Kaum steht das Ende der Erfolgsserie Pretty Little Liars im amerikanischen TV fest, beginnt eine neue Jugendserie rund um ein paar Schüler und einen Mord: Riverdale.
Das auf den ersten Blick eher ruhige Städtchen Riverdale befindet sich in Aufruhr. Seit dem Tod des beliebten Highschool-Schülers Jason Blossom ist nichts mehr wie vorher.
Dennoch zieht Veronica Lodge mit ihrer Mutter neu in die Stadt und freundet sich mit Betty Cooper an, die starke Gefühle für den Rotschopf Archie Andrews hegt. Dieser möchte entgegen der Wünsche seines Vaters Musiker werden und versucht die Freundschaft zu Jughead Jones wieder aufzunehmen.
Während sich Veronica schnell im Konflikt zwischen ihrer ebenfalls vorhandenen Anziehung zu Archie und der neuen Freundschaft zu Betty befindet, scheint die überhebliche Highschool-Queen Cheryl Blossom doch wesentlich mehr über den Tod ihres Zwillingsbruders zu wissen, als sie zunächst zugibt.
Cheryl Blossom, gespielt von Madelaine Petsch, ist eine Schlüsselfigur in der Serie "Riverdale".
In Riverdale vereinen sich die Stereotypen einer amerikanischen Highschool. Cheerleader, Footballspieler, die Neue, der zurückgezogene Nerd, das nette Mädchen von nebenan. Die obligatorische Trennung fehlt allerdings.
In Riverdale sitzt diese gemischte Truppe an einem Tisch und macht gemeinsame Sache, was die Grundsituation doch mal erfrischend anders gestaltet. Zudem sind die Charaktere alles andere als eindimensional gezeichnet.
Sie entsprechen nur auf den ersten Blick ihrem jeweiligen Typus, was für zusätzliche Dynamik sorgt und als Zuschauer spannend zu verfolgen ist. Schon jetzt könnte hier die eine oder andere Wendung möglich sein.
In einer Tour konstruiert der arglose Archie (K.J. Apa) Dreieckskonstellationen. Auf der Bühne einer Talentshow packte ihn das Lampenfieber.
Veronica (Camila Mendes) unterbreitet ihm ihre Gesangsunterstützung, Pussycat Valerie tut es ihr gleich. Archie bemüht sich nicht, zwischen ihren Angeboten zu entscheiden und glaubt, die beiden kommen schon irgendwie miteinander klar. #justarchiethings.
Veronica stolziert anschließend als frisch gestriegelte Pussycat durch die Schulkorridore. So schnell geht das. Auch ihr Charakter ist geprägt von sprunghaften, kaum reflektierten Entscheidungen. Sie ist eine sechzehneckige geometrische Form, die nirgendwo hineinpasst und überall Ärger verursacht.
Betty (Lili Reinhart) tut sich einen Gefallen und schert sich nicht mehr groß um Archie und Highschoolnichtigkeiten überhaupt. Sie und Jughead (Cole Sprouse) treiben als einzige die Mordermittlungen voran.
Archie gar wird offen aus den Geschäften der, endlich ein Buffy-Zitat, Scooby-Gang ausgeschlossen. Bei einem Nacht-und-Nebel-Unterfangen passiert es dann: Jughead gibt, mutmaßlich, seine Asexualität auf.
Ein Kuss zwischen ihm und Betty entsteht auf seine Initiative hin und wird von Betty kühl abgebrochen. Ein Kuss indes ist natürlich nicht zwangsläufig sexuell, drückt vielleicht nur ein intensives, intimes Verlangen nach Nähe aus.
Trotzdem, Juggheads und Bettys Beziehung war bisher schön, so wie sie ist: platonisch. Man sollte sich unter den Autoren schon fragen, ob Riverdale eine weitere komplizierte und unstete Liebesbeziehung braucht.
Hatte Madelaine Petsch drehfrei? Ihre sich eigentlich überall einmischende Cheryl Blossom existiert in Die Satansweiber mal gar nicht.
Madelaine Petschs Patches sind bunt, unperfekt, einzigartig. „Ich sehe Cheryl als eine meiner Freundinnen“, sagt Petsch und gleich zu Beginn kristallisiert sich Freundschaft als das zentrale Thema unseres Interviews heraus.
Der Großteil ihrer Fans kommt, um den Menschen hinter ihrer Rolle als Cheryl Blossom zu sehen. Zum einen sorgte Cheryls gleichgeschlechtliche Beziehung zu Toni Topaz (gespielt von Vanessa Morgan) für einen längst überfälligen Same-Sex-Wirbel im Teenie-Serien-Kosmos und zum anderen wegen Petschs lebensnaher Porträtierung einer Figur, deren Leben voller karikaturhafter Wendungen ist.
Kurz: Petsch sorgt bei „Riverdale“ für das nötige Feuer. Durch die Intensität der Fans hat sie sich zum Launch eines eigenen YouTube-Kanals inspirieren lassen. Hier kann sie der Welt zeigen, dass Madelaine Petsch nicht Cheryl Blossom ist und Cheryl Blossom nicht Madelaine Petsch.
Madelaine Petsch in ihrer Rolle als Cheryl Blossom.
Die Serie startet zunächst mit dem ominösen Todesfall eines Mitschülers, den es zu klären gilt. Eine Teenie-Mystery-Serie wäre wohl keine, wenn die Lösung schlichtweg der Polizei überlassen werden würde und so stecken Betty & Co. ihre Nasen sogleich in die dunkelsten Ecken.
Bei den Nachforschungen tritt dann natürlich auch das eine oder andere Geheimnis der Stadt und seiner Bewohner zutage. Für Spannung und Miträtseln ist also gesorgt.
Allerdings konzentriert sich die Serie überraschenderweise gewissenhaft darauf, ihre Hauptgeschichte nicht aus den Augen zu verlieren. Dementsprechend vermitteln all diese Konflikte ein sehr rundes Gesamtbild und gehören auch maßgeblich zur Geschichte.
So hat die einflussreiche Blossom-Familie doch ein paar mehr Leichen im Keller, als man vielleicht zunächst vermuten mag und die lang gehegte Fehde zu den Coopers wird auch zum Problem.
Nach und nach wird auch der letzte Tag im Leben von Jason rekonstruiert und nicht wenige Geheimnisse, die lieber verborgen geblieben wären, kommen ans Licht.
Inmitten dieser Fehde zwischen den Coopers und den Blossoms, geht es so weit, dass die ältere Schwester von Betty, die mit Jason eine Liebesbeziehung führte und von ihm schwanger wurde, weggeschickt wird.
Die erste Staffel endet direkt mit einem großen Knall, was man so wohl nicht erwartet hätte. Damit beweist die Serie, dass sie zwar ein hohes Erzähltempo aufweist, die kleine Anzahl von nur 13 Folgen aber recht durchdacht und ausgewogen nutzen kann, ohne irgendwann zu hektisch zu wirken. Jason wurde von seinem eigenen Vater ermordet, womit der Täter tatsächlich noch innerhalb der ersten Staffel genannt wurde.
Polly Cooper ist schwanger, vermutlich von Jason Blossom. Das Auto, in dem Jughead und Betty Jasons Football-Jacke finden, verbrennt verdächtig. Aber es existiert ein Jackenfoto.
Ich kann mich den Vergleichen zu Pretty Little Liars teilweise anschließen. Die Grundstimmung und -thematik sind ähnlich. Immerhin befindet man sich auch in der gleichen Sparte. Mein erster Gedanke galt deswegen ebenfalls den hübschen Lügnerinnen. Allerdings sind die Parallelen nur oberflächlich vorhanden. Die Story von Riverdale schlägt eine andere Richtung ein.
Sie verstrickt sich bisher auch nicht in unlogische Handlungsfäden und die Personen agieren relativ glaubwürdig. Zudem sind in Riverdale nicht nur die Teenager involviert, sondern auch deren Eltern bzw. die ganze Stadt, was dynamischer und realistischer wirkt.
Ohne Frage erinnert Riverdale an den Dauerbrenner Pretty Little Liars, tatsächlich basieren sogar beide nur sehr lose auf ihren Vorlagen. Denn während die Archie-Comics eher humoristisch sind und sie das Liebesdreieck zwischen Betty/Archie oder doch eher Veronica/Archie als Zentralthema setzen, sieht das in der Serie anders aus. Hier setzt man (auch) auf den Tod eines Schülers und baut Familien-Intrigen, Liebeswirrwar und Teenager-Probleme inmitten einer Mystery/Drama-Serie ein.
Dennoch ist die Serie trotz vieler Parallelen auf keinen Fall ein reiner PLL-Klon, sondern versteht es, eine eigene Geschichte aufzubauen, die in 13 Folgen wohl mehr aufgedeckt hat, als PLL in mehreren Staffeln.
Nachdem die Serie bereits zum Start unter meinen Klassenkameraden einen wahren Hype auslöste, wurde ich als großer Pretty Little Liars-Fan doch neugierig.
Enttäuscht wurde ich nicht, nachdem ich mir die gesamte erste Staffel an einem Junkie-Tag mit meiner besten Freundin anschaute: Riverdale bietet oberflächlich betrachtet viele Parallelen zu PLL, doch beweist, dass es auch anders geht und man daraus durchaus etwas Eigenes zaubern kann.
Das Erzähltempo ist angenehm zügig und die Überraschungsmomente bleiben nicht aus, sodass man kaum noch eine Pause einlegen möchte. Gleichzeitig weiß der Soundtrack ganz gut zu überzeugen, so untermalt dieser die jeweiligen Szenen meist doch noch sehr passend.
Ich habe z. B. mit Jughead oder auch Veronica direkt einige Favoriten gefunden und ich denke, nur die wenigsten Zuschauer werden wirklich keinen Liebling finden. Einen Bonuspunkt gibt es von mir persönlich in dem Bezug auch für Cole Sprouse als Jughead Jones, den man zuletzt vor sechs Jahren in Zack & Cody - Der Film sah.
Abschließend kann ich sagen: Wer PLL mag, wird sowieso nicht daran vorbei kommen, aber auch alle Nicht-Fans jener Serie sollten einen Blick riskieren, wenn man sich für Jugendserien mit Mystery-Faktor begeistern kann.
tags: #cheryl #blossom #haarfarbe #natürlich
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