Cetirizin und Haarausfall: Was Studien sagen

Zuletzt aktualisiert am 28. Eine Allergie ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Während das Immunsystem in der Regel Stoffe und Erreger bekämpft, die dem Organismus schaden könnten, besteht bei einer Allergie eine Fehlfunktion. Das Immunsystem reagiert empfindlich auf eigentlich harmlose Einflüsse aus der Umwelt. Abzugrenzen ist eine Allergie von einer Lebensmittelunverträglichkeit, wie zum Beispiel Histaminintoleranz oder Laktoseintoleranz. Bei einer Allergie handelt es sich um eine erworbene Überreaktion auf Fremdstoffe.

Immunzellen, allen vorran Makrophagen und Mastzellen, reagieren auf die betreffende Substanz und bekämpfen sie. Antihistaminika/Antiallergika wie Cetirizin werden bei einer Typ I Allergie eingesetzt. Bei diesem Allergietyp wird beim Kontakt mit dem Allergen Histamin freigesetzt, das eine typische Symptomatik hervorruft.

Das Antihistaminikum Cetirizin hemmt die Kommunikation zwischen dem Histamin und den Histaminrezeptoren und die daraus resultierende, typisch-allergische Wirkung. Cetirizin gehört zu den H1-Rezeptorantagonisten der zweiten Generation. Cetirizin bindet sich an die Histaminrezeptoren und blockiert sie.

Ein Histamin ist ein Botenstoff, der vom Körper produziert und bei Bedarf ausgeschüttet wird. Für eine Interaktion muss sich ein Histamin (zum Beispiel Typ H1 Histamin) an einen Rezeptor desselben Typus‘ binden. Obwohl Cetirizin vor allem als ein antiallergisches Medikament bekannt ist, wird das Präparat auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt.

Mastzelldegranulation

Anwendungsgebiete von Cetirizin

Dazu gehören beispielsweise Neurodermitis, Nesselsucht (Urtikaria), kreisrunder Haarausfall, Quaddeln, Juckreiz und Asthma. Auch eine allergisch bedingte Bindehautentzündung kann mit Cetirizin behandelt werden.

Das Antihistaminikum ist in der Einnahme praktisch, da die Wirkung sehr schnell eintritt und lange anhält. Die rasche Aufnahme verursacht eine deutliche Besserung der Symptome schon nach zehn Minuten und hält rund 24 Stunden im Körper an. Bei einer Einnahme zusammen mit Essen kann die Wirkung verzögert auftreten, die Menge des aufgenommenen Wirkstoffs verändert sich aber nicht.

Am häufigsten wird das Medikament in Form von Tabletten eingenommen. Ebenso kann das Antihistaminikum in flüssiger Form als Tropfen oder als Saft verwendet werden. Es ist ein rezeptfreies Mittel, die übliche Dosierung beträgt 10 mg pro Tag.

Wirkstoff ABC: Cetirizin I (23.09.2022)

Nebenwirkungen und Verträglichkeit

Das Antiallergikum Cetirizin gehört zu den gut verträglichen Medikamenten. Studien zeigten, dass Antihistaminika der zweiten Generation (wie oben beschrieben) eine gleiche Wirkung bei verminderten Nebenwirkungen zeigen. Die Antihistaminika der zweiten Generation unterschieden sich von den Vorgängern aus der ersten Generation vor allem dadurch, dass die Blut-Hirn-Schranke nicht überwunden wird.

In manchen Fällen (ca. 1 %) kann es dennoch dazu kommen, dass das Antiallergikum die Blut-Hirn-Schranke passiert. Bei höheren Dosierungen kann es ebenso zu Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kommen. Etwas seltener treten Symptome wie Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit und Aggression auf.

Um die Wirkung von dem Antiallergikum nicht zu beeinträchtigen, sollte Alkohol nur in Kleinstmengen konsumiert werden. Die Ärzte raten dazu, gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Es ist wichtig, die vorgeschriebene Dosis nicht zu überschreiten. Eine Überdosierung mit dem Medikament kann zu Beschwerden führen. Wie Sie merken, sind manche Symptome aufgrund der Überdosis deckungsgleich mit den Symptomen von Nebenwirkungen.

Auch Kinder ab einem Alter von zwei Jahren können Cetirizin in kleineren Dosen einnehmen. Unter zwei Jahren ist eine Gabe von Cetirizin nicht zugelassen, in Härtefällen werden aber Ausnahmen gemacht und sehr kleine Dosen verabreicht.

Alternative Behandlungsmethoden

Die Natur bietet zahlreiche Möglichkeiten, auf eine sanfte Art und Weise gegen Allergien vorzugehen. Eine gute Darmgesundheit ist Grundlage dafür, dass Allergene nicht unverdaut in den Blutkreislauf gelangen. Darmerkrankungen wie SIBO, Leaky Gut Syndrom, Reizdarmsyndrom und Ungleichgewichte der Darmflora, aber auch Gluten und Alkohol begünstigen strukturelle Schäden in der Darmwand.

Einige Heilpflanzen, wie z. B. Pestwurz, können die Ausschüttung von Histamin im Körper hemmen. Wenn weniger Histamin ausgeschüttet wird, kommt es nicht zu starken allergischen Reaktionen. Auch kann verschiedenes Gemüse sowie Obst gegen leichte allergische Reaktionen wie Heuschnupfen helfen.

Der aus Neuseeland stammende Manuka Honig kann Allergien lindern. Der Honig enthält zahlreiche Vitalstoffe, ätherische Öle und Polyphenole. Es ist ein natürliches Antihistaminikum, welches sowohl gegessen werden kann, als auch auf die Haut aufgetragen werden kann. Selbst wenn Sie Cetirizin einnehmen, sollten Sie bei starken Allergien die Ernährung etwas anpassen. Es ist wichtig, Allergene zu meiden und histaminarme Lebensmittel (siehe Histaminintoleranz) zu sich zu nehmen.

Das Spurenelement Magnesium spielt bei Allergien eine Rolle. Calcium war im vergangenen Jahrhundert ein wichtiges Mittel gegen allergische Reaktionen. Heute wird das Spurenelement seltener verwendet, hat aber seine Wirksamkeit nicht verloren. Omega-3-Fettsäuren leisten bei Allergien eine Abhilfe. Eine stark hypoallergene, gesundheitsfördernde Wirkung zeigt auch CBD-Öl. Bei CBD handelt es sich um ein Cannabidiol, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird.

Die Einnahme von CBD-Öl oder anderen Präparaten kann zweierlei wirken. Einerseits lindert CBD durch die entzündungshemmende Funktion die entstehenden Symptome, andererseits ist der Stoff an der Regulation von Histaminausschüttung beteiligt (s. Cetirizin ist ein Medikament, welches temporär bei Allergien eingesetzt werden kann und eine Linderung verschafft.

CBD Öl Anwendung

Bitte halten Sie sich unbedingt an die Dosierung und erhöhen Sie nicht die Dosis, wenn die Symptome nicht komplett verschwinden. Achten Sie auf Ihre Ernährung, um den Organismus langfristig zu stärken und die Ausschüttung von Histamin in Grenzen zu halten.

Wichtige Hinweise:

  • Cetirizin ist ein Medikament, das temporär bei Allergien eingesetzt werden kann und eine Linderung verschafft.
  • Es ist wichtig, die vorgeschriebene Dosis nicht zu überschreiten.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung, um den Organismus langfristig zu stärken und die Ausschüttung von Histamin in Grenzen zu halten.

Studien zu Cetirizin und Haarausfall

Es gibt Studien, die die Wirkung von topischem Cetirizin bei der Behandlung von androgenetischer Alopezie untersuchen. Eine Vorstudie deutet darauf hin, dass Cetirizin eine Rolle bei der therapeutischen Behandlung von androgenetischer Alopezie spielen könnte. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass weitere Forschung erforderlich ist, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Androgenetische Alopezie: Ursachen und Behandlung

Der typische Haarausfall bei Männern ist häufig eine vererbte Veranlagung. Bei den Betroffenen sorgt das männliche Geschlechtshormon dafür, dass die Haarfollikel gestört werden. Ausgegangen waren die Forscher um Ralf Paus von der britischen University of Manchester dabei von einem ganz anderen Wirkstoff: Cyclosporin A, das die Arbeit des Immunsystems unterdrückt. Es wird zum Beispiel bei Patienten nach Organtransplantationen eingesetzt.

Das Mittel hat verschiedene, zum Teil starke Nebenwirkungen. Eine der harmloseren ist das übermäßige Wachstum von Haaren, weshalb es in den Fokus der Forscher geriet. Das Team um Paus untersuchte im Labor, wie Cyclosporin A auf die Haarfollikel wirkt und dadurch die Haarproduktion anregt. Paus und seine Kollegen analysierten dabei die Gene, die in den Haarfollikeln durch Cyclosporin A aktiviert werden.

Sie stellten fest, dass Cyclosporin A in den Körperzellen den sogenannten Wnt-Signalweg beeinflusst. Dieser Signalweg entscheidet bei vielen Körpergewebsarten, wie sie wachsen und sich entwickeln. Cyclosporin A hemmt die Bildung eines bestimmten Proteins, das die Übermittlung von Körpersignalen über den Wnt-Signalweg bremsen würde. Cyclosporin A entfernt auf diese Weise auch die Blockade, welche bei Haarausfall die Arbeit der Haarfollikel verhindert - deshalb regt es das Haarwachstum an.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Störung des Haarwuchses danach, ob es sich um vernarbenden oder nicht vernarbenden Haarausfall handelt.

Die häufigsten Ursachen für die Störung des Haarwuchses bzw. Haarausfall:

  • genetisch bedingter Haarausfall
  • hormonelle Veränderungen
  • androgenetisch bedingter Haarausfall (zu viele männliche Hormone - Alopezia androgenetica)
  • Schilddrüsenhormon-Dysbalancen
  • Östrogenmangel, Progesteronmangel
  • nach der Schwangerschaft, in der Stillzeit (postpartales Effluvium oder postpartale Alopezia)
  • Mineralstoffmängel oder aber auch Überdosierungen von Mineralstoffen
  • akute Stresssituationen
  • Intoxikationen und Schwermetallbelastungen/Einnahme von Medikamenten
  • autoimmun ausgelöster Haarausfall
  • allergische Reaktionen gegen Stoffe in Shampoos oder Pflegemitteln

Besonders hormonelle Dysbalancen im Bereich der Sexual- wie auch der Schilddrüsenhormone können Haarausfall begünstigen. Dabei sind die Beschwerdebilder oft relativ typisch.

Diagnostik und Therapie

Mittels einer sehr detaillierten Anamnese und einer entsprechenden Labordiagnostik ermittele ich die Ursachen des Haarausfalls, um dann aus diesen Ergebnissen die geeignete Therapie zu erarbeiten, sofern der Besuch eines Hautarztes nicht erforderlich erscheint.

Keine Therapie ohne gründliche Diagnostik. Eine Therapie orientiert sich immer an den Beschwerden der Patientin/des Patienten sowie an den Untersuchungsergebnissen und den daraus ermittelten Ursachen für die Beschwerden des Haarausfalls.

Auch hier ist häufig ein Therapiekonzept erforderlich, das verschiedene Ebenen anspricht.

Hier können unter anderen zum Einsatz kommen:

  • Mikronährstofftherapie - Auffüllen von Mineralstoffen und Vitaminen; ggf. auch mittels Infusionstherapie.
  • Behandlung von Funktionsstörungen des Darms - im Falle von hormonellen Dysbalancen ist es wichtig, dass der Darm in der Lage ist, die Abbauprodukte der Hormone auszuscheiden, da ansonsten durch einen gestörten Darm Hormone zurück in den Körperkreislauf gelangen und somit zum hormonellen Ungleichgewicht beitragen.
  • Regulation der hormonellen Dysbalancen, u. a. durch Phytotherapeutika, Spagyrik, Gemmotherapie oder bioidentische Hormone
  • Entgiftung und Entsäuerung der Gewebe und die Unterstützung der Leber in ihrer Funktion
  • Ernährungsberatung - es kann Sinn machen, zum Beispiel im Falle eines autoimmunen Geschehens nach Lebensmitteln zu schauen, die diesen Prozess bei der Patientin/dem Patienten antriggern und daher besser nicht konsumiert werden sollten. Hier gilt es dann, gesunde Alternativen zu finden.
  • Lifestyle-Beratung - hier können alle möglichen Fragen des (täglichen) Lebens, die der Patientin/dem Patienten auf der Seele brennen, besprochen werden.

Zusammenfassung

Alles in allem zeigt sich, dass die ganzheitlichen Therapiekonzepte zur Behandlung von Haarausfall sehr individuell zugeschnitten werden können und daher für die meisten Patientinnen/Patienten eine gute Compliance (Bereitschaft eines Patienten zur aktiven Mitwirkung an therapeutischen Maßnahmen) aufweisen. Mittels einer naturheilkundlichen Behandlung dem Haarausfall auf den Grund zu gehen, ist mit Sicherheit ein lohnenswerter Weg, wie auch viele Studien zu diesem Thema zeigen.

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