigenen Haarbürsten, Kämme und Handtücher.
  • Regelmäßige Reinigung: Wasche Textilien wie Bettwäsche und Handtücher regelmäßig bei hohen Temperaturen.
  • Haustiere im Blick behalten: Achte darauf, dass deine Haustiere gesund sind und keine Anzeichen einer Pilzinfektion zeigen.

Indem du diese einfachen Tipps befolgst, kannst du das Risiko einer Pilzinfektion der Kopfhaut erheblich reduzieren.

Chinesische Pilze als Schönheitsmittel für die Haare

Ein Blick nach Fernost kann bei dem Wunsch nach schönen Haaren von Vorteil sein. Dort sind sogenannte Vitalpilze schon seit vielen Jahren als Schönheitsmittel bekannt, das auch für wunderschöne, kräftige Haare sorgen soll. Die beiden Pilze Reishi und Polyporus Umbellatus sind unter Beauty-Liebhaber*innen als Geheimtipp besonders beliebt.

Vitalpilz Polyporus

Die Wirkung von Reishi und Polyporus Umbellatus

Der Vitalpilz Reishi kann die Sauerstoffaufnahme im Blut erhöhen und somit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung in den Organen, im Bindegewebe, in der Haut und in den Haarfollikeln fördern. Die Haare werden durch den hochwertigen Inhaltsstoff griffiger, fülliger und bekommen mehr Glanz. Der Pilz mit der leuchtend-roten Farbe kann zusätzlich gegen Haarausfall helfen und das Haarwachstum fördern. Er gilt als einer der ältesten Heilpilze überhaupt und wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bis heute u.a. auch bei Erkrankungen wie Asthma, Gelenkentzündungen oder bei Magengeschwüren eingesetzt.

Der Pilz Polyporus Umbellatus oder auch "Eichhase" genannt, fühlt sich in sommergrünen Laubwäldern in wärmeren Gebieten der Erde besonders wohl und ist mit etwas Glück sogar im hohen Norden Deutschlands oder im südlichen Alpenvorland anzutreffen. Er zählt zu den Speisepilzen, ist aber vor allem für seine positiven Eigenschaften für Haut und Haare beliebt. Zu Pulver gemahlen dient er in Kombi mit speziellen Ölen außerdem als Basis für Gesichtsmasken oder wird als Peeling verwendet. Der Eichhase wirkt zudem antioxidativ und ist als Radikalfänger beliebt. Regelmäßig verzehrt oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen, kann er für volles, seidiges und geschmeidiges Haar sorgen, kann das Haarwachstum verlängern und die Wachstumsphase unserer Haare erhöhen. An kahlen Stellen können sich sogar neue Haare bilden.

Weitere Tipps für schönes Haar

Um sich dauerhaft über schöne Haare zu freuen, reichen die Vitalpilze allein natürlich nicht aus. Du solltest außerdem folgende Punkte beachten:

  1. Reduziere deine Haarpflege auf das Nötigste und verwende immer Pflegeprodukte mit feuchtigkeitsspendenen Inhaltsstoffen.
  2. Mache Pflegepausen und wasche deine Haare nicht jeden, sondern nur jeden zweiten oder dritten Tag. Zu häufiges Haarewaschen trocknet Haare und Kopfhaut aus.
  3. Versuche, Stress zu vermeiden, denn auch deine Haare reagieren auf deine Angespanntheit. Baue Ruhephasen in deinen Alltag ein, reduziere deinen Social-Media- und Handy-Konsum und gönn dir viele Pausen.
  4. Vermeide zu viel Hitze und lass deine Haare ab und zu auch mal an der Luft trocknen, anstatt immer wieder zum Föhn, Glätteisen oder Lockenstab zu greifen.
  5. Achte auf deine Ernährung und iss Lebensmittel, die gut für die Haare sind.

Heilpilze in der TCM

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden seit Jahrtausenden Vitalpilze verwendet, um eine Vielzahl an Krankheiten zu verhindern oder zu behandeln. Vitalpilze zeichnen sich unter anderem durch ihre ausgewogene Zusammensetzung von zahlreichen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren, Polysaccharide und Polypeptide aus. Diesen so genannten Bioaktivstoffen wird eine regulierende und ausgleichende Wirkung auf den gesamten Organismus nachgesagt.

Bei der Behandlung von Haarausfall ist der Bio Polyporus (auch Eichhase genannt) die erste Wahl und wird nicht umsonst „Pilz für Haut und Haar“ genannt. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass die Wirkstoffe des Polyporus das Haarwachstum anregen. Auch an vormals kahlen Stellen sollen sich wieder neue Haare bilden können.

Generell sollten Haarprobleme, wie Haarausfall oder kahle Stellen, immer zuerst mit einem Arzt abgeklärt werden. Auch welcher Pilz eingenommen werden soll, muss immer mit Fachpersonal besprochen werden.

Trivital® Haut und Haare

Trivital® Haut und Haare ist speziell auf die Bedürfnisse von Frauen und Männern abgestimmt, die unter Haut- und Haarproblemen leiden. Es enthält Extrakte der chinesischen Vitalpilze Reishi und Polyporus umbellatus. In China werden diese Pilze traditionell verzehrt und auch in Europa werden sie seit vielen Jahren hoch geschätzt. Trivital® Haut und Haare beinhaltet außerdem Traubenkern-Extrakt mit wertvollen Antioxidantien sowie Rispenhirsekonzentrat als natürliche Kieselsäurequelle.

Wie alle Produkte aus der Trivital®-Reihe verfügt auch Trivital® Haut und Haare über das intelligente Tag-Nacht-Prinzip. Das bedeutet, die verschiedenen Inhaltsstoffe sind sinnvoll auf die Einnahme am Morgen und am Abend verteilt, um so die Zellaktivität und Regeneration des Körpers zu unterstützen.

Haarausfall aus westlicher und TCM-Sicht

Haarausfall kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und behandelt werden. Im Folgenden werden zunächst die westliche schul- und komplementärmedizinische Sicht sowie einige Aspekte aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) aufgegriffen.

Behandlungsbeginn aus westlicher Sicht

Wenn Patienten in die Praxis kommen, die über verstärkten Haarausfall klagen, befragt man diese bei der Anamnese insbesondere zur familiären Vorbelastung, Ernährungsgewohnheiten, chronischen Erkrankungen sowie Medikamenten. Darüber hinaus sucht man nach einem Zusammenhang zu weiteren möglichen Ursachen, zum Beispiel psychische Belastungen, Trauer, Stress, fieberhafte Infekte, Operationen, Impfungen oder haarschädigenden Einflüssen wie Haarfärbungen oder Umformungen.

Merke: Fallen über mehrere Wochen mehr als 100 Haare täglich aus, spricht man von Effluvium, dem krankhaften Haarausfall.

Inspektion der Kopfhaut

Bei der Kopfhautinspektion untersucht man, ob eine sichtbare Haarverminderung und ein bestimmtes Haarlichtungsmuster vorliegen. Hierbei achtet man insbesondere auf entzündliche Rötungen und Schuppungen, da Schuppenbildung, Hautpilzbefall und Ekzeme Haarausfall begünstigen können.

Diagnostik

Die Diagnostik kann bei entsprechender Ausstattung und Fachkenntnis ohne Probleme in der Heilpraktikerpraxis durchgeführt werden.

Hintergrundwissen: Terminal- und Vellushaare

  • Terminalhaare: lange, dicke, markhaltige und meist pigmentierte Haare
  • Vellushaare: maximal 2 cm lang, dünn, ohne Mark und Pigment. In der Pubertät entwickeln sich am Körper (Achsel- und Schambehaarung) aus Vellushaaren unter Hormoneinfluss Terminalhaare. Beim krankhaften Haarausfall kommt es umgekehrt zur Bildung von kurzen, dünnen Vellushaaren aus langen, dicken Terminalhaaren.

Der Haarzugtest bietet eine erste Orientierung im Hinblick auf die Diagnosestellung. Dazu nimmt man an verschiedenen Stellen des Kopfes einige Haarsträhnen zwischen Daumen und Zeigefinger und lässt die Haare mit leichtem Zug durch die Finger gleiten. Hierdurch kann man feststellen, wie fest die Haare in der Kopfhaut verankert sind. Lösen sich vermehrt Haare, so kann dies auf eine akute Haar- und Kopfhauterkrankung hindeuten.

Zur Routinediagnostik zählt mittlerweile die auflichtmikroskopische Untersuchung (Trichoskopie). Sie hat in der Haardiagnostik das schmerzhafte und aufwendige Trichogramm, bei dem etwa 20 Haare mit einer gummiarmierten Arterienklemme epiliert werden, nahezu vollständig verdrängt.

Für die Trichoskopie ist in der Regel ein einfaches Handdermatoskop mit 10-facher Vergrößerung ausreichend. Die Videodermatoskopie ermöglicht durch stärkere Vergrößerung (bis 140-fach) eine bessere Beurteilung von Blutgefäßen und Haarschaftveränderungen und unterstützt vor allem die Dokumentation und Verlaufskontrolle von Haarerkrankungen während der Therapie.

Es gibt keine speziellen Ziffern im GebüH für diese Untersuchungen, infrage kommen die Ziffern 1, 2 und 4. Die Kosten für die Haarsprechstunde müssen auch beim Dermatologen selbst getragen werden.

Physiologisch finden sich auf der Kopfhaut gleichmäßig verteilte Haarfollikelöffnungen, aus denen üblicherweise 2-3 Terminalhaare austreten. Die Haarschaftdicke ist im Bereich der gesamten Kopfhaut weitgehend konstant. Vellushaare (siehe Kasten „Terminal- und Vellushaare“) treten nur vereinzelt auf.

Bei einem positiven Haarausfallbefund variiert die Haarschaftdicke deutlich. Es überwiegen Follikelöffnungen, aus denen nur ein Terminalhaar austritt und es gibt vermehrt Bereiche mit Vellushaaren oder kahlen Stellen.

Drei häufige Formen von Haarausfall

Besonders häufig sind folgende drei Formen von Haarausfall:

  • Erblich bedingter bzw. androgenetischer Haarausfall
  • Diffuser Haarausfall
  • Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall)

Erblich bedingter bzw. androgenetischer Haarausfall

Bei Frauen zeigt sich erblich bedingter (androgenetischer) Haarausfall vor allem durch schütteres Haar im Mittelscheitelbereich, bei Männern durch Geheimratsecken und Haarverlust im Bereich der Tonsur. Als Ursache wird bei dieser Form eine erblich bedingte erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber DHT (Dihydrotestosteron) angenommen. Unter dem Einfluss von DHT verkürzt sich die Wachstumsphase der Haare. Es kommt zu einer Miniaturisierung der Haarfollikel in den genetisch vorbestimmten Arealen. Nach dem Andocken hemmen die Androgene die Wachstumsaktivität des Haarfollikels.

Neuere Forschungsarbeiten zeigen zudem einen Einfluss des entzündungsfördernden Gewebshormons Prostaglandin D2. Diese ergaben, dass Haare unter dem Einfluss von Prostaglandin D2 ihr Wachstum einstellen. Das Gewebshormon tritt in kahlen Kopfhautarealen vermehrt auf.

Schulmedizinische Therapien

Bei Männern mit androgenetischem Haarausfall wird vom Arzt häufig Finasterid eingesetzt, das die Umwandlung von Testosteron in DHT hemmt. Die Erfolgsquote wird bei ca. 90 % angegeben. Allerdings ist der Wirkstoff aufgrund von häufigen Nebenwirkungen (Libidomangel, Impotenz, Depressionen) umstrittenen. Alternativ können Männer und Frauen Minoxidil (verschreibungsfrei) topisch anwenden. Die Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer verbesserten Kopfhautdurchblutung. Nach Absetzen des Mittels, kommt es allerdings zu erneutem Haarausfall. Daher ist eine lebenslange Anwendung notwendig (2 × tgl.).

Mesotherapie

Bei der Mesotherapie werden spezielle Wirkstoffkomplexe (zum Beispiel Vitamin A, B-Vitamine, Q 10, Aminosäuren, bioidentische Wachstumsfaktoren) mit sehr feinen Kanülen in die Kopfhaut injiziert (Beachte: Off-Label-Use!). Anwendungsbeobachtungen zeigen, dass bei etwa 80 % der Patienten der Haarausfall ab der dritten Behandlung nachlässt und nach zwei bis drei Monaten volleres Haar nachwächst. Wichtig ist der rechtzeitige Beginn der Behandlung. Wenn bereits eine Glatze vorhanden ist und die Haarfollikel abgestorben sind, kann durch die Mesotherapie keine Regeneration des Haarwuchses erwartet werden.

Lasertherapie

Bei der Low-Level-Laser-Behandlung wird die Kopfhaut mit einem speziellen Laserlicht im nahen Infrarotbereich (optimale Wellenlänge 700-800 nm) bestrahlt. Die niederenergetischen Laserstrahlen regen den Stoffwechsel und die lokale Durchblutung an und wirken abschwellend und entzündungshemmend. Auf dieser Grundlage basiert auch die Möglichkeit, die Laserbestrahlung bei Haarausfall oder Minderwuchs einzusetzen. Das Laserlicht sollte durch einen Lichtleiter direkt auf die Kopfhaut appliziert werden. Die Behandlung sollte mindestens 2-mal wöchentlich für etwa 2-3 Monate erfolgen.

Pflanzliche Unterstützung

5α-Reduktase ist das Enzym, welches Testosteron in die aktive Form DHT umsetzt.

So werden 5α-Reduktase-Hemmer bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, die mit der Wirkung von DHT zusammenhängen, zum Beispiel bei gutartigen Prostatavergrößerungen, aber auch bei androgenetischen Haarausfall. Zu den pflanzlichen 5α-Reduktase-Hemmern gehört zum Beispiel Kürbiskernöl. Auch Sägepalmextrakt erwies sich in einigen Studien als wirksamer 5α-Reduktase-Hemmer.

Über die 5α-Reduktase-Hemmer hinaus gibt es weitere pflanzliche Wirkstoffe, welche DHT beeinflussen:

  • Senfölglykoside (Sulforaphane) unterstützen den Abbau von DHT im Blut.
  • Die Wirkstoffe Trigonellin und Diosgenin in den Samen des Bockshornklees sollen die Bildung von DHT hemmen.
  • In den Randschichten von Leinsamen befinden sich sogenannte Lignane. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Phytoöstrogene gehören und unter anderem DHT hemmen sollen.

Mit Rosmarin kann eine weitere Wirkung erzielt werden: Er fördert die Durchblutung und ist in vielen Haarwässern zur Anregung des Haarwuchses enthalten. In einer Studie hatte Rosmarinöl die gleiche haarwuchsanregende Wirkung wie Minoxidil. Hier ist eine kurmäßige Anwendung 1 × tgl. über 6 Monate angezeigt.

Diffuser Haarausfall

Bei diffusem Haarausfall lichten sich die Haare gleichmäßig auf dem ganzen Kopf. Man unterteilt den diffusen Haarausfall in telogenes und anagenes Effluvium entsprechend der physiologischen Haarwachstumszyklen:

  • Anagenphase: 2-6 Jahre, Wachstumsphase
  • Katagenphase: 2 Wochen, Übergangsphase
  • Telogenphase: 2-4 Monate, Ruhephase

Beim telogenen Effluvium treten die Haare vermehrt von der Wachstumsphase in die Ruhephase ein. Sind Haare in dieser Phase, fallen sie nach etwa zwei bis drei Monaten aus, was bei dieser Form des Haarausfalls verstärkt passiert. Als Ursache kommen Stress, Schilddrüsenstörungen, Beginn oder Absetzen oraler hormoneller Kontrazeptiva, Crash-Diäten, Nährstoffmängel, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Leaky-gut-Syndrom, fieberhafte Infekte, Vollnarkose oder verschiedene Medikamente (Betablocker, Heparin-Spritzen, Retinoiden, Cholesterinsenker) infrage.

Beim anagenen Effluvium fallen die Haare schon in der Wachstumsphase aus. Dann kann bereits kurz nach dem Schädigungszeitpunkt ein rasanter Haarausfall entstehen. Dieser Haarverlust tritt bei manchen Chemotherapien, Bestrahlungsbehandlungen oder auch starken Vergiftungen mit Schadstoffen (Quecksilber, Thallium, Blei, Cadmium, Arsen) auf.

Behandlung nach Ursache

Um die Ursache des Haarausfalls einzugrenzen und entsprechend behandeln zu können, sollten verschiedene Blutwerte überprüft werden.

Einige Mikronährstoffe sind wichtig für ein gesundes Haarwachstum. Insbesondere zu überprüfen - und entsprechend zu supplementieren oder ausreichend in die Ernährung einzubinden - sind: Eisen, Zink, Biotin, Silizium, Omega-3-Fettsäuren, Selen, Magnesium und Vitamin D.

Verschiedene Hormone beeinflussen das Haarwachstum. Hier sollten die TSH-, T3-, T4- und Schilddrüsenantikörper (TPO, TRAK)-Werte ermittelt werden. Sowohl eine Schilddrüsenüberfunktion als auch eine -unterfunktion kann zu Haarausfall führen. Insbesondere Patienten mit Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis klagen begleitend über vermehrten Haarausfall. Vitamin D, Jod, Eisen, Selen und Zink sind für die Bildung der Schilddrüsenhormone und zur Regulation des Immunsystems wichtig.

Bei Frauen vor oder während der Menopause sollte man die Spiegel des Luteotropen Hormons (LH), des Follikelstimulierenden Hormons (FSH), des Östradiols (E2) und Progesterons ermitteln:

  • LH: Ein zu hoher Wert kann ein Hinweis auf das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) sein; diese Erkrankung geht häufig mit Haarausfall einher.
  • FSH: Ist der Quotient LH/FSH > 1,5, kann dies auch auf PCOS hinweisen.
  • Progesteron: Ein niedriger Wert zum Beispiel durch einen zu hohen Prolaktinwert oder die Menopause kann mit Haarausfall in Verbindung stehen.
  • Östrogen: Die Menopause oder sonstige Hormonbildungsstörungen können durch einen Östrogenmangel Haarausfall auslösen.

Individuelle Kräuterteemischungen können die körpereigene Hormonproduktion anregen. Angelikawurzel, Schafgarbe, Beifuß, Holunderblüten, Himbeerblätter und Rosmarin können die Eizellreifung und den Eisprung in der ersten Zyklushälfte unterstützen - hier werden therapeutisch die Östrogene angesprochen. Bei einem Progesteronmangel kann ab dem Eisprung Mönchspfeffer oder Frauenmantel die Gelbkörperhormonbildung anregen.

Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall)

Der kreisrunde Haarausfall ist nach der androgenetischen und diffusen Alopezie die dritthäufigste Form des Haarausfalls. Hierbei entstehen oft plötzlich kreisförmige, kahle Stellen an Kopfhaut, Augenbrauen, im Bartbereich oder am ganzen Körper. Bei 30 % der Betroffenen tritt nach 6 Monaten eine Spontanheilung auf. Nach einem Jahr sind bis zu 80 % beschwerdefrei.

Bisher ist immer noch ungeklärt, warum eine Alopecia areata auftritt,warum die Haare Zentimeter neben einem Alopezie-Areal normal wachsen undwarum bei einigen Patienten eine Spontanremission eintritt.

Heilpilze bei Haarausfall

Heilpilze sind aus der TCM für unterschiedliche gesundheitlichen Problemen bekannt. Bei Haarausfall kommen vor allem Reishi sowie Polyporus umbellatus (Eichhase) zum Einsatz. Reishi hemmt nachweislich die 5-α-Reduktase. Polyporus enthält viele für das Haarwachstum wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Er soll sich positiv auf die Länge der Wachstumsphase der Haare auswirken.

Vermutlich führt eine Autoimmunreaktion zu dieser Form des Haarausfalls. Bei Kopfhautbiopsien von Patienten mit kreisrundem Haarausfall zeigten sich in der Bulbusregion dichte, bienenschwarmartige Infiltrationen von Lymphozyten und anderen Immunzellen. Durch zytotoxische T-Lymphozyten und Zytokine (Interferon-γ, Interleukin-2) wird der Haarfollikel reversibel geschädigt, sodass das Haar ausfällt.

Schulmedizinische Therapien

In der Schulmedizin setzt man bei kreisrundem Haarausfall Cortison systemisch oder als lokale Anwendung (Areale werden unterspritzt) an. Auch wird DCP (Diphenylcyclopropenon) oder Quadratsäuredibutylester (SADBE) als lokale Reiztherapie verwendet. Zur Modulation des Immunsystems kommt Zink zur Anwendung. Die Therapie mit Cortison oder Quadratsäuredibutylester kann in manchen Fällen den Schub stoppen und zeitweise zu nachwachsenden Haaren führen.

Verschiedene komplementärmedizinische Verfahren möglich

Gering ausgeprägte Formen des kreisrunden Haarausfalls lassen sich oft mit der Mesotherapie behandeln (siehe Abschnitt „Mesotherapie“). Zudem können eine Akupunktur und/oder Heilkräut...

Pilz Wirkung Anwendung
Reishi Erhöht Sauerstoffaufnahme, fördert Nährstoffversorgung, kann Haarausfall reduzieren Nahrungsergänzungsmittel, TCM-Anwendungen
Polyporus Umbellatus (Eichhase) Antioxidativ, kann Haarwachstum verlängern, Wachstumsphase erhöhen Nahrungsergänzungsmittel, Gesichtsmasken, Peelings

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