Kultur und Tradition spielen in China eine wichtige Rolle. Entsprechend traditionell ging es sehr lange bei den Chinesen in der Frisurenmode zu. Den Haaren wurde in China immer sehr viel Bedeutung beigemessen.
Während der Mandschu-Herrschaft begann die Zeit der ausrasierten Stirn. Ein Gesetz, das zu Beginn der Quing-Dynastie erlassen wurde, befahl außerdem allen Männern das Tragen von einem Zopf. Die Han-Chinesen glaubten daran, dass man die Haare, die Haut und den Körper von den Eltern geerbt hat und folglich die Haare nicht schneiden dürfe. Bis zum Ende der Kaiserzeit war der lange Zopf typisch bei den Männern.
Dieses Bild veranschaulicht, wie sich das Bild des chinesischen Mannes vor und nach der Revolution gewandelt hat. Auf dem linken Bild trägt er noch den Zopf mit nachgewachsenen Stirnhaaren.
Mit der Revolution 1911 wurde die Frisurenmode vielseitiger. Durch westliche Einflüsse wurden kurze, lange und dauergewellte Haare in Schanghai salonfähig. In den Kriegswirren wurden praktische Kurzhaarfrisuren getragen, die Frauen schenkten ihrer Frisur zu dieser Zeit kaum Bedeutung. Die Frisurenmode wurde in China in jedem Jahrzehnt vielseitiger.
Da in der Mode doch bekanntlich alles wieder einmal zurückkehrt, erobert auch die Frisur mit den kurz geschorenen Seiten und dem langen Deckhaar, zusammengebunden zu einem lässigen Männerdutt, wieder die Straßen.
Wir haben mit Angelo Setti, Art Director von Gold Professional Haircare, gesprochen und alles, was man über die Samurai-Frisur wissen sollte, zusammengestellt.
Der Männerdutt kann auf unterschiedlichste Weisen getragen werden: Mit langen Haaren, locker und verhalten im Nacken geknotet, mit mittiglangen Haaren oder eben mit einem Undercut. Das Deckhaar wird hoch oben geknotet, während die Seiten kurz bleiben, wie es für den Samurai-Bun typisch ist. Dieser hat einen besonders hohen Wiedererkennungswert, erklärt Angelo Setti: „Hier feilscht der Mann um jeden Zentimeter beim Friseur. Je länger das Deckhaar, desto größer der Samurai Bun.“ Denn es gilt: Desto mehr Deckhaar, desto mehr Volumen und Fülle bekommt Ihr Dutt.
Früher trugen die Samurai-Kämpfer ihren Dutt, damit der Helm sicher auf dem Kopf sitzt.
Wer genügend Haar auf dem Kopf hat und keinen Under Cut, der kann sich für eine weitere Variante der Samurai-Frisur entscheiden und zwar mit einem sogenannten Half-Bun. Hier nehmen Sie die obere Hälfte der Haare, also das Deckhhaar, und binden lediglich dieses mit einem Haargummi zusammen. Der Rest darf locker hängen bleiben - wie bei Keanu Reeves in "47 Ronin".
Wie es bei den meisten Frisuren und Bärten der Fall ist, steht auch der Samurai-Dutt nicht jedem. „Der Träger sollte ein markantes Gesicht haben, dazu einen dichten Vollbart ohne Geheimratsecken“, weiß Setti. Besonders gut passe die Frisur außerdem zum Business Look. Die Kombination aus Man-Bun und Anzug sei, so der Experte, garantiert ein Trendsetter im Office. Hat man jedoch ein paar Pfunde mehr im Gesicht und neigt zu schütterem Haar mit hohem Haaransatz, rät der Hairstylist vom Männerdutt eher ab. Bei dünnem Haar empfehlen wir eher einen wuscheligen Kurzhaarschnitt oder einen kurz geschorenen Buzz Cut. Weitere Styling-Tipps bei schwindendem Haar finden Sie hier.
Trotz gewollter Nachlässigkeit und Lässigkeit, die ganz klar zur Samurai-Frisur gehört, sollten Ihre Haare nie fettig oder gar ungepflegt aussehen. „Auch der Samurai-Bun will gepflegt werden, Männer!“, erklärt der Hairstylist. „Gehen Sie alle drei bis vier Wochen zum Friseur Ihres Vertrauens und lassen Sie sich die Seiten wieder abrasieren. Dabei können Sie auch gleich die Kontur Ihres Barts wieder in Form bringen." Ebenso wichtig ist es, dass das Deckhaar immer frisch gewaschen ist, damit Ihr Dutt nicht strähnig aussieht. Unser Experte empfiehlt außerdem einmal die Woche eine reichhaltige Maske und sich regelmäßig die Spitzen schneiden zu lassen. Auch ein Spray, das in die nassen Haare gegeben wird und vor Hitze und Strahlungen schützt, bietet sich beim Man-Bun an. (Alles zum Thema Langhaarfrisuren finden Sie hier.)
Alles was man für das richtige Styling des Männerdutts benötigt, sind zwei Haargummis. Bei schwachem Halt empfehlen wir ein Wachs für die Haare, gelegentlich auch ein trockenes Haarspray. Das sollte jeder für sich selbst ausprobieren. Unser Experte rät von allen Produkten ab, die die Haare zu „nass“ machen, zu schnell trocken oder hart werden lassen. Dazu gehören Gele und Haarlacke, die das Haar steif und unflexibel wirken lassen und dem Look so die gewollte Lässigkeit nehmen.
Legen Sie zwei Haargummis bereit und binden Sie mit dem ersten, möglichst weit oben auf dem Hinterkopf, einen strammen Zopf.
Nehmen Sie nun das zweite Haargummi und ziehen Sie den Zopf nur halb durch - schon sitzt der Dutt.
Benutzen Sie anschließend ein Wachs, das der Frisur einen natürlichen Glanz verleiht. Tragen Sie zusätzlich etwas Haarspray auf, damit die Frise den Tag übersteht.
Bedenken Sie, dass der Zopf nicht allzu streng sein sollte. Schließlich lebt der Samurai-Bun doch vor allem von dem Stilbruch zwischen kurz rasierten Seiten und lässigem Deckhaar. Zu viel Strenge sorgt außerdem dafür, dass der Look schnell zu gewollt aussieht. Es dürfen sich auch gern mal ein paar Strähnen lösen.
Erklären Sie Ihrem Friseur genau, was Sie haben wollen. In diesem Fall: Einen Undercut mit langem Deckhaar. Dieser kann Sie anschließend optimal beraten und klären, ob diese Frisur zu Ihrer Gesichtsform passt. „So kann er den optimalen Schnitt zu deinem Samurai-Bun kreieren“, erklärt Angelo Setti.
Die Beliebtheit des Männerdutts und dessen Variationen zeigen, dass Männer heutzutage nicht nur zwischen kurz und noch kürzer wählen müssen. Der „Unisex“-Trend und darum kreisende Debatten sorgen auch dafür, dass Man(n) sich mehr Gedanken um seine Frisuren machen darf. Heute stehen nicht mehr streng durchdachte Looks, sondern eine ungewollt wirkende Lässigkeit im Vordergrund, die trotzdem von einem gewissen Stilbewusstsein zeugt.
tags: #chinesische #frisuren #männer
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