Viele Krebstherapien können vorübergehend zum Verlust der Haare führen. Insbesondere Chemotherapien können diese Nebenwirkung hervorrufen. Haarausfall kann Krebspatientinnen und Krebspatienten emotional stark belasten, nicht zuletzt, weil eine Glatze für andere sichtbar ist und die Krebserkrankung "öffentlich" wird.
Dieser Artikel gibt Empfehlungen, die den Umgang mit Haarausfall bei einer Krebsbehandlung erleichtern können. Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten, sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.
Carboplatin ist ein sehr verbreitetes Zytostatikum und ist unter anderem als Axicarb, Carbomedac, Carboplat oncovis, Carboplatin-GRY, Haemato-carb und Ribocarbo erhältlich.
Mögliche Nebenwirkungen sind:
Pemetrexed gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika und der Folsäure-Antagonisten. Er blockiert die Enzyme Thymidylatsynthase, Dihydrofolatreduktase und Glycinamidribonucleotidformyltransferase, die durch die Biosynthese von Pyrimidin- und Purinnukleotiden am Nukleotid-Aufbau von Krebszellen beteiligt sind. In Folge wird die Bildung der DNA und RNA behindert und die Teilung bzw. Vermehrung der Krebszellen gestoppt. Dadurch wird das Wachstum von Tumorzellen gehemmt.
Als Kombinationstherapie mit Cisplatin beträgt die empfohlene Dosis von Pemetrexed 500 mg/m² Körperoberfläche, verabreicht als 10-minütige intravenöse Infusion am ersten Tag jedes 21-tägigen Zyklus.
Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen von Pemetrexed sind Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall oder Verstopfung sowie Entzündungen von Rachen- und Mundschleimhaut.
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:
Pemetrexed wird hauptsächlich durch die Nieren ausgeschieden. Nephrotoxische Medikamente können die Ausscheidung von Pemetrexed verzögern. Substanzen, die ebenfalls durch die Nieren ausgeschieden werden, können ebenfalls die Ausscheidung von Pemetrexed verzögern. Hohe Dosen von NSAR und Acetylsalicylsäure können bei Patienten mit normaler Nierenfunktion zu vermehrten Nebenwirkungen führen.
Pemetrexed wird nur geringfügig in der Leber metabolisiert. Die Anwendung von Lebendimpfstoffen zusammen mit Pemetrexed wird nicht empfohlen. Es besteht die Gefahr einer systemischen, möglicherweise tödlichen Erkrankung, insbesondere bei Patienten mit Immunsuppression.
Pemetrexed darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder bei Frauen, die stillen. Pemetrexed kann die Knochenmarkfunktion unterdrücken, was sich als Neutropenie, Thrombozytopenie und Anämie zeigt. Bei Patienten wurden schwerwiegende Nierenereignisse und kardiovaskuläre Ereignisse berichtet. Die Auswirkungen von Flüssigkeitsansammlung im transzellulären Raum auf Pemetrexed sind nicht vollständig bekannt.
Alternativen zu Pemetrexed hängen von der spezifischen Erkrankung und dem Stadium ab. Sie umfassen andere Chemotherapeutika, Immuntherapien oder gezielte Therapien. Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs können außerdem Paclitaxel, Docetaxel, Gemcitabin oder Vinorelbin verwendet werden.
Pemetrexed in Kombination mit Cisplatin ist für die Behandlung von chemonaiven Patienten mit inoperablem malignem Pleuramesotheliom zugelassen. Außerdem ist es zur Behandlung des metastasierten oder lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom zugelassen, entweder in Kombination mit Cisplatin zur First-Line-Therapie, oder als Monotherapie zur Erhaltungstherapie nach einer platinbasierten Chemotherapie wenn die Erkrankung nicht unmittelbar fortgeschritten ist, oder als Zweitlinientherapie.
Auch wenn Haarverlust zu den typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie gehört: Nicht jedes Chemotherapie-Medikament (Zytostatikum) verursacht Haarausfall. Das ärztliche Team kann den betroffenen Patientinnen oder Patienten im Voraus darüber Auskunft geben, bei welchem Arzneimittel mit einem Verlust der Haare zu rechnen ist.
Darüber hinaus kann der Haarverlust bei jeder Patientin oder jedem Patienten anders verlaufen. Die Art, wie die Ärzte eine Chemo verabreichen, beeinflusst beispielsweise das Risiko für Haarausfall: Erhalten Krebspatientinnen oder -patienten ihre Tumortherapie über die Vene direkt ins Blut, sind die Nebenwirkungen meist stärker als wenn sie Tabletten einnehmen. Eine Kombination mehrerer Wirkstoffe erhöht ebenfalls das Risiko, dass die Haare ausgehen. Auch hohe Medikamenten-Dosierungen steigern die Wahrscheinlichkeit für Haarausfall.
Etwa 1 - 4 Wochen nach Therapiebeginn fallen die Haare mehr oder weniger stark aus, und zwar dann, wenn eine Chemotherapie nicht nur Krebszellen, sondern auch die Haarzellen angreifen. Die Haare fallen bei vielen klassischen Chemotherapie-Medikamenten meist wenige Wochen nach Beginn der Behandlung aus.
Für einen beginnenden Haarverlust spricht, wenn die Kopfhaut bei Berührungen empfindlich ist oder sogar weh tut. Die Haare fallen in der Regel nicht alle auf einmal aus, sondern nach und nach, manchmal auch büschelweise. Sind mehr als die Hälfte der Haare auf dem Kopf ausgegangen, fällt der Haarverlust auch Außenstehenden auf.
Meist verlieren die Patientinnen und Patienten nach einer Chemo alle Haare auf dem Kopf und sie bekommen eine Glatze. Seltener kommt es zum diffusen oder flächigen Haarverlust. Beim diffusen Haarverlust fallen die Haare auf dem Kopf gleichmäßig aus, das Haar sieht "dünner" aus. Beim flächigen Haarausfall entstehen begrenzte, meist runde kahle Stellen. Manchmal dünnen die Haare auf dem Kopf auch nur aus oder brechen direkt über der Haarwurzel ab. Zurück bleiben dann Haarstoppeln.
Unter Umständen gehen die Haare auch im Gesicht, also Augenbrauen, Wimpern und Bart, im Scham- oder Achselbereich oder am gesamten Körper aus. Bei einigen Patientinnen oder Patienten kommt es nicht zum Haarausfall, sondern die Haare wachsen während der Krebstherapie nur langsamer. Dabei können die Haare auch ihre Farbe und Beschaffenheit verändern.
Wer nicht möchte, dass ein Haarverlust sichtbar ist, kann ihn mit einer Perücke kaschieren.
Die Haare fangen meist wieder an nachzuwachsen, wenn die Krebsmedikamente im Körper abgebaut sind: in der Regel innerhalb von 3 - 6 Monaten. Ist die Behandlung mit den Krebsmedikamenten abgeschlossen, wachsen die Haare meist innerhalb von 3 - 6 Monaten wieder nach.
Die nachwachsenden Haare können sich vom früheren Haar unterscheiden: Es kann sein, dass das Haar dichter und lockiger als vorher wird oder die Haarfarbe sich ändert. Solche Strukturveränderungen sind meist vorübergehend und die Haare sehen nach der Behandlung oft wieder wie früher aus.
Auch ein verstärktes Haarwachstum oder Bartwuchs bei der Frau sind unter einer Antihormontherapie sehr selten. Meist gehen die Haare diffus und nicht klar abgegrenzt aus, das Haar kann brüchig oder dünner werden. Bei manchen Betroffenen kann der Haaransatz auf der Stirn zurückweichen. Bei anderen kommt es manchmal auch zu einem ausgedünnten Haarwachstum um den Mittelscheitel oder Geheimratsecken.
Nur sehr selten führt eine Antihormontherapie zum vollständigen Haarverlust. Nach Beendigung der Therapie wachsen die Haare in der Regel wieder wie vorher.
Für Betroffene kann ein Haarausfall infolge der Brustkrebs-Therapie eine große psychische Belastung darstellen. Der Kontakt zu einem Psychoonkologen kann eine große Hilfe sein.
In einigen, teils umfangreichen kontrollierten Studien haben Experten untersucht, ob eine Kühlung der Kopfhaut während der Gabe von Chemo-Medikamenten verhindern kann, dass die Haare ausgehen. An den Studien nahmen vor allem Brustkrebspatientinnen teil.
Prinzip der Kühlhauben: Die Blutgefäße ziehen sich durch die Kälte zusammen und es gelangen weniger Blut und somit weniger Chemotherapie-Medikamente in die Gefäße der Kopfhaut. Die Haarwurzeln verlangsamen bei Kälte ihren Stoffwechsel und werden dadurch weniger geschädigt.
Ergebnis der Studien: Bei einem Teil der Patientinnen verringerte sich der Haarausfall. Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und ein unangenehmes Kältegefühl während der Kühlhaubenbehandlung.
Patientinnen und Patienten sollten mit ihren Ärzten Nutzen und Risiken einer Kopfhautkühlung abwägen. Darüber hinaus sollten sie die Kostenfrage klären, da die Krankenkassen in der Regel die Kosten nicht übernehmen.
Im Fachgeschäft können sich Krebspatientinnen und Krebspatienten zu Perücken beraten lassen. Vom Tragekomfort her gibt es kaum Unterschiede. Echthaarperücken sind länger haltbar und haben natürliche Eigenschaften. Sie lassen sich wie natürliche Haare auch frisieren, färben, locken oder glätten. Perücken mit echten Haaren sind jedoch deutlich teurer als solche mit Kunsthaar.
Kunsthaarperücken sind pflegeleicht und kostengünstiger als Echthaarperücken. Bei einer günstigen Kunsthaarperücke ist die Frisur kaum wandelbar. Qualitativ hochwertiges Kunsthaar lässt sich aber auch frisieren und ist kaum von Echthaar zu unterscheiden.
Streuhaare: Bei dünnem Haar können die Betroffenen "Streuhaare" als Pulver auf das Haar streuen. Streuhaare bestehen aus Fasern, die sich durch statische Anziehung mit dem Eigenhaar verbinden. Dadurch sieht das Haar dichter aus.
Der Verlust der Haare kann seelisch sehr belastend sein. Das Äußere eines Menschen verändert sich deutlich, wenn er auf einmal keine Kopfhaare, Wimpern oder Augenbrauen mehr hat. Außerdem ist die Krebserkrankung für andere nun "sichtbar".
Wenn Krebspatientinnen und Krebspatienten sehr unter ihrem Haarausfall leiden, stehen ihnen folgende Anlaufstellen zur Verfügung:
Folgende Tipps sind keine evidenzbasierten Empfehlungen, haben sich aber in der Praxis als hilfreich erwiesen:
Viele Chemotherapie-Medikamente sowie die Strahlen einer Bestrahlung wirken besonders auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen. Dazu zählen Tumorzellen, aber auch die Haarwurzelzellen, die sich in der Wachstumsphase befinden. Sind die Haarwurzeln geschädigt, fallen die Haare aus.
Im Folgenden nennen wir Beispiele für Zytostatika, bei denen Patientinnen und Patienten sehr häufig, gelegentlich oder selten ihre Haare verlieren (aufgeführt in alphabetischer Reihenfolge):
Meist verlieren die Patientinnen und Patienten nach einer Chemo alle Haare auf dem Kopf. Die Haare fallen in der Regel aber nicht alle auf einmal aus, sondern nach und nach, manchmal auch büschelweise.
Das Risiko für Haarverlust erhöht sich beispielsweise, wenn Patientinnen oder Patienten die Chemo über die Vene direkt ins Blut bekommen, bei einer Chemotherapie mit einer Kombination aus mehreren Wirkstoffen, wenn Betroffene ihre Zytostatika in hohen Dosierungen oder innerhalb kurzer Zeitabstände erhalten.
Folgende Maßnahmen können Ihnen den Umgang damit erleichtern:
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